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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1971-01-01 · 1 (Enero, 1971) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXIII (1971)
Issue
1 (Enero, 1971)
Date
1971-01-01
Page
Seite 13 (sequence 15)
Language
German
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ENERO 1971 BOLETIN INFORMATIVO 13 WEGLAUFEN IST KEINE LOESUNG EUER DAS USA DILEMMA _____ von Kurl R. Grossmann Der Arbeitstag des Presidenten war fuer den 3. Dezember 1970 vorbereitet. Unter den vielen Verpflichtungen, die fuer ihn auf dem Kalender standen, war eine, die ihm besonderes Vergnue: gen machte und Befriedigung gab: die Ehrung von vier jungen Amerikanern, von denen ein 12 jaehriger und ein 17 jaehriger Lebensretter waren, ein 20 jaehriges Maedchen, das Solidaritaetsgefuehle ihrer' Nachbarn wachgerufen hatte, und da war die 19 jaehrige Debra Jean Sweet': aus Wisconsin, die 3000 junge Menschen fuer eifien Marsch organisiert hatte, damit sie fuer hungrige Kinder Geld und Lebensmittel sammeln konnten. Dem Praesidenten gab diese Zeremonie Gelegenheit, am Beispiel dieser “vier feinen amerikanischen jungen Menschen” darauf hinzuweisen, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Jugend den Glauben an die Vereinigten Staaten verloren habe. Er lobte den Einsatz, den Mut, die Opferwilligkeit der Preistraeger, und dann verteilte er das Diplom und die Medaillien. Als er jedoch Debra Jean Sweet das Diplom und die Medaillie uebergab, sagte sie ihm, kaum hoerbar fuer die anderen: “Herr Praesident, ich bin nicht davon ueberzeugt, dass Sie es mit dieser Auszeichnung ernst meinen, bis Sie uns aus diesem Krieg herausgebracht haben”. Nixon war perplex und wusste nichts anderes zu sagen: "Wir tun das Beste was wir tun koennen”. Dann tra ten die Fotografen in Aktion ... und der Praesident eilte aus dem Blauen Zimmer des Weissen Hauses. Die Reaktion Nixons ist bezeichnend; denn sie beweist, wie sehr er die Diskussion ueber eine brennende Frage der Nation zu vermeiden sucht. Das junge Maedchen aus Wisconsin hatte sich lange ueberlegt, was sie tun sollte, aber die Idee, auf die Auszeichnung zu verzichten verwarf sie, weil sie eine direkte Konfrontation mit dem Praesidenten wuenschte. Er wich ihr aus. “Alter Nazi”, so hat das Oberlandesgericht Duesseldorf in einem jetzt veroeffentlichten Urteil festgestellt, ist in der Regel eine Beschimpfung. Wer einen anderen mit dieser Vokabel belegt, macht sich dem Urteil zufolge der Beleidigung schuldig. Allerdings laesst das Gericht in der Urteilsbegruendung erkennen, dass die Bezeichnung eines anderen als “Alter Nazi” gerechtfertigt sein koenne, wenn damit zutreffend die fruehere Einstelllung des so Genannten zum Nationalsozialis m u s gekennzeichnet werde. Die Benutzung der Vokabel “Alter Nazi” in einer Auseinandersetzung ohne Bezug auf die politische Vergangenheit sei jedoch eine strafwuerdige Beschimpfung. DAUNENDECKEN STEPPDECKEN mit Woll- und Polycronfuellung extra leicht Max Wetzatsin ft Sohn Ar. M. Montt UM Fono 43179 NtubMdthen und Umarbeitungen Modernste Importierte Besngssfotf* u. Inlett* Parkes Acolckadas de Nylon Schlafsaecke Komme einmal Im Monat nach Vlfia u. Auftraece entgegen. FUER DEN MITTELWEG Der Seniorsenator von New York, Jacob K. Javits, hat einige Tage spaeter den Praesidenten daran erinnert, statt der Politik der Polarisierung eine des Mittelweges zu beschreiten. Sei dem 30. Juli hat Nixon keine volle Pressekonferenz abgehalten, und erst jetzt, im 5. Monat, wurde eine solche angesetzt. Der zu seiner Resignation gezwungene fruehere Innenminister Walter Hickel hat in einem ersten