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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-02-01 · 2 (Febrero, 1971) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
2 (Febrero, 1971)
Date
1971-02-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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11 FEBRERO 1971 BOLETIN INFORMATIVO Gesellschaft fuer 20 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland Friedensforschung Gegruendet Zum 20 jaehrigen Bestehen des Zentralrats der Juden in Deutschland hat ihr Generalsekretaer Dr. H. G. van Dam einen Jahresbericht mit dem Titel “Juedische Gemeinschaft in Deutschland” vorgelegt. Wer das Heft aufmerksam liest, der spuert darin, dass dieser Mann praktisch seinen Taetigkeitsbericht ueber 20 Jahre auf 30 Seiten zusammengefasst hat. Henry van Dam ist untrennbar mit dem Zentralrat verbunden, mit allen Hoehen und Tiefen, die eine solche Arbeit mit sich bringt. Henry van Dam sagt in einer kurzen Vorbemerkung ueber die 20 Jahre des Zentralrats: “Die juedische Gemeinschaft in Deutschland schuf sich vor 20 Jahren, 1950, erstmalig in der fast zweitausend jaehrigen Geschichte der Juden in Deutschland in dem Zentralrat und seinen Organen, damals dem Direktorium und dem Generalsekretariat, die Plattform kollektiver Willensbildung und das Instrument zur Durchfuehrung konkreter und vitaler Aufgaben, die ueber den Interessenkreis der in Deutschland lebenden juedischen Bevoelkerung weit herausgingen. Wichtiges Nahziel, auch wenn es sich dabei um Jahrzehnte handelte, war die Rechtswiederherstellung, das heisst die moralische, materielle und politische Wiedergutmachung, Verteidigung der juedischen Gemeinschaft und ihrer Mitglieder, Konsolidation nach innen und Vertretung nach aussen, Verbindung mit den juedischen Organisation in aller Welt und anderen Gemeinschaften, Herstellung und Vertiefung der Verbindung mit dem seinerzeit erst zwei Jahre bestehenden Staat Israel. Die Neu- und Wiedergruendung der juedischen Gemeinden war der entscheidende Anfang, sogar das Kriterium juedisch-christlichen und des deutsch-juedischen Verhaeltnisses, das waehrend der letzten zwei Jahrzehnte Gegenstand heftiker Kontroversen war. Zwei Jahre nach Gruendung des Zentralrats fanden die Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik und Israel in Den Haag statt. Zu diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten kam es erst dreizehn Jahre spaeter”. WI Die Ferienzeit geht zu Ende, und auch die Wi."o nimmt ihre Arbeit wieder auf. Als Auftakt wollen wir in der ersten Haelf te Maerz im Garten von Frau Mia Wolff Zusammenkommen, und wir sind sicher, dass dieser gemeinsame Nachmittag ein schoener Beginn unserer Taetigkeit sein wird. Wie immer, erwarten uns auch in diesem Jahr grosse Pflichten, und wir hoffen, dass unsere Chaveroth auch waehrend der Ferien sicn. dieser Pflichten erinnert haben. In dem Heft sind die Kapitel praktisch die wichtigsten Stationen der Arbeit. Vornean steht “Das deutsch-israelische Verhaeltnis, Nahostkrise und die juedische Gemeinschaft in Deutschland”. Van Dam gibt darin eine gewisse Analyse der Stellung der juedischen Gemeinde zu Israel, aber auch zur oeffentlichen Meinung der deutschen Bevoelkerung Israel gegenueber. Van Dam schreibt: “Das deutsch-israelische Verhaeltnis und die Vorgaenge in und um Israel wurden von immer groesserer Bedeutung fuer die juedische Gemeinschaft. Diese Entwicklung fand zwar mit dem ausdrücklichen Willen der juedischen Gemeinden und zweifellos der Mehrzahl ihrer Mitglieder statt, waere aber auch gegen ihren Willen mindestens in sehnlicher Weise verlaufen. Ganz unabhaengig oder fast unabhaengig vom Selbstverstaendnis der Juden ausserhalb Israel wird ihr Image, das Bild, das sich die Aussenwelt von ihnen macht, in untrennbarem Zusammenh a n g mit dem Israels gesehen. Man mag das je nach Einstellung begruessen oder sehr bedauerlich finden, das Ergebnis, bleibt das gleiche. Wenigstens war dies so waehrend des letzten Jahrzehnts, dass der Jude des 20. Jahrhunderts, der in friedlicher Aufbauarbeit Wuestensand kultivierte und aus dem duerren Boden einen modernen Staat aus der Erde stampfte, die bisherigen Vorstellungen von den Juden, jedenfalls in Westeuropa