Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXII (1970)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1970)
- Date
- 1970-12-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 BOLETIN INFORMATIVO DICIEMBRE 1970 Wirtschaftssorgen in Israel: E STEUERN UND PREISE BEI EXPORTOFFENSIVE von unserem Korrespondenten in Israel J. E. PALMON Das Thema der Steuern und Preise verschwindet nicht aus der israelischen Presse und aus der oeffentlichen Diskussion. Die Hinaufsetzung aller indirekten Steuern und die Erhebung einer Importabgabe von 20% musste sofort eine Preissteigerung zur Folge haben. Ueber das Ausmass der Preiserhoehungen gingen jedoch die Meinungen weit auseinander. Unmittelbar nach den ersten Preissteigerungen melde t e n sich Kreise der Gewerkschaften (Histadrut) zu Worte, die Einfuehrung einer allgemeinen Preiskontrolle empfahlen. Der Berater des Finanzministers Sapir, Mosche Sandberg, heute wirtschaftlich wohl der einflussreichste Mann in Israel, widersetzte sich jedoch einer Preiskontrolle und einem dirigierten System; Sandberg ist an sich Anhaenger wirtschaftlicher Liberalisier u n g und sieht die letztens ergriffenen Schritte nur als Notmassnahme fuer eine Uebergangszeit an. In dieser Uebergangszeit werden von der Regierung Richtpreise fuer die wichtigsten Artikel veroeffentlicht. Ausserdem tagen regelmaessig zwei Preiskommissionen, denen Fabriken und Dienstleistungs - Unternehmungen ihre Preisforderungen vorzulegen haben. Die eine Kommis- - sion beschaeftigt sich mit der Industrie und allgemein mit dem Produktionssektor, waehrend die zweite fuer den Han del und die Dienstleistungsgebiete zustaendig ist. In einer Reihe von Faellen hat die Preiskommission beantra g t e Preiserhoehungen abgelehnt, in anderen hat sie viel geringere bewilligt. Grosses Aufsehen hatte eine Bisquit-Fabrik erregt, die unmittelbar nach Verhaengung der neuen Steuern und Zoelle die Preise um 18% herauf gesetzt hatte. Das Verhalten dieser Firma war mit der letzte Anstoss zu einer grossen Protestwelle der Gewerkschaft gewesen, die mit vorzeitigen Lohnforderungen gedroht hatte. Inzwischen nahm man die Bisquit-Fabrik ins Gebet, sie erschien mit Kalkulationen vor der Preiskommission, und am Ende wurden ihr 4% Preiserhoehung bewilligt. SANFTER DRUCK Wohl gewerkt: Die Beschluesse der Preiskommission sind nicht gesetzlich verpflichtend, da es ja keine allgemeine staatliche Preiskontrolle gibt. Aber die Kommission hat doch eine Reihe von Druckmitteln, mit deren Hilfe sie ihren Willen durchsetzen kann. Staat und Gemeinden haben alle ihre Dienststellen angewiesen, nicht bei Firmen zu kaufen, die die Bescliluesse der Preiskommission nicht befolgen. Eine Reihe anderer Institutionen hat sich angeschlossen. Da die oeffentliche Hand als Auftraggeber und Kaeufer eine sehr wichtige Rolle spielt, ist es fuer Firmen nicht angebracht, sich den Wuenschen der Preiskommission zu widersetzen. “Preistreiber” kommen auf ein schwarze Liste, und der Berater des Finanzministeriums Sandberg selbst sagte, es ‘‘sei keinem zu raten, auf diese Liste zu kommen”. Mit Hilfe dieser Massnahmen hofft das Finanzministerium die Preisbewegung in den Griff zu bekommen. Insgesamt duerften die Preise als Folge der Einfuehrung der letzten Steuern und Zoelle um etwa 6% steigen. Andere Quellen rechnen mit wenigstens acht Prozent, aber das Finanzministerium rechnet im Endergebnis mit nicht mehr als 5 bis 6%. Im Moment fuehlt die Bevoelkerung die Preiswelle viel staerker: viele wichtige Lebensmittel haben sich um 15% verteuert, die Fahrpreise in den Autobussen sind entsprechend gestiegen — also gerade die Artikel des faeglichen Bedarfs