Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIX (1957)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1957)
- Date
- 1957-12-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/8553624-8554444-9194328--2162-8554648- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
14 BOLETIN INFO RM A T I V O Diciembre, 1957 Zum neuen Schuljahr Von Max Zimels ROEDELHEIM SIDDUR MACHSOR UND SEFAT EMET Es ist nicht lange her, dass in Jerusalem auf Initiative von Salman Schasar im Namen der Executive der Zionistischen Weltorganisation, Gelehrte, Denker und politische Fuehrer aus Israel und den wichtigsten Laendern der Diaspora zusammentrafen, um einmel fernab von den aktuellen politischen Fragen die Grundprobleme der juedischen Existenz in der Gegenwart zu besprechen: das Wesen des Judentums, die Zukunft der Golah, die Beziehungen von Israel zu den Laendern der Zerstreuung. Hier diskutieren Menschen verschiedenster politischer Richtung und Weltanschauung. In der Aussprache, die sich durch hohes Niveau auszeichnete, kamen alle Anschauungen zur Geltung, soweit sie nicht die Einheit des juedischen Volkes leugnen. Niemand kann erwarten, dass so eine Konferenz zu unmittelbaren gemeinsamen Schlussfolgerungen f u e h r e n kann; niemand konnte hoffen, hier Rezepte zu erhalten, die allgemeine Anerkennung finden wuerden. Wer aber die Auseinandersetzungen in der Presse verfolgen konnte, hatte Gelegenheit, tief in den gesamten Komplex des juedischen Problems der Gegenwart hineinzublicken. Denn dass es ein juedisches Problem gibt, kann mit gutem Recht wohl niemand leugnen und versucht er es doch, so gelingt es ihm nur, es fuer kurze Zeit zu unterdrücken. Dieses alte Problem, die Judenfrage, laesst den Juden in der Gola nicht nur zur Ruhe kommen, irgendwann zwingt es auch den Gleichgueltigen zur Auseinandersetzung. Und wenn es zuweilen einer Generation moeglich erscheint, sich diesem Problem entziehen zu koennen, so tritt es in verschaerfter Form an die Generation der Kinder heran, die ihm dann ungewappnet entgegentreten, da die Eltern es verabsaeumt haben, ihren Kindern das noetige Ruestzeug auf den Weg zu geben. Judesein verpflichtet zum Nachdenken. Umwieviel mehr gilt dies fuer Eltern, die Kinder gross zu ziehen haben. Diese Kinder sind als Juden geboren, sie werden Juden sein. Was aber bedeutet dieser Begriff fuer sie? Wird es ein Schatten sein, der sie verfolgt oder etwas, was sie mit ganzem Herzen und Bewusstsein bejahen koennen, um harmonisch leben zu koennen. Wenn es mir auch fernliegt, zu beha'iriten. dass die Katastrophe, die wir in Deutschland miterlebt haben, sich wiederholen muss, hat dennoch unsere Generation, die dies am eigenen Leibe spueren musste, doch nicht das Recht, einfach alles zu vergessen. Juedisches Schicksal traf Juden, die nicht wussten, was fuer sie Judesein bedeutet, mit grossen, tiefschwarzen Buchstaben rief diesen Juden in jenen Tagen die “Juedische Rundschau” zu: Sei stolz, dass Du ein Jude bist! Ein Schauer fuhr damals durch die Judenheit ob dieser Worte, die wuchtig den Juden zugerufen wurden. Stolz sein, worauf? Dazu muss eine Generation erzogen werden. Wenn ich jener Tage gedenke, so moechte ich keineswegs den Eindruck erwecken, dass die Judenfrage die Gefaehrdung der physischen Existenz des Judens bedeuten muss. Ludwig Lewison, der bekannte juedisch-amerikanische Schriftsteller, schrieb schon vor vielen Jahren in seinem Buche das “Erbe im Blut”: Wessen Name Levy ist, dessen Schicksal als Jude ist besiegelt. Verschliessen wir nicht die Augen und sehen wir uns hier in Chile um. Ist das juedische Haus im Allgemeinen noch in der Lage Kindern juedische Form und juedischen Inhalt zu geben? Jeder Vater und jede Mutter muss sich fragen: Was kann ich meinem Kinde auf den Weg mitgeben? Wie kann ich meinem Kinde ein Leben als bewusster Jude ermoeglichen? Was kann heute einen Juden, der sein Kind nicht religioes-traditionell erziehen kann oder will, mit seinem Volke, seiner Geschichte, seiner Gegenwart verbinden? In diese Welt juedischen Schattendaseins leuchtet heute mit starker