Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1969-11-01 · 11 (Noviembre, 1969) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXXI (1969)
Issue
11 (Noviembre, 1969)
Date
1969-11-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/8553624-8554659-9195184--5622-8554713
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

20 BOLETIN INFORMATIVO NOVIEMBRE 1969 ISRAEL KÜRZ BERICHTET ENGLAND Ein Podium zur Verteidigung Israels am "Speakers Corner" “Speakers Corner”, im Londoner Westend bei Marble Arch am Eingang zum Hyde Park, gehoert zu den Sehenswuerdigkeiten und Besonderheiten Londons. Alltaeglich und vor allem an Sonntagnachmittagen macht eine grosse Anzahl von mehr und auch weniger serioesen Rednern, die entweder Organisationen oder auch abstruse Aussenseiteransichten vertreten, von primitiven Podien vom Recht der freien Rede ueber politische und religioese Fragen Gebrauch, wobei es nur selten zu Zwischenfaellen kommt. Seit geraumer Zeit haben sich palaestinensische Araber diese Propagandamoeglichkeit zunutze gemacht und Israel, die britischen Juden und Zionisten in zuegelloser Weise attackiert. In einer Sitzung des Board of Deputies war kuerzlich daran Kritik geuebt worden, dass dieser Hetzpropaganda nicht entgegengetreten wird. Es wurde nunmehr beschlossen, dass unter den Auspizien der Britisch-Israelischen Freundschaftsliga, mit der Unterstuetzung anderer juedischer Organisationen, regelmaessig von einem Podium am “Speakers Corner” der Standpunkt Israels und des britischen Judentums vertreten werden wird. Hierfuer muessen fuer den besonderen Anlass geschulte und die eigenartige Atmosphaere beherrschende, schlagfertige, populaere Sprecher sowie Personen, die sie bei ihrer Aufgabe unterstuetzen, gefunden werden. SOWJETUNION Veroeffenilichung einas israelfreundlichen Gedichtes. . . In der als konservativ geltenden Monatsschrift “Moskwa” ist ein Gedicht aus der Feder des juedischen Dichters Semion Lipkin erschienen, das in leicht allegorischer Verhuellung einde u t i g israelfreundlich ist. Im Gedicht ist von einem Land in Asien namens “I” die Rede, dessen Existenz wie ein warmer Atemhauch im Januar sei. Dieses Land verkoerpere die Verwerfung von Unwahrhaftigkeit, die Bejahung der Idee von Mitgefuehl, Unerschrokkenheit und Guete. Das Gedicht muendet in die Forderung nach dem Weiterbestehen des Landes. Der 58 Jahre alte Dichter ist Mitglied des Ausschusses der sowjetischen Schriftstellervereinigung und wurde mehrfach ausgezeichnet. Er hat sich mit der Uebersetz u n g mohammendanischer Dichtung aus Mittelasien ins Russische einen Namen gemacht. Es wird angenommen, dass die Bedeutung des Gedichtes ueber das Land “I” der Zensur entgangen war. ...und einer Karikatur WIE IM "STUERMER" c,ohí3m ÖPATepcxß Ein Bild aus dem antisemitischen Machwerk des ukrainischen Kommunisten Kischlce mit folgender Beschriftung: "Der Zionismus, ein Instrument des Imperialismus versucht die Errungenschaften der Werktaetigen zu zersioeren". SCHWEIZ El-Fafah-Reportage — einmal anders Es ist fuer viele westeuropaeische Blaetter, vor allem Illustrierte Zeitschriften, sozusagen ueblich geworden, den Trainingslagern der arabischen Terrororganistationen ausführliche Reportagen zu widmen. Dieser Gegenstand scheint sich durch die Vermengung von Romantik und martialischer Grausa m k e i t fuer publikumswirksame Veroeffentlichungen zu eignen. In den meisten Faellen erfolgen diese Publikationen, oft durch geschickt operierende arabische Propagandazentralen im Hintergrund lanciert, kritiklos. Anders hat Redaktor E. Herzig von der Zeitschrift “Der Schweizer Soldat” die Sache