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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-05-01 · 5 (Mayo, 1971) · p. Seite 12

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
5 (Mayo, 1971)
Date
1971-05-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 BOLETIN INFORMATIVO MAYO 1971 K>R. NAHUM GOLDMANN AUTOBIOGRAPHIE (Deutsche Ausgabe: Kiepenheuer & Witsch, Koeln) Nachdem im vergangenen Jahre das englische Originalmanuskript erschienen war, liegt seit einigen Monaten die deutsche Version dieses wahrhaft grossen Werkes vor, das nicht nur den Bericht eines unvergleichlichen Lebens wiedergibt, sondern zugleich ein umfassendes Kapitel neuester juedischer Geschichte, verbunden mit fast sechs Jahrzehnten eigener zionistischer Aktivitaet und Mitgestaltung gesamtjuedischen Schicksals, darstellt. Wenn der Verlag -dem Buche den Untertitel “Staatsmann ohne Staat” beifuegt, so ist damit in gewissem Sinne die besondere, einmalige Position Goldmanns in der juedischen Welt gekennzeichnet. Die ungeheure Fuelle des zu verarbeitenden Materials, die Tatsache, dass der Autor mit den meisten fuehrenden Persoenlichkeiten juedischer Organisationen und Verbaenden in- und ausserhalb Israels in Verbindung stand, mindestens seit dem Ende der Zwanziger Jahre, ferner der Umstand, dass zahlreiche Kontakte bestanden, vielfach noch bestehen, mit nichtjuedischen Staats! maennern, Politikern, Parteifuehrern der verschiedensten Laender, die oftmals zu freundschaftlichen Bindungen fuehrten, dies alles zwang Goldmann zu weitreichender Sclbstbeschraenkung sei n e s Rechenschaftsberichtes, zumal, wenn er die erhebliche Zahl von fast 500 Buchseiten nicht zu ueberschreiten wuensehte. So wird vom privaten Leben, den persoenlichen Dingen nur das Notwendigste berichtet; auch manches Kapitel, z.B. das juedische Leben in Deut sehland der Zwanziger Jahre, die innere Entwicklung im Zionismus jener Epoche, und anderes haette der Leser gern ausfuehrlicher vernom men, doch, was geboten wird, ist ein an Ereignissen reicher Erlebnisbericht, wie ihn bestimmt nur sehr wenige Menschen zu geben vermoegen, und hiermit verbindet sich eine politische, geistige, und menschliche Auseinandersetzung mit Richtungen, Auffassungen und Zeitstroemungen, die in dieser Form auch als fast einmalig angesehen werden darf. Selbst, wer so manche Einzeiheit aus Goldmanns oeffentlichem Wirken kennt, seine verschiedensten Taetigkeitsgebiete, Reden von weitgehender Bedeutung gelesen und gehoert, einen guten Teil der politischen Verhandlungen zur Kenntnis genommen hat, wird auf Schrift und Tritt unbekannt-Gebliebenes erfahren und in vielen Gegenwartsfragen die Stellungnahme dieses Mannes besser begreifen als zuvor. Die Wirkung dieser Autobiographie duerfte deshalb eine weltweite sein. FAST SECHS JAHRZEHNTE JUEDISCHER ARBEIT Als der sechsund-einhalbjaehrige Junge aus dem kleinen russischen Staedtchen sich mit seinen Eltern in Deutschland, in Frankfurt a. M., vereinigen kann, im Jahre 1901, konnten freilich auch sie nicht ahnen, dass ihr einziges, so begabtes Kind einmal zum Wortfuehrer des juedischen Volkes, mindestens fuer d i e Diaspora, aufruecken wuerde, doch die Atmosphaere dieses kultivierten, schlichten Elternhausses hat sicherlich zu dieser Entwicklung das ihrige beigetragen. Die Kindheit im “Schtetl” zieht an uns vorueber, dann die “Jugend in Aufruhr”, wenn man den Gymnasiasten beobachtet, wie ihn alles fasziniert, was das juedische Frankfurt zu bietet hat, und wie er die allgemeinen kulturellen