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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1957-05-01 · 5 (Mayo, 1957) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIX (1957)
Issue
5 (Mayo, 1957)
Date
1957-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Mayo 1957 BOLETIN INFORMATIVO 5 1 I DER RECHENSCHAFTSBERICHT DES PRAESIDENTEN nnpä&m HERR Dr. SIEGFRIED LANDAU VOR DER GENERALVERSAMMLUNG "Das juedische Volk, der Alliierte Israel" — Nach dem Aufbau, Konsolidierung — Von der Erfassung der Jugend haengt die Zukunft der Gemeinde ab — Aufgaben und Leistungen im Erziehungswesen — Die Frau in der Fuehrung des Juedischen Hauses;— Die Einweihung des "Colegio Modelo": Hoehepunkt des Jahres — Nur erfolgreiche Jugendarbeit ermoeglicht erfolgreiche juedische Arbeit — Aus einer Immigranten Gemeinde muss eine chilenische Gemeinde werden — Kultur und Kultus — Die S.C.L im Rahmen des Jischuw von Chile — Vordringlichkeit der Rettungs-Aktionen — Der wirtschaftliche Sieg Israels ist unsere Aufgabe — Verwaltungsbericht, Neuwahlen, Ausblick: ein neuer Impuls fuer die S.C.L Meine Damen und Herren: Schwer war es in den letzten Monaten und nicht minder schwer ist es noch heute, sich auf alltaegliche Verwaltungsarbeiten einer Gemeinde zu konzentrieren, wenn in dem grossen weltpolitischen Geschehen unsere Gedanken ueber die Ozeane hinueber in unser Land Israel fliegen, wenn wir taeglich und stuendlich alle die schweren Gefahren miterleben, denen unsere Brueder in Israel ausgesetzt sind, wenn wir mit ihnen auf die heroischen Makkabaeer — Siege stolz sind, wenn wir die Leitung der Regierung bewundern, die sich ihrer schweren Verantwortung fuer die zu fassenden Entscheidungen bewusst war und der Welt deutlich zu verstehen gab, dass wir Freunde der uebrigen Staaten sein wollen, aber nicht deren Vasallen. EINE GESCHLOSSENE FRONT MIT ISRAEL In der historischen Zeit, die wir erleben und in der so viel fuer die kuenftige oekonomische Entwicklungsmoeglichkeit Israels abhaengt, hat es sich erneut erwiesen, dass wir Juden in der Diaspora eine geschlossene Front mit unseren Bruedern in Israel bilden, dass die Judenheit in der. ganzen Welt der einzige wirklich zuverlaessige Bundesgenosse des Staates Israel ist. Nur im Vertrauen hierauf kann und wird die Regierung Israels mit Mut und Entschlossenheit ihren Standpunkt zu verteidigen wissen, dass wir ein freies Volk sind und dass wir das gleiche Recht wie alle anderen Voelker der Welt auf freie Schiffahrt haben. Nur so werden wir den glorreichen militaenschen Sieg mit einem ehrenvollen politischen Erfolge abschliessen koennen, der unserem Staate die Moeglichkeit gibt, in einem dauernden Frieden, den er erstrebt, seine wirtschaftliche Wiederaufbauarbeit durchfuehren zu koennen. Das juedische Volk in der Welt, der Allierte Israels, muss, um stets eine starke Stuetze Israels sein zu koennen, stark und gut organisiert sein. Nachdem wir juedische Gemeinden in diesem Kontinent, die alle die gleichen Aufgaben zu erfuellen haben, die alle die gleichen Probleme vor sich sehen, eine Aufbauarbeit geleistet haben, heisst es nunmehr, sich zu konsolidieren, da in der Zusammenarbeit gleichartiger Organisationen die einzelnen beteiligten Gemeinden Anregungen erhalten, die fuer ihre weitere Entwicklung sehr wesentlich sein koennen. DIE