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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1970-03-01 · 3 (Marzo, 1970) · p. Seite 20

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXII (1970)
Issue
3 (Marzo, 1970)
Date
1970-03-01
Page
Seite 20 (sequence 21)
Language
German
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20 BOLETIN INFORMATIVO MARZO 1970 Ein tapferer Jude und Franzose (Zum 20. Todestage von Leon Blum) Leon Blum Am 30.Maerz sind zwanzig Jahre vergangen, seit Léon Blum, langjaehriger Parteivorsitzender der franzoesischen Sozialisten und dreimaliger Ministerpraesident Franreichs, im 79. Lebensjahre abberufen wurde nach einem Leben des Kampfes, der Muehen, der Demuetigungen, aber auch weithin sichtbarer Erfolge. Sein Ringen fuer Frankreichs Ehre und Ruhm, seine Aufopferung zuzunsten der arbeitenden Massen, seine grossartige Verteidigung der Menschenrechte, sichern ihm die Dankbarkeit nicht nur der Mehrheit aller Franzosen, sondern auch der allgemeinen Kulturwelt. Léon Blum war eine stolze Fersoenlichkeit, ein Mann, der sich und seinen Idealen die Treue bewahrte, seiner Liebe zu Frankreich und zu seinem Judentum, das einen unabtrennbaren Teil seines Wesens ausmachte. Er war der erste Volljude, der an die Spitze einer franzoesischen Regierung berufen worden war; dies geschah im Jahre 1936, als er die “Volksfrontregierung” bildete, die sich relativ lange an der Macht hielt. Dass die franzoesischen Rechtsextremisten in den folgenden Jahren die Parole ausgaben “Lieber Hitler als Blum”, musste sich zu einem Nationalunglueck auswirken, Frankreich in den Abgrund wie erinnerlich, im Juni schleudern. Blum selbst war, 1940, als die Pétain und Laval schmaehlich kapitulierten, ihr Volk wuerdelos verrieten, im Lande geblieben, zum Maertyrer geworden. Es war der “Jude Blum”, der sich als “Suendenbock” im Jahre 1942 vor einem im Aufträge der Nazis eingesetzten Vichy-Gericht verteidigen musste. Die Richter waren aber Menschen und Franzosen genug, um diesem Angeklagten, der so heldenhaft fuer seine gerechte Sache kaempfte, ihren Respekt nicht zu versagen. In flammenden Worten sprach Blum u.a. vor der ganzen Nation dieses mutige Bekenntnis: “Ja, ich bin ein Pazifist, aber an dem Tage, an dem ich sah, dass die Welt in der Gefahr war, an gegriffen zu werden, erklaerte ich, dass es fuer uns noetig sei, uns zu bewaffnen, bis die Gefahr vorueber waere. Damit tat ich auch die Arbeit eines Pazifisten; teilen Sie mich Sie muessen, doch, wenn Sie mich verurteilen, wird es nicht gelungen sein, das Ideal zu verurteilen, fuer das ich gekaempft habe oder das Ideal, fuer das mein Land kaempfte, und fuer das es heute leidet; morgen wird Frankreich durch dieses Ideal wieder auferstehen, herrlicher denn je!” verurwenn ZU Die hiesige in deutscher Sprache erscheinende Zeitung “Condor” hat es fuer , richtig gehalten, in ihrer Nummer 1826 vrm 23.1.1970 auf der ersten Seite einen von einem Herrn T. Z. gezeichneten Artikel zu veroeffenUichen, der in den Kreisen unserer Gemeindemitglieder groesste Empoerung hervorgerufen hat. Neben zahlreichen anderen Gehaessigkeiten, auf die wir hier nicht eingehen, weil dies zu viel Ehre fuer den Artikelschreiber bedeuten wuerde, erlaubt er sich, zionistische Juden mit den Nazis zu vergleichen, indem er woertlich schreibt: “Vielleicht koennte man sagen, die Zionisten sind die juedischen Nazis, die 159%igen”. Wir haben es fuer ueberfluessig gehalten, bei dem Herausgeber — Besitzer des Condor zu protestieren, da dieser ja, wenn