und bestimmt in Deutschland, revolutionaer aenderte, Vorurteile entwurzelte und neue Freundschaften, aber auch Gegnerschaften hervorbrachte. Jede Aktion loest Reaktion aus, und es duerfte im menschlichen Leben kaum eine Handlung geben, die neben Lichtnicht auch Schattenseiten, mit den positiven nicht auch negative Faktoren schaffen wird. Wir haben uns in unserem schriftlichen Bericht 1967 (Die juedische Gemeinschaft in Deutschland) und im Ergaenzungsbericht 1968 ausführlich mit den Auswirkungen des Sechstagekriegs, mit der Reaktion der deutschen oeffentlichen Meinung und mit der Intensivierung des juedischen Bewusstseins befasst. zo Wir werden versuchen, auch weiter unsere Zusammenkuenfte so zu gestalten, dass sie einem doppelten Zweck dienen: den menschlichen Kontakt miteinander zu erweitern und zu vertiefen, und uns gleichzeitig zu unterrichten ueber aktuelle, menschliche und israelische Themen. Die Programme aller Gruppen werden rechtzeitig durch Telefondienst bekannt gegeben werden. Inzwischen haben verschiedene Veraenderungen stattgefunden, keineswegs guenstige, wenn auch die Bedeutung des Komplexes eher noch zugenommen hat. In diesem Zusammenhang weisen wir auf folgende Ausfuehrungen unseres Berichtes von 1967 hin: “Die verlogene Umkehrung der Rollen von Angreifern und Angegriffenen schaffen im Zeitalter des Atoms, der kuenstlichen Vorhaenge und der kuenstlichen Mauern ein aeusserst gefaehrliches Praejudiz, das sich im Westen ebenso auswirken wird wie im Osten, in Europa wie in Asien und Afrika. Die diplomatische Niederlage, die sich die Vereinten Nationen zugefuegt haben, ist schlimmer als eine verlorene Schlacht, ein Wegbereiter chaotischer Zustaende. Es geht um mehr als um das Schicksal von zweieinhalb Millionen Juden in Israel, um mehr als um einhundert Millionen Araber. Tatsaechlich kann das Schicksal jedes einzelnen in Deutschland, in Europa, in Amerika, hiervon beruehrt werden. Man muss mit Desperados rechnen, mit Fehlkalkulationen und Ausspielen der Weltmaechte gegeneinander”. “Di? oeffentliche Meinung unterliegt vers chiedenen Stroemungen, auch solchen, die fuer Israel sehr negativ sind und daher auch das Image der Juden der Welt beeinflussen. Bereits im November 1967 schrieben wir ueber die oeffentliche Meinung der Bundesrepublik: “Ein gewisser Rueckstoss mag eingesetzt haben. Manche glauben, dass Kraefte der oeffentlichen Meinung, die dem in seiner Existenz bedrohten Israel guenstig gesonnen waren, ihr Wohlwollen nunmehr den Besiegten zugewendet haben. Hierbei geht man davon aus, dass die Sympathie dem “underdog”, dem Schwachen, gehoert. Jahrtausendealte Erfahrung der Juden spricht fuer das Gegenteil. Waere Israel besiegt und zerschlagen worden und gaebe es keine Fluechtlinge, weil das Meer sie nicht herausgibt, so wuerde noch immer die arabische und antisemitische Propaganda, ihr Gefolge und ihre Inspiratoren daran festhalten, dass die Juden die Angreifer und Kriegs hetzer gewesen sind, wie man gelegentlich in KZ-Prozessen den Umgek o m me n e n die Schuld zuschiebt”. Tatsaechlich duerfte es weniger die Sympathie mit dem "underdog” als vielmehr die nicht zu unterschaetzende, vom Gelde der Oelmagnaten gespeiste arabische Propaganda und in sehr erheblichem Ausmasse die zentral gesteuerte, voellig einheitliche Tendenzinformation der Ostblocklaender sein, die einen gewichtigen Faktor der Meinungsbildung darstellt. Israel wurde die Rolle des Imperialisten und Kolonialisten, des Voelkerbeherrschers zuged acht, waehrend es noch 1948 mit tschechischen Waffen und sowjetischer Anerkennung gegen den britischen Imperialismus die Unabhaeng i g k e i t er kaempfte. Zweifellos ist der Kolonialismus die Antithese zur israelischen Staatsdroktrin, die es auf die eigene Arbeit der juedischen Einwohner abstellte und nicht nur die Ausnutzung, sondern auch die Benutzung fremder Arbeit dem Grundsatz nach verwarf. Die durch den Sechstagekrieg aufgezwungene Besetzung von Gebieten, aus denen Israel angegriffen worden war, schuf Vorwand oder Grundlage fuer antiimperialistische Losungen. Hiervon wurde eine intellektuelle Richtung beeinflusst, die als Neue Linke international auftritt und sich in Deutschland vielfach Ausserparlamentaris che Opposition