Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXIII (1971)
- Issue
- 1 (Enero, 1971)
- Date
- 1971-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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12 BOLETIN INFORMATIVO ENERO 1971 AUS ALLER WELT VEREINIGTE STAATEN Rückgang der Ertraegmsse nationaler Sammlungen Die wirtschaftliche Rezession in den USA hat jüdische Institutionen hart betroffen, so dass viele Budgeteinschraenkungen und auch Personalentlassungen notwendig wurden. Entgegen gewissen Anzeichen auf dem Börsenmarkt sind die meisten der jüdischen charitativen Organisationen in den Resultaten ihrer Sammeltaetigkeit weit hinter den bisherigen Erfolgen und den Erwartungen geblieben. Besonders hart sind Erziehungs-Insitutionen betroffen worden, die sogar Spezialaufgaben für Projekte auf nationaler Ebene haben reduzieren müssen. Auch Synagogengemeinschaften spüren den Druck. Einzig die direkt für Israel arbeitenden Organisationen konnten sich aus dem Abwaertstrend heraushalten, so der United Jewish Appeal, Israel Bonds und Hadassa. Diese melden sogar ein Ansteigen ihrer Sammelertraegnisse. Es wird allgemein bedauert, dass — indem die Israelaktionen erfolgreich sind — Beitraeege an jüdische Erziehung, Wohltaeetigkeit, religiöse Institutionen und Spitaeler gekürzt werden. So hat auch die Jeschiwa- Universitaet in New York City, wie die meisten für die Erziehung wirkenden Institutionen, unter dieser Entwicklung gelitten und trotz einschneidenden Sparmassnahmen für die vergangene zweijaehrige Budgetperiode ein Defizit von rund 25 Millionen zu verzeichnen gehabt. Als Beispiel für die rückgaengigen Einkünfte mag der Fall von General Motors dienen, die in ihrer Unterstützungsliste für Erziehungswerke die Jeschiwa Universitaet als bisherigen Bezüger gestrichen haben. Auch die Brandeis-Universitaet muss mit Defiziten rechnen, und Bne Brit meldet “rote Zahlen” in der Höhe von fünf Millionen. Trotz dieser Sachlage betrachten viele jüdische Führer die gegenwärtige Krise als ein zeitlich beschraenktes Problem. In ihren optimistischen Stellungnahmen drüken sie die Hoffnung aus, die amerikanischen Juden würden in Kürze einsahen, dass ihre eigenen Aufgaben nicht vernachlaessigt werden dürfen. Israel brauche auch eine starke Gemeinschaft in den USA, und ebenso könnten die Juden in Amerika ohne ein starkes Israel nicht vertrauensvoll in die Zukunft blikken. BUNDESREPUBLIK Aktionsgruppe für den Frieden im Nahen Osten Prominente westdeutsche Publizisten, Wissenschafter und Studenten haben sich zu einer sozialistischen Aktiosgruppe vereinigt, um für jüdischarabische Zusamm enarbeit und damit für den Frieden im Nahen Osten zu wirken. Auch eine Anzahl jüdischer Persönlichkeiten hat sich dieser Gruppe angeschlossen, die in einer Verlautbarung das Recht des jüdischen Volkes auf einen eigenen Staat anerkennt und auch den Palaestinensischen Arabern das Recht auf Selbsbestimmung zugesteht. Das sei der einzige Weg zur Beilegung des Konfliktes. Die sozialistische Aktionsgruppe distanziert sich von einer Gegnerschaft zum Zionismus wie auch zu arabischen Völkern, doch wird sie gegenüber israelischer und arabischer Politik von Fall zu Fall eine kritische Haltung einnehmen. Mit aehnlichen Komitees in England, Frankreich und Holland bestehen Verbindungen. TÜRKEI Rechte und Linke vereint gegen Juden und Israel Schwere Besorgnis um die Zukunft der jüdischen Gemeinschaft in der Türkei macht sich geltend. Die sonst in politischen