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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-09-01 · 9 (Septiembre, 1951) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
9 (Septiembre, 1951)
Date
1951-09-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 BOLETIN INFORMATIVO Septiembre, 1951 /i Das Wahlergebnis in Zittern Wenn auch aus Sicherheitsgruenden die Ergebnisse der Wahlen zur zweiten Knesseth nicht in Zahl der abgegebenen Stimmen bekannt gegeben wurde, so ist es doch moeglich, sich aufgrund der prozentualen Verteilung oder der errungenen Sitze ein Bild von der Gunst der Waehlerschaft zu machen. Bei Redaktionsschluss verfuegen wir ueber Nachrichten ln bezug auf letztere, mit dem Vorbehalt geringfuegiger Aenderungen, die sie noch nach Pruefung durch ein langsam arbeitendes Oberstes Kollegium erleiden koennen. Im Vergleich zu den Wahlen von 1949 lauten diese wie folgt: Sitze 1949 Sitze 1951 Mapai. 46 45 Allgemeine Zionisten. 7 20 Mapam. 19 15 Poale Misrachi. 6 8 Cheruth (Revisionisten) .... 14 8 Kommunisten. 4 5 Progressive . 5 4 Agudas Jisroel. 4 3 Arab. Demokrat, (pro Mapai) 2 3 Sefarden. 4 2 Misrachi. 4 2 Poale Agudas. 2 2 Jemeniten.. 1 1 Arab. Arbeiter (pro Mapai).. 0 1 Arab. Volksblock (pro Mapai) 0 1 Freiheitskaempfer (Sternist.) 1 0 Wizo. 1 0 Gesamtzahl. 120 120 Diesem Bild entsprechend, ist Ben Gurion vom Staatspraesidenten Weizmann erneut mit der Bildung des Kabinetts beauftragt worden. Sein erster Appell galt allen zionistischen Parteien —d. h. Allen, ausschliesslich Revisionisten und Kommunisten—, um eine grosse nationale Koalition zu bilden. Es ist wohl kaum anzunehmen, dass dieser Ruf Echo finden wird, besonders da er mit gewissen Praemissen verbunden ist, die von den moeglichen Partnern nur schwerlich angenommen werden koennen, wie z. B. jene von der Einigung auf die Plattform der Mapai, in Anbetracht ihrer Ausgleichsstellung zwischen Mapam und Allgemeinen und des Vertrauens, das ihr die Mehrheit der Waehlerschaft ausgespro. chen hat. Viel wahrscheinlicher ist es, dass eine konkrete politische Kombination —wie z. B. Mapai-Allgemeine-Poale Misrachl— sich auf eine Kompromissformel . einigen wird, iäiÄ y ELLUL Wenn der Leser unser “Boletín Informativo” in Haenden haelt, sind wir Juden in den letzten Monat des Jahres 5711 eingetreten und in den Synagogen Israels wird Tag um Tag Schofar geblasen. Als juedisches Leben noch das ganze Dasein des Menschen gestaltete, kam dem Monat Ellul eine besondere Bedeutung zu. Er war der Monat der Vorbereitung auf ein grosses Ereignis. Tag um Tag verdichtete sich immer mehr die Spannung, in den letzten Tagen noch unterstrichen durch die Selichot-Gebete um Verzeihung. So vorbereitet trat der Jude am Jahresanfang vor den Richter der Welt und konnte daher die “Hohen Feiertage” wirklich ernst nehmen. Es hat sich Vieles gewandelt im juedischen Leben und nicht immer zum Guten. Und dennoch wird vielleicht so Mancher in diesem Ellul-Monat einmal Zeit finden, um darueber nachzudenken, ob er im Jahre 5711 seine Pflichten auf allen Gebieten des juedischen Lebens durch seine aktive Teilnahme erfuellt hat, und durch sein materielles Opfer der juedischen Gemeinschaft in ihrem Existenzkampf beigestanden hat. So vorbereitet werden die Jomim Noraim —die ehrfurchtsgebietenden Tage— mehr Von OBSERVADOR GRABSTEINE Zu den vornehmsten Pflichten, die einem jeden Juden — insbesondere aber der juedischen Gemeinde obliegen—, gehoert: Gemilut Chessed schel emet — Die Liebe gegenüber den Toten auch ueber das Grab hinaus. Sie ist erst der wahre Ausdruck der Liebe, denn sie kann nicht gedankt werden. So hat die S. C. I. “B’ne Jisroel” in den vergangenen Jahren circa 20 Grabstel. ne fuer Dahingeschiedene aufstellen *assen, die keine Hinterbliebenen zurueckge. lassen haben oder bei denen die finanziellen Mittel nicht vorhanden sind. Alle, die aus traurigem Anlass den Friedhof besucht haben und ihre Spende in die Zedoko- Buechse hineinwarfen, haben Anteil daran. So kuenden die 20 Grabsteine von Gemeinschaftsarbeit und Gemeinschaftsgefuehl, sie sind ein Symbol dafuer, dass in Israel keine juedische Seele vergessen wird. Ihre letzte Ruhestaette wurde zu Graebern der Gemeinschaft und wir alle tragen das Ge. fuehl erfuellter Pflicht in uns. sein, als nur fluechtige Momente im Leben des juedischen Menschen, sondern fuer ihn “Atemholen” im Alltag bedeuten. DAVID BEN GURION Der grosse