Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XIX (1957)
- Issue
- 5 (Mayo, 1957)
- Date
- 1957-05-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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6 BOLETIN INFORMATIVO Mayo 1957 Der Rechenschaftsbericht des Praesidenten (Fortsetzung von Seite 5) entscheidenden Alter ihrer Entwicklung mit dem Unterricht und dem juedischen Leben verbunden bleiben. Haben wir doch aus der Praxis ersehen, dass die 10 Jungen, die im vergangenen Jahre an einem solchen post— Barmizwah— Kurs teilgenommen haben, so interessiert wurden, dass aus ihrem Kreise diejenigen ausgewaehlt werden konnten, die bei dem Jugend— Gottesdienst als Redner, Vorbeter, Thora— Vorleser und Gaboim mitwirkten. Dies erscheint uns ein besonderer Erfolg, der in Zukunft hoffentlich noch vergroessert werden kann. Hierzu bedarf es des Interesses der Eltern. Schicken Sie einmal im Monat an einem Sonnabend nachmittag Ihre Kinder zu einem Gottesdienst, wenn es Ihnen auch jetzt ein Opfer zu sein scheint. Wenn Ihre Kinder erwachsen siSd und mit Gottes Hilfe ein eigenes juedisches Haus fuehren, werden sie es Ihnen, den Eltern danken. Unsere Gemeinde muss es sich auch in Zukunft angelegen sein lassen, junge Maedchen im Alter von ueber 13 Jahren unterrichtsmaessig zu erfassen..Die Voraussetzungen, in denen die juedische Entwicklung eines Maedcheas durch das Haus allein gesichert wird, sind leider nicht mehr die gleichen wie frueher. Da die Frau der wesentlichste Faktor fuer die Fuehrung eines juedischen Hauses ist, muss gerade der religioesen Erziehung unserer jungen Maedel groesste Aufmerksamkeit geschenkt werden. "VAAD HAJINUJ” Unsere Gemeinde hat das Erziehungswerk des “V a a d Hajinuj”, in dessen Direktorium wir durch Mitglieder des Repräsentanten - Kollegiums vertreten sind, in jeder nur erdenklichen Weise unterstuetzt und zwar finanziell wie propagandistisch. Wissen wir doch, dass letzten Endes nur die juedische Integralschule geeignet ist, unseren Kindern die weltliche und juedische Bildung zu geben, die wir ihnen angedeihen lassen wollen. Wissen wir doch, dass die Kinder sich in einer juedischen Schule und nur in einer juedischen Schule frei und gluecklich fuehlen und mit Lust und Liebe lernen. Viele von uns haben an der Einweihung der Modell- Schule Macul teilgenommen. Die erhebende Feier, bei der der Praesident der Republik, der Unterrichtsminister und zahlreiche Vertreter der Regierungsstellen anwesend waren, war wohl mit das bedeutendste Ereignis des Lebens unseres Jischuws im vergangenen Jahre. Es soll nicht unerwaehnt bleiben, dass die Regierung Chiles die hebraeische Sprache als Lehrfach anerkannt hat. Wir duerfen der Hoffnung Ausdruck geben, dass sich diese juedische Schule erfolgreich weiter entwikkelt und dass sie viele Kinder unserer Gemeinde - Mitglieder zu ihren Schuelem zaehlt. DIE JUGEND - ORGANISATIONEN Wie stets haben wir auch im abgelaufenen Geschaeftsjahre den verschiedenen Jugendbewegungen fuer ihre laufende Arbeit und ihre Sommerlaeger unsere moralische und finanz i e 11 e Unterstuetzung gewaehrt. Unser besonderes Interesse galt der Jugendgruppe “Ivria”, die uns aus vielen Gruenden nahe steht. Sehen wir doch vor allem in ihr viele junge Menschen aus unserem Kreise organisiert, die sich verschiedentlich mit uns ueber Jugendfragen beraten haben. Die “Ivria” umfasst