KONFERENZ VON MONTEVIDEO In Erkenntnis dessen fand im Monat Juli des vergangenen Jahres in Montevideo anlaesslich des 20-jaehrigen Bestehens der dortigen deutschen Gemeinde eine Tagung aller deutschsprechenden Gemeinden statt. Bei dieser Zusammenkunft war unsere Gemeinde durch Herrn Rabbiner Lubliner und unser Vorstandsmitglied Herrn León Rosenthal vertreten. Zweck dieser ersten gemeinsamen Tagung war, einen weitgehenden Gedankenaustausch ueber alle juedischen Gemeinde-Probleme herbeizufuehren. Aus Referaten der Delegierten aus Rio de Janeiro, Sao Paulo, Montevideo, Buenos Aires und Santiago erhielt man einen Einblick vom Aufbau und der Weiterentwicklung der einzelnen Gemeinden in den abgelaufenen zwei Dezennien. Man ging auf Grund der gegenseitig gemachten Erfahrungen dazu ueber, eine Arbeitsgemeinschaft der Gemeinden und Organisationen zentraleuropaeischen Ursprungs in Latein-Amerika zu organisieren, deren Sitz zunaechst Montevideo ist. Diese neue Arbeitsgemeinschaft hat sich u.a. die grosse Aufgabe gestellt, eine Sammelstelle einzurichten, die einerseits dem Austausch von Kultur- und Erziehungsmaterial dienen und andererseits die Herausgabe von Lehrmaterial fuer juedische Geschichte und Israelkunde in Angriff nehmen soll. Auch das brennende Problem des Nachwuchses fuer den Kultus ist der neuen Organisation als Aufgabenkreis zugewiesen worden. Es bedarf keiner besonderen Erwaehnung, dass insbesondere die Frage der Erfassung und Erziehung der jjiedischeri Jugend auf diesem Kontinent von der Arbeitsgemeinschaft mit besonderem Eifer behandelt werden wird. Unsere Gemeinde, von der Notwendigkeit der Existenz einer solchen Organisation ueberzeugt, hat beschlossen, sich ihr anzuschliessen, einen staendigen Vertreter ernannt und ist bereit, aktiv an der Loesung aller Probleme, die sich immer ergeben moegen, mitzuwirken. DIE JUGEND In all den frueheren Tätigkeitsberichten, die ich Ihnen zu erstatten die Ehre hatte, habe ich betont, dass das Jugend-Problem dasjenige ist, mit dem sich unsere Gemeinde in all den Jahren ihres Bestehens am meisten beschaeftigt hat, da von seiner Loesung die Zukunft unserer Gemeinde abhaengig ist. Auch im abgelaufenen Geschaeftsjahr hat es wohl keine Sitzung des Direktoriums oder des Repraesentanten - Kollegiums gegeben ,in der nicht ueber die Jugendfrage diskutiert worden waere. Im Mittelpunkt unse rer Bemuehungen fuer unsere eigene Jugend stand auch in diesen Jahren die Religionsschule. Der Unterricht fand im Gemeindehaus und fuer die Kinder, die im Bezirk Los Leones-Golf wohnen, im Hause des Herrn Luis Silberberg und Herrn Isidoro Nussbaum statt, denen wir erneut unseren Dank dafuer aussprechen, dass sie uns so bereitwillig ihre Wohnungen zu Unterrichtszwecken zur Verfuegung gestellt haben. Dieser Unterricht wurde von unseren Herren Rabbinern und ausserdem von zwei Lehrern des Vaad Hajlnuj erteilt. Die Notwendigkeit, einen vierten Lehrer mit dem Unterricht zu betrauen, ergab sich aus der Tatsache, dass einer der Lehrer eine laengere Reise nach Israel unternahm. Insgesamt nahmen etwa 80 Kinder am Unterricht teil. Wenn wir dazu die Kinder rechnen, die die Schule des Vaad Hajinuj besuchen und diejenigen, die Privatunterricht erhalten, glauben wir, einen sehr erheblichen Prozentsatz der Kinder erfasst zu haben. Erfreulicherweise koennen