und ideologischen Fragen in scharfer Opposition zueinander stehenden Rechts- und Linksparteien stimmen in einem Punkt überein: in ihrer Feindschaft zu Israel und den Juden. Die extremen Linken bezeichnen Israel als “Werkzeug des USA-Imperialismus gegen die fortschrittlichen arabischen Völker”. Die extreme Rechte betrachtet Israel als aergsten Feind der Araber und der islamischen Welt. Die politischen Kraefte in der Türkei haben sich in den letzten Jahren polarisiert; Intellektuelle und Jugend huldigen extremen Ansichten, sei es der marxistischen Linken oder der islamischen Rechten. Mit dem Sechstagekrieg haben beide Seiten ihre Kampagne gegen Israel verstaerkt. Waehrend die Linke ihre Attacken mehr auf den Staat Israel richtet, bekaempft die Rechte in erster Linie die Juden. Rechtsstehende Zeitungen — vor allem die Tageszeitung “Bügün” in Istanbul — betreiben eine systematische antisemitische Hetze. “Bügün” behauptete kürzlich in einem Leitartikel, dass die Juden die Hauptrolle in der wirtschaftlichen Ausbeutung der Türkei spielen. Sie betrachteten es als eine fromme Tat, andere Völker zu betrügen... Gewisse arabische und islamische Organisationen haben diese Angriffe unterstützt, was natürlich unter den Juden der Türkei Bestürzung hervorgerufen hat. Das Gefühl der Unsicherheit für die Zukunft hat eine Anzahl Juden zur Auswanderung nach Israel oder europaeischen Laendern bewogen, Für den Moment aber, trotz der Versuche der Extremisten, eine antijüdische Stimmung zu entfachen, kann nicht davon gesprochen werden, dass Antisemitismus ein reales und akutes Problem darstellt. In diesem moslemischen Land hatten Juden und Moslems eine jahrhundertealte Tradition guter und freundschaftlicher Beziehungen, und dies hat sich bis heute nicht wesentlich geaendert. Regierungskreise haben den jüdischen Repraesentanten erneut versichert, dass die türkischen Juden als gleichberechtigte Bürger angesehen werden. SUEDAFRIKA Juden und Heiden gleichgestellt Was die Bekehrungsarbeit anbelangt, sollen Juden so behandelt werden wie '“sonstige Heiden”. Diese Auffassung wird in einer Erklaerung der “Nederduits Hervormde Kerk” bekraeftigt, die auf einer mit 500 Delegierten beschickten Dreijahrestagung in Pretoria nicht ohne Widerspruch gefasst wurde. Diese Kirchengemeinschaft zaehlt etwa 1.400.000 Angehörige. Auf der Tagung wurde ein Bericht des Ausschusses für die Judenmissionierung verworfen, der vorgeschlagen hatte, an die Stelle der bisherigen Formel “Evangelisierung unter Juden und Heiden” die Phrase “Dialog mit Israel und Heiden-Evangelisierung” zu setzen. Die vom Ausschuss vorgeschlag e n e Auffassung, dass Juden und Christen denselben Gott verehren, wurde abgelehnt. Jeder, der nicht an Jesus glaube, sei Heide. Einem Diskussionsredner zufolge haette die Annnahme des milderen Vorschlags des Ausschusses zur Folge, dass dies von achtzigtausend in Israel lebenden Christen als “Dolchstoss” empfunden werden würde. Die Tagung beschloss, dass mehr Exemplare des Neuen Testaments für Juden bereitgestellt werden sollen, um “Anknüpfungspunkte” für Diskussionen zu schaffen. RUMAENIEN Rückkehr zum Judentum ermöglicht Die Zugehörigkeit zum Judentum werde gegenwaertig in Rumaenien vom kommunistischen Regime nicht bloss geduldet, sondern aktiv unterstützt, sagte vor dem Jüdischen Weltkongress in London Dr. Moses Rosen, Oberrabbiner von Bukarest. Unter einem sozialistischen Regime — führte er weiter aus — waere es Wohl völlig ausgeschlossen, auch