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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1970-07-01 · 7 (Julio, 1970) · p. Seite 20

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXII (1970)
Issue
7 (Julio, 1970)
Date
1970-07-01
Page
Seite 20 (sequence 22)
Language
German
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20 BOLETIN INFORMATIVO JULIO 1970 JUEDISCHE UMSCHAU VATIKAN: FRANKREICH: Paepsiliche Erklaerung lieber die kaiholisch-juedischen Beziehungen Von einer dem Vatikan nahestehenden Seite wurde erklaert, es sei damit zu rechnen, dass der Papst demnaechst ein neues Dokument ueber die katholisch-juedischen Beziehungen verlautbaren werde. Das Schriftstueck wurde vom Sekretariat des Vatikans fuer die christliche Einheit vor geraumer Zeit entworfen. In ihm werden die Katholiken unter anderem ermahnt, ein groesseres Verstaendnis fuer die Juden zu entwickeln und gemeinsam mit diesen die Bibel zu studieren. Der Text des Entwurfes wurde in den Vereinigten Staaten von bischoeflicher Seite vorzeitig bekannt gemacht. Seither sollen in ihm einige abschwaechende Änderungen vorgenommen worden sein, die zum Teil auf arabischen Druck zurueckgefuehrt werden. Im urspruenglichen Text wurden Katholiken ermahnt, die Wichtigkeit des Landes Israel fuer die Juden zu verstehen: dieser Hinweis ist in der Schlussfassung nicht mehr enthalten. ITALIEN: Einmengungsversuch der Kommunisten in juedisches Gemeindeleben In einem im kommunistischen Parteiorgan “L’Unitá” veroeffentlichten “Offenen Brief richten juedische Parteimitglieder an ihre “Glaubensgenossen” d i e Aufforderung, sich aus den offiziellen juedischen Gemeindeinstitutionen zurueckzuziehen. Der Aufruf stellt einen Teil einer zielbewussten Kampagne der kommunistischen Parteifuehrung dar, welche die uebliche Linie vertritt, Israel und der Zionismus seien “imperialistischkapitalistisch” und “kolonialistisch”. Es gibt aber inner - halb des italienischen Kommunismus Persoenlichkeiten, die Israel freundlich gesinnt sind. U.R.R.S.: Neuester Propaganda-Trick: Krokodilstraenen Die Moskauer “Literaturnaya Gazeta” gibt einen in dev Kairoer Zeitung “Al Ahram” erschienenen Artikel wieder, dessen Autor Lufti el-Khok ueber seine Erlebnisse in Mos kau berichtet. Im Artike' heisst es unter anderem: “Ich sah Traenen in den Augen des aegyptischen Botschafters in Moskau, Murad Ghaleb, als er Briefe von Sowjetjuden las. die den Wunsch am drueckten, direkt und freiwillig in den Reihen der arahi sehen Widerstandskaempfer gegen die israelische Aggror. sion teilnehmen zu duerfen'. Hier liegt offenbar ein plumpes Faelschungsmanoever im Rahmen der derzeitigen sowjetrussischen Kampagne vor. die dartun will, dass der “Anti-Zionismus” innerhalb des russischen Judentums so stark ist, dass sie sogar gegen Israel in aegyptischen Einheiten kaempfen moechten. Dabei ist es bekannt, dass die persoenlichen Beziehungen zwischen den Aegyptern und ihren sowfjetrussischen militaerischen “Beratern” aeusserst schlecht sind. Bischerfe warnen vor Folgen aniizionisiischer Propaganda Drei prominente Mitglieder des bischoeflichen Komitees fuer Beziehungen mit dem Judentum —der Auxiliarbischof von Paris, Monsignore Etchegaray, und die Bischoefe von Strassburg und Nanterre, Elchinger und Delarue— ha ben in einer Erklaerung gegen “bestimmte Zeitungen und Zeitschriften” Stellung genommen, von denen christ liehe Leser zum Kampf gegen den Zionismus aufgerufen werden. In ihrer Kritik, die sich offenbar insbesondere gegen das Wochenblatt “Témoignage Chrétien” richtet, welches im Lande araberfreundliche Komitees organisiert hat, wird den Zionistem feinden im katholischen Lager zur Last gelegt, dass sie die religioese Tragweite des heutigen Judentums ignorieren: “Die Sympathie und die Besorgnis, die Christen fuer die Armen und die palaestinensischen Fluechtlinge empfinden sollen, duerfen nicht zur Ungerechtigkeit in der entgegengesetzten Richtung fuehren”. Die Bischoefe erheben ihre warnende Stimme dagegen, dass in der antiisraelischen Kampagne religioese Erwaegungen mit rein politischen Erklaerungen vermischt werden: “Christen sollen