Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 5 (Mayo, 1971)
- Date
- 1971-05-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 BOLETIN INFORMATIVO MAYO 1971 m imiiwi im— AUS ISRAEL TROTZ ALLEM: ISRAEL LACHT DIE POST Die Postminister in Israel sind seit eh und je Zielscheibe der Beschwerden, Klagen und Angriffe seitens weiter Kreise der Bevoelkerung gewesen. Denn immer klappte vieles nicht mit der Post und dem Telefon. Seit einer Reihe von Monaten nun hat Israel einen neuen Postminister, dem es sehr schnell ueber wurde, immer wieder eins auf den Kopf zu bekommen fuer Streiks der Postboten, fuer verspaetete Zustellung von Briefen, fuer falsche Telefonverbindungen und tausend andere Fehler mehr im Postbetrieb. Fruehere Postminister pflegten in solchen Faellen den Kopf in den Sand zu stekken; der neue Postminister aber traf den Nagel auf den Kopf — und zog sodann den Kopf aus der Schlinge. Was tat er? Er schaffte kurzerhand das Postministerium ab. Seit einigen Wochen also gibt es — wohl als einziges Land der Welt — keine Post mehr in Israel. Dafuer aber ein Kommunikationsministerium. Ein schwerfaelliger, ungeschickter und reichlich langer Name, der auch im Hebraeischen all diese negativen Eigenschaften aufweist. Die Kommunikationsempfaenger aber klagen weiter ueber die Schlamperei der — Post. NACH 14 MONATEN FREIGELASSEN Der isra e 1 i s c h e Hirte Schmuei Rosenwasser ist am vergangenen Sonntag nach 14 monatiger Gefangeschaft in Jordanien und Syrien nach Israel zurueckgekehrt. Er war bei einem Ueberfall von El- Fatah-Terroristen auf eine Siedlung in Nordisrael in der Nacht zum 1. Januar 1970 entfuehrt worden. Durch Vermittlung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz wurde er an der israelisch-libanesischen Grenze gegen den Araber Mahmud Hedjabi ausgetauscht. Hedjabi war der erste Fatah-Guerilla, der den Israelis vor sechs Jahren in die Haende fiel. WEGEN SPIONAGE VERURTEILT Wegen Spionage fuer Aegypten ist der 71 jaehrige Englaender Arthur Paterson von einem israelischen Bezirksgericht zu acht Jahren Gefaengnis verurteilt worden. Paterson wurde fuer schuldig befunden, Geheiminformationen und Fotos von geheimen Einrichtungen an Aegypten verkauft zu haben. Paterson, der sich als Journalist ausgab, war im April vergangenen Jahres in Israel eingetroffen und zwei Monate spaeter verhaftet worden. ' WENIGER KINOBESUCHER Ungeachtet der Tatsache, dass das Fernsehprogramm in Israel viel zu wuenschen ue: brig laesst, zeigt der Kinobesuch im ganzen Lande ein rapides Absinken. Das deutlichste Beispiel dafuer bietet Tel Aviv. Im Jahre 1968 suchten dort noch 12.080.983 Personen Kinovorstellungen auf. Im folgenden Jahr war die Zahl der Kinobesucher bereits auf 11.045.121 zurueckgegan gen. Und soeben veroeffentlichte Statistiken besagen, dass im Jahre 1970 die Filmbesucherzahl in Tel Aviv nur mehr 9.102.525 betrug. Das bedeutet also einen Rueckgang von 1968 auf 1970 um rund 25 Prozent. STUDENTEN AUS DER DIASPORA An den verschiedenen Institutionen fuer hoehere Bildung in Israel sind anfangs 1971 nach statistischen Angaben des Absorptionsministeriums 5663 Studenten aus der Diaspora registriert gewesen. Davon befinden sich noch 368 in vorakademischen Studien, so dass man von 5295 kuenftigen Akademikern ausgehen muss. In anderer Relation als nach den Studentenstatistiken anderer Laender sind von diesen Studenten 2590 maennlich und 2705 weiblich. 1696 haben auch ihre Eltern in Israel, von 3421 leben die Eltern im Ausland, 186 sind elternlos. Von diesen Studenten sind 2555 als Inmigranten registriert. 2562 haben sich als temporaere Einwohner einschreiben lassen und damit die Entscheidung ueber die Niederlassung hinausgeschoben. 