Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXII (1970)
- Issue
- 7 (Julio, 1970)
- Date
- 1970-07-01
- Page
- Seite 22 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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22 BOLETIN INFORMATIVO JULIO 1970 ROLF HOCHHUTS Stellung zu Israel Vor kurzen ist vor dem Oberlandesgericht in Celle ein interessanter Prozess entschieden worden. Roll Hochhuth, der Verfasser des “Stellvertreter” hatte Eugene Ionescu wegen Verleumdung verklagt, weil Ionesco in seinem vor einigen Monaten erschienenen “Tagebuch” behauptet hatte, Rolf Hoehhuth und Peter Weiss haetten stillschweigend den “von nazistischen Wissenschaftlern und Technikern vorbereiteten Vernichtungskrieg Nassers gegen Israel gebilligt”. Nach dem Urteil des Oberlandesgerichts muss der Luchterhand-Verlag nun sämtliche Exemplare des “Tagebuchs” emsammeln und auf der betreffenden Seite folgende Erklaerung einkleben: “Hier ist Ionesco von einem unrichtigen Sachverhalt ausgegangen. Tatsaechlich hat Hochhuth das Vorgehen Nassers gegen Israel in der Presse scharf verurteilt. Die von Praeferenzabkommen Die Europaeische Wirtschafts-Gemeinschaft und Israel haben in Brüssel ein fünfjaehriges handelspolitisches Praeferenzabkommen ausgehandelt. Mit diesem Abkommen, das einen schrittweisen Zollabbau und andere Erleichterungen zwischen Israel und dem Gemeinsamen Markt vorsieht, kommt die EWG dem von Israel 1966 geaeusserten Wunsch nach einer Assoziierung entgegen. Das Abkommen kann vor Ablauf der fünf Jahre auf erweiterter Grundlage erneuert werden, wenn beide Ionesco gezogenen Schlussfolgerungen, Hoehhuth sei ein Nazi und billige stillschweigend das von nazistischen Wissenschaftlern und Technikern unterstützte Vorgehen Nassers, treffen daher nicht zu”. Tatsaechlich standen die Namen der beiden Autoren, Hoehhuth und Weiss, nicht unter einem Aufruf deutscher Schriftsteller zugunsten des Staates Israel. Hoehhuth bewies dem Gericht jedoch, dass er sich wiederholt für Israel leidenschaftlich eingesetzt habe und dass er schon auf Grund seines Alters — er ist 1931 geboren — kein Nazi sein könne. Ausserdem habe er als erster Autor der Welt Auschwitz auf die Byhne.gebracht und ebenso den Judenmörder Eichmann in seinem Drama charakterisiert, noch bevor der Prozess gegen ihn in Jerusalem stattfand. "M. B.", Tel - Aviv. der EWG mit Israel Partner es wünschen. Di? Verhandlungen mit Israel waren ursprünglich durcli Charles de Gaulle blockiert worden. Nach der Regierungsumbildung in Paris war die französische Delegation im Ministerrat mit den Israel-Verhandlungen unter der Voraussetzung einverstanden, dass die EWG auch mit den arabischen Nachbarlaendern Israels solche Verhandlungen aufnimmt. Libanon und Aegypten haben inzwischen erste Kontaktgespraeche mit der EWG-Kommission geführt. GOLDEN AGE Wir treffen uns wieder am 3.» August um 4 1/2 Uhr in Av. Portugal 810 mit Onee und erneuten Programm. NEUERSCHEINUNG Der Musikerfolg des Jahres 1970 WALTER BLUHM, am Fluegel begleitet von Herrmann Ludwig singt beruehmte Arien und Lieder der italienischen und deutschen Lyrik (Giordano, Schubert, Grieg) sowie israelische Lieder (Jerusalem de Oro, Shomer Israel) und den bekannten Jahreskadisch von Lewandowsky-Bluhm. Diese Schallplatte “ODEON”, Spieldauer 44 Minuten, ist ein wirkliches Kunstereignis und darf in keiner Plattensammlung fehlen. Die Platte ist im Gemieinde-Buero erhaeltlich. 700 Jahre lehrtenschulen zu schlichten versuchte, was ihm aber nicht gelang. Doch in seinem beruehmten Kommentar zur Thora, hat sich Nachmanides bemueht, die wissenschaftlichen Erkenntnisse beider Richtungen, der rein - philosophischen und der glaubens- und gefuehlsmaessigen, miteinander zu versoehnen. Sein erleuchteter Geist und sein edles Sprachgefuehl Hessen ihn das Wort der Schrift in seiner ganzen Tiefe erfassen. Jedem einzelnen Buche der Thora schickte er eine Inhaltsangabe voraus, damit der Leser niemals den Faden der Entwicklung aus dem Auge verliere. Gleich seinem grossen Geistesverwandten J e h u d a Halevy erfuellte auch Nachmanides eine gluehende Sehnsucht nach dem Heiligen