haben sich betraechtlich verteuert. Daneben gibt es jedoch viele Waren, die nur um ganz wenige Prozent gestiegen sind. Sie fuehren dann im Endergebnis nur eine Steigerung von 5 bis 6% herbei. Es wird jedoch einige Zeit dauern, bis dieses Durchschnittsergebnis sich auch psychologisch auf den Buerger Israels auswirken wird. Die Regierung rechnet damit, dass wegen des Rueckganges der Kaufkraft der Bevoelkerung in vielen Branchen der Absatz fallen wird, was auf die Preise druecken wird. Schon heute sind Elektroartikel, langlebige Verbrauchsgueter und Textilien von der neuen Entwicklung betroffen. Bei ihnen wird zum Teil mit Verlust verkauft, und dies traegt zum Apsgleich im Preisindex bei. Groesseren Umfang wird die Verlangsamung in der Wirtschaft und im Absatz erst spaeter haben, und der Wirtschaftsberater der Regierung Sandberg rech net sogar mit gewisser Arbeitslosigkeit in einigen Branchen. EXPORT — HEBUNG Die freiwerdenden Produktionskapazitaeten sollen dann der Ausfuhr zugute kommen, um endlich die Situation in der Handelsbilanz zu bessern. Fuer die ersten acht Monate des Jahres 1970 sah die Handelsbilanz immer noch recht traurig aus. Das Defizit belief sich auf 473 Millionen Dollar im Vergleich zu 358 Millionen Dillar in der gleichen Zeit des Vorjahres. Das Defizit war also um 32% gestiegen. Diese Entwicklung war vor allem Folge der Enttaeuschungen im Export. Dieser erhoehte sich in den ersten acht Monaten des Jahres 1970 nur um 3% (von 462 auf 475 Millionen Dollar). Die groessten Hoffnungen hatte man auf den Industrieexport gesetzt, waehrend klar war, dass wegen internationaler Schwierigkeiten die Zitrus— und die Diamantenausfuhr zurue ckgehen wuerden. Aber auch die Industriez w e i g e exportierten nicht so viel wie man erwartet hatte, und so erhoehte sich die Ausfuhr nur um 3% statt der erwarteten 11 bis 12%. Israel hat nunmehr eine Reihe von Schritten unternom men, um dem Export einen neuen Auftrieb zu geben: Zugleich mit der Einfuehrung der Impoi tabgabe von 20% wurden dis Steuer Rueckverguetungen und sonstige Vergünstigungen fuer Exporteure erheblich erhoeht. Verschiedene Zweige werden jetzt am Export 12 bis 13% mehr als vorher verdienen, und tatsaechlich macht sich schon verstaerktes Interesse fuer Ausfuhr-Geschaefte bemerkbar. Ferner wurden verschiedene grosse Werbe-Aktionen eingeleitet: in Deutschland fanden zwei Verkaufsausstellungen der Mode- Industrie statt, eine aehnliche Schau wird in New York organisiert. Daneben ist in Tel Aviv zum ersten Mal eine “Woche der Metallindustrie” vorgesehen, an der sich 70 Aussteller beteiligen. Im Fruehjahr 1971 wird nach aehnlichem Muster in Tel Aviv eine “Lebensmittel- Woche” veranstaltet werden, auf der die Lebensmittelindustrie ihre Leistungen und Neuerungen zeigen soll. Re gierung und Exportinstitut wollen dafuer sorgen, dass grosse Gruppen auslaendischer Einkaeufer zu diesen Veranstaltungen nach Israel kommen, und sie hoffen mittels dieser Ausstellungen neue Kaeufer gewinnen zu koennen. GROSSES CHANUKKA - FEST Dienstag, den 29. Dezember 1970, 20 Uhr 30, Portugal 810 WIR FEIERN CHANUKKA mit unseren Mitgliedern und Angehoerigen Programm: 1) Lichterzuenden, 2) Begruessungsworte des Praesidenten der B'ne Jisroel, Dr. Hans Reich. 3) Lieder und Taenze der Kinder des Kinderheimes "Bene Berith", 4) "Chanukka in der Juedischen Geschichte", Ansprache des Herrn Rab. Manfred Lubliner, 5) DON FRANCISCO UND SEINE FREUNDE, Vorfuehrungen mit Humor und Witz 6) Frohe Musik: Marcos Wisch spielt Harmonika. Eintritt frei Buffet gratis Wir laden Alle zu Gast Die Gemeinde B’ne Jisroel Wir bitten um Voranmeldungen bis zum 24. Dez. Tel. 398101 psm BÉ8