Einfluesse in sich aufnimmt und verarbeitet. Der Abiturient versucht sich bereits als zionistischer Volksredner; er beherrscht dank seines Leseeifers die Ideologie des Herzischen politischen Zionismus in staerkerem Masse als viele Altersgenossen; das innige, von Tradition durchpulste, juei lisch-nationale Empfinden seiler Eltern und Grosseltern iebertrug sich auf ihn, den lufgeweckten jungen Menschen, dessen aeusserer Weriegang allgemein bekannt .st: Studienjahre in Heidelberg, Marburg, Berlin und wiederum in Heidelberg, der iort erlangte juristische Doktorhut, der ihm nicht allzu viel bedeutet, weil seine Interessen ueber die Begrenzung lieser Materie hinausgehen. Ger junge Akademiker, noch licht einmal naturalisiert, hat lie Moeglichkeit, in den Kriegsja'hren 1915 — 18 ein ganz klein wenig “deutscher Diplomat” zu sein, als Hilfsarbeiter im Berliner Auswaertigen Amt, wo er erste politische Erfahrungen sammeln kann. In den folgenden Kapiteln erleben wir das Jahrzehnt von 1923- 33 mit* in welchem Goldmann innerlich leift, an sich arbeitet, immer vielseitiger wird: Es gibt die Anfaenge der zionistischen Taetigkeit in Deutschland Und dann den Beginn der Arbeit im Weltmasstabe; die ersten Zionistenkongresse, an denen er teilnimmt, anfangs schweigend, zuhoerend, spaeter bereits als Parteifuehrer in die erste Rednergarnitur aufrueckend. Dabei bleibt wesentlichster Arbeitsinhalt und wirtschaftliche Existenzbasis die Schaffung der “Encyclopaedia Judaica” in deutscher Sprache, deren Herausgeber er gemeinsam mit dem gelehrten Klatzkin gewesen ist, jenes monumentale Werk, auf 15-18 Baende berechnet, das 1933 mit zehn Baenden halbfertig beiseitegelegt werden, weil juedisches Kulturleben in Deutschland als beendet angesehen werden muss, nachdem unter unsaeg liehen Schwierigkeiten eine finanzielle Basis geschaffen worden war. Mit dem Verlassen Hitler- Deutschlands beginnt Goldmann aussenpolitische Aktivitaet; es folgen die sieben schweren, verantwortungsvollen Jahre als Vertreter der zionistischen Exekutive vor dem Voelkerbund, diese zwischen Genf, Paris und London gefuehrten komplizierten Verhandlungen mit der Mandatarmacht England vor allem, die so wenig Verstaendnis, von Ausnahmen abgesehen, fuer die sich zuspitzende juedische Situation aufzubringen vermag. Goldmanns Rolle im Kampfe um einen kuenftigen juedischen Staat war schon damals bedeutungsvoll; er setzte diese Taetigkeit in Amerika zwischen 1940 und 47 fort, im engsten Einvernehmen mit Weizmann, Ben Gurion und Shertok (Mosche Scharett), obwohl es, innerzionistisch-gesehen, den ernsten Konflikt wegen der Erweiterung der “Jewish Agency” gegeben hat, der eine voruebergehende Entfremd u n g zwischen Goldmann und Weizmann zeitigen sollte. "JUEDISCHER WELTKONGRESS UND ZIONISTISCHE WELTORGANISATION" Nahum Goldmann ist seit dem Tode von Rabbi Stephen Wise, also seit 1949, ununterbrochen Praesident des “Juedischen Weltkongresses”, den er in Jahre 1936 entscheidend mitgeschaffen hatte, an dessen Vorbereitung unter Ueberwindung heftiger Widerstaende fuenf Jahre lang gearbeitet worden war. Und, wenn in der spaeteren Katastrophenz eit nur in relativ-wenigen Faellen der Weltkongress zugunsten verfolgter Juden helfend, rettend einzugrei f e n vermochte, so gibt Goldmanns Darteilung auch hierueber die notwendi gen Erklaerungen: Ohne diesen Organismus waere das nationale Unglueck der Juden zwischen 1933 und 45 noch weitaus groesser und unheilvoller geworden. Ungewoehnlieh schwierig war Goldmanns Taetigkeit als einziges