Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIX (1957)
- Issue
- 5 (Mayo, 1957)
- Date
- 1957-05-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/8553624-8554444-9194285--2012-8554505- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Mayo 1957 BOLETIN INFORMATIVO 7 Der Rechenschaftsbericht des Praesidenten (Fortsetzung von Seite 6) teiligung an den Gottesdiensten nicht mehr gewaehrleistet war. Sobald sich wieder eine Moeglichkeit ergibt, wird die Kultus-Kommission gewiss diese Gottesdienste mindestens versuchsweise wieder einfuehren. Es waere dies umso wünschenswerter, da die Eltern fryeher ihre Kinder mitbrachten und keine Gelegenheit ausser acht gelassen werden darf, die den Kindern den Besuch eines Gottesdienstes ermoeglicht. Unser taegliches Minjan, das insbesondere Gelegenheit bieten soll, im Trauerjahr und an Jahr zeitstagen Kaddisch sagen zu koennen, ist trotz nicht unerheblicher Schwierigkeiten auch waehrend 'der Sommer- Monate niemals unterbrochen worden. Es wurde sogar in den letzten Wochen, trotz der so bedauerlichen Stoerungen, die das oeffentliche Leben Chiles erleiden musste, aufrecht erhalten. Wir haben dadurch erneut bewiesen, dass unsere Gemeinde ihren Charakter als Religions-Gemeinde zu wahren versteht. DIE 50 - JAHRFEIER Der Jischuw von Chile feierte in diesem Jahre sein 50jaehriges Bestehen. Es waren zahlreiche Festlichkeiten programmiert, die sowohl die Mitglieder der einzelnen juedischen Institutionen Chiles wie auch eine grosse Anzahl offizieller Persoenlichkeiten und Freunde der chilenischen Kreise in froher Festesstunde mit uns vereinigen sollten. Leider mussten zufolge der Verwicklungen im Vorderen Orient alle diese Festlichkeiten vertagt werden, da waehrend der kriegerischen Ereignisse jedem von uns die Stimmung zum Feiern gefehlt haette. Ende Juni ds. Js. sollen die vertagten Veranstaltungen nachgeholt werden. Anlaesslich dieses Jubilaeums hat der bekannte argentinische Schriftsteller Moisés Senderey ein Buch ueber die Entwicklung der juedischen Gemeinden Chiles geschrieben, das sowohl in spanischer wie jiddischer Sprache innerhalb weniger Wochen fertiggestellt und der Oeffentlichkeit uebergeben werden wird. Auf Grund zahlreicher Besprechungen, die ich mit dem Verfasser dieses Werkes hatte, darf ich Ihnen mitteilen, dass unserer S.C.I. ein ehrenvoller Teil dieses Werkes gewidmet ist. BEZIEHUNGEN ZU ANDE¬ REN ORGANISATIONEN Unsere Beziehung zu der Jevra Kedischa ist nach wie vor besonders freundschaftlich. Dier Herren Dezernenten dieser Institution, denen wir an dieser Stelle den Dank unserer Gemeinde aussprechen, haben stets groesstes Verstaendnis bei allen Verhandlungen gezeigt, die wir bei den leider so zahlreichen Beerdigungen fuehren mussten, und die ohne jede Schwierigkeit "verliefen. Es soll nicht unerwaehnt bleiben, dass in einer Repraesentanten - Sitzung ausdruecklich festgestellt worden ist, in welch taktvoller und angemessener Form die Leidtragenden in so schweren Stunden beraten und behandelt wurden. Auch in diesen Jahre haben wir wieder zahlreiche Grabsteine fuer Verstorbene gesetzt, die keine Angehoerigen hatten oder deren Hinterbliebene zur Erfuellung dieser Ehrenpflicht nicht in der Lage gewesen sind. Es sei hierbei darauf hingewiesen, dass die Betraege, die gelegentlich der Beerdigungen auf dem Friedhof gesammelt werden, ausschliesslich fuer den erwaehnten Zweck bestimmt sind. Mit den uebrigen Institutionen des Jischuws