Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXII (1970)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1970)
- Date
- 1970-12-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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DICIEMBRE 1970 BOLETIN INFORMATIVO 11 ALLER WELT AUS DAENEMARK Forldausr der juedischen Einwanderung aus Polen Noch immer langen allmo natlich etwa zwanzig Juden aus Polen in Daenemark ein, das bisher seit dem Jahre 1968 ueber 1500 polnischen Juden Asyl gewaehrt hat. Die Regierung hat ein fuer 120 Familien oder auch Einzelpersonen bestimmtes Wohngebaeude fuer die Aufnahme der Fluechtlinge zur Verfuegung gestellt, und die juedische Gemeinde von Kopenhagen hat fuer sie einen Klub errichtet. "Deutschland uebsr alles" statt der Hatikwa... Infolge eines technischen Versehens wurde bei einem in Kopenhagen abgehaltenen internationalen Schwimmwettbewerb zu Ehren des israelischen Teams anstelle der Hatikwa die deutsche Nationalhymme gespielt. Der Zwischenfall verursachte zwar eine gewisse Verlegenheit, doch kam es zu keiner Stoerung. Im Laufe der Nacht vor der Veranstaltung wurden die Waende des Schwimmbades mit antisemitischen Losungen beschmiert, die nicht mehr rechtzeitig vor dem Auftreten der israelischen Mannschaft beseitigt werden konnten. POLEN Der Gettoaufstand von Bialystok im Jahre 1943 ist Gegenstand eines neuen Bandes in der Serie “Seiten der juedischen Geschichte”, die vom Juedisch-Historischen Institut in Warschau herausgegeben wird. Vor dem Krieg hatten 200.000 Juden in der Region von Bialystok gelebt, von denen heute nur noch wenige am Leben sind. Doch haben sich die juedischen Bewohner nicht widerstandslos der Ausrottung ergeben. Die Revolte im Getto dauerte vom 16. bis zum 30. August 1943, bis alle Hilfsmittel und die Munition ausgegangen waren. Nach dem Krieg kamen nur etwa 300 Juden zurueck, aus Partisaneneinheiten oder aus der Sowjetunion. 60.000 Juden, die kaempfend ihr Leben Hessen oder auf der Stelle umgebracht wurden, sind in Bialystok bei- FRANZ «FELS UTEMUE SENDUNG Am 10. September 1945 haette Franz Werfel das 55. Lebensjahr vollenden koennen, doch wenige Tage zuvor wurde der Dichter nach laengerem Leiden dahingerafft; in Los Angeles hat er seine letzte Ruhestaette gefunden. Die fast 5 Jahre spaeter dahingegangene Lebensgefaehrtin Werfels, Anna Mahler — Werfel, hat in ihren Memoiren das Bild dieses ihres dritten Gatten gezeichnet, und, mag der Mensch Werfel in mancher Hinsicht nicht ganz unumstritten sein, so geht er doch als ein Grosser im Reiche der Dichtung, als ein schoepferischer Geist im Gestalten des Menschlichen, in die Literaturgeschichte ein. Werfel war Lyriker, Erzaehler und Dramatiker; in seinen Schriften setzte er sich sowohl fuer unterdrueckte Voelker als auch fuer das leidende, geouaelte Individuum ein. Sein erstes epochemachendes Buch, sein “Abituriententag” mit dem Untertitel: “Geschichte einer Jugendsuende”, erschien im Jahre 1928, nachdem z-wei Jahre zuvor der Roman: “Nicht der Moerder, der Ermordete ist schuldig” herausgekommen war und erhebliches Aufsehen erweckt hatte. In diesem Werke hatte der Autor versucht, einen “Vater- Sohn-Konflikt” deutlich werden zu lassen, das “Mysterium der Einheit und des Blutes”. Dann brachten die folgenden Jahre einige ganz grosse Dichtungen: Das Schauspiel: “Paulus unter den Juden”, angeregt durch eine