Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXII (1970)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1970)
- Date
- 1970-12-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/8553624-8554752-9195246--5882-8554964- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
12 BOLETIN INFORMATIVO DICIEMBRE 1970 DAS HNDEBH RUSSISCHE JUDENTUM Anlaesslich des Jahrestages der Hinrichtung juedischer Intellektueller durch Stalin hat der Lateinamerikanische Juedische Weltkongress beschlossen, den 12. August zum Tag des Sowjetischen Judentums zu proklamieren. Um unsere Solidaritaet mit den russischen Juden zum Ausdruck zu bringen, veroef fentlichen wir den nachfolgenden Artikel. Vor 53 Jahren fand die Revolution in Russland statt. Sie brachte den juedischen Massen nach Unterdrueckung und Elend formell die politische Gleichberechtigung und wohl auch eine wirtschaftliche Bes serstellung. Doch dem Regime, das einen rücksichtslosen Kampf gegen die Religionsge meinschaften fuehrte, gelang es nicht, die juedisclie Minderheit kulturell voellig gleichzuschalten,' ihre Verbindung zur Religion ihrer Vaeter voellig abzuschneiden und das Gefuehl fuer die Gemeinschaft der Juden in aller Welt zu un terbinden. Unter unsaeglichen Schwierigkeiten gelang es einem bedeutenden Teil der russischen Juden, ihre juedische Identi taet zu bewahren, trotzdem es keine juedischen Schulen, kaum literarische Neuerscheinungen, kaum ein kulturelles juedisches Leben und nur eine Zeitschrift in jiddischer Sprache gibt. Schweigen senkte sich ueber eine der groessten juedischen Gemeinschaften der Welt, und noch im Jahre 1959 erklaerten sich nur zweieinviertel Millionen als Juden, waehrend Kenner der Verhaeltnisse die wirkliche Zahl der Juden in der Sowjetunion bedeutend hoeher schaetzen. Viele fuerch teten sich, ihre Zugehoerigkeit zu der in der Sowjetunion of fiziell anerkannten juedischen Nationalitaet zu bekennen. Doch dann geschah eines der. WUNDER DIESES JAHRHUNDERTS, wie Professor Dr. Jean Halpé rin in seinem Vortrag ueber “Die Situation der Juden in Russland” im Israelitischen Gemeindehaus in Basel erklaerte. Ein grosser Teil der juedischen Jugend Sowjetrusslands wurde sich ihres Judentums bewusst und kehrte zum Volk ihrer Vaeter zurueck. Viele dieser Jugendlichen haben keinerlei juedische Erzie hung genossen, wohl weil ihre Eltern sie vor dem juedischen Schicksal bewahren wollten. Viele koennen nicht hebraeisch lesen und haben keine Ahnung von der Geschichte ihres Volkes. Dennoch hat sich die erstaunliche und wunderbar anmutende Situation ergeben •. sie fuehlen sich als Juden und wollen — trotz der Gefahren, die dies fuer sie bedeutet — als Juden leben. Zwei Phaenomene koennen diese Wandlung erklaeren: 1 Die Gruendung des Staates Israel, 2. der Judenhass in der Bevoelkerung, in der Regierung und bei den Amtsstellen. Den letzten Anstoss wohl gab der Junikrieg von 1967, dass in die schweigende, aengstliche Masse ein juedisches Selbstbewusstsein zurueckgekehrt ist. Aus den “Juden des Schweigens”, wie sie Elie Wiesel nach zwei Reisen in die Sowjetunion bezeichnet hatte, sind die “Juden des Muts und des Heldentums” geworden, denn es braucht Mut, um heute in Russland zum Judentum zu stehen. Zahlreich sind heute jene, die sich nicht scheuen, mit voldem Namen an die russischen Machthaber, an U Thant, den Generalsekretaer der Vereinten Nationen, an der Europarat und an die Menschenrechtskommission der UNO zu appellieren, um ihre Ausreise zu erwirken. Sie wissen, dass solche Interventionen gefaehrlich sind — fuer sie und ihre Angehoerigen. Sie wissen, dass ein Gesuch um Ausreise sie ihren Arbeitsplatz kosten kann. Viele Akademiker geben ihren Beruf auf und betaetigen sich als gewoehnliche Arbeiter, weil sie hoffen, auf diese Weise die Ausreisegenehmigung leichter zu erhalten. DAS RUSSISCHE JUDENTUM BEDROHT Ernst und Verantwortung sind geboten, wenn wir das tragische Schicksal der russischen Judenheit betrachten. Tagelang koennte ueber das Schicksal der russischen Juden gesprochen werden, sagte Professor Halpérin, der die Sowjetunion selber besucht hat. Die wenigen Tatsachen unter vielen, die er berichtete, wirkten erschuetternd. Vielleicht noch erschuetternder aber ist das Bewusstsein, dass wohl Hundertausende von Juden in Russland leben, die Angst haben zu ihrem Judentum zu stehen. Doch wie ein Hoffnungsschimmer wirkt die Schilderung jener Jugendlichen, die sich zu Zehntausenden in der Simchttora-Nacht um die Synagogen der grossen Staedte herum versammein 'und hebraeische Lieder und traditionelle Nigunim singend ihr Judentum offen bekennen. Hier aeussert sich wirkliche tiefe Kawana, in dieser Nacht, da die jungen Juden ' ihre Angst ablegen. Und wie ein Wunder mutet es an, wenn man erfaehrt, dass Jugendliche in Tiflis