Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXXII (1970)
- Issue
- 5 (Mayo, 1970)
- Date
- 1970-05-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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MAYO 1970 BOLETIN INFORMATIVO 31 Gedanken zum Jom Haazmaui: T STOLZ ZUVERSICHT HINTER ME0INRT ISRAEL Seit dem Bestehen Israels haben die Juden der Welt den Unabhaengigkeitstag immer mit festlichen Kundgebungen gefeiert, in denen die Freude ueber das Aufbluehen und den Fortschritt des jungen Staates zum Ausdruck kam. Die Juden der Welt haben den Jahrestag der Staatsgruendung immer als “ihren1’ Feiertag betrachtet und damit ihre geistige und gefuehlsmaessige Identifizierung bekundet, die heute zur Folge hat, dass das Judentum der Welt mit den grossen und kleinen Ereignissen in Israel stets in engster Verbindung steht. Israel ist eben im Laufe der Jahre ein Stueck von uns geworden, seine Probleme sind unsere eigenen, und wir wissen genau, dass sein Prestige und seine Staerke auf unsere eigene Lage entscheidend einwirken. Wir sind zwar nicht Buerger des Staates, wohl aber Weltbuerger seines Ansehens, das sich auf unser Dasein unverkennbar auswirkt. In gleicher Weise dringen aber auch die Sorgen auf uns ein, die Schwierigkeiten und Gefahren, mit denen Israel zu kaempfen hat. Der 22. Jahrestag der staatlichen Selb staendigkeit findet das Land Israel in demselben Lebenskampf, in dessen Mitte es geboren wurde. Wir koennen uns der Erkenntnis nicht verschliessen, dass im juedischen Schicksal immer und ueberall eine besondere Tragik liegt. Zweitausend Jahre lang hat der Jude niemals und nirgends sein eigenes Geschick in der Hand gehabt, er war immer nur geduldet, mehr oder weniger angefeindet, oftmals verfolgt und bekaempft. Und in allen seinen Kaempfen ist er unweigerlich unterlegen. In den Pogromen von Kishinev und in den Verbrennungsoefen von Auschwitz und in Kellern des Warschauer Ghettos. Er konnte heldenhaft kaempfen oder resigniert sein Schicksal entgegennehmen, der Erfolg war immer der gleiche: Verfolgung, Austreibung und Untergang. SIEGE OHNE FRIEDEN Das hat sich im Jahre 1948 geaendert, als die Juden ihren eigenen Staat gegruendet, organisiert und bewaffnet haben. Seither mussten sie dreimal um ihr Leben kaempfen, gleich bei der Geburt des Staates im Jahre 1948, wieder im Jahre 1956 und neuerlich im Juni 1967. Und alle Male haben sie gesiegt. Sie sind nicht mehr unterlegen wie in den frueheren Zeiten, aber alle ihre Siege haben keine Ruhe und keinen Frieden gebracht, haben nur eine Gefahr abgewendet mit dem Resultat, dass sie nachher dauernd geworden ist. Israel hat bisher einen Sieg noch nicht erringen, einen Feind noch nicht bezwingen koennen: Den Hass der arabischen Umwelt. Er blieb durch alle Siege hindurch bestehen, hat sich zum Fanatismus verstaerkt und — absurde Erscheinung eines unerbittlichen Geschickes — wie eine ansteckende Krankheit ueber die halbe Welt verbreitet, hat uebergegriffen auf Russland und fast alle Ostblockstaaten, zu einem weltweiten Propagandafeldzug von Luege und Entstellung gefuehrt, der weite Kreise der Jugend in vielen Laendern, vor allem die “Neue Linke” zu Feinden des “zionistischen Imperialismus” machen will. So entstand im Lauf der letzten drei Jahre vor den Augen der halben Welt die schamlose Verdrehung der Tatsachen und Motive, die den Leichtglaeubigen und Uninformierten immer von neuem einredet, dass die Opfer der gescheiterten Aggression von 1967 die Angreifer gewesen waeren. Aber Israel hat leider auch noch einen zweiten Feind, den es bisher nicht besiegen