angepackt. Er hat aus ihm von einem Photoreporter zur Verfuegung gestellten Bildern ein Dutzend ausgewaehlt, von denen er glaubt, “dass sie genuegend Aussagekraft besitzen, um die Rücksichtslosigkeit und Skrupellosigkeit des angeblichen Freiheitskampfes dieser arabischen Terrororganisation zu zeigen”. Durch einen Einleitungstext und entsprechende Bildlegenden macht “Der Schweizer Soldat” die Leserschaft auf die wirklichen Zusammenhaenge und Probleme aufmerksam. Herzig schreibt u. a.: “Die Anschlaege gegen die Flugzeuge der israelischen Luftfahrsgesellschaft El - Al, die Beschiessungen der Kibuzim und Wohnquartiere israelischer Staedte und Siedlungen, die Anschlaege auf Marktplaezte und in Lebensmittellaeden, die Bombenwuerfe gegen heilige Staetten, das Minenlegen in Schuihoefen, auf Sportplaezten und auf den Wegen zu landwirtschaftlichen Arbeitsstaetten und zahllose andere Verbrechen mehr, zeigen deutlich, dass El Fatah und die andere arabischen Untergrundorganisationen kein Recht haben, sich als Freiheitskaempfer zu bezeichnen. Sie sind Killer. Moerder im wahrsten und schlimmsten Sinne des Wortes”. B.R.D. Ein zwoelfbaendiges Werk “Compendia Rerum Judaicarum an Novum Testamentum”, gemeinschaftlich herausgegeben von christlichen Gelehrten beider Konfessionen und juedischen Wissenschaftlern, soll die Entstehungsgeschichte des Christentums zum Inhalt haben. Es ist damit das erste Mal in der Geschichte des Christentums, dass christliche und juedische Gelehrte gemeinsam an ein solches Thema herangeben. Der mitarbeitende juedische Theologe ist Prof. S. Safran von der Hebraeischen Unversitaet in Jerusalem. In den ersten vier Monaten d.J. stieg der israelische Export nach Deutschland um 23% gegenueber der gleichen Zeit des Vorjahres, waehrend die Einfuhr aus Deutschland um 56% stieg. Im Jahre 1967 gingen 8% des israelischen Exports nach Deutschland, waehrend der Anteil Westdeutschlands von Januar bis April 1969 bereits 11,5% ausmacht. Die Zahl der unehelichen Geburten unter den Juden in Israel erhoehte sich von 0.5% aller Geburten im Jahre 1967 auf 0,7% im Jahre 1968. In einer feierlichen Zeremonie wurden an der Tel Aviver Universitaet an 806 Studenten Diplome verteilt, darunter die ersten Doktorate der Medizin. Bei dieser Gelegenheit sagte der stellvertretende Ministerpraesident Yigal Alon, dass sich in den letzten zwei. Jahren 80% der juedischen auslaendischen Studenten in Israel niedergelassen haben. DER ISRAELI IN SEINER FREIZEIT Untersuchungen des statisti- ■ sehen Zentralbueros ueber Vergnuegungs- und Lesegewohnheiten der Israelis haben ergeben, dass 2,7 Prozent der juedischen Bevoelkerung ueber dem 14. Lebensjahr mindestens einmal woechentlich ins Kino gehen, waehrend 23 Prozent zwei- bis dreimal im Monat diese Staette aufsuchen. 37 Prozent gehen nicht einmal ein einziges Mal im Monat ins Kino. Die Zahl der Maenner, die eine Kinovorstellung aufsuchen, ist wesentlich hoeher als die der Frauen. Das gleiche gilt fuer die Zeitungslektuere: 87 Prozent aller Maenner lesen eine Tages¬ oder Wochenzeitung, waehrend der Prozentsatz bei den Frauen nur 72 betraegt. Andere Bildungs- und Vergnuegungsgewohnheiten der israelischen Bevoelkerung spielen im Vergleich zum Kino nur eine unbedeutende Rolle. 