Fernsehinterview klargemacht, dass er dem Praesidenten in einer Kampagne, wie sie Agnew betreibt, nicht folgen wuerde. Dabei stellt eine Meinungsfrage Dr. Gallups fest, dass sowohl 85% der Republikaner wie 82% der Demokraten und 84% der Unabhaengigen mit gewissen Unterschieden der Mitte zugerechnet werden koennen. Das bedeutet, dass das Land ein genuegendes Vernunftspotential hat, um seine grossen Probleme zu loesen. Von einem dieser Probleme muss in erster Linie gesprochen werden: es ist das oekonomische Dilemma. Wir haben heute eine Bevoelkerung von ueber 204 Millionen, die trotz geplanter Elternschaft steigt und im Jahre 2000 nach Meinung der Bevoelkerungspolitiker 350 Millionen erreicht haben duerfte. Das reichste Land der Erde aber kann schon jetzt nicht all seine Menschen ernaehren. Die Arbeitslosenziffer ist seit 7% Jahren auf 4,6 Millionen, d. i. 5,8% gestiegen, und alle Voraussagen einer Besserung haben sich nicht erfuellt, obwohl sich die Boerse in den letzten Wochen —wie oft am Ende des Jahres— stark erholt hat. INFLATION UND ARBEITSLOSIGKEIT Die republikanische Theorie ist es gewesen, eine erhoehllte Arbeitslosigkeit mit in den Kauf zu nehmen, um so die inflationaere Entwicklung zu bremsen. In nuechternen Zahlen ausgedrueckt aber sieht die Situation wie folgt aus: als Nixon zur Macht kam, gab es eine Arbeitslosigkeit von 3.5%, jetzt 5,8%. Im letzten Jahr sind die Loehne im Durchschnitt, auch die der Nichtgewerkschaftler, um 7% gestiegen; die Teuerung ist eine kontinuierliche, und die letzte bekannte Ziffer ist 6%; die Kaufkraft des Dollars hat sich in den letzten 20 Jahren um etwa 42% reduziert . Der Bundeshaushalt, der vor 10 Jahren um 110 Milliarden $ lag, ist auf ueber 200 Milliarden $ gestiegen'. Obwohl die Nixon Verwaltung etwa 180.000 Soldaten aus Vietnam bis Ende Dezember (265.000 bis Mai naechsten Jahres) heimgebracht hat bezw. heimbringen wird, verausgaben wir fuer Verteidigung immer noch zwischen 66 und 68 Milliarden $ per Jahr. Konkurse steigen, die Universitaeten sind in grossen finanziellen Schwierigkeiten, Lehrer und Professoren werden entlassen, die Stadt New York zum Beispiel hat ein Defizit von 300 Millionen $, und wem alle diese Zahlen nicht genuegen, der setze sich nur einen Tag in einen privaten Stellennachweis fuer Ingenieure, Ges chaeftsfuehrer, etc., um festzustellen, dass die Nachfrage nach Posten im Verhaeltnis von 100: 1 liegt. Hochqualifizierte Mens chen werden entlassen und koennen keine gleichwertige Position finden. Die republikanische Regierung hat bisher mit sogenannten Inflations-warnungssignalen begnuegt. Sie appellierte an die Vernunft der Arbeitsgeber und der Arbeitnehmer, aber die mit General Motor und Ford abgeschlossenen Verhandlungen beweisen, dass diese Warnungssignale nicht beachtet worden sind. Die Loehne steigen weiter, und die Kosten werden dem Automobilkaeufer auf erlegt, der 1971 200 bis 300 $ mehr fuer einen Wagen zu zahlen hat. Die Demokraten sind fuer Einfuehrung von Kontrollen: der Preise, der Loehne, um die galloppierende Inflation zum Halten zu bringen. Man spricht hier ganz offen von einer kommenden Entwertung des Dollars. Gegenueber den DM ist diese Entwertung praktisch bereits ein getreten. Aber die zu erwartenden Lohnkaempfe der Eisenbahnarbeiter und Angestellten der Stadt New York lassen keinen anderen Schluss zu, dass mit allgemeinen Warnungen, Signalen und Zureden das Problem nicht geloest werden kann. Mit “Wegrennen” ist es ebenso nicht getan und Nixons Rede in New York am 4. Dezember vor den Mitgliedern der Nationalvereinigung der Fabrikanten hat zumindest zu erkennen gegeben, dass der Praesident