sich auf irgendeine Weise hebraeische Lehrbuecher verschaffen, um die Sprache ihres Volkes zu erlernen. Es ist auch kaum bekannt, dass es noch heute 6000 Chassidim in Russland gibt. Wir muessen immer wieder darauf hinweisen, wie Menschenrechte mit Fuessen getre ten werden, wie unter dem Vorwand des Antizionismus grausamer Antisemit i s m u s praktiziert wird. Es ist noetig, dass die Menschen in der freien Welt ueber diese Verhaeltnisse aufgeklaert werden. Es ist noetig, dass uns das Schicksal unserer russischen Brueder und Schwe stern staendig gegenwaertig ist, und das wir bereit sind, fuer ihre Rettung zu tun, was in unserer Macht steht. Vorlaeufig aber muessen wir fuer die russischen Juden beten. Sie brauchen unser Gebet. "Semanario Israelita Buenos Aires GEGEN OIE FALSCHEN FRIEDENSPROPHETEN Auch in Israel bemuehen sich einige Intellektuelle, die israelische Oeffentlichkeit zu ueberzeugen, dass das Land den ersehnten Frieden erhalten wird, wenn die Regierung sich bereit erklaert, aus den besetzten Gebieten die Trup pen zurueckzuziehen. Der Pro-Rektor der Univer sitaet Haifa. Prof. Benjamin Akzin, setzte sich kuerzlich in einer Artikelserie mit diesen gefaehrlichen Tendenzen, die Realitaeten verkennen, auseinander. Prof. Akzin nennt die Zweifel, die in den letzten Wochen von hiesigen “Intellektuellen” an der prinzipiellen Berechtigung des israelischen Standpunktes geaeussert wurden, eine gefaehr liehe “dritte Front”. Auch wenn die Zweifler aus erhlicher Ueberzeugung handeln moegen, stellt ihr Vorgehen fuer den Staat doch eine echte Gefahr dar. Die Verbreitung von Ansichten, als ob die Regierung nicht wirklich Frieden schliessen wollte, die Schilderung Israels als “Angreifer” im Jual 1967, die Anzweiflung unseres moralischen Rechtes auf dieses Land stellen eine Propaganda “fuer die Kapitulation vor unseren Feinden” dar. Aber, so fuegt Prof. Akzin hinzu, die Folge einer Kapitulation waere nicht ein Friedensschluss wie der von Brest-Litowsk in 1917 oder die Niederlage Frankreichs in 1940, sondern ein neues Auschwitz 1 Es wirke viel aerger auf die Moral im Lande, wenn obige anti-israelische Propaganda von Israelis im Lande verbreitet wird — aus Naivi taet, infolge persoenlicher Komplexe, oder weil sie sich mit auslaendischen “Intellektuellen” identifizieren — als wenn dasselbe sogar von einem Israeli im Rundfunk von Damaskus gesagt wird! Was aber die Meinungs-und Rede freiheit betrifft, so zitiert Prof. Akzin den grossen amerikanischen Richter Holmes: “Das Prinzip der Redefreiheit erlaubt es einem Menschen noch nicht, in einem voll gefuellten Theatersaal — Feuer zu schreien!” "Semanario Israelita" Buenos Aires WIEN IIEFERT NS-VERBRECHER AUS Informationen aus Wien zu- Van Dooren wurde 1947 in folge hat die oesterreichische Belgien in Abwesenheit zum Regierung eingewilligt, den Tode verurteilt. Bis 1968 konn belgischen NS-Verbrecher Jute er unerkannt in Oesterreich lien van Dooren auszuliefern, leben. PIPELINE BLEIBT BLOCKIERT Das Angebot der Trans-Ara bian Pipeline Company (TAP- Line) auf Zahlung von fuenf Millionen Dollar fuer die Wiedereroeffnung der Rchrlei tung von Saudiarabien zum syrischen Hafen Sidon hat kuerzlich nach Informationen des Middle East Economic Survey, Beirut, die syrische Regierung abgelehnt. Die ge sperrte Oelleitung mit einer Kapazitaet von rund 25 Mil lionen Tonnen pro Jahr bleibt somit geschlossen. BUNDESREPUBLIK GEWAEHRT ISRAEL WIRTSCHAFTSHILFE Die Bundesrep u b 1 i k gewaehrt Israel fuer das Jahr 1970 eine Wirtschaftshilfe von 140 Millionen Mark. Wie. das Bonner Auswaertige Amt auf Anfrage mitteilte, sind entsprechende Verhandlu n g e n mit dieser Vereinbarung abgeschlossen worden. Die Wirt schaftshilfe ist fuer Projekte auf den Gebieten des Woh nungsbaues, des Telefonbaues, des Ausbaues des Flughafens Lydda und die israelische Entwicklungsbank bestimmt. Ein Sprecher des Auswaerti gen Amtes in Bonn dementierte nachdruecklich die laut Presseberichten vom t jordanischen Aussenminister Anton Atallah geaeusserte Meinung, dass ein Teil der deutschen Wirtschaftshilfe fuer Israel fuer militaerische Zwecke bestimmt sei. Die Projekte, fuer die der Kredit verwendet wird, seien in den Verhandlungen mit der israelischen Regierungen genau festgelegt ■worden. Es seien ausschliesslich zivile Projekte des Wohnungsbaus, des Telefonwesens, des Ausbaus des Flughafens Lydda und der israelischen Entwicklungsbank. 7T“*T mim- Í! "Schau doch nichl immer auf die Seile. ..!" Departamento en Viña A dos cuadras playa Acapulco, 2 dormitorios, 5 camas, teléfono, menaje completo y refrigerador Se arrienda para Enero E° 3.800.— todo incluido Fono 490698 de 20 a 22 horas ANZEIGEN-ANNAHME Fuer das Gemeindeblatt ab 15. Dez. 1970 ausschliesslich im Gemeindebuero i Av. Portugal sio, Tel. 398101