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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-05-01 · 5 (Mayo, 1971) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
5 (Mayo, 1971)
Date
1971-05-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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MAYO 1971 BOLETIN INFORMATIVO 13 m Illf DEUTSCHE BOTMFTfR IN ISRAEL Anlaesslich der Ernennung Jesco von Puttkamers zum neuen Botschafter in Israel las ich in einer katholischen Zeitung die Geschichte von einem Kaiser im alten China, der von seinen Ministern und Botschaftern vor allem verlangte, dass sie das Floetenspiel beherrschten und gut schreiben konnten. Der Kommentar: Es sei zwar ungewiss, ob von Puttkamer die Floete spiele, aber schreiben koenne er. Das habe er bewiesen. Ich kenne Jesco von Puttkamer “nur” zwoelf Jahre, aber moechte hinzusetzen, dass er nicht nur mit seiner Feder, sondern, wie es uns der leider verstorbene grosse Prager Erzaehler Johannes Ur, zidil gelehrt hat, auch mit seinem Gewissen schreibt. Darueber hinaus hat von Puttkamer die Eigenschaft zu denken und sich zu erinnern. Gerade sein 1948 veroeffentliches Buch “Irrtum und Schuld” — “Die Geschichte des Nationalkomitees Freies Deutschland” beweist seine These. Gewiss, Jesco von Puttkamer ist noch ein relativ “junger” Mann. Er wurde am 20. Februar 1919 in Neustrelitz im Kleinstaat Mecklenburg geboren. Sein Vater war Generalleutnant und einer seiner Vorfahren, Robert von Puttkamer, war Kultusminister im Kabinett Bismarcks. Ein Vetter von ihm, Franz von Puttkamer, etwa 15 Jahre aelter, stiess jedoch bereits nach dem ersten Weltkriege zur pazifistischen Bewegung und war fuer einige Jahre mit der Deutschen Liga fuer Menschenrechte verbunden. Jesco von Puttmaker wurde nach dem Kriege Journalist. (“Journalist zu sein, kann man nicht lernen, aber ein Journalist kann lernen”, bemerkte Hellmut von Gerlach einst). Wenn immer ich Puttkamers Artikel las oder mit ihm in lange Unterhaltungen verstrickt war, wurde ich seines Suchens nach dem ewigen Stirb und Werde seines Volkes und seiner Zweifel gewahr, die sich vor allem aus dem Kriegserlebnis ergaben. Mit 16 Jahren (1937) bereits wurde er deutscher Soldat und spaeter Offizier bis zu seiner Gefangenschaft nach dem Fall von Stalingrad. Dann kamen die inneren Konflikte, die pochenden Fragen, und sie fuehrten ihn waehrend seiner russischen Gefangeschaft zunaechst in den Offiziersbund “Freies Deutschland”, eine Anti-Hitler-Gruppe, in der General von Seidlitz damals tonangebend war. AUSSENSEITER IM DIPLOMATENFRACK Der Jesco von Puttkamer, den ich indessen kennenlernte, hatte seit 1947 in politischen Redaktionen demokratischer Zeitungen gearbeitet, davon vier Jahre in der ausgezeichneten “Sueddeutschen Zeitung”, bis er (1958) die Chefredak t i o n des “Vorwaerts”, der woechentlich erscheint, uebernahm; eine Parteizeitung, deren Niveau und Druckbild er zu heben verstand. Unbestreitbar, von Puttkamer ist ein “Aussenseiter im Diplomatenfrack”, der Botschafterposten in Israel ist sein erstes Diplomatenamt. Er ist ein Kenner des deutschisraelischen Problems und hat aus naechster Naehe das schmerzende Werden des Deutschland-Israel Vertrages, der deutsch-israelischen Beziehungen und ihre Normalisierung erlebt. An Jahren steht von Puttkamer zwischen den Generation: der einen, die mehr und mehr von der Buehne des ' Geschehens abtritt, und der anderen, die ohne eigene, erlebte Beziehungen zur Vergangenheit 1933 bis 1945 diese betritt. Von Puttkamer steht hier in der Mitte. Er war sehr jung, als das Nazigrauen mit all seinen blutigen, traenenreichen Untaten von Tag zu Tag wuchs; aber dank seiner Intelligenz sah er den Abgrund, in den Hitler sein Volk fuerrte, und erkannte, dass die Diktatur von allen Gesellschaftsformen die gefaehrlichste ist. Naturgemaess macht kein Botschafter in dem Lande, wo er seine Regierung vertritt, “Politik