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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1970-03-01 · 3 (Marzo, 1970) · p. Seite 21

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXII (1970)
Issue
3 (Marzo, 1970)
Date
1970-03-01
Page
Seite 21 (sequence 22)
Language
German
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MARZO 1970 BOLETIN INFORMATIVO 21 Die Verbrecher und ihre Komplizen Die Ereignisse der letzten Wochen deuten daraufhin, dass die Geschichte des israelisch-arabischen Konflikts seit dem Sechstagekrieg in eine neue Etappe eintritt. Genauer gesagt, in ihre dritte. Die erste, von Mitte Juni 1967 bis Oktober 1968, war durch eine relative Waffenrune gekennzeichnet und den arabisch-sowjetischen Versuch. Israel durch politischen Druck zur Aufgabe der eroberten Vorteile zu zwingen. Als Nasser, mit vollem Recht, aufhoerte an einen solch billigen Sieg zu glauben, proklamierte er seinen “Zermuerbungskrieg” und v e r s u chte, indem er den Teufel des Weltkriegs an die aegyptische Wand malte, Israel unter den Druck aller imperialistischen Dampfkessel zu setzen. Botschafter Jarring wurde auf Eis gelegt, in New York debütierten die Botschafter der zwei Grossmaechte —mit und ohne anglo-franzoesische Kumparsen - in ihren Mittelostbesprechungen, und die Front am Suez-Kanal wurde unter Beschuss gemaess Rezept der Militaerakademie Frunze genommen. Kurz nach Jahresende war' es klar, dass es auch damit schief ging. Den “Zermuerbungskrieg” verlor der Herr vom Nil, bevor er ihn noch richtig angefangen hatte: die Israelis bombten ihm erst die Westseite des Suezkanals von unten nach oben, zerrissen ihm sodann seine Verbindungslinien, laehmten die Luftverteidigung von Kairo selbst (soweit eine solche einmal existiert hatte) und exerzierten ihm seine militaerische Impotenz schliesslich vor, indem sie ihm ganze Radarstationen bei hellem Tageslicht abmontierten. Die israelischen Verluste, die im Oktober und November des vergangenen Jahres bedenklich gross waren, sind auf ein zwar menschlich schmerzliches, militaerisch jedoch irrelevantes Mass reduziert: durch einen vorsichtig dosierten kleinen Krieg hatte Dajan und seine Mannschaft den von Nasser proklamierten grossen Krieg vereitelt. Und interessant: auf der internationalen Ebene ging es ihm nicht nur weiter schlecht wie bisher, sondern noch weit schlechter als je. Gewiss, in den Augen der sogenannten oeffentlichen Meinung hoerte Israel auf, der arme kleine angegriffene David zu sein und erscheint in boesartigen “Pravda”-oder infantilen “New York Times”— Kommentaren immer goliathaehnlicher. Ausser einigen Masochisten unter uns, die ihre Opferrolle so lieb gewonnen haben, dass sie sie unter keinen Umstaenden aufgeben moechten, schert dies aber die Leute, auf die es ankommt, herzlich wenig. Im Gegenteil: solange die Israelis in vergangenen Jahren sich Provokation um Provokation gefallen liessen, bis sie —endlich!— mit geplatztem Papierkragen und geballter Faust einmal zurueckschlugen, wer protestierte da nicht unter U Thants erhabener Aegide in New York, sandte nicht Solidaritaetskabel in Peking!? Aber nun, da sie taeglich bombardierten schossen landeten0 Da gehoert es eben zu den MONATSSPIEGEL taeglichen Ereignissen und mit solchen kann sich ein Sicherheitsrat doch nicht befassen, da es erstens anstrengend waere, zweitens unter seiner Wuerde und drittens die Leute andauernd darauf gestössen wuerden, dass er doch nur Makulatur produziert. Auch das Scheitern der Grossmaechtebesprech ungen liess sich kaum noch verschleiern, zumal die vorlaeufig letzte Chan- Letzteres gehoert schon in ce, einen zumindest rhetoridas Portefeuille seiner interschen Erfolg zu erzielen, durch nationalen Aktien. Darin, nach die russische Ablehnung der wie vor, das beste Papier die von Staatssekretaer Rogers Sowjet-Union mit Dividenangebotenen Konzessionen abden in Form von gewaltigen, getoetet wurde: beerdigt wenn auch innerhalb gewisser wurden sie dann durch die Grenzen kontrollierter, Wafgrosse aussenpolitische Erklae- Cenlieferungen. Drum flog er rung des Praesidenten Niauch, unter dem Sphinx-Siegel xon, die in allen wesentlichen der Verschwiegenheit, nach Punkten auf einen festen und Moskau: er wollte noch mehr, gesunden Standpunkt zu- Anscheinend bedeutete man rucckkehrt. ihm dort, er bekomme schon genug, womit die Russen DIE DRITTE ETAPPE —ausnahmsweise— die Wahrheit sagten. Dass parallel zu all dem und ganz nebenbei die Konflikte Auch er bekannte, westlimnerhalb der arabischen Welt chem Pressemann erklaerend: sich verschaerften, wie dies “Wir haben mehr Flugzeuge erst in Rabat und selbst dann als Piloten”. Wenn Mr. Pomin Kairo, klar wurde, wohin pidou den Libyern, die gar- Nasser vorsichsshalber nur die keine haben, ihre 108 Mirage Mannen zitiert hatte, die geliefert haben wird, stimmt eigentlich geschlossen hinter das gewiss. Und er fuegte hindern Fuehrer stehen, sei nur zu: “Die Juden koennen Pilonebenbei notiert. Es faellt ten aus der ganzen Welt ohnehin, so oder so, nicht bringen. Wir koennen das sehr ins Gewicht. Wie es nicht.” Sowohl das eine wie anscheinend nicht ins Gewicht das andere bleibt sein Gefaellt, ob er sich blamiert, va heimnis, auch wenn man nicht banque spielt und verliert, fragt, wozu er ueberhaupt oder sein Land von einer Kabringen sollte im Hinblick auf tastrophe in die andere die so stolz zur Schau getragefuehrt: sein Mob wird ihm ne Tatsache, dass daselbst immer weiter zujubeln, die hundert Millionen Araber zwei Herren Staatsmaenner ihm Millionen Juden gegenueberden Hof machen, George stehen. Er brauche also, so Brown, nuechtern oder nicht, dem Pressemann aus dem von ihm begeistert sein, und Abendland zur Veroeffentlichder Maschall Tito Wuerstchen ung anvertraut, fuenf Jahre mit ihm essen, Bier trinken Zeit. Sagte er nicht schon und eine Rede ueber die zueinmal: “Gebt mir vier Jahre nehmende Brutalitaet der Zeit!”? Nein, das war der Israelis halten. Er kann also, andere gewesen, koerperlich und geistig gestaerkt, daran gehen, die oben- POLITIK DES erwaehnte dritte Etappe des VERBRECHENS Konflikts zu eroeffnen. Ueber welche Machtmittel verfuegt Er weiss aber, dass er keine er zu diesem Behuf und wie fuenf Jahre mehr hat, nur gedenkt er sie einzusetzen? um Vorbereitungen zu treffen. Im Innern nicht mehr viel: Dazu ist seine Situation zu das Heer, auf das er sich kritisch, die Leute zu ungeimmer stuetzte, ist erwieseduldig, die Probleme zu nermassen nichts wert. Demdramatisch. Unfaehig Krieg zu entsprechend ist es auch fuehren und unwillig, auf nicht mehr beliebt. Das Offi- Frieden hinzuarbeiten, verzierskorps, von Russen getraut er —auch darin seinem schult, kann er nicht mehr als alter ego nacheifernd —auf die absolut loyal ansehen und tut strategische und politische es auch nicht, wie die stand- Wirksamkeit des Verbrechens, gerichtlichen Verfahren fuer Dies und kein anderer ist die fuer alle Fehlschlaege der Sinn und die Bedeutung “Verantwortlichen” (wie wenn der Bombenattentate auf die nicht er der einzige Verant- Passagiere und Flugmaschinen wörtliche waere!) es bewei- Von Muenchen, Zuerich und sen. Der Zivilbevoelkerung Frankfurt-Wien. Ihr Zweck: geht es schlecht und schlech- Juden zu toeten —das haben ter, die Begabten wandern sie auch mit dem Attentat auf aus. Die Aussichten auf Besdas Altersheim von Muenserung sind, solange er auf chen, wenn schon nicht auf seiner absurden Kriegspolitik den Friedhof von Santiago, besteht, gleich Null. gemeinsam— und die israeli- Das Zerwuerfnis mit seinen sehen Verbindungslinien zu arabischen Bruedern hat sich gefaehrden. verschaerft. Ein treuer Alliier- Gewiss, die Inszenierung ter ist nach wie vor der Sudieser Verbrechen ueberlaesst dan, ein Land von einer Quaer Helfershelfern elfter und litaet, das ihm seine Feinde zwoelfter Kategorie und von goennen sollen. Ein neuer Fall zu Fall muss solch ein Alliierter ist, nach dem Putsch Tropf, wie im Fall des gegen das altersschwache Achmed Hubril, der sich mit Koeniglein, Libyen. Das ist der Swissair-Katastrophe brueein Riesengewinn, allen stete, sogar veranlasst werden, Ernstes. Und durch Libyen, ein Dementi zu erluegen. Aber mit seinem provozierenden seine und der anderen arabi- Oelreichtum, bekann tlich sehen Staatsoberhaeupter Ver- Frankreich. antwortung fuer diese Morde verhaelt sich zu jener der Arafat, Habasch oder Hubril nicht anders als die des Halunken von Braunau zu der des Eichmann und der Lump, der die Bombe per Postpaket schickt, steht auf der Stufe des Rauff, der den Gaswagen in Betrieb setzt. Obermoerder, Schreibtischmoerder, ausübender Moerder, eine wahr» Moerderhierarchie. Weil im Falle Zuerich auch Nichtjuden getoetet wurden, musste Hubril sich selbst widerrufen. Zuviel war aber schon