konnte: Das Oel der Araber. Es fliesst in den Adern so macher Laender, die sonst vielleicht Freunde Israels geblieben waeren. Es bedeutet Geld, Macht und Einfluss fuer diejenigen, die es besitzen und damit die Flamme des Hasses schueren. Und Israel hat leider auch noch einen dritten Feind, den es bisher nicht besiegen konnte: Die Spannung zwischen den beiden grossen Blocks, in die sich die heutige Welt geteilt hat. Das Bestreben der Sowjetunion, im Mittleren Osten immer mehr Fuss zu fassen und die schuechternen Versuche der Vereini g t e n Staaten, einem solchen Vorstoss entgegenzutreten. Die blosse Tatsache, dass eine Weltmacht Israel unterstuetzt, genuegt der anderen, um Israel zu bekaempfen. Gegen diese Anzahl von Feinden, die sicher nicht zu verachten sind, muss Israel seine Freunde mobilisieren. Da ist in erster Linie das juedische Volk in der Welt, das seine moralische und materielle Hilfe in grossem Umfang leistet. Daneben noch einige Maechte der westlichen Demokratien, darunter erfreulicher Weise auch Westdeutschland. DER KAMPF UM DAS LEBEN Dennoch: Die wirksamste Hilfe Israels ist der staendige Anblick des drohenden Abgrundes, der vor ihm liegt. Absurd wie so vieles in Israels Schicksal. Die Gewissheit, dass auch nur ein einziger Moment des Nachlassens der Spannkraft, dass auch nur eine einzige verlorene Schlacht ein unermessliches Gemetzel unter seiner Bevoelkerung bedeuten wuerde und zum Untergang der Selbstaendigkeit, zur Vergeblichkeit aller Opfer und Muehe im Aufbau und der Verteidigung fuehren muesste, hat zur Folge, dass alle Bewohner entschlossen sind, entschlossen sein muessen, auch in der naechsten Runde den Sieg zu erzwingen, um jeden Preis und unter allen Umstaenden. Mit den Waffen des Geistes und den Waffen der Haende, mit der Hilfe der wenigen befreundeten Maechte oder ohne sie. Die Moral des Volkes, die sonst in Kriegszeiten von den Behoerden kuenstlich angefacht und aufrecht erhalten werden muss, ist bei den Israelis durch die Ungeheuerlichkeit der drohenden Gefahr unerschuetterlich geworden, denn jeder einzelne weiss, worum es geht. Weiss das auch der arabische Fellache, der in den Kampf getrieben wird? Er muss nur einem Befehl gehorchen, den er oft gar nicht versteht. Der Jude in Israel weiss, es geht um sein Leben und das seiner Kinder, es geht um die ganze Zukunft des ganzen Volkes. FESTIGKEIT UND ZUVERSICHT Diese Gewissheit bewirkt Zuversicht, Kraft und Opferbereitschaft. Und diese Zuversicht ist auch auf uns Juden in der Welt uebergegangen, nicht nur der Stolz auf das Geleistete, nicht nur die Freude beim Anblick der Fahne mit dem Zionsstern, und hat zu jener begeisterten Solidaritaet der Juden aller Laender gefuehrt, die in den aufregenden Tagen des Juni 1967 in einer beispiellosen Opferbereitschaft ihren Ausdruck fand. In diesen fast drei Jahren, die seither vergangen sind, ist Israel einem staendigen Druck ausgesetzt gewesen. Die arabischen Staaten verlangen die Raeumung der besetzten Gebiete; ihre Freunde, Russland und seine Mitlaeufer, Frankreich und die Vereinigten Nationen verstaerken die Pression, um Israel die strategischen Vorteile der neuen Gebiete wieder abzujagen. Gegenueber all diesen Versuchen, die Folgen von Nassers Kriegspolitik zu dessen Gunsten wieder rueckgaengig zu machen, ist Israel fest geblieben in seiner gerechten Forderung: Erst Frieden, dann Verhandlungen ueber neue und jedenfalls gesic h e r t e Grenzen. Denn die israelische Bevoelkerung laesst sich nicht einschuechtern, nicht taeuschen, nicht provozieren. Sie steht geschlossen hinter der Regierung