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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1970-07-01 · 7 (Julio, 1970) · p. Seite 21

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXII (1970)
Issue
7 (Julio, 1970)
Date
1970-07-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
Language
German
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JULIO 1970 BOLETIN INFORMATIVO 21 NIXON: Das Volk und die Probleme Der Praesident im ELlf enbeinturm — . Von Kurl R. Grossmann Letzte Woche wurde vom Arbeitsministerium offiziell bekannt gegeben, dass der sonst guenstige Konjunkturmonat Mai eine Erhoehung der Arbeitslosigkeit gebracht hat und diese seit 1965 mit 5 Prozent gleich 4,2 Mill. Arbeitslosen einen neuen Rekord darstellt. Zwar haben die Wirtschaftsexperten eine Steigerung der Arbeitslosigkeit in der Bekaempfung der Inflation des Dollars vorausgesagt, aber nur die Arbeitslosigkeit trat ein, waehrend die Inflation weitergeht. Obwohl die aus ihrer Stellung entlassenen zum grossen Teil weisse Handwerker sind, scheint das die Volkstuemlichkeit Nixons trotz der inneren und aeusseren Krisen nicht gemindert zu haben. Das beruehmte Gallup-Forschungsinstitut hat vom 22. bis 25. Mai in 300 Orten der USA 1509 erwachsene Amerikaner gefragt, ob sie mit Nixon als Praesidenten und seiner Amtsfuehrung zufrieden seien. 59% sagten Ja, nur 29% Nein und 12% hatten keine Meinung. Die groesste Popularitaet hatte der republikanische Praesident im Sueden des Landes (3:1) und am wenigsten populaer war er bei den Negern. Obwohl diese “Statistik” zeigt, dass Nixon seit April um 3% populaerer geworden ist, ist die Umfrage nicht spezifisch genug, um die wahre Reaktion des amerikanischen Volkes zu Nixons Amtsfuehrung in der Aussen- und Innenpolitik zu geben. Nicht seit gestern wird die Frage heiss diskutiert, ob der Praesident der Vereinigten Staaten sich nicht “in einem Elfenbeinturm” befinde, isoliert vom Volke, mit zu geringem Kontakt zu seinen Wehen und Schmerzen, Aspirationen und Wuenschen. Diese Problematik ist juengst in einem viel diskutierten Buch von George Ready (einst Pressesekretaer von Lyndon B. Johnson), betitelt “Im Zwielicht der Praesidentschaft”, aufgeworfen worden. Ready schreibt aufgrund seiner Erfahrungen im Weissen Haus, dass “vom Standpunkt des Praesidenten das groesste Problem seines Stabes die Aufrechterhaltung seines Kontaktes mit der Realitaet der Welt ausserhalb der Mauern des Weissen Hauses ist. Nur wenigen ist dies gelungen. Sie beginnen mit ihrer Verwaltung gleich nach den politischen Kaempfen, die die Tendenz haben, Menschen eng mit den tatsaechlichen Vorgaengen zu verbinden, aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Assistenten im Weissen Haus sich zusammenschliessen wie eine praetorianische Leibwache.” ISOLIERT VON DER PALASTGARDE Die Inmensitaet der Position des Praesidenten, die Vielfalt der Probleme, die Arbeitsbuerde, seine physischen Moeglichkeiten sind die logischen Faktoren, die diesen Posten zu einem gewisssen Grade isolieren muessen. Auf der anderen Seite jedoch versucht die Palastgarde des Praesidengegen die schwankende Nixonten, ihm moeglichst nur Popolitik in dieser Beziehung sitives zu berichten. Nixon gestellt; ausserdem sind die erhaelt zwar eine taegliche meisten gegen die Invasion Presseuebersicht von 30 Seivon Kambodscha und dafuer, ten, in der Leitartikel pro dass dem Kriege in Vietnam und contra enthalten sein ein schnelles Ende gemacht sollen, aber Patrick Buchanan, werde. Finch hatte nach inder diese Zusammenstellung nen und aussen unzaehlige liefert, soll immer die positi- Schwierigkeiten, denn wann ven Aeusserungen gegenueber immer er liberale Maenner ins den negativen ueberwiegen Ministerium berufen wollte, lassen. Der Mann im Weissen intervenierte das Weisse Haus. Haus wird “einsam”, denn Sein Nachfolger ist Eliiot L. alle seine Kontakte sind