nur irgendeine der 183 Synagogen, der über 20 Talmud Toras oder auch nur eine Mikwa im Lande zu reparieren, geschweige denn neue zu erbauen, wenn dies staatlicherseits nicht genehmigt würde. Es waere ferner ohne diese Mithilfe nicht möglich, aus staatlichen FIÀMBRERIÀ 0S0RN0 WOLFGANG SCHIROKAUER Avenida Yrarráiaval 1900 Talafon: 497472 MONEDA 1037 Schlachthaeusern gaschaechtetes FleischJ oder auch andere koschere Lebensmittel zu bekommen, denn diese werden genau so wie das Fleisch, in den staatlichen Laeden verkauft. Jüdische Kalender und Zeitungen werden ebenfalls in den volkseigenen Druckereien gedruckt. Dr. Rosen berichtete von einer erfreulichen Erscheinung unter den 100.000 Juden, die noch in Rumaenien übrig geblieben sind — von einer Rückkehr zu dem Judentum sogar bei solchen Leuten, die bereits seit Generationen nichts mehr mit ihm gemeinsam hatten. Intellektuelle und auch junge Leute nehmen in vermehrtem Masse an Kursen über Judentum und hebraeischen Sprachkursen wie auch an der Begehung von jüdischen Festen teil. Es gab kürzlich auch mehrere Faelle, wo Knaben ihre Beschneidung und Barmizwa zur gleichen Zeit feierten und junge Paare darauf bestanden, unter der Chuppa getraut zu werden. Neun koschere Restaurants sind das ganze Jahr hindurch offen und noch weitere drei waehrend der Sommermonate. Hinzu kommt noch, dass der Rumaenische Gemeindebund ein in Rumaenisch, Hebraeisch und Jiddisch vierzehntaeglich erscheinendes Blatt herausgibt, mit einer Auflage von 10.000 Exemplaren. Was die Auswanderung nach Israel betrifft, findet diese weiterhin im Rahmen von Familienvereinigungen statt. SOWJETUNION Jüdischer Anteil an einer Schriflsiellerkonferenz An der kürzlich abgehaltenen Konferenz sowjetrussischer Schriftsteller nahmen insgesamt 448 Delegierte teil, von denen 305 russischer Nationalitaet waren. An zweiter Stelle figurierte das jüdische Element mit 77 Delegierten. Die Teilnehmerschaft setzte Sich aus Repraesentaten von vierund vierzig Nationalitaeten zusammen. Veröffentlichung eines Romans mit antisemitischer Tendenz Der Militaer-Verlag in Moskau hat in einer Auflage von 200.000 Exemplaren einen Roman “Liebe und Hass” veröffentlicht, dessen Tendenz radikal antisemitisch ist; er ist ausserdem auch gegen Intellektuelle, liberal Gesinnte und Auslaender im allgemeinen gehaessig eingestellt. Sein Verfasser, der pensionierte Marineoffizier Iwan Sphekstow, hat bereits früher einen antisemitischen Roman “Im Namen des Vaters und des Sohnes” publiziert. Es ist vorgesehen, dass jede Einheit der Roten Armee, Marine und Luftwaffe ein Exemplar von “Liebe und Hass” erhalten wird. ITALIEN Kongress der jüdischen Gemeinden Richter Sergio Piperno, Praesident des Italienischen Jüdischen Gemeindebundes, hielt in Rom die Eröffnungsansprache am 8. Kongress der jüdischen Gemeinden in Italien. Innenminister Franco Restivo wie auch Clelio Darida, Bürgermeister von Rom, und der israelische Botschafter Emile Najar waren ebenfalls anwesend. Piperno wies auf die ausgezeichneten Beziehungen zwischen Juden und Nichjuden in Italien hin und sprach die Hoffnung aus, dass jüdische Emigranten aus Libyen bald Niederlassungsrecht in Italien bekommen würden. Innenminister Restivo würdigte den Beitrag der italienischen Juden auf saemtlichen Gebieten und versprach, einer Reihe von jüdischen Problemen seine Aufmerksamkeit zu schenken. Israelitisches Wochenblatt, Zuerich. SAC. 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