Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 3 (Marzo, 1971)
- Date
- 1971-03-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/8553624-8554971-9195254--5932-8555015- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
16 BOLETIN INFORMATIVO MARZO 1971 DAS LAND, WD DIE PATRDNEN BLUEHN NEUES DEUTSCHES GAZA - EINE KRANKHEIT Von HERBERT FREEDEN (Jerusalén) “Gaza ist keine Stadt und keine Zone, Gaza ist eine Krankheit”, seufzte ein junger Offizier nach einer Dienstzeit von ein paar Monaten im Gazastreifen. Im Jahre 1970 kam es dort zu 459 Zwischenfaellen, die 15 Israelis und 36 Arabern das Leben kosteten und bei denen 110 Israelis und 686 Araber verwundet wurden. Aber das ist bei weitem nicht alles: zusaetziich wurden von den Fedayeen 82 arabische Buerger ermordet, die Haelfte von ihnen in den vergangenen drei Monaten. Ein Ladenbesitzer meinte nachdenklich: “Wir sitzen zwischen dem Hammer und dem Amboss, zwischen den Fedayeen und den Israelis. Wenn wir zu Israel gehoertenes liesse sich leben; wenn wir Teil eines arabischen Staates waeren - noch besser. Aber so kann das nicht weitergehen”. Ein Arbeiter bekommt im Gaza etwa 4.50 Lsr. Pfund pro Tag, aber die 60.000 Gaza- Leute, die Arbeit in Israel angenommen haben, verdienen taeglich 18 Pfund. Allerdings muessen sie einen 12 Kilometer langen Weg bis zur Zonengrenze machen, im Autobus, Lastwagen oder auf dem Fahrrad. Diese 12 Kilometer sind lebensgefaehrlich, denn die Terroristen wollen sie davon abhalten, mit den Israelis zu “kollaborieren”. Kinder erhalten fuer 12 Stunden Arbeit ein Pfund Lohn; fuer eine Handgranate, die sie auf einen Autobus oder Laster werfen, kriegen sie 5 Pfund Belohnung. So wurde 1970 zum “Jahr der Handgranaten” und der Beginn des neuen Jahres sieht nicht besser aus. Sprengstoffattentate auf Landstrassen, Bruecken, elektrische Anlagen gehoeren zur Tagesordnung. Morde an “Kollaborateuren”, meist nachts veruebt, werden regelmaessig erst nach Aufhebung des Ausgehverbots in den fruehen Morgenstunden entdeckt. SCHRECKEN OHNE ENDE Die Fedayeen wollen mit dem gesteigerten Terror die israelischen Besatzer in die Defensive treiben und zugleich jeden wirtschaftlichen Aufschwung verhindern. Ihr Leitmotiv: je schlechter es der Bevoelkerung geht, desto mehr wird sie uns unterstuetzen. 90 Dollar pro Jahr ist die Legensmittelration eines Menschen im Fluechtlingslager, und von den zastreifens leben 200.000 in solchen Lagern. Eine Zeitlang dachten die Israelis daran, eine bewaffnete arabische Buergerwehr in der Gazazone aufzustellen, aber die Bewohner lehnten die Bildung einer “prozionistisehen” Schutztruppe ab. Also mussten sie zu anderen Massnahmen greifen, zu Ausgehverboten, Patrouillen, Strafaktionen, Anlegung von elektrischer Beleuchtung in den Lagern - ohne Erfolg. In jedem der vier groessten Lager gibt es etwa 30.000 Insassen. Hunderte von Waffenverstecken wurden gefunden, aber wieviel hunderte sind noch nicht entdeckt? Von den Angehoerigen der zwei Divisionen der “Palaestinensischen Befreiungsarmee”, die Achmud Shukeiry vor dem Junikrieg 1967 in der Gazazone kommandierte, sollen sich noch viele in den Lagern verborgen halten. Nachts sind dort die Terroristen die Herren, und die israelischen Patrouillen beschraenken sich nach Einbruch der Dunkelheit auf die Hauptstrassen. Manche der verhafteten Bombenwerfer sind nicht Mitglieder einer Widerstandsbewegung, sondern einfache Zivilisten, die keine andere Wahl hatten, als mitzumachen oder Gefahr zu laufen, von den Fedayeen “umgelegt” zu werden. Einige geben sich progressiv und revolutionaer, wie z. B. ein unlaengst verhafteter Terrorist, der eine Mao-Fibel in der Tasche trug. Allerdings stellte sich heraus, dass er ein Analphabet war. Der fruehere Kommandeur der Zone, Generalmajor Gavish meint, es waere ein Fehler gewesen, Gaza mit Glacehandschuhen änzufassen, wie etwa die ruhigen, einstigen jordanischen Gebiete. Moshe Dayan ist anderer Ansicht: “Ich bin gegen eine Politik der eisernen Faust gegenueber der Zivilbevoelkerung, aber wer zur Gewalt greift, wird Gewalt zu spueren bekommen”. Er gibt zu, dass die Leute in Gaza natuerlich am liebsten unter einem arabischen Regime leben wollten; aber falls sie zwischen der Herrschaft der Terroristen und der Israelis zu waehlen haetten, wuerden sie sich fuer die Israelis entscheiden . Kommentierte ein arabischer Plantagenbesitzer, der zu den wenigen Millionaeren von Gaza gehoert: “Wuerde Israel Interesse am Gazastreifen haben, so haette Waffensuche in einem Flüchtlingslager in Gaza 360.000 Einwohnern des Gaes dieses Gebiet sofort nach der Eroberung im Juni 1967 annektieren koennen, aber es hat kein Interesse an den Bewohnern”. HARTE MASSNAHMEN Nachdem es Anfang Januar zu einem besonderen tragischen Zwischenfall kam-der Privatwagen einer englischen Familie wurde auf dem Rueckweg von einem Ausflug von einer Handgranate getroffen, die beiden Kinder wurden getoetet, die Frau schwer verletzt - zog eine neue Truppe in den Gazastreifen, ein: die Grenzpolizei, meist aus Drusen und orientalischen Juden bestehend, und bekannt fuer ihre Haerte und Unsentimalitaet. Eine stuermische Sitzung im Parlament, der Knesseth, war die Folge, Uri Avneri und die “Neuen Kommunisten” b e h aupteten, man habe “die fuer ihr brutales Vorgehen beruechtigte Grenzpolizei” eingesetzt, weil israelische Soldaten sich geweigert haetten, auf Zivilisten zu schiessen. Der in Dresden gebuertige Innenminister Dr. Burg beantwortete die Interpellationen. Die Regierung werde es nicht dulden, sagte er, dass in den von ihr verwalteten Gebieten unschuldige Menschen misshandelt, verfolgt oder ermordet wuerden, gleichzeitig welcher Rasse, Religion oder Nation. Zur selben Zeit wurde der noch von den Aegyptern ernannte Buergermeister von Gaza, Ragheb al-Alami, abgesetzt. “Er war bestimmt kein guter Buergermeister und tat nichts fuer die Bevoelk e r u n g; andererseits koennen wir ihm nicht zum Vorwurf machen, dass er mit den Israelis nicht kooperieren wollte. Ihn abzusetzen macht ihn zum Maertyrer - und das ist mehr, als er verdient”, was die Reaktion eines angesehenen Kaufmanns in Gaza. Das Problem des Bürgermeisters wurde auch von einer Sechs Mann-Delegation von Notabein aus Gaza eroertert, die bei Praesident Sadat in Kairo vorsprach. Ihr eigentlicher Zweck allerdings war, die Absichten Kairos hinsichtlich der Zukunft des Gazastreifens zu eruieren, denn die kuerzliche Bemerkung von Aussenminister Machmud Riad, Aegypten waere bereit, auf Gaza zu verzichten, hat in der Zone Unruhe und Verwirrung ausgeloest. Drei Notabein der Stadt, von Pressevertretern interviewt, was sie von der Erklaerung Riads hielten, erwiderten wie aus einem Munde: “Geruechte, nichts als Geru.echte, Kairo wird so etwas niemals tun”. Auf die Frage, ob sie eine Rueckkehr des aeeyptischen Regimes wuensohten, antworteten sie zwar Ja, aber nicht gerade enthusiastisch. Zwanzig Jahre lang wurden sie unter aegyptischer Herrschaft als Buerger zweiter Klasse behandelt. Oh sie unter israelischer Verwaltung bleiben wollten? Einstimmig kam eine verneinende Antwort, aber keiner wollte sagen» warum. Die Neufassung des Gesetzes ueber die Behandlung der Verfolgten des Nationalsozialismus in der Sozialversicherung ist am 1. 2.1971 in Kraft getreten. Seine wichtigsten Verbesserungen gegenueber den bisherigen gesetzlichen Vorschriften sind die folgenden: 1. Verfolgte, die die Voraussetzung von 180 Beitragsmonaten fuer die Erreichung des Altersruhegeldes nicht erfuellen, koennen sich freiwillig weiterversichern, wenn sie eine Versicherungszeit von 60 Monaten, zusammengesetzt aus Beitrags-und Ersatzzeiten, nachweisen koennen. Ersatzzeiten werden, wie bekannt, vom Zeitpunkt der Auswanderung bis zum 31. 12. 