von Richardson, bisheriger Staatsder Palastgarde, den “Deutsekretaer im Auswaertigen sehen”, abhaengig, die nicht Amt, dem man eine liberale nur entscheiden, wen Nixon Vergangenheit nachsagt. (Alles sieht, sondern wann und wie kommt darauf an, ob die lange und von denen immer Nixon-Verwaltung wirklich einer bei allen Unterredungen entschlossen ist, trotz des anwesend ist. Wahlsieges von George Richard Nixon mit "de facto Aussenminister" Henry Kissinger. Es sind drei Maenner, auf die sich Nixon im Weissen Haus verlaesst: Harry R. Haldeman, 43, den sich Nixon aus Los Angeles, wo er ihn kennenlernte, geholt hat. H. ist der Mann, der zusammen mit John Ehrlichman, 45, alle Schriftstuecke, Unterredungswuensche usw. prueft, ehe sie den Praesidenten erreichen. Der dritte wichtige Mann, auf dem Gebiete der Aussenpolitik, der “de facto Aussenminister”, ist Henry Kissinger, der Nixon taeglich spricht und, wie Justizminister John Mitchell, dank spezieller Telefonleitungen direkten Zugang zum Praesidenten hat. Haldeman und Ehrlichman, wie auch Kissinger, kommen aus Deutschland, und obwohl Kissingers Eltern als juedische Fluechtlinge sich ins Land retteten, werden die drei Nixon-Vertraute “die Deutschen” genannt. In der Nixon Familie gibt es als weitere einflussreiche Berater und Mitarbeiter: Her bert Klein, Nixons “Propagandaminister”, den jungen Pressesekretaer Ronald Ziegler, Daniel Moynihan und die wirtschaftlichen Ratgeber. Vor wenigen Tagen ist die Gruppe der “Spezialberater” durch Nixons ‘engsten Freund” Robert Finch, den bisherigen einsamen Liberalen im Kabinett, ergaenzt worden. Finch verlaesst das Kabinett, weil er die widersprechenden Probleme des Gesundheits- und Bildungsministeriums nicht zu loesen vermochte. Die Majoritaet der Beamten will Integration der Schulen im Sueden durchsetzen und hat sich Wallace im Alabama, im kommenden September ihre Integrierungsversprechen zu er fuellen.) An der engen Beziehung Nixons zu Finch aus den Tagen in Kalifornien kann nicht gezweifelt werden, so dass Robert Finch durchaus in seiner neuen Position, mit seinen Einsichten fuer die Noete des Volkes fuer die kritischen Auffassungen der Jugend einen gesunden Einfluss ausueben koennte. Finch buesst zwar $ 18.000 seines Jahresgehalts ein, aber mag durchaus mehr Einfluss als bisher ausueben. James Reston von der New York Times ist optimistisch, zumal er dem Praesidenten glaubt, wenn dieser sagte: ‘Ich brauche Finch hier.” Finch selbst hat Pressevertretern gegenueber zugegeben, dass er waehrend der vergangenen 18 Monate der Nixonregierung manches Mal “allein und einsam am linken Fluegel” gestanden haette. Er hat Walter Hickels (Innenminister) Brief an Nixon, mit dem er warnte, die Stimmen der Jungen nicht zu ueberhoeren, seinem Kollegen gegen u e b e r gutgeheissen, aber hatte leider nicht die Courage, dies oeffentlich zu sagen. DISKUSSION IM MORGENGRAUEN Der im Elefantenturm abgesnerrte Praesident empfindet, dass er den Kontakt zum Volke verliert. Als die Studenten am 9. Mai gegen das Kambodscha - Abenteuer demonstrierten, machte sich Nixon (ohne Presse- und Fernsehapparate) um 5 Uhr morgens auf und besuchte das Lincolndenkmal, wo eine Anzahl Studenten schliefen. Sie waren ueberrascht, ploetzlich den Praesidenten zu sehen, und er sprach mit ihnen fast eine Stunde. Einige Anwesende waren erschuettert, wie der Praesident versuchte, die Probleme zu umgehen, andere erstaunt und einige einfach gelangweilt. Seit diesem Morgenbesuch aber versucht Nixon, die Opposition der Studenten wenigstens zu verstehen, ihre Ideen zu pruefen wie die anderer Gruppen. Bei den Abschlussfeiern an den Universitaeten haben wenige Repraesentanten der Regierung gesprochen. Jene, die es taten, wie Finch und Transportminister Wolpe, Moyhihan (natuerlich nicht Spiro Agnew) haben um die Jugend geworben. Diese Jugend wird in den kommenden Parlamentswahlen