von Chile, insbesondere mit der Federación Sionista und dem Comité Representativo, ist die Zusammenarbeit eine sehr intime. Wir sind in beiden Spitzenorganisationen unserer Kollektivitaet auf wichtigen Posten vertreten und bleiben immer bestrebt, durch unsere Mitarbeit zu beweisen, dass zwar jede der einzelnen Organisationen ihre eigenen internen Aufgaben zu loesen, dass diese aber in gleicher Weise an den gemeinsamen grossen Aufgaben des gesamten Jischuws mitzuwirken hat. Es soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass zum ersten Male in der Geschichte unserer Gemeinde seitens einer politischen Partei die Meinung vertreten wurde, dass die einzelnen Kollektivitaeten den Zusammenschluss des gesamten Jischuws in eine einzige Kehilla durch ihre Existenz erschwert und somit dem Kollektivleben nicht, gedient haetten. Unsere Gemeinde hat durch das Repraesentanten-Kollegium entsprechend reagiert, wie Ihnen aus unseren Antworten bekannt sein wird, die in unserem “Boletín” veroeffentlicht wurden. Sowohl das Comité Representativo, wie auch die Federación Sionista haben uns schriftlich ihr Bedauern ueber diesen Presseangriff zum Ausdruck gebracht, der von beiden Spitzen - Organisationen verurteilt wurde. Man hat in den Antworten deutlich darauf hingewiesen, wie wertvoll und unentbehrlich unsere Organisation fuer den gesamten Jischuw und unsere Mitarbeit fuer dessen Aufgaben ist. Wir freuen uns, dass damit dieses Missverstaendnis zur allseitigen Zufriedenheit aufgeklaert ist und werden unsererseits alles tun, um uns mehr denn je an den kollektiven Arbeiten zu beteiligen. In diesem Zusammenhänge bleibe nicht unerwaehnt, dass auf unsere Anregung hin der Vertrieb der Shekalim dadurch vereinfacht worden ist, dass beschlossen wurde, jedem Mitglied einen Shekel per Post zuzusenden und den Gegenwert zusammen mit den Mitgliedsbeitraegen einzuheben. Diese Neuerung hat einen ausserordentlich grossen Erfolg und das Ergebnis gehabt, dass kaum ein Mitglied unserer Gemeinde ohne Shekel, dem Symbol der Verbundenheit mit unserem juedischen Volke, geblieben ist. Wir duerfen davon ausgehen, dass wir dieses Verfahren auch inkuenftigen Jahren beibehalten koennen, durch das ausserordentlich viel zeitraubende Arbeit erspart wird. Die Legación de Israel in Chile laedt die Vertreter unserer Gemeinde regelmaessig zu allen von ihr organisierten Zusammenkuenften, Vortraegen, Empfaengen usw. ein. Der Referent hat ueber eine eindrucksvolle Feier berichten koennen, bei welcher dem Praesidenten der Deputierten- Kammer Julio Durán und dem Deputierten Sergio Salinas Ehrenurkunden fuer gepflanzte Baeume uebergeben wurden. Beide Herren haben diese Auszeichnung als einen hohen Orden des Landes Israel dänkerfuellt entgegengenommen und sich in anerkennenden Worten ueber den Wert einer derartigen Ehrung geaeussert, die das bluehende wachsende Leben in der Natür symbolich zum Ausdruck bringt. Unsere Gemeinde hat der Legación gelegentlich der Einweihung der neuen wuerdigen Raeume ein Gemaelde eines israelischen Malers mit israelischem Motiv (Hafen Haifa) uebergeben. DAS “BOLETIN INFORMATIVO” Unser “Boletín Informativo” ist nach wie vor der gute Freund aller unserer Mitglieder. Es ist eine wesentliche Bindung zwischen Gemeinde und Mitglied, zwischen unserer Gemeinde und den juedischen Gemeinden des inn und Auslandes. Die Presse-Kommis sion hat besonderen Wert darauf gelegt, Besprechungen von Theater- und Konzert — Auffuehrungen sowie von Neu- Erscheinungen auf dem Buechermarkt in groesserem Umfang als in den vergangenen Jahren zu bringen, da aus zahlreichen Aeusserungen und Zuschriften von Mitgliedern hervorgeht, dass derartige Veroeffentlichungen mit grossem Interesse gelesen werden. Wir haben einen Mitarbeiter gefunden, der auf Grund seiner grossen Sachkenntnis in der Lage ist, sachverstaendige Kritiken ueber musikalische Darbietungen jeder Art zu schreiben. Die Übersetzungen aus englischen Zeitungen in unserem Boletín wurden von einem Mitglied der Presse - Kommission gefertigt. Selbstverstaendlich standen Israel-Nachrichten auch im vergangenen Jahre an erster Stelle. Insbesondere hat sich der “Monatsspiegel” unseres Redakteurs Hans Kaufmann fast ausschliesslich auf mit der Medinath zusammenhaengende Fragen bezogen. Sie selbst, meine Damen und Herren, werden mit grosser Freude und mit grossem Genuss die geistreichen, mit guter Satire gewuerzten, stilistisch hervorragenden Artikel gelesen haben und ich darf in Ihrer aller Namen unserem Redakteur fuer das hohe Niveau, das er der Zeitung gibt, der Leiterin der Jugend-Beilage fuer ihre liebevolle Art, zu Kindern zu sprechen und der Presse-Kommission fuer ihre rege Taetigkeit unseren ver- /indlichsten Dank aussprechen. Es soÜ hierbei erwaehnt werden, dass dife Sitzungen dieser Kommission, die einmal im Monat stattfanden, stets gut besucht waren, und dass kaum je eines der juengeren Mitglieder gefehlt hat. Es moege dies ein gutes Omen fuer die Gemeindearbeit des kuenftigen Jahres sein. DAS BAU-PROJEKT — VERTAGT » Ich habe Ihnen in meinem vorjaehrigen Bericht vorgetragen, dass wir uns mit dem Projekt eines Neubaus einer kleinen Synagoge verbunden mit einem Jugendheim auf unserem eigenen Gelaende befasst haben. Wir haben auf Grund der von der letzten General - Versammlung erteilten Ermaechtigung die entsprechenden Antraege an die Claims-Conference gestellt und durften auf Grund der Befuerwortung des Lateinamerikanischen Vertreters dieser Konferenz, mit dem wir wiederholt Ruecksprache hatten, davon ausgehen, dass unserem Antrag entsprochen wuerde und wir Ihnen heute ueber unsere weiteren Ideen berichten koennten. Leider kam es anders. Der Antrag wurde von der Claims- Conf e r e n c e zurueckgestellt, nicht etwa, weil man die Berechtigung unseres Gesuches nicht anerkannt haette sondern weil saemtliche zur Verlegung stehenden Gelder in diesem Jahre fuer andere Zwekke weit dringlicherer Natur verwendet werden mussten. Sie wissen, meine verehrten Damen und Herren, welches Unglueck im abgelaufenen Jahre ueber zehntausende unserer Brueder in vielen Laendern der Welt hereingebrochen ist und dass es in erster Linie galt, ihnen zu helfen. Waren es erst unsere Brueder in Nordafrika, waren es spaeter die in Aegypten, so sind es kuerzlich unsere ungarischen Brueder, die gerettet werden muessen. Der weitaus groesste Teil geht nach Israel. Es haben aber auch dankenswerter Weise die Staaten des nord- und suedamerikanischen Kontinentes zahlreiche Visa erteilt, um diesen entwurzelten, aus Lebensgefahr entronnenen Menschen eine neue Heimat zu geben. Wer von uns wuerde es nicht als selbstverstaendlich ansehen, dass zur Rettung dieser Verfolgten alle verfuegbaren Gelder aufgewendet werden? Wer wuerde der Claims-Conference nicht Recht geben, wenn sie diese Aufgabe als ihre vordringlichste ansieht? Wir koennen mit unserem Vorhaben noch ein Jahr warten. Wer aber ohne