Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XII (1950)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1950)
- Date
- 1950-12-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die juedische Arbeit steht am Nei 3 0 JAHRE HISTADRUTH Die sozialen ui Infolge des Fehlens einer ei sozialen Gesetzgebung war schaft in Erez Israel gezwunj Luftpost - Sonderbericht fuerdas “B. I.” von unserem Mit arbeiter Avner Bai-On (Walter Baron), Kibbuz Maabaroth “Die Histadrüth Ilaklalith der juedlschen Arbeiter in Erez Israel verbindet und vereinigt alle Arbeiter, die von Ihrer Arbeit leben, ohne die Arbeitskraft anderer auszubeuten, zum Zwecke der Organisierung aller kolonisatorischen, wirtschaftlichen und kulturellen Fragen der Arbeiterklasse lm Lande beim Aufbau einer hebraeischen arbeitenden Gemeinschaft ln Erez Israel”. (Aus den Satzungen der Hlstadruth) T\ IE Geschichte des Zionls- U mus und der Errichtung des juedischen Staates ist untrennbar verbunden mit der Geschichte und dem Kampf des juedischen Arbeiters, mit der Entwicklung der Histadruth. Von dem ersten Auftreten der juedischen Arbeiterschaft auf der Buehne des Jischuw an, war ihr Platz in der Bewegung als Haupttraeger der zionistischen Verwirklichung festgelegt. Diesen verantwortungsvollen Posten hielt der juedische Arbeiter bis zum heutigen Tage inne, und wenn die Hlstadruth daher an dem diesjaehrigen Chanukka-Fest ihr 30-jaehriges Jubilaeum feiert, dann wird diese Feier nicht die einer Fachorganisation sein, sondern die Feier eines gesamten arbeitenden Volkes. Der Weg der Hlstadruth ist gleich dem Weg einer jeden Pionier-Bewegung. Nur 4.433 Arbeiter waren es, die an den Wahlen zum Gruendungskongress, der am 5. Dezember 1920 in Haifa stattfand, teilnahmen. Heute zaehlt die Histadruth 311.000 Mitglieder, die 72% der gesamten juedischen Arbeiterschaft und 40% des erwachsenen Jischuws ausmachen. Um das Wesen und den Weg der Histadruth kennen zu lernen, genuegt es jedoch nicht, nur ihren Gruendungstag und die Zahl ihrer Mitglieder zu wissen, sondern man muss den Traeger der Bewegung kennenlemen. Dieser ist der juedische Arbeiter, der von der zweiten Ali ja an die einzigartige Bestimmung erkannte, die ihm beim Aufbau des Landes und der Neuschaffung des Volkes auferlegt worden war. Er verstand, dass das Wesen der zionistischen Verwirklichung nichts anderes ist, als eine Vollendung der tiefgehenden, das Leben des juedischen Volkes bis auf den Grund aufruehrenden, historischen Umwandlung; einer Umwandlung, die sich nicht nur im Wechsel des Wohnsitzes und in der Ueber. fuehrung der juedischen Massen aus den Galuthlaendern in die erneuerte Heimat offenbart, sondern auch im Wechsel des oekonomisch-sozialen Aufbaus, in der Ueberfuehrurg der entwurzelten, verarmten, unproduktiven, von fremden Wirtschaftskoerpem abhaengigen und an fremden Tischen essenden juedischen Massen in ein Leben der Arbeit und Produktivitaet, zum Erwerb vonBoden, zur Verwurzelung an den Urquellen der Er. naehrung, in der Landwirtschaft, Industrie und Arbeit und in einer autonomen oekonomischen Stellung. Und der juedische Arbeiter ist -wie David Ben Gurion es einmal gesagt hat— sowohl die natürliche Frucht als' auch die Wurzel der zionistischen Bewegung, Schoepfer und Schoepfung in einem. -JDie Grundidee der Histadruth baut sich auf zwei, allgemein von der juedischen Arbeiterschaft anerkannten Thesen auf, deren