Lande, Erez Jisrael. Dort suchte er auch Ruhe fuer seinen fluechtigen Fuss, als er, infolge der Religionsdisputationen in Teilen Spaniens keine Bleibe mehr finden konnte. Seit der grossen Pariser Talmudverbrennung (1248) hatte der Orden der Dominikaner einen Vorstoss unternommen, in dessen Verlauf oeffentliehe Religionsdebatten stattfinden sollten. Hierzu liess Koemg Jacob I. von Aragonien eine offizielle Einladung an die iuedische Gemeinschaft ergehen, die durch Nachmanides, als dem “groessten Talmudgelehrten unserer Zeit” vertreten wurde. Unser RAMBAN erhielt hierzu absolute Redefreiheit sowie freies Geleit und hat tatsaechlich mit dem (aus dem Judentum stammenden) fanatischen und bekehrungswuetigen Ordensbruder Paulus Christiani ein 5 Tage wachsendes Streitgespraech vor aller Oeffentlichkeit gehabt. Ohne Furcht wagte es Nachma- ELISA at«U groaute Auswahl ln UNIFORMEN fuer Damen und Herren sowie elegante Damen-Unterwaesehe San Antenio 65 (zwischen Alameda und Keneda) Fono U1M0 nach dem. nides, zu sagen, was Judentum und Christentum zutiefst von einander scheide. Der weise Jude widerlegte die Dogmen des Christentums Punkt fuer Punkt als unvereinbar mit dem reinen juedischen Gottesglauben, und der Koenig bemerkte danach, “noch nie habe er einer so geistreichen Verteidigung einer ungerechten Sache” beigewohnt. Doch der gelehrte Jude zog es vor, das Land Spanien zu verlassen, um nicht moeglicherweise in die Haende der Inquisition zu fallen. 1267 zog er in das ver oedete Palaestina und beschloss drei Jahre spaeter sein Leben. In einem Briefe von dort nennt er Erez Israel ein “gesegnetes Land”. Er hatte in Jerusalem nur einen . . (Schluss von Seite 19) einzigen Juden angetroffen, der kuemmerlich sein Brot verdiente. Doch den Anstrengungen des Ramban gelang es, in einer allmaehlich wieder anwachsenden Gemeinde Kultur und Kenntnisse zu verbreiten. Er regte zum Bau einer Synagoge an und begründete ein Lehrhaus, zu dem Schueler aus dem fernen Babylon kamen. In Akko starb der weltberuehmte Weise und fand, nach der Ueberlieferung, auf dem Oelber ge bei Jeruschalajim die letzte Ruhestaette. 700 Jahre nach seinem Tode gedenkt das juedische Volk in aller Welt eines der erhabensten Geister seiner Geschichte in Dankbarkeit und Verehrung. Curt Wilk W. I. Z. 0. Liebe Chaveroth! Welch grossen Zuspruch der Wizotee, diesmal als Einladung der Wizo fuer ihre bewaehrten Mitarbeiter veranstaltet, gefunden hat, wisst Ihr wohl Alle. Auch den Zweck der feierlichen Eroeffnung der “Aktion Mutter und Kind” kennt Ihr. Ebenso sicher seid Ihr informiert, dass am 19. August in den Raeumen des Hotel Carrera, eine Kinder-und Jugend-Modeschau stattfindet, zu welcher die Gruppe Emuna herzlichst einlaedt. Das heisst, sie laedt, ein, Karten zu kaufen, welche bei allen Gruppenleiterinnen zum Preis von E° 40 inklusive Tee, zu haben sind. Wie bereits im letzten Gemeindeblatt mitgeteilt, veranstaltet die Wizo verbilligte Reisen nach Israel. Um an diesen Reisen teilzunehmen, setzt man sich am besten mit Frau Rosi Rubens, Tel 43688 ins Einvernehmen . K. S. BESUCH DES BOTSCHAFTERS DER BUNDESREPUBLIK Kurz nach der Ueberreichung seines Beglau bigungsschreibens hat der neue Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Herr Dr. Horst Osterholt, dem Praesidenten del SCI B’ne Jisroel, Dr. Hans Reich, am 30. Juni d.J. einen Besuch abgestattet. Der Herr Botschafter besichtigte die Synagoge, die Sitzungs— und Bueroraeume der Gemeinde und erkundigte sich eingehend nach der Struktur und dem Aufgabenkreis der B’ne Jisroel. Der Besuch, der einer von allen deutschen Botschaftern bisher aufrecht erhaltenen Gepflogenheit entsprach und fast eine Stunde dauerte, war der Ausdruck der freundschaftlichen Beziehungen, die die Bundesrepublik sowohl mit dem Staat Israel als auch mit unserer Gemeinde unterhaelt. Achtung: KULTUR-VERANSTALTUNG in deutscher Sprache: Donnerstag, den 13. August 1970, 21 Uhr spricht im Saal des Gemeindehauses, Av. Portugal 810, der bekannte evangelische Theologe Herr HEINZ FLUEGEL über das Thema: “ISRAEL UND DER FRIEDE IR DER WELI” Eintritt frei Gaesie willkommen