Palaestinareise, den fesselnden, “Verdi”-Roman, die Meister-Erzaehlung: “Die Geschwister von Neapel” und das sehr buehnenwirksame Drama: “Juarez und Maximilian”, nach welchem spaeter der Paul Muni-Film geschaffen worden ist. Im Jahre 1933 veroeffentlichte Werfel sein aufwühlendstes Buch ueber die schaendliche Ausrottung des armenischen Volkes durch das jungtuerkische Regime waehrend des ersten Weltkrieges; er setzte jener heldenhaften Gruppe von 5000 Armeniern, die auf einem schwierig zu erklimmenden Berggipfel Zuflucht gefunden hatte, in dem Franz Werfel Roman: “Die vierzig Tage des Musa Dagh” ein unvergaengliches Denkmal. Werfel schrieb dieses Buch in den letzten Tagen vor der Macht - uebernahme durch die Nazis, und juedische wie politische Fluechtlinge, die das Buch in der Emigration kennenlernten, hatten den Eindruck, dass der Dichter am traurigen Armenierschicksal zugleich die juedische wie die allgemeinmenschliche Tragoedie, die angebrochen war, gestalten wollte. Zwischen den Verzweifelten jenes Ueberrestes auf dem Berggipfel und dem freilich damals noch nicht verausgeahnten Warschauer Ghettoaufstand laesst sich unschwer ein Vergleich ziehen. Nicht lange danach erschien das biblische Spiel: “Der Weg der Verheissung”, eine Bilderfolge biblischer Motive, die — nur angedeutet — an den im Bethause zusammengedraengten Juden vorueberziehen. Max Reinhardt f’.lehrte das Werk in New York mit grossem Aufwand auf, ohne den erhofften Erfolg zu erzielen. Dann schuf Werfel, noch vor Antritt des eigenen Weges ins Exil, den biblischen Roman: “Hoeret die Stimme”, und hier tritt die ueberragende, von Tragik umwitterte Gestalt des alttestamentarischen Propheten Jeremias in seinen eindrucksvollen Mahnreden vor das alte Volk Israel, um ihm das goettliche Strafgericht, den unabwendbaren Untergang, aber auch die Rettung eines ueberdauernden Ueberrestes zu kuenden. Religioese Themen beschaeftigten Werfel haeufig und als Jude, — wenn auch ohne traditionelle Bindungen — sympathisierte er in jener Leidensepoche besonders mit den “ewig-Besiegten, den ewigen Siegern”, wie es am Ende des Jeremias-Romans heisst. Spaeter, in: “Barbara oder die Froemmigkeit”, im “Verun treuten Himmel”,, in der “blassbla u e n Frauenschrift” suchte der Dichter schlichte, religioese Stimmungen, einfache Symbole, Gemeinsames fuer alle Menschen. Dann vollzieht sich der Uebergang zur katholischen Betrachtungsweise, die zur Dichtung: “Das Lied der Bernadette” fuehrt. Es ist dies die Erzaehlung von “Bernadet Soubirous”, die das beruehmte Mirakel vor etwa hundert Jahren erlebte und im Jahre 1933 von der Kirche heiliggesprochen worden war. Werfel, in angstvollen Wochen, auf der Flucht vor den Deutschen, hatte in seinem Versteck von den seltsamen Heilungen von Lourdes fahren und gelobt, im Falle von gluecklicher Errettung aus schwerster Gefahr, in der kuenftigen Frei heit das “Lied der kleinen Heiligen” zu singen. Er hat sein Geluebde gehalten und jenes Buch geschrieben, das mehr symbolisch als religioes zu betrachten ist und sich an die ueberlieferte Erzaehlung haelt. Doch trotz dieser Hinwendung zu christlichen Glaubensvorstellungen gab Werfel seine Zugehoerigkeit zum Judentum niemals auf und sah Christentum und Judentum schicksalhaft miteinander verbunden. "Die Gemeinde Christi ruht auf Israel, und ich bin ueberzeugl, dass, solange die Kirche bestehen wird, auch Israel besteht, dass aber die Kirche fallen muss, sobald Israel faellt". So dachte Werfel, der als Jude starb. Nach der “Bernadette”, dieser zarten Dichtung, folgte die Tragikomoe d i e “Jacobowski und der Oberst”, die auch ein grosser Filmerfolg wurde. Denkt man heute an Franz Werfel, so verbindet man damit die Erinnerung an einen grossen schoepferischen Menschen und Juden. CURT WILK gesetzt. 