Mitglied der zionistischen Exekutive in USA waehrend des Zweiten Weltkrieges, und sein Anteil am Zustandekommen des juedischen Staates durch die “Vereinten Nationen” im November 1947 darf als sehr bedeutend betrachtet werden. Seine leidenschaftlichen Bemuehungen um die Teilung Palaestinas als dem einzigen Ausweg aus einer unloesbar scheinenden Lage in der Zeit nach Kriegsende, die von Erez Israel aus unterstuetzt wurden, werden heute nicht immer voll anerkannt; auch hierueber ist Goldmanns geschichtlicher Rueckblick von fast einzigartiger Gruendlichk eit und Uebersichtlichkeit. Dass er von 1956-68 (de facto schon .frueher) als Praesident der Zionistischen Weltorganisation auf dem Platze Herzls und Weizmanns sass, ist noch in aller Erinnerung. Sein Ruecktritt ist von der innerpolitischen Entwicklung in Israel, von gewissen Spanungen zwischen Staat und zionistischer Bewegung, nicht zu trennen. GOLDMANN UND DIE NICHT JUEDISCHE WELT Die sehr grosse Zahl der Begegnungen mit nichtjuedischen Politikern von hoechster Verantwortung ist schon erwaehnt worden. Diese Kapitel der Buch-Lektuere gehoeren zweifellos zu den fesselndsten. Seine ungewoehnlich geschickte Verhandlungstaktik, PEDICURO "LUSTIG" CASA CENTRAL SANTIAGO San Antonio 510, Of. 203, 2* piso Fono 33902 SUC. VINA DEL MAR Plaza de Vlfia del Mar 172 Of. 10, Entrepiso Edificio El Eaeorial Fono 883958 KINESIOLOGIA _ ORTOPEDIA Manicure: Damas Caballeros Depilación a la Cera Dr. CLAUDIO Innere Medizin Rheumatologie oprcchstunde von Montag bis Freitag von 18 bis 20 Uhr, nach vorheriger Anmeldung. Bonen Rivara 2354 Telephon: 43118 In Eilfaellen Anruf 250434 das Sich-Einstellen auf Persoenlichkeiten, die in besonders-vorsichtiger Weise angesprochen ■werden mussten, zeigt sich an vielen Beispielen. Die von ihm meisterhafterzaehlte lange Audienz bei Mussolini, ueber die schon oft geschrieben worden ist, gehoert in das Kapitel “Versuch zur Rettung bedrohter juedisc her Gemeinschaften” und bereitet auch als Lektuere ein aesthetisches Vergnuegen. Und dieser kurze Abrisseine Buchbesprechung kann ja nur einige Hoehepunkte herausgreifen — soll nicht geschlossen werden ohne den Hinweis auf Goldmanns langjaehrige, unermuedliche Arbeit fuer “Wiedergutmachung und Entschaedigung”. Die Darstellung jener Jahre 1951 und 52 insbesondere kann von niemandem so plastisch wiedergegeben werden wie von ihm. Die grosse Figur Dr. Konrad Adenauers, zu dem Goldmann im Laufe der Zeit in eine menschliche, freundschaftliche Beziehung kam, erfaehrt von verschiedenen Gesichtswinkeln aus die verdiente, gerechte, Wuerdigung. DIE AKTUELLEN POLITISCHEN ASPEKTE Die bestehenden aussenpolitisc h e n Meinungsverschiedenheiten zwischen der israelischen Regierung von heute und Dr. Goldmartn werden von ihm weder verschwiegen noch' bagatellisiert. Goldmann glaubt, dass hinsichtlich des kriegerischen Konflikts von 1956 und in den Jahren nach dem 6 Tage-Kriege auf israelischer Seite Fehler begangen wurden. Freilich vermag er nicht zu sagen, wie die Dinge sonst geworden waeren; doch haelt er im Augenblick mit seiner Meinung zurueck, die in Israel viel umstritten wurde. Das grosse Buch endet mit dem Glauben an die unzerstoerbare Zukunft des juedischen Volkes, seines Geistes und des Staates Israel. Curi Wilk ELISA stets groesate Auswahl ln UNIFORMEN fusr Damen und Harren sowie elegante Damen-Unterwaesche San Antania 65 (swlschen Alameda und Meneda) Fono 181900 IHR MALER Siegfried Pogorzelski Tel. 96499 2258

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