erste ihre Allgemeinheit ist; d. h. sie umfasst alle Teile der Arbeiterschaft, so wie jede Fachgewerkschaft alle Facharbeiter in sich aufnehmen soll. Jeder juedische Arbeiter, der von seiner eigenen Arbeit lebt, hat einen Platz in der Histadruth. In ihr besteht keine Trennung zwischen dem staedtischen und dem Landarbeiter, wie dies bei den meis t e n Arbeiterorganisationen der Welt der Fall ist; kein Unterschied zwischen dem koerperlichen und dem geistigen Arbeiter. Sie umfasst Arbeiter verschiedener politischer Ansichten in einer Organisation und Menschen verschiedener religioeser Einstellung haben in ihr ihren Platz. Es uebrigt sich fast, zu erwaehnen, dass in der Histadruth Vertreter aller Landsmannschaften sind, die es in Israel gibt, und dass der Begriff “Kibbuz Galujoth” (Vereinigung der Galuth) fuer sie mehr als fuer jede andere Organisation im Jischuw zutrifft. Diese Einheit der Arbeiterschaft ist ihre groesste Staer. ke. Sie bedeutet Solidaritaet im Kampf und im Leiden, in - fr**»? Die zentrale Markthalle von Tel Aviv ist von Solei Boneh, der Baugesellschaft der Histadruth konstruiert worden. In der dem Beilinison-Hospital angegliederten Schule werden kuenftige Krankenschwestern auf ihren Beruf vorbereitet. Auf den Lastwagen ihrer eig e n e n “Flotte” befoerdert “Tnuva” die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, deren Verteilung sie organisiert, gegenseitiger Hilfe und in stetiger Alijahaufnähme, in der Erziehung und in der Schaffung eines Kapitals fuer die Allgemeinheit. Sie zu hueten und zu festigen ist heute die Hauptaufgabe aller ihrer Mitglieder, denn sie gehoert zum Wesen der Histadruth. Nur wenn die Einheit der Histadruth gewahrt wird, wird man den Aufgaben und dem Wesen der juedischen Arbeiterschaft getreu bleiben. Wenn man dieses Wesen, das dem juedischen Arbeiter im Lande den Inhalt gibt, aus der Histadruth herausnehmen will, dann wird man auf den SPRECHENDE ZAHLEN Am 1. August dieses Jahres hatte die Histadruth 311.000 Mitglieder —mehr als ein Viertel des Jischuw— gegenueber von 208.000 zur gleichen Zeit im Vorjahre. Von 220.000 Einwanderern, die zwischen dem 1. August 1949 und dem 1. August 1950 ins Land kamen, schlossen sich 100.000 der Histadruth an. 8.000 Lehrer, d.h. 40% der Lehrerschaft des Landes, gehoeren der Histadruth an. Die Krankenkasse der Organisation (“Kupat Cholim”) hat im letzten Jahr aerztliche Hilfe fuer 156 neue Siedlungszentren begruendet. In der Baugesellschaft “Solei Boneh” und den Industrieunternehmen der Konsum- Kooperative “Hamaschbir” arbeiten 35.000 Menschen. Die von der Histadruth mit eigenem Kapital entwickelten Industrien machen 16% des gesamten Industrievolumens im Lande aus. 25.000 Familien sind unter Dach und Fach dank des Wohnungsbaus der Histairuth-Kooperativen. gefaehrlichen Weg der Spaltung der Arbeiterschaft kommen, wie er heute fast in allen Laendern der Welt vorhanden ist und man wird die Histadruth ihres Sinnes berauben. Die zweite These, auf der die Histadruth aufgebaut ist, ist ihre Unabhaengigkeit; d.h. dass alle Fragen des arbeitenden Volkes durch sie selbst —ohne jegliche Einmischung von draussen,— erledigt werden. Auf dieser Grundlage und auf den freien Willen ihrer Mitglieder stuetzt sich die Histadruth bei ihrer Arbeit, die im Laufe der Jahrzente stets neue Lebensgebiete in ihren Wirkungskreis einbezog. Dann und wann gab es Diskussionen um die