auf eigene Faust”. Er wird vielmehr, je nach seinem Charisma mit groesserem oder kleinerem Erfolg die Politik seiner Regierung verstaendlich zu machen suchen. Grundsaetzlich hat die Bundesrepublik in Verbindung mit der Unterzeichnung des von Kurt R. Grossmann Moskauer Vertrages am 12. August 1970 erklaert, “dass eine Verbesserung unserer Beziehungen zur Sowjetunion nicht zu Lasten eines dritten Staates gehen darf...” Darueber hinaus hat Bundeskanzler Willy Brandt am 8. Juli 1970 in einem Interview zum Nahostkonflikt mit einer jugoslawisc h e n Nachrichtenagentur erklaert: “Wir sind der Meinung, dass zumal nach allem, was mit der juengsten Geschichte meines eigenen Landes zu tun hat, wir uns gegenueber der Krise nicht gleichgueltig zeigen und dass wir auch das Lebensrecht Israels nicht koennen in Frage stellen lassen. Aber wir bemuehen uns, den legitimen Interessen aller gerecht zu werden und auch unser Verhaeltnis zu den arabischen Staaten zu verbessern”. Schliesslich erklaerte mir Bundesminister Professor Horst Ehmke auf die Frage, ob die deutsch-israelischen Beziehungen “anders als die zwischen andern Laendern” sind: “Wir bemuehen uns um Verstaendnis fuer die legitimen Interessen der arabischen Voelker, aber wir koennen aus vielen Gruenden... keiner Entwicklung zustimmen, in der der Staat Israel und seine Menschen staendig bedroht waeren”. Jesco von Puttkamer wird, soweit ich verstehe, in diesem Sinne in Israel wirken. Was er in das Land bringt ist: guter Wille, Unvoreingenommenheit und das Bestreben, sein erstes diplomatisches Amt so erfolgreichwie moeglich zu gestalten. Ich glaube sehr wohl, dass von Puttkamer einer jener Deutschen ist, die, etwa im Geiste des Fuersten Lichnowsky (London 1914), vor allem eine verantwortungsvolle, das heisst wahrheitssuchende Aufgabe zu erfuellen sich verpflichtet fuehlen. Mit Rolf Pauls, dem ersten Botschafter, trafen die Israelis einen Deutschen, der buchstaeblich um ihre Freundschaft rang und als ein Freund schied. Mit Jesco von Puttkamer kommt der “Aussenseiter” nach Israel, von dem man sagen darf: er ist ein ergebener Freund des jungen, um seine Existenz ringenden Landes im Nahen Osten. Neue Wissenschaftliche Untersuchungen: BEjR PROBLEMATISCHE LEBENSABEND Eine solide wissenschaftliche Untersuchung tritt mit einer Arbeit von Schmelzer und Tebert (“Alter und Gesellschaft”. Von Horst Schmelzer und Walter Tebert. Eichholz Verlag Bann) einer verbreiteten Neigung entgegen, die Altersfragen einseitig unter dem Gesichtspunkt einer Altersschicht zu sehen, die aus koerperlichen oder psychischen Gruenden mit dem letzten Lebensabschnitt nicht mehr allein fertig wird und deshalb einer organisierten Hilfe ueberantwortet werden muss. Wichtig ist dieser Beitrag der Wissenschaft fuer die praktische politische Arbeit und fuer die Korrektur einer im Fuersorgedienst verbreiteten Mentalitaet, die oft uebersieht, dass immerhin nur 15% der alten Menschen einer institutionalisierten Sozialhilfe beduerfen. Die Verfasser weisen nach, welche schaedlichen Auswirkungen ein forcierter Bau von Altersheimen mit sich bringt: Laehmung der Widerstandskraefte, Gaengelei und Vergeudung von oeffentlichen Mitteln. 30% der derzeitigen Altersheimbewohner gehoeren nach dieser Untersuchung nicht dorthin. Die Ergebnisse dieser Untersuchung rufen zum Weiterdenken auf und zu verantwortlichen Entscheidungen. Das zweite Buch (“Flexibilitaet der Altersgrenze”. Band 2 der Veroeffentlichungen der Deutschen Gesellschaft fuer Gerontologie, Herausgeber Prof. Dr. R. Schubert. Verlag Dr. Heinrich Steinkopf, Darmstadt) befasst sich mit den vielfaeltigen Fragen, die gerade jetzt bei den Ueberlegungen ueber die Neufestsetzung der Altersgrenze aufgetaucht sind. Es melden sich zahlreiche Stimmen, die eine Herabsetzung auf 60 Jahre befuerworten. Fragen des kalendarischen Alters werden mit solchen des biologischen oder des Leistungsalters verbunden. Zu