heute ca. hundert Jugendliche, die sich bemuehen, auf nichtparteipolitischer Gru n d 1 a g e durch kulturelle und soziale Aktivitaeten eine bewusst juedische und zionistische Atmosphaere zu schaffen und die juedische Jugend vor der Assimilation zu bewahren. Sie haben in diesem Jahre durch bewusste Planarbeit unter Leitung unseres Rabbiner Loewenstein und des Herrn Dr. Otto Kernberg versucht, ihre Arbeit bestaendiger zu gestalten. Der Besuch eines Scheliach hat ihnen bei ihrer Taetigkeit sehr geholfen. Eine Zeitschrift, die im vergangenen Jahre dreimal erschien, spiegelt ihre Bemuehungen wieder. Als ein Erfolg ihrer Taetigkeit darf die Adijah von 6 Mitgliedern durch “Schacham” bezeichnet werden. Die ersten von diesen 6 Chawerim werden in naechster Zeit — wie dies bei dem Charakter der Schacham vorgesehen — zurueckkommen und dazu beitragen, durch ihre Erfahrungen und Erlebnisse in Israel die juedische Arbeit der “Ivria” zu vertiefen. Im Februar dieses Jahres veranstaltete diese Jugend-Organisation ein Sommerlager, das als ein ganz besonderer Erfolg bezeichnet werden darf. Junge Menschen haben etwa 2 Wochen lang an der Kueste ihre Ferien gemeinsam verbracht und dabei an Vortraegen und Onege Schabbat ueber juedische und allgemeine Themen teilgenommen. Leider hatte diese Jugendgruppe im vergangenen Jahre auch innere Probleme zu loesen. Da sich in ihr Elemente organisiert hatten,'die von der Mehrheit der Mitglieder als stoerend und unproduktiv empfunden wurden, musste sie zu einer Reorganisation ihres Mitgliederbestandes schreiten. Unter der jetzigen Leitung von Herrn Gerd Konirsch hat die Ivria mit erneuten Kraeften ihre Taetigkeit aufgenommen und hofft, in Kuerze wieder ihre fruehere Mitgliederzahl zu erreichen. Es ist leider ein unleugbarer Tatbestand, dass ganz allgemein eine Verminderung des Interesses, am organisierten juedischen Leben teilzunehmen, festzustellen ist. Darunter leidet auch die “Ivria”, der es vor allem an Menschen fehlt, die geeignet sind, Gruppen zu fuehren. Aus dieser Erkenntnis heraus bemueht sich unsere Gemeinde schon seit langem — in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen — fuer die juedische Jugend, die nicht in chaluzischen Buenden organisiert ist, einen Schaliach zu finden, der sich ausschliesslich der Organisation und Erfassung dieser Jugend widmet. Wir haben Korrespondenzen mit dem Ausland gefuehrt, unsere Freunde, die Auslandsreisen machten, haben in Israel, Uruguay, Argentinien usw. Verhandlungen gefuehrt. Wir haben die Jugend selbst gebeten, uns Vorschlaege zu machen — leider koennen wir Ihnen ueber einen positiven Erfolg bisher nicht berichten. Die Bemuehungen muessen fortgesetzt werden—trotz aller Schwierigkeiten. Die unter dem Namen “Degel Israel” bestehende Jugendgruppe arbeitet heute im Rahmen des “Maccabi”. Nach anfaenglichem Erfolg, ueber den ich Ihnen noch in den letzten Jahren berichten durfte, liess der Besuch immer mehr nach. Den Bemuehungen des Herrn Dov Scherzer, Inspektors der “Sochnuth” beim “Vaad Hajinuj”, dem wir fuer sein stets bewiesenes Interesse an Jugendfragen unseren besonderen Dank aussprechen, sowie den Herren Miguel Mankewitz und Dr. Wilhelm Steinberg ist es zu verdanken, dass in der erwaehnten Zusammenarbeit mit dem “Maccabi” und der Jugendkommission der Loge “Pacifico” dieser Jugendgruppe Programm und Inhalt