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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1970-12-01 · 12 (Diciembre, 1970) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXII (1970)
Issue
12 (Diciembre, 1970)
Date
1970-12-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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DICIEMBRE 1970 BOLETIN INFORMATIVO 9 Deutschsprachiger Teil des IN FOR MAT I VO Israel rolll die Palaeslinafrage neu auf: DREI PALAESTINAS WAEREN ZUVIEL von HERBERT FREEDEN, (Jerusalem) Der Waffenstillstand ist tot; es lebe der Waffenstillstand — so oder aehnlich interpretiert Israel die um weitere 90 Tage verlaengerte Feuerpause am Suezkanal. Waehrend die erste Waffenruhe von den Amerikanern im Rahmen des “Rogers-Planes” angeregt wurde, an ein Stillhalteabkommen gebunden, das von den Aegyptern gebrochen wurde, sieht die neue, von der Vollversammlung der Vereinten Nationen empfohlene Regelung ausdruecklich die Wiederaufnahme der Jarring-Gespraeche vor. Hier allerdings scheiden sich die Meinungen innerhalb des Israelischen Kabinetts: noch als Regierungschef Golda Meir den starren Standpunkt vertrat, Israels Teilnahme an den Gespraechen von einer Ruecknahme der russisch-aegyptischen Raketen abhaengig zu machen, schlugen Vize- Premier Yigal Allon und Sicherheitsminister Moshe Da yan bereits neue Toene an. Die Vertragsverletzungen der anderen Seite, so erklaerten sie, bezogen sich nur auf das erste, nicht mehr gueltige Abkommen, und die nunmehr in Kraft getretene Waffenruhe sei ein separater, voellig neuer Komplex, fuer den man eine andere Formel finden muesse. Zwei Faktoren duerften zu diesen Schluessen gefuehrt haben-der zu erwartende Druck auf Israel, mit dem Jarring- Gespraechen zu beginnen und mehr noch, die amerikanischen Lieferungen elektronischen Materials, das zum grossen Teil den Effekt der vorgeschobenen Raketenstellungen neutralisiert. Noch ein weiteres Moment kommt hinzu: die Kontrahenten haben sich gegenueber dem ersten Abkommen geaendert, wenn auch nicht formal, so doch praktisch — Nasser ist tot und Hussein weitgehend ausgeschaltet. Damit erhebt sich die Frage, war sind eigentlich die Partner in kuenftigen Verhandlungen? Die neuen aegyptischen Machthaber sind ihrer selbst und ihrer Position noch viel zu unsicher, als dass sie politische Entscheidungen, die notwendigerweise mit Kompromissen verbunden sind, treffen koennten. Undurchsichtiger ist die Lage in Jordanien. Seit dem Buergerkrieg herrscht dort eine unheimliche Ruhe, vielleicht die Ruhe vor dem Sturm. Das letzte Wort zwischen den Palaestinensem und dem Hashemitischen Koenigshaus ist noch nicht gefallen. Das letzte Wort in der palaestinensischen Frage ist auch in Israel nicht gesprochen, und gerade in juengster Zeit sind in fuehrenden Kreisen neue Gedanken darueber geaeussert worden. Waehrend noch vor kurzem Allons Plan einer palaestin ensischen Selbstverwaltung in den besetzten Gebieten als erster Schritt fuer ihre staatliche Selbstaendigkeit angese h e n wurde, ist man jetzt zur Ueberzeugung gelangt, dass drei Palaestinas zuviel waeren — Jordanien, ein palaestinensischer Pufferstaat und Israel, alle drei in einem Land gelegen, das bis zum Jahre 1922 Palaestina hiess. Damals kam es zur 1. Teilung, als Winston Churchill, seinerzeit Kolonialminister, im Osten des Landes das Emirat Transjordanien errichtete. Der Name war voellig willkuerlich, er haette es genau so gut Palaestina nennen Jioennen und den westlichen Teil Cisjordanien. 1948 wurde Westpalaestina aufgeteilt, zwischen den Israe lis, den Jordaniern, die das Westufer erhielten und den Aegyptern, die den Gazastrei fen besetzten. Aussenmmister Abba Eban stellte neulich NEUE ADRESSE PENSION GARTENHAUS Viña del Mar — 5 Norte 741 — Teléfono 883842 Eröffnung 1 Januar Beste Verplegung. Zimmer mit eigenem Bad Vorzüglicher Mittagstisch Koscher Aufmerksamme Bedinung. Vormmeldung: Santiago. Arturo Prat 578 Teléfono 397828 fest, dass Jordanien ein wesentliches Gebiet jenes Palaestinas einnehme, das 1917 in der Balfour-Deklaration den Juden als Nationalheim versprochen worden war. Darueber hinaus, so sagte er, be stehe die jordanische Bevoel kerung zur Haelfte aus Pa laestinensern, die in der Regierung wichtige Aemter bekleiden. Sollte es zum Frieden mit Israel kommen, fueg te Eban hinzu, so wuerden weite Strecken des Westufers wieder mit Jordanien vereint werden und damit haette die Majoritaet der Palaestinenser ihren eigenen Staat, den sie — um Missverstaendnisse zu vermeiden — statt Jordanien Palaestina nennen sollten. JORDANIEN FUER DIE PALESTINENSER Auch Golda Meir sieht die Loesung des Palaestinaproblems in einem eigenen Land der Palaestinenser. “Und sie haben eins: Jordanien”. Es bestehe kein Grund, sie daran zu hindern, aus Jordanien ihren Staat zu machen, mit oder ohne Hussein, mit jeder Regierungsform, die ihnen zusagt. Polizeiminister