nach dem Muster von 1968 eine wesentliche Rolle spielen. Nixon ist im Konflikt mit dem Senat, der in seiner ersten Abstimmung eine Mehrheit von 54 zu 36 Senatoren auf brachte, die fuer einen Antrag stimmen will, der Nixon eine Wiederholung des Kambodschaabenteuers ohne Zustimmung des Senats nach dem 1. Juli unmoeglich machen wuerde. Die letzte Wochenuebersicht der N. Y. Times veroeffentlichte eine Annonce des New Mobilization Committee “To End the War in Vietnam” unter der Ueberschrift: “Es ist 23,59 Uhr”. Die deutsche tragische Erfahrung von 1933- 1945 lehrt, nicht zu schweigen, sondern “auszusprechen was ist”, denn wie die Senatorin von Maine, Margaret Chase Smith, es formuliert: “Das Land ist in grosser Gefahr, seine verfassungsmaessigen Grundrechte zu verlieren.” KURZ BERICHTET Nach der neuesten Zaehlung beschaeftigt der Staat Israel gegenwaertig 53.015 Beamte; Lehrer sind hierbei nicht mitgezaehlt. Diese Zahl bedeutet, dass 1,85 Prozent der Gesamtbevölkerung sich im Staatsdienst befinden. Die Zunahme in der Zahl der Beamten war im letzten Jahr besonders gering und betrug nur 1190, waehrend im Jahr zuvor 2363 neue Beamte eingestellt wurden. Die “Pille” findet in Israel mit grossem Erfolg Anwendung — bei Katzen. Wie in allen levantinischen Laendern wimmeln auch in Israel die Staedte von Katzen. Rings um jeden Müllkasten in Jerusalem, Tel Aviv, Haifa und anderen Orten trifft man immer grosse Gangs dieser “wilden” Tiere, die es schnell gelernt haben, jeden Müllkastendeckel geschickt zu öffnen. Um nun die Katzengeburten drastisch einzuschraenken ohne die Tiere, zu vergiften, füttert die Vereinigung der israelischen Katzenliebhaber eine grosse Zahl von Katzen regelmaessig mit einer Pille, die zwar die Tiere nicht gafaehrdet, aber ihre Geburten wesentlich einschraenkt. Das erste Autokino dürfte in etwa einem Jahr in Tel Aviv fertiggestellt werden. Jüdische Finanziers aus Südafrika wollen den notwendigen Betrag von 1,7 Millionen IL zur Anlage des Drive-in- Kinos investieren, das im Norden der Stadt in unmittelbarer Naehe des Ausstellungsgelaendes errichtet werden soll. Das Freilichtkino wird 800 Autos Platz bieten. Vor vier Jahren wurde in Birmingham mit viel Enthusiasmus eine Reformgemeinde gegründet (es gibt dort auch eine alte orthodoxe und eine liberale Gemeinde). Man verfügte über eine Synagoge, einen Friedhof und Religionsklassen; Veranstaltungen wurden abgehalten, und die Finanzen waren in Ordnung. Jetzt beschloss die Gemeinde ihre Auflösung wegen Mitgliederschwund. Eine vorgeschlagene Vereinigung mit der liberalen Synagoge kam nicht zustande'. Demnaechst wird das Philharmonische Orchester Israels Südamerika bereisen und 21 Konzerte in Brasilien, Uruguay, Argentina, Chile, Peru, Kolumbien und Venezuela geben. Nach Abschluss der Tournee durch diese Laender werden die Pilharmoniker von ihrem Heimflug noch einen Abstecher in Mexiko machen. Dirigent des Orchesters waehrend dieser Gastspielreise wird sein staendiger Musikberater, Zubin Mehta, einer der Solisten der junge israelische Violinist Pinchas Zukermann sein. Fuer 1971 ist eine Europatournee geplant. Zum ersten Male ist ein Jude Mitglied der kanadischen Bundesregierung geworden; der 38 Jahre alte Rechtsanwalt Herbert Gray wurde Minister der neuen Regierung. Die landwirtschaftliche Produktion stieg im Jahre 1969 um 7%. Die Einnahmen aus dem Verkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse erreichten IL 1.885 Millionen gegenüber IL 1.734 Milionen im Jahre 1968. Im Jahre 1969 kamen etwa 6.000 Neueinwanderer aus den Vereinigten Staaten ins Land. Im Jahre 1969 wurden in den besetzten jordanischen Gebieten 2,5 Millionen Baeume gepflanzt. In der gleichen Zeit wurden landwirtschaftliche Produkte im Werte von IL 100 Millionen vom Westufergebiet nach Jordanien und andere arabische Laender gesandt.

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