kurz kommt dabei diejenige Betrachtung des Alterns, die das Individuelle, den Menschen in seinem Leistungsvermoegen und -willen vertritt. In dem von Schubert herausgegebenen Buch wird der Versuch gemacht, die verschiedenen Formen des Alterns nach Berufssituationen und nach der in ihnen erfuellten oder nichterfuellten Lebensbewaeltigung darzustellen. Schon bisher galt die gesetzlich festgelegte Altersgrenze fuer eine Reihe von Berufen praktisch nicht. Zu dieser Flexibilitaet nach unten kommt die Flexibilitaet nach oben: fuer freiberuflich Taetige und selbstaendige Wirtschaftsberufe tritt die Arbeitszaesur erst nach der gesetzlichen Pensionierungsgrenze ein. Nimmt man den sehr hohen Anteil derjenigen hinzu, die vor Erreichung des 65. Lebensjahres aus gesundheitlichen Gruenden aus dem Berufsleben ausscheiden und bedenkt man, dass es sich um rund ein Viertel aller Berufstaetigen handelt, die bis zur jetzigen Altersgrenze arbeiten, dann erhaelt die ganze Frage festere Konturen. Die zahlreichen Fachreferenten beschraenken sich deshalb in der Schrift auch mehr auf berufsspezifische Situationsberichte und Argumente. Der Arzt, der Richter, der Rechtsanwalt, der Kuenstler, der Industrielle und der Landwirt sprechen alle zur Gestaltung der Altersgrenze aus der Sicht ihres Berufszweiges. Dass in dieser Arbeit der Gerontologischen Gesellschaft hauptsaechlich die Mediziner zu Wortete kommen, ist verstaendlich; die Paedagogen, Psychologen und Politiker reihen sich an. Mit einleuchtenden Argumenten wird fuer die gleitende Altersgrenze eingetreten. FRANZ SCHUERHOLZ M. B. Tel Aviv “AEGVPTER 1 ALLEN WAHflT Sadai gib! zum ersten Mal sowjetische Verluste zu Alle Waffen und Waffensysteme in Aegypten wuerden jetzt von aegyptischen Soldaten bedient. Das erklaerte Aegyptens Praesident Sadat. Er sagte, Aegypten habe jetzt “die Fuehrer fuer jede Art moderner Kriegsfuehrung einschliesslich des elektronischen Krieges”. An der Front haetten die aegyptischen Streitkraefte mehr als einmal elektronische Waffen benutzt. Sadat sagte, die kommenden sechs Monate wuerden “nicht nur entscheidend, sondern schicksalhaft werden”. Sadat hat jetzt zum ersten Mal zugegeben, dass in der Vergangenheit sowjetische Soldaten in Aegypten Raketen bedient und Verluste erlitten haben. Auf einer Massenveranstaltung in Tanta im Nildelta sagte er, sechs sowjetische Soldaten seien bei einem israelischen Angriff auf Dashhur (32 Kilometer suedlich von Kairo) gefallen. Sein Vorgaenger, der verstorbene Praesident Nasser, habe die Sowjetunion um die Entsendung von Truppen gebeten, um die israelischen Vorstoesse tief ins aegyptische Hinterland zu unterbinden, weil die Ausbildung eigener Raketenmannschaften acht Monate gedauert haette. H0M0E0PATHISCHE APOTHEKE Central de Homeopatía Hahnemann Santiago, Sto. Domingo 1022 - Tel. 88290 Vollstaendiges Lager an Homoeopathisehen Medikamenten. B»«eher ueber Homoeop*thie. Importierte und chilenische Heilkraeuter GOLDEN AGE Wir treffen uns wieder wie ueblich am 7. Juni nachmittags um 16 Uhr, Portugal 810, bei guter once und interessantem Programm NUR 760 RECHTSRADIKALE IN BERLIN “D e r Rechtsextremismus hat keine Chance in Berlin. Wir haben nicht den geringsten Anlass, eine Bedrohung oder Gefahr fuer unseren Staat von rechtsradikaler Seite zu sehen”. Das erklaerte der Innensenator Neubauer vor dem Westberliner Abgeordnetenhaus. Er legte eine Liste von 14 Organisationen oder Gruppierungen vor, die als rechtsradikal oder nationalistisch angesehen werden. Alle zusammen verfuegen angeblich ueber nicht mehr als 760 Mitglieder. 270 entfallen nach Angaben Neubauers auf die NPD einschliesslich ihrer Jugendgruppe “Junge Nationaldemokraten”, zweitstaerkste Vereinigung ist die “Konservative Gesellschaft” mit etwa 100 Mitgliedern, bei der jedoch “strittig” ist, ob sie wirklich zu den Rechtsradikalen zu zaehlen ist.

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