wir feststellen, dass wir fuer das neue Schuljahr sehr viel Neuanmeldungen zu verzeichnen haben. Da wir der Auffassung sind, dass Kinder, die zum ersten Male die Schule besuchen, von einem juengeren Lehrer unterrichtet werden sollen, werden auch in Zukunft die Anfaengerkurse von einem jungen, sehr begabten Lehrer des Vaad Hajinuj erteilt werden. Ich richte _auch von dieser Stelle aus an diejenigen Eltern, die ihre Kinder noch nicht in den Religionsunterricht schicken, die dringende Bitte, dies nunmehr zu tun. Sie geben so ihren Kindern die Moeglichkeit, als selbstbewusste Juden, die ihre Tradition und ihre Geschichte kennen, durchs Leben zu gehen. Herr Bernardo Feuer, der im vergangenen’Jahre als Gesangslehrer und Chorleiter unseren Kindern die Moeglichkeit gegeben hat, die Melodien und Lieder unseres Volkes kennen zu lernen, ist von Chile verzogen, sodass wir mit seiner wertvollen Mitarbeit nicht mehr rechnen koennen. An seiner Stelle hat es fuer das kommende Jahr Herr Kantor Ruschin uebernommen, diesen Unterricht fortzusetzen. Herr Ruschin will sich bemuehen, aus den besonders stimmbegabten Kindern einen Jugendchor zusammen zu stellen, der unsere Gottesdienste wuerdiger auszugestalten geeignet sein wird. Es haben auch im vergangenen Jahre Jugendgottesdienste stattgefunden. Waehrend anfangs die Beteiligung ausserordentlich gut war — es nahmen zeitweise 80 Kinder am Gottesdienst teil — liess der Besuch spaeter zu wuenschen uebrig, was zweifellos darauf zurueckzufuehren ist, dass ein grosser Teil unserer Eltern die Bedeutung eines solchen Jugendgottesdienstes noch nicht erfasst hat. Er soll unseren Kindern die Moeglichkeit geben, das religioese Leben unseres Volkes, das von so ausserordentlicher Wichtigkeit fuer unsere Zukunft ist, auf synagogalem Gebiete kennen zu lernen. Wir bemuehen uns, diese Gottesdienste durch ein anschliessendes Beisammensein in Form eines Oneg Schabbat zu verschoenern und den Kindern gleichzeitig lehrreiche und genussvolle Stunden zu bieten und hoffen, dass diese Jugendgottesdienste im kommenden Jahre durch verstaerkte Teilnahme unserer Kinder ein regelmaessiger Bestandteil unseres religioesen Lebens sein werden. Am Ende des vergangenen Schuljahres fand eine sehr gut besuchte Chanuka — Feier und zu Beginn des neuen Schuljahres 1957 eine Purim-Feier statt. Wir werden unser Augenmerk immer darauf richten, im Unterricht der wichtigsten historischen und religioesen Daten zu gedenken, damit unsere Kinder mit unserer Religion und mit unserer Geschichte vertraut werden, und soweit es bei der Kuerze der zur /erfuegung stehenden Zeit moeglich ist, wenigstens das Not wendigste wissend, die Schule verlassen. Ein besonderes Problem stellt der Unterricht fuer Kinder im Alter von ueber 13 Jahren dar. Bedauerlicherweise wird in weiten Kreisen die Auffassung vertreten, dass mit diesem “Alter” der Unterricht fuer unsere Jugend bereits abgeschlossen sei. Alle unsere Bemuehungen mehrere post— Barmizwah — Kurse einzurichten, scheiterten an der geringen Teilnahme. Wir verkennen nicht, dass Jugendbuende, Estadio Israelita, Privatunterricht auf profanem Gebiet usw. unsere Kinder weitgehend in Anspruch nehmen. Trotzdem ist es aber unbedingt notwendig, dass sie gerade in diesem (ForsCtzung Seite 6)

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