184 haben ausdruecklich das Voruebergehende ihres Aufenthaltes im Lande bekundet. Aus westlichen Laendern Europas kommen rund 1200 Studenten, 1070 aus Osteurona, 827 aus den Vereinigten Staaten, 831 aus Lateinamerika, 715 aus Asien, 445 aus Nordafrika. 177 aus Australien und Suedafrika. 357 Studenten kamen vor 1966 nach Israel, 478 im Jahre 1967; 1968 waren es 1072, 1969 1810 und im Jahre 1970 kamen 1586. Allein an der Hebraeischen Universitaet Jerusalem sind 2005 dieser Studenten immatrikuliert. 961 am Technion Haifa, 667 an der Universitaet Tel Aviv, 308 an der Bar Ilan Universitaet und 531 an der Universitaet Haifa. Die uebrigen verteilen sich auf die verschiedenen Schulen fuer Kunst, Musik, Sport usw. Roman aus dem Nachlass von Agnon: Ein Jahr nach dem Tode des Nobelpreistraegers S. J. Agnon erscheint sein Roman "Schira", der ein Jerusalemer Schluesselroman sein soll, einer der Gruende, weshalb sich der Schriftsteller zu Lebzeiten nicht zu einer Publikation entschlossen hatte. Die nostume Veroeffentlic h u n g hatte er aber gebilligt, die unter Auslassung eines Kapitels erfolgte. Der Roman spielt in den dreissiger Jahren um die Hebraeische Universitaet und den Stadtteil Rechawja, in einem durchaus “irdischen Jerusalem”, unter Menschen, die viele noch kannten. Hauptgestalt ist ein deutscher Jude, Dozent, der zwischen der Liebe zu seiner Frau und Begierde nach einer Krankenschwester “Schira” hin- und hergerissen wird. NEUE OLIM-WELLE AUS RUSSLAND Unmittelbar vor den Pessachfeiertagen sind mehrere El Al- Flugzeuge mit groesseren Gruppen von russischen Juden in Lod eingetroffen. In den ersten Gruppen befanden sich zahlreiche Olim aus Odessa, Riga und Wilna. Unter den Neueinwanderern sah man Jugendliche, Kinder und aeltere Leute. Einige von ihnen sassen jahrelang wegen ihrer zionistischen Anschauungen im Gefaengnis. Der 44 jaehrige Einwanderer Meif Brodni aus Wilna spricht fliessend hebraeisch. Er ist der Neffe des Redakteurs der Zeitung “Omer”, Meir Bareli. Unter den Einwanderern befand sich der 74 jaehrige Nachum Fidelman aus Bessarabien, der 15 Jahre im Gefängnis sass und elf Jahre auf seine Ausreise nach Israel wartete. Ein anderer Oie, Meir Zeldow aus Riga, letzter Betar-Fuehrer in dieser Stadt, war zehn Jahre in sibirischer Verbannung. Am 6. April traf eine neue grosse Gruppe von Olim aus der Sowjetunion ein, die in Israel besonderes Interesse erweckte, da sich unter den Neueinwanderern zum ersten Mal zwei juedische Familien aus dem Kaukasus befanden. um die Intervention zu Gunsten ihrer Auswanderung nach Israel ersuchten. Die Georgier erzaehlten, dass die Beamten der politischen Polizei von den 18 Familienhaeupt e r n verlangten, sie sollten einen neuen Brief an Golda Meir und U Thant richten, in welchem sie ihren urspruenglichen Wunsch zur Auswanderung rueckgaengig machen sollten. Nachdem das Ansinnen der Polizei abgelehnt wurde, verloren sie alle, ihre Stellungen, und vieie von ihnen mussten von der Unterstuetzung ihrer Glaubensgenossen leben. “Jede Nacht lauschten wir Radiosendungen aus Israel”, sagte er und fuegte hinzu: “Wir waren noch vor unserer Ankunft in Israel in jeder Beziehung Israelis”. Sie gehoeren jener Gruppe von georgischen Juden an, die seinerzeit den sensationellen Brief an Golda Meir richteten, in welchem 18 juedische Familienhaeupter aus Georgien Sie sagten auch den Presse Vertretern, dass die uebergrosse Mehrheit der kaukasischen Juden nur einen Wunsch haette: nach Israel auszuwandem. Von Ministerpraesiden t i n Golda Meir gibt es viele charakteristis che Aussprueche voller Humor. Da wurde Israel im Ausland eine zu einem spaeteren Zeitpunkt zahlbare Kapitalhilfe angeboten. Golda: “Was nuetzt uns dies? Im Juli koennen wir doch keinen Fisch in Oel braten, das wir im September bekommen!”