sich nicht an einem Kampf beteiligen, der in einem neuen Voelkermord enden koennte”. ENGLAND: El-Fe Ich-Propaga ndist Die Jungliberalen haben, den Wunsch der liberalen Parteileitung missachtend, einen Vertreter von El Fatah zu ihrer Jahrestagung eingeladen. Der 33 Jahre alte Mann, der unter dem Namen “Abu Omar” auftrat, legte in der Diskussion ueber den Nahen Osten dar, das wesentliche Problem sei nicht das Recht auf freie Schiffahrt oder der religioese Gegensatz, sondern die Aneignung Palaestinas durch das fremde Element des Zionismus. De* zionistische Standpunkt wurde vom Studenten Shalom Mandelbaum vertreten, der erklaerte, Palaestina sei sowohl das Heimatland der Araber wie der Israelis. Ein anderer juedischer Sprecher, L. Freedman, der an der Universitaet von Manchester studiert, betonte, die Zerstoerung des Zionismus wuerde die Vernichtung von zwei Millionen in Israel lebenden Juden bedeuten. Die Tagung nahm eine Entschliessung an, welche die Wiederhertellung aller den palaestinensisch'en Arabern zustehenden Rechte fordert und beide Seiten zur Aufnahme direkter Verhandlun gen aufruft. Eine Erklaerung, mit welcher die Unterstuetzung der politischen Zielsetzung von El Fatah als bester Weg zu einem gerechten Frieden haette unterstuetzt werden sollen, wurde verworfen. Im Fernsehen kam “Abu Omar” ebenfalls zum Wort und wiederholte die uebliche Versicherung, El Fatah wolle Israel “nur” als politische Einheit vernichten und seine Militaermacht zerstoeren, wuensche aber die Errichtung eines palaestinensischen Staates mit arabischen, juedischen und anderen Buergern. (Isr. Wochenblatt Zuerich) ENTSCHEIDUNG DES RABBINISCHEN GERICHTS: Beiwohnung ist kein Eheversprechen Eine junge Frau aus Bat Jam, Israel, versuchte ihren bisherigen Liebhaber durch einen Gerichtsbescheid davon abzuhalten, eine Ehe einzugehen, da sie bereits durch Beiwohnung seine Frau geworden waere. Sie begründete ihren Anspruch damit, dass nach biblischem Recht Beiwohnung einer der drei Wege, sei, durch den eine Ehe vollzogen werde. Der Tel Aviver Distriktsgerichtshof, der ein Verbot erlassen sollte, erklaerte sich für unzustaendig und verwies die Antragstellerin an das Rabbinatsgericht, nachdem der junge Mann sich auf die exklusive Zustaendigkeit der Rabbinatsgerichte in Ehesachen berufen hatte. Dieses basierte seinen Entscheid auf rabbinische Responsen in dem Sinne, dass die Beiwohnung wie im vorliegenden Fall nicht inmer auch ein bindender Ehevollzug ist. Der junge Mann heiratete am folgenden Tag. Katholische Bemuehungen um Kenntnis des Judentums In den Vorschlaegen des in dieser Sache federführenden Vatikanischen Sekretariats für christliche Einheit, die demnaechst dem Papst unterbreitet werden sollen, wird u. a. die Errichtung von Lehrstühlen für Judentumskunde an katholischen Institutionen befürwortet. Wichtig in diesem neuesten Doku- Angriffe auf Der Moskauer Oberrabbiner Jehuda Leib Levin hat, wie aus Moskau verlautet, die “Jewish Defense League of New York” bezichtigt, sie gefaehrde durch ihre Demonstrationen gegen den sowjetischen Antisemitismus die russische Judenheit. “Sie glauben, dass sie uns retten, aber sie irren sich sehr”, erklaerte Levin. Der Oberrab- Radio * Prag griff kürzlich die jüdische Gemeinschaft als Ganzes und die jüdische Jugend im besonderen ah. In Denkmal fuer Sigmund Freud In Hampstead, London, wo Sigmund Freud seine letzten Lebensjahre verbrachte und gestorben ist, wird nach einem Beschluss der Bezirksbehörden ein Denkmal zur Erinnerung an den Begründer der Psychoanalyse errichtet. Hierzu greift man auf eine Statue zurück, die der damals 25 jaehrige Bildhauer Oscar Nemon 1931 in Wien anlaesslich des 75. Geburtstags von Freud geschaffen hat. LEHRER WARNEN Vor einer “Vertreibung der Geschichte aus der Schule” warnte der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands bei seiner Jahrestagung in Koeln. Dr. Hans Georg Fernis (Mainz), der erste Vorsitzende des Verbandes, kritisierte bei Eroeffnung der Tagung Bestrebungen in einigen Bundeslaendern, den Geschichtsunterricht zu ver kuerzen oder abzuschaffen und an seiner Stelle ein Fach “Gesellschaftskunde” zur politischen Erziehung der Schueler einzurichten. “Wer die Gegenwart bewaeltigen will muss ihre geschichtlichen Wurzeln aufsuchen”, betonte Fernis. "Juedische Wochenzeitung" Duesseldorf mententwurf über die Regelung der katholisch-jüdischen Beziehungen ist — vom jüdischen Standpunkt aus gesehen — nicht lediglich der Geist der Toleranz und des gegenseitigen Respekts, der gefördert werden soll, sondern die Bezugnahme auf den Staat Israel, für die es in vom Vatikan herausgegebenen Dodie "Jewish Defense League biner hat sich stets mit den Erklaerungen des Kremls identifiziert, dass in Russland keine Diskrimination der Juden bestehe. In einer gegenüber den Nachrichtenagenturen abgegebenen Erklaerung von Oberrabbiner Levin heisst es whiter, dass diese Aktivitaeten Schwierigkeiten für diejenigen Juden hervorrufen könnten, die um Ausreisebe- Antijuedische Akzenle der Sendung wurde der Vorwurf erhoben, dass vor dem August 1968 Jugend Veranstaltungen im Rahmen der jüdischen Gemeinde “eher jüdisch-nationale als jüdischreligiöse Thematik” zum Inhalt gehabt haetten, was die “zionistischen Bemühungen” erweisen, “die jüdische Jugend von der übrigen tschechoslowakischen Judenheit im politischen Sinne abzutrennen”. Der Anstoss zu solchen Bemühungen liege in der Sendung wurde der Vorgegen die arabischen Nationen”. Der Kommentator, Ha- Aniworl auf Anne Frank Anlaesslich der einmillionsten Taschenbuchausgabe des “Tagebuchs” der Anne Frank und des 25. Jahrestages der Deportation der Familie- Frank veranstalteten die Anne - Frank-Stiftung (Amsterdam) und die Fischer- Bücherei einen Aufsatzwettbewerb für Schüler unter dem Thema “Was sagt Dir der Name Anne Frank? — Antwort auf Anne Frank”. Die sieben Gewinner, fünf Maedchen und zwei Jungen im Alter von etwa 16 Jahren, stammen aus Deutschland und der Schweiz. Jiddische Grammatik in japanischer Sprache Die erste in japanischer Sprache verfasste Grammatik des Jiddischen ist in Tokio erschienen. Der Autor, Kazuo Ueda, hat sich durch mehr als drei Jahre mit dem Studium des Jiddischen befasst und hofft, dass es ein Studiengegenstand an japanischen Universitaeten werden könne. kumenten bisher keinen Praezedenzfall gegeben hat. Aus dem Text der Unterlagen soll hervorgehen, dass der Vatikan, der es nahezu 21 Jahre lang versaeumt hat, Israel als einen souveraenen Staat anzuerkennen, nunmehr ganz energisch die Versöhnung mit den Juden betreiben soll. of New York" willigungen nach Israel nachsuchen. Auf die Frage, ob es zutreffe, dass russischen Juden die Auswanderung nach Israel verweigert werde, sagte Levin: “Dies ist eine Angelegenheit der Politik. Ich habe nichts dazu zu sagen, da ich mich nicht in Politik einmische”. "Israelitisches Wochenblatt". Zürich. nak, erklaerte weiter, er wisse, dass er sich damit dem Vorwurf des Antisemitismus und des Rassismus aussetzte. “Wir wissen sehr gut, dass neben Kriegei, Goldstücker, Sik, Mlyna, Winter und Liehm” (Politiker jüdischer Herkunft) “auch Smrkovsky, Pavlicek, Pakovsky, Pachman und andere zu nenmen waeren. Aber es ist auch notwendig, über das Faktum nachzudenken, dass ein Drittel der tschechoslowakischen Bürger jüdischer Herkunft seit August 1968 in den Westen emigriert sind”. "Siultgarf-Hain" in Israel Zum erstenmal in der Geschichte des Staates Israel ist ein Olivenhain auf den Namen einer deutschen Stadt getauft worden. Die Bewohner des Ortes Shave Zion, einer Siedlung ehemaliger Juden aus Rexingen, haben jetzt einem neugepflanzten Hain mit tausend Baeumen den Namen Stuttgart gegeben. Mit dieser Geste wollen sich die Bewohner von Shave Zion für die “überaus herzliche Aufnahme” in Stuttgart waehrend der Israel-Woche im Frühjahr dieses Jahres bedanken. Zahlen ueber die Juedische Bevoelkerung im Fernen Osten In Australien leben heute 69.500 Juden, in Neuseuland 4.100, in Japan 600, in Indien 14.500, in Singapore 450, in Pakistan 250, an den Philipinen 250, in Burma und Hongkong je 200 und in Thailand 60. Im Jemen gibt es heute noch 500 Juden in kleinen dörflichen Siedlungen rund 200 Kilometer nördlich von Sana.

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