er die Meinung des Artikelschreibers nicht geteilt haette, den Artikel nicht abgedruckt haette. Statt dessen haben wir S. E. dem Herrn Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Rudolf Salat und Herrn Prof. Dr. Max Mueller als Praesident des deutschchilenischen Bundes die Empoerung unserer Mitglieder zur Kenntnis gebracht. Beide Herren haben uns postwendend ihr Verstaendnis fuer die Entruestung unserer Mitglieder mitgeteilt, insbesondere hat der deutsche Botschafter uns Folgendes geschrieben: “Ich bitte Sie, Ihren Gemeindemitgliedern zu sagen, wie sehr der deutsche Botschafter es bedauert, dass Sie sich durch einen Artikel der hiesigen deutschsprachigen Zeitung zutiefst verletzt fuehlen mussten”. Wir kommen diesem Ersuchen des Herrn Botschafters hiermit gerne nach. Dr. Hans Reich Praesident der Sociedad Cultural Israelita “B’ne Jisroel” Bei diesen Worten soll der oberste Richter sein Gesicht hinter der Hand verborgen haben, und die Anwesenden bemerkten, dass er weinte. Auch das Konzentrationslager Buchenwald und die anderen Leidenstationen ver mochten die Haltung des damals 70-jaehrigen nicht zu beugen. Er ueberlebte das Martyrium als Jude und Franzose, im Bewusstsein des kommenden Sieges der Alliierten. Seine Rueckkehr nach Paris im Sommer 1945 glich einem Triumpfzug, denn die franzoesische Nation, die zu sich selbst zurueckgefunden hatte, jubelte dem alten Freiheitskaempfer zu. FUER JUDENTUM UND ISRAEL Léon Blum sah niemals einen Widerspruch zwischen seiner leidenschaftlichen Liebe zu Frankreich und seiner unbedingten Treue zum Judentum. Den Vichy-Richtern hatte er auch noch zugerüfen: “Nicht dadurch hat man in Frankreich den Antisemitismus ins Leben gerufen, dass man sich zu sehr als Jude zeigte, sondern im Gegenteil dadurch, dass man verbergen wollte, was man ist. “Trotz Arbeitsüberlastung als Politiker hatte er sich bereits zu Anfang der Zwanziger Jahre fuer den Palaestinaaufbau interessiert, sich an den Vorarbeiten zur Erweiterung der “Jewish Agency” beteiligt, an deren Gruendungskongress in Zuerich (August 1929) er teilnahm, in staendiger Verbindung mit dem von ihm bewunderten Dr. Chaim Weizmann, den Keren Hajessod gefoerdert. In der Schicksalsstunde. des November 1947, als die United Nations vor der Entscheidung ueber einen juedischen Staat standen, ist es Blum gewesen, der sein hohes Ansehen in die Wagschale legte, damit Frankreich bei der Abstimmung zu den “Ja-Sagern” gehoerte: damals kam es auf jede einzelne F+imme an. Er hatte Erez Jisrael schon frueher bemüht, und war sehr herzlich ciifeenommen werden: Die Siedlung “Kfar Blum” traegt meinen grossen Namen. “Weil ich dn Jude bin, stehe ich vor diesem Tribunal”, sagte er damals vrv den Ohren seiner Feinde. Obwohl er wusste, dass es um sein Leben ging, legte er ein stolzes Bekenntnis zum Judentum ab. Am 20. Todestage gedenkt das juedsiche Volk ueberall dort, wo es in Freiheit sein Judentum leben kann, dieses vorbildlichen Menschen, Juden und franzoesischen Patrioten. Curt Wilk RUDI JELEN Fein» Goldschmiede Arbeiten Moderne Aenderungen Uhren Reparaturen Staendije Auswahl ron Schmucksachen TdH. Pza. de Armas Local 136, (entrepiso) 31 DE MATO 5(3 Eingang MONJITAS 879 Teléfono 3348(3 Die Bank yon Israel wird in Kuerze auch eine Schalom- Gedenkmuenze in Gold herausbringen. Damit wird einem Wunsch von Muenzsammlern in aller Welt und dem starken Echo entsprochen, das die Schalom - Silbermuenze ausgelöest hat. Ebenso wie die Schalom - Gedenkmuenze in Silber, die im April dieses Jahres aus