gegeben wird. Wir hoffen, dass im kommenden Jahre diese Jugendgruppe ihre fruehere erfolgreiche Taetigkeit wieder zu verzeichnen haben wird. Das Centro — Universitario — Judio, eine Jugendorganisation, die sich vor allem der studentischen Jugend widmet, tagt weiter in unserem Hause. Gerade die studentische Jugend, die so viele Jahre abseits vom juedischen Leben gestanden hat, zu erfassen, ist eine schwierige, aber besonders dankenswerte Aufgabe. Wir freuen uns, fliese Gruppe bei ihrer wichtigen Arbeit in unserem Hause beobachten zu koennen. Unser warmes Interesse fuer die Jugendbewegung im allgemeinen glauben wir auch dadurch aeusserlich zum Ausdruck gebracht zu haben, dass wir die Ferienlaeger saemtlicher Jugend-Organisationen — ohne Ruecksicht auf deren politische Einstellung — finanziell unterstuetzt haben. Es ist mir ein aufrichtiges Beduerfnis, den Lehrern unserer Religiönsschule und allen ehrenamtlichen Leitern der Jugendgruppen im Namen der Gemeinde unseren herzlichsten Dank fuer ihre verantwortungsvolle Taetigkeit auszusprechen. Wir bitten sie, mit der gleichen Liebe zur Sache fuer unsere Jugend weiter zu arbeiten und wuenschen ihnen einen steten Erfolg ihrer Taetigkeit. Unsere S. C. I. wird immer fuer alle jugendlichen Bestrebungen zur Verfuegung stehen, mit ihrem Rat und auch mit materieller Hilfe. Nur durch erfolgreiche Jugendarbeit leistet eine Gemeinde erfolgreiche juedische Arbeit. GEMEINDE UND JUGEND Gestatten Sie mir, meine Damen und Herren, noch ein das Jugend-Problem abschliessendes Wort ueber uns, die Gemeinde und unsere Jugend. In den letzten Monaten ist, wie Sie aus unserem “Boletín Informativo” wissen, die Frage des Nachwuchses in unserer Gemeinde mehrfach zur Debatte gestellt worden. Die erste Etappe unserer Gemeindearbeit in den vergangenen Jahren war dadurch charakterisiert, dass an ihr in der Hauptsache Menschen teilgenommen haben, deren Leben und geistige Einstellung durch ihre Erfahrungen auf dem europaeischen Kontinent geformt worden ist. Wir haben damit die Grundlage zu einer Gemeinde gelegt, die sich bemueht hat, in diesem fuer uns alle neuen Land, vielen ein Stueck seelische Heimat zu schaffen. Aber wir muessen den Bestand unserer Gemeinde auch fuer eine Zukunft sichern, in der diese zu einem wesentlichen Prozentsatz aus Menschen bestehen wird, die sich hier in diesem Kontinent entwickelt haben. Den Uebergang von einer deutschsprachigen Immigranten-Gemeinde zu einer chilenisch — juedischen Gemeinde zu finden, ist eines der Haupt- Probleme, vor das die neue Gemeinde-Leitung in den kommenden Jahren gestellt sein wird. Die Loesung zu finden kann keineswegs ausschliesslich Aufgabe von Menschen unserer Generation sein. Ich benutze diese Tribuene, die die hoechste Instanz im Leben unserer Institution ist, dazu, um unsere Jugend aufzufordern, in staerkerem Masse als bisher unserer Gemeinde ihr Interesse zu bezeugen und an ihrer weiteren Entwicklung mitzuarbeiten. Wir haben zu unserer Freude feststellen koennen, dass jene junge Menschen, die wir zur Arbeit in Kommissionen herangezogen haben, uns wertvolle Mitarbeiter waren. Wir hoffen, dass wir in der kommenden Periode mit weiteren jungen Freunden rechnen koennen, die uns helfen, die uns gestellten, gewiss nicht immer leichten Probleme zu loesen. KULTURELLE VERANSTALTUNGEN Wenn ich gelegentlich meines vorjaehrigen