sich des Ernstes der oekonomischen Lage des Landes bewusst ist. Dieses oekonomische Dilemma setzt Sich in politischen Gewinn oder Verlust um. Interessant: Muski wuerde heute mit 46% gegen Nixons 40% zum Praesidenten der USA gewaehlt werden. KURZ BERICHTET Eroeffnung des Truman- Insiituts in Jerusalem D a s Truman-Friedenszentrum, urspruenglich auf dem Campus der Hebraeischen Universitaet in Givat Ram geplant, ist jetzt auf dem Scopus auf dem Gelaende der alten Universitaet eroeffnet worden. Die Bezeichnung der Institution ist inzwischen auf die ei nes Forschungsinstituts geaendert worden; es ist unter den obwaltenden Gegebenhei ten nicht moeglich, sich mit neuen und oft abstrakten Projekten zu befassen, die wenig greifbar sind, vielmehr soll es mehrheitlich der technischen Hilfe und Entwicklung dienen und damit helfen, Konflikte aus der Welt zu schaffen. Drohbriefe von El-Falah Der Praesident des Amsterdamer Fussballklubs Ajax, Jaap van Praag, eine Reihe von juedischen Spielern sowie juedische Fabrikanten erhielten Drohbriefe, deren Verfasser sich als das europaeische Hauptquartier von El-Fatah bezeichneten . Den Fabrikanten wurde mit dem Niederbrenfien ihrer Unternehmungen gedroht. Hingegen behauptete ein offizieller, Sprecher von El-Fatah, Abu Fadi, der dem Zentralkomitee der Organisation angehoert, bei einem Vortrag vor der Studentenunion in Oslo, El-Fatah kaempfe nicht gegen Einzelpersonen, sondern gegen die “Militaermacht”, welche die Palaestinenser von ihrer Heimat femhalte. El-Fatah habe stets Angriffe auf Zivilpersonen, sowohl ausserhalb wie innerhalb der besetzten Gebiete, verurteilt. STREIT UM "MEIN KAMPF" Das Bonner Auswaertige Amt behaelt sich juengsten Informationen zufolge gerichtli che Schritte gegen einen schwedischen Verlag vor, der trotz Verweigerung der Abdruckserlaubnis eine Neuauflage von Hitlers “M ein Kampf” herausbringen will. Das Amt tritt im Namen des Freistaats Bayern auf, der auf Grund eines Kontrollratsbeschlusses die alleinigen Urheberrechte fuer das Buch besitzt. Der schwedische Verlag Askild und Kaernekull hatte bei der Stockholmer Botschaft der Bundesrep u b 1 i k eine Druckgenehmigung beantragt. Sie wurde vom Auswaertigen Amt abgelehnt. Man stuetzte sich dabei auf eine Entscheidung aus dem Jahre 1967, wonach jede Veroeffentlichung von “Mein Kampf” — selbst unter kritischen Aspekte7i — grundsaetzlich verhindert werden sollte. Daraufhin machte das schwedische Verlagshaus geltend, dass es schon 1941 die Druckrechte direkt vom nationalsozialistis chen Franz- Eher-Verlag gekauft habe. Nach Meinung der Experten im Auswaertigen Amt ist «fieser Vertrag jedoch nicht mehr gueltig. Lord Caradon macht deutlich “Eine Einigung im Nahost konflikt ist undenkbar, solan ge die Gegenseite nicht be reit ist, die Existenz des Staates Israel anzuerkennen und zu akzeptieren”, erklaerte Grossbritanniens UNO-Botschafter Lord Caradon bei einem Essen der Vereinigung der UNO - Korrespondenten. “Israel wird zwar seine Truppen zurueckziehen muessen. aber auf sichere, in einem Ab kommen vorher festgesetzte Grenzen” — fuehrte er weiter aus. Caradon, der Autor der Resolution vom November 1967, erinnerte damit an den wirk liehen Inhalt der UNO-Entschliessung, die von arabischer und sowjetischer Seite immer wieder missbraucht wird. "ALTER NAZI" Der deutsche Schimpfwortkatalog ist durch Richterspruch um einen Begriff erweitert worden: Das Wort VERTRAUENSPERSON Alter bis 50 Jahre, vom 30.1.bis 23.11. wegen Ferien für Wohnungshütung gesucht. Hausgehilfin vorhanden. Tel. 30941 od. 34330 Montag bis Freitag Bürostunden.

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