1949 angerechnet. Die versicherungsflichtige Beschaeftigung des Antragstellers mus selbstverstaendlich aus V e r f o 1gungsgruenden u n terbrochen oder beendet worden sein, d. h. das Beschaeftigungsverhaeltnis muss bis zum 30.1.1933 oder darueber hinaus bestanden haben. Fuer Anstellungen vor dem 30.1.1933 gibt es daher keine freiwillige Weiterversicherung und ebensowenig fuer Zeiten, die vor dem 16. Lebensjahr des Versicherten gelegen haben. Auch Witwen und Waisen koennen fuer den verstorbenen Ehemann bzw. Vater Beitraege nachzahlen, wenn die oben erwaehnten Voraussetzungen erfuellt werden. Beitraege, die bis zum 31.1.1972 freiwillig nachentrichtet worden sind, werden auch fuer eine eventuelle Berufs- oder Erwerbsunfaehigkeitsrente angerechnet. Bei spaeterer Nachzahlung werden die Beitraege nur noch fuer das Altersruhegeld berücksichtigt . 2. Ehemalige Ange stellte nicht-deutscher Staatsangehoerigkeit, die Versicherungskassen in Danzig, Memel und im sogenannten Protektorat Boehmen und Maehren angehoert haben, benoetigen jetzt zur Anrechnung der auslaendischen Beitragszeiten nicht mehr den Nachweis der deutschen Volk szugehoerigkeit und die Vorlage eines Vertriebenen - Ausweises. Es genuegt die Feststellung der Zugehoerigkeit zum deutschen Sprach-und Kulturkreis gemaess den Erfordernissen des Bundesentschaedigungsgesetzes. Es wird empfohlen, sich ueber weitere Einzelheiten bei den jeweiligen Entschaedigungsberatern zu erkundigen. URO - Santiago GEMALTE GEBETE Rabbi Chenoch Lieberman, 1900 in Lodz geboren und jetzt in New York ansaessig, ist eine Persönlichkeit, wie man sie nur ganz selten findet: Er ist Chassid, mit wallendem weissen Bart, und dazu ein begabter, akademisch ausgebildeter Maler. Augenblicklich sind in London 98 seiner Gemaelde und Zeichnungen ausgestellt. Besonders beindruckt ist der Besucher von dem grossen technischen Können, von dem alle Werke dieses Künstlers ein beredtes Zeugnis ablegen. Er hat sich auf keinen Stil sklavisch festgelegt: Man findet Beispiele von Impressionismus, Expressionismus und abstrakter Kunst und daneben auch realistische Portraets. Motive und Themen seiner Bilder gehen fast ausnahmslos auf das osteuropaeische “Staettl” zurück, auf die Heimat, in der Lieberman seine Jugend und seine Entwicklungsjahre verlebte. Nur hier und da behandelt er weltliche Themen, die meisten seiner Arbeiten sind religiösen oder rituellen Inhaltes, und Kenner haben sie gelegentlich “gemalte Gebete” genannt. Doch nicht ein einziges seiner Werke erinnert auch nur in etwa an Chagall. Der möglicherweise naheliegenden Versuchung, diesen anderen und berühmten Repraesentanten des östlichen “Staettl” nachzuahmen, ist er nicht verfallen; und die meisten seiner Arbeiten zeugen von Lebensfreude und Optimismus — wobei es natürlich Ausnahmen gibt, denn der Künstler hat, wie viele, Not — und Leidens jahre waehrend des Krieges zu überstehen gehabt. Die derzeitige Ausstellung ist die zweite dieses Künstlers in London; die erste, vor ungefaehr 12 Jahren, hatte ein nachhaltiges Echo gefunden und seinen Ruhm als chassidischer Maler auch in England unterbaut. GADDAFI VERLANGT STURZ HUSSEINS Muammar Gaddafi, “Starker Mann” Libyens, hat in Tripolis den Sturz des jordanischen Königs Hussein gefordert. Hussein sei eine “Marionette der Vereinigten Staaten und Israels, die seinen wackelnden Thron durch Massaker und Blut unterstützen”, sagte er. In Anwesenheit des syrischen Staatschefs General Assad warf Gaddafi Hussein vor, er arbeite mit dem Zionismus und Imperialismus zusammen, um die polaestinensische Revolut i o n und jene Kraefte zu zerstören, d’e zur arabischen Einheit in Jordanien auf riefen. Gaddafi, dessen Land waehrend der Zusammenstösse zwischen Regierungstruppen und Guerillas im September in Jordanien die Beziehungen zu Amman abgebrochen hatte, wies gleichzeitig ein Angebot Husseins zurück, Mitglied der geplanten Föderation des Sudan, Ägyptens und Syriens zu werden. "Juedische Wochenzeitung" Duesseldorf. VERTRAUENSPOSTEN sucht gebildete Dame tat Geschaeft als Vertreterin des Chefs, auch halbtags. TELEFON 398518