in dem ewigen Krieg um den fernen Frieden. Und wir, die wir in Ruhe und Sicherheit leben, weit entfernt von den unruhigen Grenzen, im zerstreuten Hinterland der entscheidenden Ereignisse, muessen auch darauf stolz sein, dass wir mithelfen koennen, das Selbstvertrauen Israels zu stuetzen und zu staerken und mit derselben Festigkeit und Zuversicht den kommenden Zeiten entgegen zu sehen. Egon Rosenfeld Ein Interview mit der Kairoer Zeitung "AL-AHRAM" Brandt zur deutschen lUahost ■ Politik Bundeskanzler Willy Der Presse- und Informationsdienst der Btmdesregie rung veroeffentlichte kuerzlich den Text eines Interviews, das Bundeskanzler Willy Brandt dem aussenpolitischen Redakteur der Kairoer Zeitung AL- AHRAM, Mohamed Hakki, gewaehrte. Es ist dies das erste Interview, das der Bundeskanzler zu den nahoestlichen Problemen und der deutsch-arabischen Politik gegeben hat. Der aegyptische Journalist richtete an der Bundeskanzler Willy Brandt unter anderem folgende: Frage: In Ihrer Regierungserklaerung, Herr Bundeskanzler, haben Sie bekanntlich mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass die Lage im Nahen Osten einen Spannungsherd darstellte, der zu groesster Besorgnis Anlass gibt. Bereits frueher haben Sie in einem Interview “die Erzielung von Gebietsgewinnung mit kriegerischen Mitteln” DAUNENDECKEN STEPPDECKEN mit Woll- und Polycronfuellung extra leicht Max Wetzstein & Sohn Ay. M. Montt MM Fono 43379 Neubtxiehen und Umarbeitungen Modenute Importierte Beingiaioife u. Inletts Parkas Acolchadas de Nylon Schlafsaecke Komme einmal Im Monat nach Villa u. Auftraege entgegen. verurteilt. Sind Sie bereit, Ihre Haltung hinsichtlich der besetzten Gebiete in der arabischen Welt zu erlaeutern und zu den nach Ihrer Meinung geeignetsten Mitteln Stellung zu nehmen, die Umsetzung der UN-Entschliessung vom 22. November 1967 in greifbare Ergebnisse zu gewaehrleisten? Antwort: Wie Sie wissen, Herr Hakki, hat die Bundesregierung in der Regierungserklaerung zum Ausdruck gebracht, dass nach ihrer Meinung im Nahost-Konflikt eine Loesung gefunden werden sollte, wie sie in der seinerzeit einstimmig angenommenen Entschliessung des Weltsicherheitsrates vom 22. November 1967 angeboten wird. Die Entschliessung des Sicherreitsrates forderte fuer eine Friedensregelung, dass zwei Grundsaetzen Rechnung getragen wird: dem Rueckzug der Streitkraefte aus den besetzten Gebieten einerseits und dem Recht aller Staaten, in Souveraenitaet, Unabhaengigkeit und Sicherheit zu leben, andererseits. Wir unterstuetzen die Anwendung dieser Grundsaetzte, weil wir in unserer eigenen Aussenpolitik allgemein die Auffassung vertreten, dass in der heutigen Zeit die Gewalt kein Mittel zur Erreichung politischer Ziele mehr sein darf. Wir sind uns dabei der Grenzen unserer Moeglichkeiten, selber zu einer Friedensloesung im Nahen Osten beizutragen, bewusst. Wir sind nicht Mitglied der Vereinten Nationen, sind keine Grossmacht mit weltpolitischem Einfluss und streben einen solchen Einfluss auch gar nicht an. Wir bringen unsere Auffassung jedoch in Gespraechen mit anderen Regierungen und sonst sich bietenden Gelegenheiten zur Geltung und hoffen, dass die verschiedenen Bemuehungen um die Herbeifuehrung eines gerechten Friedens im Nahen Osten im Interesse aller Voelker Erfolg haben werden. "Deutschland - Berichte" Bertoldo Brender B. nnd Frau Merced 722 — Fono 33282 — Santiago en Homenaje al 22? Aniversario del Estado de Israel. Bitte, halten Sie sich den 1. Juni frei fuer den GOLDEN AGE nachmittag um 4.30 in Portugal 810 Wie gewoehnlich Once und gutes Programm