Berichtes mit Bedauern feststellen musste, dass alle unsere Bemuehungen, wirklich wertvolle Kulturarbeit durchzufuehren, an den mangelnden Besuchen unserer Mitglieder scheiterten, so hat sich leider dieser Zustand eher noch verschlechtert. Wir haben Kulturabende zu veranstalten versucht, die aber zufolge verschwindend geringer Teilnehmerzahl nur zu einem gemuetlichen Beisammensein mit den Vortragenden und den Herren der Kultur-Kommission fuehrten. Ist dies einer Gemeinde des Umfangs der unsrigen wuerdig? Kann sich ein relativ kleiner Teil unserer grossen Gemeinde nicht wenige Male im Jahre einen Abend fuer kulturelle Veranstaltungen freihalten und damit sich nicht nur selbst einen Genuss verschaffen, sondern den Veranstaltern neuen Mut fuer Fortsetzung der Kulturarbeit geben? Ich bitte die Herren der Kultur-Kommission, nicht zu verzagen und bin sicher, dass eines Tages auch wir in unserer Gemeinde bei Kulturveranstaltungen ein so volles Haus finden werden, wie es gelegentlich der Vorfuehrung des Films “Colina 24 no contesta” der Fall war. Wir haben, wie ueblich, die Feier des Jom Haazmaut, die Herz! - Bialik - Gedenkstunde und die Erinnerung an den 9. November in Form von Gottesdiensten und Kulturakten durchgefuehrt. Es wurden seit der vorigen General-Versammlung folgende Vortraege gehalten: Rabbiner Loewenstein: “Bericht ueber eine Reise nach Israel” und “Sind wir wie andere Voelker”. Dr. Erich Bry: “Was~bedeutet uns Kurt Tucholsky”, und “Leo Baeck - Gedenkstunde”. Coro-Hazomir: Konzert (Solistin Fanny Fischer). Empfang des Gross - Praesidenten des Ordens B’ne Berith M. Philip M. Klutznik in unserem Hause. Herr Professor Aron Katschalski vom Weizmann-Institut in Rechowoth sprach vor den ehrenamtlichen Mitarbeitern unserer Gemeinde ueber seine wissenschaftlichen Forschungen. Dr. Jonas Allerhand: “Psychologie des juedischen Kindes”. Rabbiner Loewenstein: “Das Kind und die Familie”. Dov Scherzer: “Die Bedeutung der Schule im Leben des Kindes”. KULTUS Auf dem Gebiete des Kultus haben wir unsere traditionsgemaesse Taetigkeit, wie ich glaube sagen zu duerfen, mit Erfolg fortgesetzt. Unsere Gottesdienste wurden inderueblichen Form wuerdig durchgefuehrt. An den Hohen. Feiertagen haben wir im vergangenen Jahre aus technischen Gruenden den Gottesdienst im Hotel Carrera nicht abgehalten, sondern dafuer zwei Gottesdienste im Gemeindehaus. Ueber die Zweckmaessigkeit der Beibehaltung dieses Systems wird die zukuenftige von Ihnen zu waehlende Gemeindevertretung zu entscheiden haben. Die Onege — Schabbat, die wir regelmaessig im Anschluss an den Sonnabend-Morgen — Gottesdienst abhielten, erfreuten sich eines immer groesseren Zuspruchs. Durch die Vortraege unserer Herren Rabbiner, die zur Belehrung der Anwesenden beitrugen, wurde der Zweck, dass sich die Gottesdienstbesucher zusammenfinden, um sich dem Studiums der Lehre zu widmen, voll erfuellt. Die Shiurim, die in frueheren Jahren eingefuehrt wurden, konnten leider nicht weiter abgehalten werden, da es an der entsprechenden Beteiligung fehlte. Hoffentlich gelingt es im neuen Geschaeftsjahre auf diesem Gebiete wieder Erfolge aufweisenzu koennen. Leider konnten auch die zweiten Freitag - Abendgottesdienste nicht aufrechterhalten bleiben, dadurch einebehoerdliche Aenderung der Geschaeftsstunden fuer Detailgeschaefte eine genuegende Be- (Fortsetzung Seite 7)