2 Prozent aller Erwachsenen sehen einmal im Monat eine Opernauffuehrung, 4 Prozent hoeren ein Sinfoniekonzert, waehrend 15 Prozent einer Theaterauffuehrung beiwohnen und 16 Prozent leichtere Kost wie Revuen oder Songs vorziehen. Die Besucher von Konzerten bevorzugen -— gemaess einer Umfrage, die die Leitung des Philharmonischen Orchesters kuerzlich durchgefuehrt hat — mit ueberwiegender Mehrheit klassische Musik gegenueber moderner. Selbst die Hoerer, die sich fuer zeitgenoessische Kompositionen interessieren, scheinen von den Werken der modernen israelischen Tondichter nicht allzu begeistert zu sein, denn der Prozentsatz derer, die auf diese Kompositionen Wert legt, liegt unter dem Prozentsatz derer, die sich fuer moderne Musik ueberhaupt interessieren. In bezug auf die Lektuere der Israelis ist zu sagen, dass zwar 80 Prozent der Erwachsenen eine Tageszeitung lesen, aber nur 51 Prozent ein Buch pro Monat. Waehrend die maennliche Bevoelkerung der Zeitung den Vorzug gibt, werden Romane von mehr Frauen als Maennern gelesen. DIE ENTSCHEIDUNG IST GEFALLEN Die Krone beim nationalen Kochwettbewerb wurde von einem Mann gewonnen, der vor einem ueberwiegend weiblichen kritischen Publikum im Hotel Hilton mit einem delikaten Fischrezept seine weiblichen Gegner aus dem Feld schlagen konnte. Der neue Kochkoenig Jakob Lischanski aus Haifa, Grossvater und ehemaliger Berufssoldat, ist uebrigens ein Sabre; er wurde in MetuJla, hart an der libanesischen Grenze, geboren. Seine Frau verriet einer neugierigen Journalistin, dass in ihrem Haus sie allein in der Kueche herrsche und dass sie nur gelegentlich ihrem Mann erlaube, seine eigenen Rezepte auszuprobieren. Die enttaeuschten Frauen in Israel troesten sich nun damit, dass wenigstens die Staatsfuehrung in den Haenden einer Frau liegt. "ROTER" EXPORT Israel plant, in diesem Jahr etwa 80.000 Tonnen Tomaten in verschiedenster Form und Verarbeitung nach den Vereinigten Staaten zu exportieren. Das ist etwa die Haelfte der Tomatenmenge, die am lokalen Markt verbraucht wird. UNGARN Erklaerungen von Geza Seifert Der Praesident der Hauptexekutive der juedischen Gemeinden Ungarns, Dr. Geza Seifert, hielt sich zu einem Besuch in den USA auf, um an Gedenkfeierlichkeiten anlaesslich des 25. Jahrestages der Deportationen ungarischer Juden teilzunehmen. Bei einem zu seinen Ehren in New York gegebenen Essen verwies Dr. Seifert darauf, dass die ungarische Regierung marxistischatheistisch eingestellt sei und auf einer materialistischen Weltanschauung basiere: “Wir Juden koennen nicht Atheisten sein. Das ‘Schema Jisrael’ steht im Widerspruch zur Philosophie des Marxismus. Aber wir gestalten unser juedisches Leben und haben vom Staat hierzu die Berechtigung erhalten”. Dr. Seifert gab der Hoffnung Ausdruck, dass die in einem sozialistischen Land lebenden Juden weiterhin in der Lage sein werden, den Funken des juedischen Bewusstseins lebendig zu erhalten und von Generation zu Generation zu uebetragen. “Wir leben als Juden und bewahren juedische Tradition und Lehre”, erklaerte er. “Wir sehen das juedische Volk in Israel als unsere Brueder und Schwestern an. Wir moegen die politische Situation, aber nicht Juden als Juden kritisieren”. Es sei nicht moeglich, .in Ungarn eine juedische Jugendorganisation zu schaffen, weil ueberhaupt die Errichtung religioeser Jugendorganisationen nicht gestattet sei. Dr. Seifert betonte, dass die Existenz antisemitischer Organisatio n e n in Ungarn nicht geduldet werde. OESTERREICH Im Wien des Jahres 1969 gibt es wegen einer zur Zeit laufenden Fragebogenaktion an den staedtischen Gymnasien einige Beunruhigung. Den Schuelern der Mittel- und Oberklassen werden u.a. folgende Fragen gestellt: “Haben die Juden zuviel Macht und Einfluss in Oesterreich?” — “Wieviel verdient dein Vater?” — “Welcher politischen Partei gehoert er an?” Nach Auskunft des Wiener Stadtschulrats soll dadurch das politische Wissen der Schueler angeregt und ermittelt werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.