140.000 wurden zwischen 1941 und 1944 in die Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Beate Klarsfeld demonstriert in Warschau Die 31jaehrige Deutsche, die seinerzeit durch die dem damaligen Bundeskanzler Kiesinger verabreichte Ohrfeige von sich reden machte, war mit einem Touristenvisum aus Berlin nach Warschau gereist. Hier schloss sie sich an einem belebten Platz mit Ketten an einen Baum an und verteilte waehrend einiger Stunden, bis sie von der Polizei abgefuehrt wurde, Flugblaetter gegen den in Polen praktizierten Antisemitismus. Inzwischen wurde sie bereits freigelassen und ausgewiesen. In Paris erklaerte Beate Klarsfeld, dass sie ihre Aktionen gegen den Antisemitismus in Polen und anderen osteuropaeischen Laendem weiterfuehren wolle. GRIECHENLAND Entfernung ansioessiger antiisraelischer Propaganda Vor dem aegyptischen Gesandtschaftsgebaeude in Athen wurden laengere Zeit Photographien von angeblich bei israelischen Bombenangrif f e n umgekomme nen Zivilpersonen, darunter Frauen und Kinder, zur Schau gestellt. Die griechischen Behoerden erklaerten Beschwerdefuehrern, sie koennten nicht bei der Botschaft zwecks Beseitigung der von vielen Passanten als aufreizend empfundenen Propaganda intervenieren. Trotzdem wurden die Photographien, offenbar mit Ruecksicht auf die starke negative Reaktion, entfernt. Statt dessen prangt an ihrer Stelle eine Grossaufnahme Moshe Dayans, mit einem Zitat, demzufolge er erklaert hat, Israel werde entgegen der Entschliessung der Uno vom Jahre 1967 die besetzten Gebiete niemals aufgeben. SOWJETUNION Amnesty International verwendet sich fuer russische Juden Amnesty International, die Organisation zur Befreiung politischer Haeftlinge, will eine Kampagne starten zugunsten von drei Juden, die wegen ihrer Sympathie fuer Israel eingekerkert sind. Einer von ihnen, ein Ingenieur, war 1967 durch ein Moskauer Gericht wegen “Spionage” fuer Israel verurteilt worden. Dis anderen, ein Radioingenieur aus Kiew und eine junge Frau aus der Ukraine, wurden wegen Verleumdung des Staates abgeurteilt, als sie sich gegen die russischen Angriffe auf Israel als eines Aggressors wandten. Ausreisegesuche nach Israel wurden abgelehnt. Amnesty International wird bei sowjetischen Stellen intervenieren und den Westen auf diese Faelle aufmerksam machen. Die Organisation will auch in Leningrad vorstellig werden und sich fuer die einer angeblichen Flugzeugentfuehr u n g bezichtigten Juden einsetzen. Bruce Laird, der Vorsteher der europaeischen Sektion, erklaerte, dass man sich auch Juer diejenigen Juden verwenden werde, die in der Folge ihres Gesuches um Ausreise nach Israel inhaftiert wurden. S.I.T. DECA LTDA. Tiene el agrado de participar a su distinguida clientela la INADGIIRACION DE SUS NUEVAS BODEGAS CALLE DOLORES 903 CARDE - MUEBLES B0DEGAJES EN GENERAL BOVEDA DE SEGURIDAD SE RECIBE A CORTO Y LARGO PLAZO ‘UECA-PACK” - “DECA - TOURS” Santiago Agustinas 1049 . Tel. 82662/3 Casilla 2932 Valparaíso Prat 725 Of. 205 Tel. 57149 Casilla 220-V