Shlomo Hillel, ein besonderer Kenner der arabischen Frage, kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die Geschicke der Araber in den von Israel verwalteten Gebieten von denen der Palaestinenser in Jordanien nicht getrennt werden koennen. Die Einwohner jener Gebiete betrachten sich, so meinte er, als integralen Teil der Bevoelkerung Jordaniens, mit der sie durch Freundschafts— und Familienbande verknuepft sind. Deshalb haben die Kreise um den Buergermeister von Hebron, Ali el-Jabari und seinen politischen Freund, den ehemaligen jordanischen Entwicklungsminister Massalem an Einfluss verloren: ihnen schwebte eine Art Autonomie der besetzten Gebiete vor, die spaeter einmal den Kern eines unabhaengigen palaestinensischen Staates bilden sollte -— genau so wie die jued:- sche Selbstverwaltung in der britischen Mandatszeit dem neugeborenen Staat Israel als Geruost eines kompletten .Staatsapparates gedient hatte. Waehrend bis vor einigen Monaten die Israelis in Koe nig Hussein einen Faktor der Stabilitaet und einen poten- ROBERT STOLZ WÜRDE 90 JAHRE ALT Robert Stolz Goethe sagte einmal: “Keine Gattung ist gering zu achten, sobald ein grosses Talent darin den Gipfel erreicht”. Robert Stolz, dessen 90. Geburtstag am 25. August gefeiert wurde, ist der letzte noch lebende Vertreter jener grossen Operettenepoche. Er erfreut sich in der ganzen Welt groesster Popularitaet als Dirigent wie als Repraesentant jener charmanten Wie ner Musik, die mit Johann Strauss begann. Er wurde als Sohn einer alteingesess e n e n oesterreichischen Patrizierfamilie in Graz geboran und studierte bei Robert Fuchs und Engelbert Humperdi n c k Komposition. Anschliessend war er erster Kapellmeister des “Theaters an der Wien”. Er dirigierte zahlreiche Weltpremieren beruehmter moderner und Neueinstudieru ngen klassischer Operetten. Mit den Symphonie - Orchestern fast aller Laender Europas und Amerikas trat er als “Botschafter der Wiener Musik”' auf. Waehrend der Nazi-Zeit glueckte es ihm, nach USA zu kommen, da er die Freiheit mehr liebte als seine Wiener Wohnung. Seine liebenswerte Persoenlichkeit gewann ihm auch dort die Herzen aller. Seine grossen Erfolge als Komponist: Ueber 50 abendfuellende Operetten, Musicals. Ballette, 10 Eisrevueen, und 98 Tonfilme, ferner 2000 Lieder, Konzertstuecke, Walzer und Maersche. Robert Stolz’s Werke sind bei saemtlichen Schallplattenmarken erschienen, viele vom Komponisten persoenlich dirigiert. Er leitete Fest— und Sylvesterauffuehrungen in der Wiener Staatsoper, er wurde Ehrenbuerger und erhielt den Professor — Titel in Wien, den amerikanischen “Oscar”, er ist Traeger des Grossen Goldenen Ehrenkreuzes fuer Verdienste um die Bundesrepublik. Die Wiener Symphoniker ueberreichten ihm den “Bruckner-Ring” als Ehrengabe, nach beruehmten Vorgaengern erhielt er den “Silbernen Taktstock” dediziert. In Graz heisst eine Strasse nach ihm. Man braucht seine “Evergreens”, die voller Wiener Waerme, Humor und Charme sind, nicht aufzuzaehlen, ein Jeder kennt sie. Moege er die Welt mit seinen heiteren Eingebungen noch lange Jahre erfreuen! JULIUS SACHS "LA VOZ SEMANAL" Montevideo tiellen Verhandlungspart ner sahen, haben sie ihn jetzt stillschweigend fallen gelassen und sehen sich nach neuen Verhandlungspartnern unter den Palaestinensem um, aber nur, wenn diese im Namen einer Regierung sprechen. Danach soll Amman die Hauptstadt des kuenftigen Palaestinastaates werden, wie Jerusalem die Hauptstadt Israels ist. Golda Meir hat immer wieder betont, sie sei bereit, mit jeder Regierung zu verhandeln, die in Amman an der Macht sei, auch mit einer Regierung Arafat. Allerdings haben die Guerillaverbaende .durch ihre Niederlage im jordanischen Buergerkrieg und ihren militaerisch wirkungslosen Terror gegen Israel viel an Prestige unter den Palaestinensem verloren. Wie weit Jerusalem und Washington in der Palaestina - frage uebereinstimmen, ist nicht klar. Auf der einen Seite deckt das State Department immer noch das Hussein-Regime, auf der anderen Seite erklaerte Botschafter Yost bei den Vereinten Nationen, dass nach einer Aufnahme der Jarring-Gespraeche “die legitimen Interessen und Aspirationen der Palaestinenser” in Rechnung gezogen werden muessten. AN UNSERE MITGLIEDER! Wir haben stets mit htolz hervorgehoben, dass in unserer Gemeinde, als der einzigen in Santiago, der letzte Liebesdienst an unseren Verstorbenen nicht von bezahlten Kraeften, sondern von ehrenamtlichen Mitarbeitern vorgenommen wird. Leider ist unsere Tahara-Kömmission, sowohl für Damen wie für Herren, aus den verschiedensten Gründen sehr zusammengeschrumpft. Wir richten daher an unsere Mitglieder die dringende Bitte, sich uns für diese heilige Aufgabe zur Verfügung zu stellen, damit wir auch in Zukunft, wie bisher, unsere heilige Pflicht gegenüber den Dahingeschiedenen erfüllen können. SCI B'ne Jisroel

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