Kraft das Aufbauwerk in Israel, die Medina, die sich Recht und Anerkennung in der Weit verschafft. Sie gibt dem Juden einen Mittelpunkt, sie erweckt seinen Stolz und sein Selbstbewusstsein. Sie gibt ihm einen Anhaltspunkt. Aber es fehlt die gemeinsame Sprache, die den Juden in Israel mit dem Juden in der Gola verbindet. In Israel entsteht ein neuer Menschentyp, dessen Muttersprache Hebraeisch ist. Die Kinder der Chaluzim, die aus Chile nach Israel gingen, haben bereits keine gemeinsame Sprache mit ihren Familienangehoerigen in Chile. Es gibt keine Sprache, in der Israel zur Gola sprechen kann, wenn die Sprache dieser Gola nur Spanisch ist. Soll fuer alle diese Fragen die Antwort lauten: Die juedische Schule?! Nein! Lassen sich die Probleme der Gola durch die juedische Schule loesen? Gewiss nicht! Aber die juedische Schule ist ein Ort juedischen Lebens, sie kann dem Kind die Basis geben, um seinen Weg als Jude zu suchen. Unterschaetzen wir nicht die Bedeutung der Tatsache, dass Kinder in juedischer Umgebung ihren Unterricht empfangen, dass sie den Schabbat und die juedischen Feiertage als schulfreie Tage erleben, dass sie die Feste in der Schule feiern, juedische Geschichte und Anfangsgruende im Hebraeischen lernen. Ist die Welt des Kindes, dass die juedische Schule besucht trotz aller Belastung durch den zusaetzlichen Unterricht nicht doch harmonischer als etwa die Welt des juedischen Kindes, dass auf die englische Schule geschickt wird? Kann aber die juedische Schule mehr sein, als sie es heute ist? Sie kann es! Sie kann zwar nicht das Problem der Galut loesen, sie ist kein Ersatz fuer Leben im eigenen Land. Sie kann aber mehr sein, wenn die Eltern es wollen, wenn die Eltern das Erlernen der Sprache des juedischen Volkes, das Kennen seiner Kultur nicht fuer weniger wichtig ansehen als Englisch und Mathematik; wenn die Eltern begreifen, dass die Harmonie des juedischen Menschen, die positive Bejahung seines Judentums eben so wichtig fuer das Leben sind wie die Vorbereitung fuer Studium und Beruf. Die Eltern muessen fordern, dass ihre Kinder soweit Hebraeisch erlernen, dass die Jugend in lebendigen Kontakt mit dem Staate Israel und seiner Kultur kommen kann. Medinat Israel ist die einzige Kraftquelle des modernen Judentums und durch sie allein sind wir in der Lage, den Kindern auch die juedische Geschichte und die Kultur der Vergangenheit nahezubringen. Die Eltern, die sich fuer die Zukunft ihrjr Kinder als Juden verantwortlich fuehlen, muessen sich die Frage vorlegen: Koennen wir ausserhalb der juedischen Schule unseren Kindern eine juedische Erziehung geben? Die Eltern aber, die ihre Kinder bereits in der juedischen Schule haben, muessen dazu beitragen, dass die Schule das erreicht, wozu sie berufen ist: die Verwurzelung ihrer Kinder in juedischer Kultur als selbstbewusste Juden in Verbindung mit Medinath Israel. YESO A JLökOMERAL Vor 200 Jahren wurde Wolf Heidenheim in einer kleinen Stadt in Bayern geboren. In jungen Jahren kam er auf die Yeschivah in Fürth, wo er ausser Talmud noch hebräische Grammatik und die massoretischen Texte studierte. Es waren die Grundpfeiler zu seiner späteren Scholarship. Einer seiner Lehrer war Rabbiner Hirsch Janov, und man nimmt an, dass Heidenheim welcher anfing Hochdeutsch zu studieren, Fürth verliess, weil Hirsch Janow einer der unversöhnlichsten Gegner von Mendelsohns deutscher Pentateuch Übersetzung war. Mit 25 Jahren war Wolf Heidenheim einer der bekanntesten Studenten der Frankfurter Yeschivah und ein Freund von Rabbiner Pinchas Horwitz. In der Bodlea Bibliothek gibt es noch einige Handschriften welche auf seine Zeit in der Frankfurter Yeschivah zurückdatieren. In Offenbach wurden Heidenheims erste hebräische Bücher gedruckt. Es war seine Vorliebe jüdische Häuser und Synagogen mit Gebetbüchern zu versorgen welche fehlerfrei und ein bisher unbekannter Typ waren. Bald erkannte er jedoch, dase seine Pläne ohne finanzielle und technische Hilfe straucheln würden. Glücklicherweise fand er beides. Die finanzielle Hilfe bekam er von einem früheren Kameraden Wolf Breidenbach, der inzwischen zu Wohlstand gelangt ist. In Baruch Baschwitz, einem D,rucker aus Frankfurt a./O. fand er technische Hilfe. 