Anlass der 21. Wiederkehr des israelischen Unabhaengigkeitstages ausgegeben wurde, ist auch die Go Idmuenze den Maennern und Frauen gewidmet, die mit ihrem Leben fuer die Rechte aller Menschen auf Freiheit, Unabhaengigkeit und Frieden eintreten. Die Goldmuenze hat nach einer Mitteilung der Staatlichen Israelischen Gesellschaft fuer Muenzen und Medaillen einen Nominalwert von einhundert israelischen Pfund. Die von der Koeniglich-Niederlaendischen Praegeanstalt in Utrecht in 800er Gold gepraegte Muenze hat einen Durchmesser von 33 mm und ein Gewicht von 25 Gramm. Sie wird in der Ausfuehrung “Polierte Platte” ausgegeben und traegt als Muenzzeichen ein “m” in hebraeischer Schrift. Wie die Gedenkmuenze in Silber zeigt auch die Goldmuenze auf der Vorderseite in heDraeischer Schrift das Wort Schalom (Frieden). Der Buchstab “Sch” ist in Form eines siebenarmigen Kandelab e r s gestaltet. Auf der Rueckseite stehen in Hebraeisch die aus dem 5. Buch Mose, Kap. 34, G, entnommenen und sich auf den Tod von Moses beziehenden Worte: Und niemand weiss sein Grab, bis auf diesen Tag”. Diese Worte wurden in Form eines Steinhuegels, aehnlich der in einer Spitze zulaufenden Steinhuegel angeordnet, die von israelischen Soldaten zum Gedenken ihrer gefallenen Kameraden nach dem Kampf errichtet werden. Die Schalom - Goldmuenze •vird bei Banken in Europa erhaetlich sein. Naehere Auskuenfte erteilt die Israel Government Coins and Medals Corporation, 11 Keren Hayesod Street, Jerusalem (Israel). RAßß. DH. MAI IM (Hollywood) BO Jahre Rabbiner Dr. Max Nussbaum Am 4. April vollendet Dr. Max Nussbaum, seit 1942 Rabbiner des “Temple Israel of Hollywood”, das 60. Lebensjahr. Vermutlich wird der Jubilar an diesem Tage von einer der vielen wichtigen Reisen zurueckgekehrt sein, die er Anfang Máerz antreten wollte, die grossen Keren Hajessodaktionen in der Bundesrepublik, in Oesterreich und in der Schweiz einzuleiten, nachdem er zuvor der Sitzung des Grossen Zionistischen Aktionscomité in Jerusalem beiwohnte und auch dem ersten Kongress der amerikanischen Reformrabbiner in Jerusalem. Dr. Nussbaum, vielen unserer Menschen noch von seiner bedeutenden Aktivitaet als sehr junger Rabbiner in Berlin (1935-1940) her bekannt, ist gegenwaertig einer der gebi'.detsten und angesehensten juedischen Politiker und Kulturtraeger. Neben seinen rabbinischen Funktionen wirkt er fuehrend in den juedischen Weltorganisationen mit und hat hervorragenden Anteil an juedisch-christlichen Verstaendigungsbemuehungen, vor allem in Amerika. Der hinreissende Prediger ist zugleich einer Derienigen, die ein juedisches Massenmeeting tief beeindrucken koannen, wie wir Juden in Suedamerika vor 4 Jahren erleben durften. Mit ungeheurem Enthusiasmus und klarster Sachlichkeit ist er der Verkuender juedischer Zukunftshoffnung und ein Kaempfer fuer das juedische Recht in der Welt, ein leidenschaftlicher Foerderer Israels und der juedischen geistigen und religioesen Ideale. Der Standpunkt des Reformjudentums tritt fuer ihn zurueck hinter die grossen juedischen Gesamtaufgaben, denen er in Treue und Aufopferung dient. In seiner ungarischen Heimat und spaeter in Breslau hatte Max Nussbaum eine sehr gediegene juedische und allgemeine Wissensgrundlage erhalten; seine Reden und Schriften legen hiervon immer erneut Zeugnis ab. Ganz besonders die amerikanische Judenheit ist diesem Manne zu Dank verpflichtet, dem noch viele gute Jahre hoechster Schaffensfreudigkeit beschieden sein moegen! C. W.

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