. o—O—o Ein Freund riet Golda, das Zigarettenrauchen aufzugeben. “Ich will niemand zu schlechten Gewohnheiten beeinflussen”, antwortete sie, “aber ich selbst brauche das Rauchen nicht aufzugeben, denn Eines weiss ich, ich werde nicht jung davon sterben!”. o—O—o Besonders huebsch ist Goldas Beitrag zu einer Diskussion ueber die beaengstigende Zunahme von Belaestigungen junger Maedchen und Frauen in den naechtlichen Strassen. Jemand machte den Vorschlag, man solle das Alleine- Ausgehen junger Maedchen und Frauen bei Nacht in den Staedten ueberhaupt verbieten. Darauf Golda: “Es sind doch die Maenner, die Frauen angreifen, nicht umgekehrt! Wenn ihr was verbieten wollt, dann muesst ihr den Maennern das Ausgehen bei Nacht verbieten!”. o—O—o Die Gattin eines namhaften Dirigenten, der oefters als Gast der Philharmoniker in Israel weilt, erzaehlt, dass ihr Besuch einmal mit dem Geburtstag des Maestro zusammenfiel. Der Kuechenchef des Hotels, in dem er wohnte, erfuhr davon und liess sich sagen. was des Maestros Leibgericht sei. Er zauberte ein Menue und wurde vom Maes tro an den Tisch gerufen und m i t Lobeshymnen ueberschuettet: “Noch selten habe ich dieses Gericht so zubereitet gegessen! Sie sind ein wahrer Kuenstler, Maitre Kuechenchef!” Darauf der Kuechenmeister — wie fast alle Israelis ein Musikliebhaber —: “Und ich, Maestro, war gestern in Ihrem Sinfoniekonzert. Besonders freute ich mich auf Brahms Sinfonie, denn ich stamme aus Wien. Wissen Sie, Maestro, es war zwar sehr schoen, aber den langsamen Satz nimmt man in Wien nicht so schleppend, wie Sie ihn gespielt haben!”. o—O—o Zu einem israelischen Psychiater kommt ein nervoeser Mann und laesst sich untersuchen. “Sie brauchen eine gruend liehe Behandlung”, sagt der Arzt. “Kommen Sie dreimal die Woche fuer zwanzig Minuten zu mir, drei Monate lang. Jede Behandlung konstet 25 Pfund und fuer den ersten Monat zahlen Sie im voraus!” — “Gut”, erwiderte der Patient, “jetzt haben Sie Ihr eigenes Problem geloest, Herr Doktor, und wann loesen wir meines?” o—O—o Zu den Empfangszeiten in den Kliniken der Kupat-Cholom (allgemeine Krankenkassen) herrscht meist grosser Andrang und es ist bei nicht unbedingt dringlichen Faellen schwer, heranzukommen. In einem grossen Empfangsraum einer zentralen Station faellt einem juengeren behandelnden Artz eine Frau auf, die jeden Tag an der selben Stelle sitzt, laenger als zwei Wochen. Dann sieht er sie eine ganze Weile nicht wieder. Nach einer Pause von etwa zehn Tagen sitzt sie wieder an ihrer gewohnten Stelle. Der Arzt spricht sie an und fragt, halb ernst, halb scherzend: “Ich habe sie doch so lange nicht gesehen hier?!” — Darauf die Angesprochene: “Stimmt. Ich konnte nicht kommen. Ich war krank!” o—O—o Aus der Perspektive eines israelischen Kindes im Ausland: Eine Grossmutter in Israel erhielt in diesen Tagen einen Brief ihres Enkelsohns, der seit einigen Monaten mit seinen beruflich fuer Israel taetigen Eltern in Amerika lebt und dort gerade in die Schule gekommen ist. “Wir haben hier so viel von einem Jesus erzaehlt bekommen, der in Israel gelebt hat. Aber ich habe gar nicht verstanden, ob er ein Israeli oder ein Amerikaner ist”. Gesammelt von pgz ("Israelitisches Wochenblatt", Zuerich) Zwecks Anfertigung von Gardinen und Installationen von Leisten aller Art Klaus Grube rCü lim Miguel Claro 858 — Telefon 4014b Gerne zeigen wir Ihnen auch Stoffe aus unserem reichhaltigen Lager. licAcUV ivend&tiie