Mittel, ohne Verwandte in der Welt auf fremde Hilfe angewiesen ist, er kann nicht warten und soll nicht warten. So haben wir es fuer eine selbstverstaendliche Verpflichtung angesehen, gemeinsam mit den anderen Institutionen des chilenischen Jischuws uns finanziell an der Eingliederung unserer ungluecklichen ungarischen Brueder, die in einer Zahl von etwa 500 nach Chile kommen, zu beteiligen. Auch damit wollen wir beweisen, dass wir nicht nur fuer uns als Sektor, sondern fuer die Gesamtheit juedische Arbeit leisten. Zu den Mietern unseres Hauses zaehlen die beiden Logen “B’ne Berith”, der Cisroco und die Wizo, denen wir uns bemuehen, den Aufenthalt im Gemeindehaus, soweit es in unseren Kraeften steht, so angenehm wie moeglich zu gestalten, Es ist und bleibt unser Ziel, dass unser Haus ein Heim fuer alle juedischen Institutionen ist, ein Haus, voll juedischen Lebens das alle Organisationen als ihr Gemeindehaus ansehen sollen. SOZIAL - ARBEIT Die Sozialarbeit unserer Gemeinde wird von unserem Wohlfahrtsamt, dem Cisroco, in hervorragender Weise durchgefuehrt. Wir koennen es beurteilen, welch aufopfernde Taetigkeit die Herren des Cisroco auszuueben haben. Jeder von Ihnen wird verstehen, dass Zeiten fortschreitender Inflation die finanziellen Ansprueche ausserordentlich wachsen, und dass der Cisroco mit Recht immer und immer wieder an uns appelliert, ihm bei Durchfuehrung seiner Aufgaben zu helfen. Es ist auch unser aller Pflicht, die so verdienstvollen Leiter unseres Altersheims bei Fertigstellung des Neubaues tatkraeftig zu unterstuetzen. Relativ klein ist der Betrag, der noch benoetigt wird. Umso groesser wird unsere Genugtuung sein, wenn der Bau fertiggestellt ist und wir unsere Alten in wuerdiger Weise in angemessenen, sauberen, hellen Raeumen untergebracht sehen. Wir haben die etätsmaessige Unterstuetzung fuer Cisroco und Altersheim diesmal betraechtlich erhoeht und koennen ihnen auch aus dem Ergebnis der Magbit erhebliche Betraege zuweisen, die ihnen wesentlich zur Finanzierung helfen. Wir wollen — so glauben wir bei Aufstellung unseres Etats bewiesen zu haben— uns selbst einschraenken so weit es geht, aber sozial helfen, so weit es uns moeglich ist. Nur so kann letzten Endes eine Gemeindearbeit fuer diejenigen, die sie leisten, auch eine innere Befriedigung bringen. Aus dem Fond fuer verschaemte Arme haben wir in vielen Faellen solchen Menschen geholfen, die durch Krankheiten und sonstige besondere Umstaende in Schwierigkeiten geraten sind. Das ist die wahrhaft juedische Hilfe, die geleistet wird, ohne dass man sie erbittet, wenn man nicht wartet bis der Betreffende sich gezwungen sieht, in seiner Not an eine Hilfskasse her-- anzutreten. Vergessen Sie diesen Fond nie, meine Damen und Herren! Unsere Sonntags-Sammlung wird zwar, weiter monatlich durchgefuehrt; ich will Ihnen aber nicht verschweigen, dass die Ergebnisse von Monat zu Monat unguenstiger werden. Es ist dies ausserordentlich bedauerlich u.z. nicht nur wegen des finanziellen Misserfolges, sondern aus der Tatsache heraus, dass sich trotz aller unserer Bitten, VeroeffentUchungen in der Zeitung, Schreiben an die Eltern nicht genug Jugendliche melden, die bereit waeren, an einem einzigen Sonntag im Monat dieses Sammelwerk zu uebernehmen, die bereit waeren, einmal im Monat zwei Stunden auf Sport oder sonstige Zerstreuungen zu verzichten, um zu helfen, Geld zu sammeln, mit dem Judennot in der Welt gelindert (Fortsetzung Seite 8)