1798 gründeten sie eine eigene Drukkerei in Roelheim und 2 Jahre später erfüllte sich ein Traum Heidenheims: sein Machsor wurde veröffentlicht. Neben dem hebräischen Text stand Heidenheims hochdeutsche Übersetzung und darunter sein hebräischer Commentar. Wo deutsche und polnische Gebetordnung verschieden war druckte Heidenheim beide. Durch die Entwicklung in WASSER, ERDOEL, BODENSCHÄTZE NEUENTDECKT In dem historischen Mizpa-r Tal über dem Kineret See sind die Versuche intensiver landwirtschaftlicher Bearbeitung an dem schweren Wassermangel gescheitert. Nunmehr gelang es bei Kfar Chittin, einem von bulgarischen Juden bewohnten Kooperativ - Dorf, eine reiche Wasserquelle zu erbohren, die den beiden alten Siedlungen , Mizpe und Kfar Chittin Wasser in ausreichender Menge liefern wird. Auch die Nachbardörfer Arbei und Kibbuz Lawie sollen von dem unterirdischen Bekken, das wahrscheinlich weitere Bohrungen erlaubt, mit Wasser i versorgt werden. OELBOHRUNG BEI KFAR TABOR para TERMINACIONES PERFECTAS Gran rendimiento Oistrib: SODIMAC - S. A. C. SAAVEDRA BENARD AGENCIAS GRAHAM S. A. C. Die erste Oelbohrtmg im unteren Galil wird in der Nähe von Schdmot Dwora unweit vom Berge Tabor demnächst begonnen werden. Die geologischen Untersuchungen ergaben gute Aussichten für Oelbohrungen in dieser Gegend. Demnächst wird Beschluss darüber gefasst werden, ob die Oelbohrungen im Gebiet Lachisch fortgesetzt werden sollen. Jahrhunderte lange Bedrükung und Censur der Deutschen verlor der Text des Machsors seine Authentigkeit. Durch das Studium deutscher und italienischer Handschriften, stellte Heidenheim die poetischen Originaltexte wieder her. 1806-1808 erschienen Abhandlungen über hebräische Grammatik und Aussprache. Dann erschienen Gebetbücher “Safa Berma” und “Sefat Emet”, letzteres das berühmte und unsterblichste seiner Ausgaben. Die Sorgfalt mit welcher der Text nachgeprüft war, die Klarheit des Druckes, die vollkommene Ordnung der Gebete machten das Siddur zu einem Gegenstand der Freude für Gelehrte sowie Unwissende. Es gibt kaum Siddurim nach Heidenheim, die nicht Spuren dieses grossen Prototype enthalten. 1818 veröffentlichte er seine Ausgabe des Pentateuch mit seinen Erklärungen “Habanot Hamikra”. Zwischen 1822 und 1834 erschienen: die Haggadah, Pirke Abot, Seder Tischo b’ab und Selichot, alles mit deutscher Uebersetzung. Heidenheims deutscher Stil war von klassischer Reinheit. Wolf Heidenheim starb in Armut 1832. Seine letzte Ruhestätte auf dem Rödelheimer jüd. Friedhof war ungepflegt und geriet bald in Verfall. Die jüdische Welt, welche ihm die Einsicht in die Bedeutung und Schönheit der täglichen und Festgebete verdankte, hatte ihn vergessen. 1893 riefen 2 Gelehrte Abraham Berliner und Marcus Horovitz die jüdische Oeffentlichkeit auf, etwas für einen seiner grossen Söhne zu tun. Man errichtete daraufhin einen neuen Grabstein auf dem Grab Wolf Heidenheims. Aber der Name Wolf Heidenheim lebt weiter wo immer Siddurim Und Machsorim mit dem Aufdruck Rödelheim gefunden werden. (Uebersetzt von Helma Holland). Riesenschritten GOLDFUNDE BEI PETACH TIKWA Die Forscher der Gesellschaft “Machzwe Jisrael” für Ausbeutung der Bodenschätze suchen seit langem nach Goldspuren in verschiedenen Gegenden Israels und es gelang nunmehr mit Sicherheit festzustellen, dass in dem Erz von Timna und auch in der Gegend von Petach Tikwa ein Goldgehalt im Gestein vorhanden ist, der sich zwischen 2 und 4% bewegt. NEUE EISENBAHNLINIE Die Arbeiten an der neuen Eisenbahnlinie Beer Schewa- Dimona wurden' aufgenommen und der erste Teil des Bahnbaues soll im kommenden Jahre vollendet werden Die Bahnlinie wird eine Länge von 35 Kilometer haben und 45 Bahnübergänge werden notwendig sein, um Strassen und Wadis zu überbrücken. Die Vollendung der Bahnstrecke wird die Bodenschätze der Gegend, namentlich Kaolin, der fuer Porzellanherstellung vorzüglich geeignet ist, der Ausbeutung zugänglich machen. (JEDIOTH HAYOM).