nennt. Auch hier tritt wiederum ein Paradox ein, weil die Linksintellektuellen ihrer ganzen Denkstruktur nach dem Faschismus und im Zusammenhang damit auch dem Antisemitismus voellig entgegen gesetzt sind. Es laesst sich aber nicht verkennen, dass die antiisraelische und antizionistische Kampagne des arabischen Nationalismus, des Ostblocks und eines grossen Teiles der Neuen Linken in Antisemitismus und Antijudaismus ausmuendet. Am offensichtlichsten wurde das in Polen, wo sich auch juedische Kommunisten nicht mehr halten konnten. Im Ergaenzungsbericht vom 23. Mai 1968 eroerterten wir die Veraenderung der Weltlage im Zusammenhang mit Vietnam, dem Konflikt im Nahen Osten und den drei Revolutionen, die die Welt heute bewegen: der Kampf um die Reform der Gesellschaft, die sich den Bedingungen des Atoms und der Automation, vor allem aber dem hierdurch hervorgerufenen Bildungs- und Beschaeftigungsproblem anpassen muss, die Revolution der Farbigen gegen die Weissen oder des Suedens gegen den Norden im weltweiten M a s s t a b, und schliesslich der Aufstand der Jugend unter dreissig Jahren gegen die aelteren Generationen. Wir erwaehnten die Gefahr des Rueckstosses auch bei der juengeren Generation und schrieben: “Man muss damit rechnen, dass auf die linksradikale Schau eine rechtsradikale antworten wird, und das nicht nur in Deutschland”. Diese letzte Erscheinung ist bisher nur in verhaeltnismaessig geringem Ausmass eingetreten. Wir werden hierauf noch in anderem Zusammenhang zurueckkommen. Es hat sich aber etwas anderes recht gefaehrlich gezeigt: die Methode der Gewalt, die man jedenfalls in Deutschland vom Rechtsradikalismus, dem faschistischen Nationalsozialismus und seinen Vorlaeufem kannte, wird von Extremisten praktiziert, die sich als ultralinks bezeichnen. Nach dem Erfahrungssatz “Les extrêmes se touchent” — “Gegensaetze ziehen sich an” — aber treffen sich in einem bestimmten Punkt, gelangen manche Kreise der Neuen Linken auf dem Umweg ueber die antiisraelische Propaganda zum Antisemitismus, der bisher odioses Privileg des Rechtsradikalismus gewesen war. In Anwesenheit und unter der Schirmherrschaft von Bundespraesident Gustav Heinemann ist in Bonn eine “Deutsche Gesellschaft fuer Friedens- und Konfliktforschung” gegruendet worden. Anschliessend fand die erste Arbeitssitzung im Palais des Praesidenten, der Villa Hammerschmidt, statt. An der Gruendungsversammlung nahmen sechs Vertreter der Bundesregierung und der Laenderregierungen teil, an ihrer Spitze Wissenschaftsminister Hans Leussink. In der Gesellschaft werden ferner Repraesentanten der Arbeitgeber- und Gewerkschafts-Organisationen sowie der Kirchen und des Zentralrats der Juden mitwirken. Der Generalsekretaer des Zentralrats der Juden in Deutschland, Hendrik G. van Dam, erklaerte, bereits 1967 haetten die Ausgaben fuer militaerische Zwecke in der gan. zen Welt den Betrag von etwa 150 Milliarden Dollar erreicht. Es wuerde schon genuegen, einen Bruchteil dieser Summe fuer eine erfolgreiche Friedensstrategie zu verwen den. “Der Frieden ist eine zu ernste Sache, um sie nur den Politi kern anzuvertrauen”, sagte van Dam in Abwandlung eines Wortes von Clemenceau. MOSKAUS MITTELMEERFLOTTE Gegenwaertig operieren 39 sowjetische Kriegsschffe und neun bis zwoelf Unterseeboote im Mittelmeer. Diese Zahlen wurden kürzlich vom Marine-kommando zur Ueberwachung des Mittelmeers, des NATO - Hauptquartiers Südeuropa in Neapel, mitgeteilt. WIEN LIEFERT NS- VERBRECHER AUS Informationen aus Wien zufolge hat die oeterreichische Regierung eingewilligt, den belgischen NS-Verbrecher Julien van Dooren auszuliefern. Van Dooren wurde 1947 in Belgien in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Bis 1968 konnte er unerkannt in Oesterreich leben. PIPELINE BLEIBT BLOCKIERT * Das Angebot der Trans-Arabian Pipeline Company (TAP Line) auf Zahlung von fünf Millionen Dollar für die Wiedereroeffnung der Rohrleitung von Saudiarabien zum syrischen Hafen Sidon hat kürzlich nach Informationen des Middle East Economic Survey, Beirut, die syrische Regierung abgelehnt. Die gesperrte Oelleiturig mit einer Kapazitast von rund 25 Millionen Tonnen pro Jahr blei> , somit geschlossen.

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