Sieger der Wahlschlacht "Recht ist, was mir nuelzt..." Wiederum hat ein arabischer Staatsmann das traurige Privileg fuer sich in Anspruch genommen, die U. N. mit Schmutz zu bewerfen. Diesmal war es der aegyptische Aussenminister, Mohammed Salah el Din, der sich erdreistete zu erklaeren, sein Land wuerde die Blockade des Suez-Kanals fuer die nach Israel bestimmten Schiffe aufrechterhalten, wenn auch der Sicherheitsrat der U. N. etwas Gegenteiliges beschliesse. Da die U. N. in ihrer kurzen aber bewegten Geschichte schon des oefteren gewaltige Prestige-Einbussen erleiden musste, hat sich weiter niemand daran gestossen, dass im Sicherheitsrat niemand die Initiative ergriff, den aegyptischen Vertreter kurzerhand vor die Tuer zu setzen. Denn: was tut dieser Herr eigentlich noch dort? Nachdem sein Vorgesetzter einmal zugegeben hat, dass es ihm egal ist, ob der Bescheid auf die israelische Reklamation so oder so ausfaellt, duerften seine Plaedoyers fuer ein Gremium, das noch etwas auf sich haelt, eigentlich wie bitterer Hohn klingen. Aber dazu hat man sich eben schon an zu vieles gewoehnt: Als die Aegynter in der ersten Etappe des Krieges vormarschierten, reagierten sie auf den Feuereinstellbefehl des Sicherheitsrates mit tauben Ohren. Als sie und ihre Alliierten in den Schlachten nach dem einmonatlichen Waffenstillstand aufs Haunt geschlagen wurden, parierten sie sofort und zeterten gen Himmel ob der zionistischen Angreifer. Als sie vom Sicherheitsrat 1949 die Erlaubnis zum Waffenkauf Ein weitreichendes Gesetz und eine kurzsichtige Delegation Eines der letzten und gleichzeitig eins der bedeutendsten Gesetze, das die aufgeloeste Knesseth verabschieden konnte, ist das der buer. gerlichen Gleichberechtigung der Frau im Staate Israel. Indem man Ordnung in das Chaos der vielfaeltigen und in sich widerspruchsvollen Dispositionen aus der Zeit der tüerkischen und britischen Herrschaft brachte, wurden der Frau volle Rechte auf dem Gebiete des oeffentlichen und privaten Rechts zugestanden: sie kann eigenes Vermoegen besitzen und verwalten, ihre Kinder miterziehen oder —als Witwe— allein erziehen, waehlen, Berufe ausueben, bei ihrer Heirat und Scheidung mitreden und sich ueberhaupt gebaerden, wie dies Frauen in zivilisierten Laendern zu tun pflegen. Ein Detail, das den Geist dieser neuen Gesetzgebung charakterisiert, ist z. B. die Neuerung, dass der “Mann” nicht mehr “Baal” (hebr. auch “Herr” im besitzergreifenden Sinne), sondern Tsch”, d. h. schlicht “Mann” genannt wird. Nun erschien wie bekannt kurz vor den Wahlen eine un. gefaehr vierhundert Mann hohe Rabbiner-Delegation bei Ben Gurion, die es fuer richtig befand, gegen dieses Gesetz zu protestieren und seine Anullierung zu verlangen. Konsequent mit den Richtlinien nicht nur seiner Partei, sondern auch der ueberwaeltigenden Mehrheit der Volksvertretung, die sich fuer diese Verlegungen eingesetzt hatte, erklaerte Ben Gurion sein tiefes Bedauern und das weiteren. dass man schliesslich und endlich in einem modernen Staat lebe, die sozialen und geistigen Errungenschaften der letzten 3.000 Jahre nicht ganz und gar verachten koenne und anderes mehr. Andererseits versuchte er seine Besucher damit zu beruhigen, indem er sie an die wahrlich nicht geringen Vollmachten erinnerte, die sie in Fragen des Familienrechts nach wie vor ausueben. erwarben, wiesen sie auf die friedliche Situation an ihren Grenzen hin. Jetzt, da sie die teilweise Schliessung des Kanals “legalisieren” wollen, weisen sie auf den Kriegszustand mit Israel hin und auf die Gefahr, die von dieser Seite droht. Der israelische Vertreter Abba Eban hat diese Art der Rechtsverdrehung angeprangert und aufs schaerfste ge. gelsselt. Und wenn man sich auch keine allzu grossen Hoffnungen machen darf, dass des roulettespielenden Pharaos Regierung zur Ordnung gerufen wird, nur weil Recht gegen Unrecht, Anstand gegen Zynismus und Vertragstreue gegen Wortbruch steht, so spricht doch diesmal ein Faktor fuer uns, der bisher nur allzu oft gegen uns gesprochen hat: das Interesse der Grossmaechte selbst. Die persische Oelkrise hat Englands und auch Nordamerikas Interesse an Haifa wieder erwaermt und wenn die Temperatur genuegend gestiegen sein wird, so wird auch das Ventil bei Port Said wieder geoeffnet werden. Auch wenn gewisse Herren etwas Gegenteiliges zu beschliessen beliebten... ATSCHEKA

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