geschehen: im Juli 1968 Entfuehrung des El Al-Flugzeugs von Rom nach Algier, im Dezember des gleichen Jahres Pistolenangriff in Athen mit zwei Todesopfern, im Februar 1969 die Schiesserei in Zuerich, im September und Dezember Angriffe auf Bueros in Bruessel und Athen (eine griechische Familie dezimiert), eine TWA- Entfuehrung nach Damaskus und eine nach Beirut, Drohungen gegen die Schweiz nach dem Urteil im Prozess Rachamim, der Angriff auf dem Flughafen von Muenchen, die Explosion in der AUA-Maschine am gleichen Tag, zuviel um selbst dieser naivsten aller Welten Wuestensand in die Augen streuen zu koennen. Nur die “Pravda” betete vor: “Israelische und amerikani- Luegenpropaganda beschuldigen arabische Patrioten grundlos und verleumderisch” und Amen sagten alle Kommunisten. Sollte die schweizer Untersuchungskommission b eweisen koennen —wie wenn es zusaetzlicher Beweise noch beduerfte—, dass ein Ali oder ein Achmed die Bombe gelegt hatte, dann werden sie hinter das Amen ein Komma setzen und hinzufuegen, dass die Juden die Schweizer bestochen haben. Sollte sie unter den verkohlten Resten nichts mehr finden koennen, dann schreiben sie hinter dem Komma, das Ergebnis der Untersuchung habe die imperialistisch-zionistischen Verleumdungen entkraeftet. Etwas anderes kann man von ihnen auch nicht erwarten. In ihrem Schema ist immer wahr, was ihnen nuetzt., und gelogen, was ihnen schadet; sie beweisen alles, was sie glauben und glauben alles, was sie beweisen; ihr Feind ist immer der Feind der Menschheit und des Fortschritts, und ihr Alliierter, auch wenn er mit Sklaven handelt, der Exponent der Zukunft; ihre Politik von heute ist immer moralisch, auch wenn sie morgen zu geben, dass die von gestern verbrecherisch war. Was ficht es sie also an, dass sie von Anstiftern und Nutzniessern der arabischen Aggression zu Komplizen der arabischen Verbrechen werden? Genuegt es doch, mit einem Haltet den Dieb die Opfer zu beschuldigen! . (Fortsetzung Seite 22) MITSCHULDIGE UND HANDLANGER So wie es aber bei jedem Verbrechen Komplizen gibt, so gibt es auch passive Mitschuldige. Der Halunke von Braunau hatte solche beider Sorten: die Komplizen von Thyssen bis Hugenberg und Papen ueber Mussolini bis Stalin und die passiven Handlanger vom Schlage der Chamberlain und Flandin und Beck. Und so hat auch der Typ Staatsmann von Kairo und Tripoli und Khartum und Baghdad und Damaskus und wie die ■ arabischen Hauptstaedte und Hauptdoerfer sonst heissen, nicht nur seine roten Komplizen, sondern seine Handlanger aller Schattierungen. Es ist dies jener Saatsmann, Journalist, geistiges Oberhaupt oder Oelmagnat, der nach dem israelischen Angriff auf den Flughafen von Beirut, bei dem keinem Menschen ein Haar gekruemmt wurde, Niagarafaelle an Krokodils traenen vergoss. Es ist der Bankier, der seine Regierung vor Vorsichtsmassnahmen warnt, weil die arabischen Fluchtgelder anderswo ver steckt werden koennten (die Schweiz hat jetzt trotzdem endlich Visumzwang fuer arabische Staatsbuerger eingefuehrt: 47 Menschen mussten aber erst sterben). Es ist dies die Regierung von Griechenland, die den Prozess gegen die Moerder des israelischen Passagiers und Piloten und des griechischen Kindes immer wieder vertagen laesst. Es ist dies jene Fluglinie “mit dem groessten Netz der Welt”, die um ihre Profite aus den Fluegen nach den ehemaligen nordafrikanischen Kolonien zittert und Repressalien gegen arabische Flugplaetze nicht mitmachen wuerde. Es ist dies der lendenlahme Piloten verband, der mit einem —wenn es nicht so traurig waere: laecherlichen— Streik von 24 Stunden droht und droht und droht,. wie wenn ,wuerde ein solcher selbst durchgefuehrt, damit auch nur ein nasser Hund hinter dem Ofen hervorgelockt werden koennte. Es ist dies der Politiker, der Schriftsteller, der Generalsekretaer, der “beiden Parteien gerecht” werden will, wie wenn es sich dabei um einen Konflikt zwischen Arabern und Israelies und nicht zwischen Moerdern und Opfern, zwischen Verbrechen und Gesetz, zwischen Barbarei und Anstand handeln wuerde. Sie alle, ob sie Chamberlain hiessen oder U Thant heissen, waren mitschuldig an dem was in den dreissiger Jahren sich anhob und sind es an dem, was in den siebziger Jahren geschieht. Darin wiederholt sich die Geschichte. Und sie droht sich auch darin zu wiederholen, dass das

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