Erweiterung und die Vermehrung der Funktionen, aber das innere Verlangen der Histadruth, ihren Arbeitsbereich zu vergroessern, bestimmte doch letztlich alle Ent Scheidungen. ES" gab Diskussionen auf den verschiedensten Gebieten — auf kulturellem, organisatorischem, wirtschaftlichem und anderen. Durch alle diese Debatten gelangte die Histadruth schrittweise zu immer groesserer Selbstaendigkeit in der Gestaltung des Lebens des juedischen Arbeiters und sie begnuegte sich niemals mit dem bereits Erreichten, sondern bemuehte sich stets, neue Wege ausfinding zu machen, um die Vision des “Am Oved” (Ein Volk von Arbeitern) zur Wirklichkeit werden zu lassen. Es ist aber nicht abzuleugnen, dass die Histadruth, heute, zur Zeit ihres 30-jaehrigen Jubilaeums, vor schweren Problemen, sowohl wirtschaftlicher als auch sozialer und politischer Natur steht. Sie umfasst zwar den groessten Teil der juedischen Arbeiter, aber die Tatsache, dass es eine, durch die Massenalijah stets wachsende Anzahl von Arbeitern gibt, die ihr fernstehen, gefaehrdet ihren Charakter als allgemeine, allumfassende Organisation und schwaecht sie in ihrem Kampf um das Wohl der Arbeiterschaft. Die Arbeiter, welche sich ausserhalb der Histadruth befinden, spielen auch in Israel die traurige Rolle, die faschistische und aehnliche Organisationen in der Welt spielen, die der Reaktion bei ihrem Kampf um die Hegemonie und zur Spaltung der Arbeiterschaft zur Seite stehen. Aber eine Gefahr der Schwaechung der Histadruth besteht auch von innen durch die Koalition die die Mapai mit der Rechten AUS DER GESCHICHTE DER ORGANISATION Chanukka 5681 —Dezember 1920— wird die “Histadruth Haovdim” gegruendet: 4.433 eingeschriebene Mitgli e d e r zaehlt sie im ersten Jahr. 1922 wird die Arbeiterbank gegruendet. “Solei Boneh”, die Bau-Koo. perative, entsteht 1924. Im gleichen Jahre startet die kooperative Versicherungsgesellschaft “Hasneh”. 1925: die Siedlungsgesellschaft “Nir” kommt zur Welt. Zwei kulturell bedeutende Werke werden im Jahre 1926 geschaffen: Der Arbeitersportklub “Hapoel” und das Theater “Ohel” (Zelt). “Tnuva”, die Verkaufsgenossenschaft der landwirtj schaftlichen Siedlungen ent-l steht 1927; im gleichen Jahre schliessen sich die Kibbuzim des “Haschomer Hazair” im “Kibbbuz Arzi” zusammen. Die Transportarbeiter organisieren sich 1933 in der Genossenschaft “Eged”; die kleineren Kolonien tun ein gleiches im “Chewer Hakwuzoth”. Die Unruhen und die Notwendigkeit militaerischer Vorbereitung zeugen den Luftfahrtklub “Aviron” im Jahre 1936. “Nachschon” ist der Beginn einer neuen Seefahrts-Tradition, von den Juden vergessen seit Sebulons Tagen bis zum Jahre 1937. 1942 wird “Dor la’Dor” geboren,, der Fuersorgefond fuer Arbeiter im Greisenalter. 1946 ist mit Eroberung des Negew identisch. 1947 und 1948 heissen “Palmach” — 1949 und 1950 “Kib- >uz Galujoth”. Die Krankenkasse — Kupat Der Arbeitslosenfond — Kerer dah. Der Familienfond — Maziv, Die Altershilfe — Dor le’Dor. Die Zentrale Konsumgenosser mischbar Hamerkasi. Die Absatzgenossenschaft — 1 Die Flug-Kooperation — Avir Das Schiffahrtsuntemehmen Die Arbeiterbank — Bank Ha Die Spar— und Darlehens^ Kupath Milwe Wechisachon Das Agrarkreditinstitut — Ni und dem Klerus in der Regie. I rung eingegangen ist; eine Koalition, die ihre Stellung als Arbeiterpartei bedroht. Nur wenn die Mapai zur wahren Einheit der gesamten Arbeiterschaft zurueckkehren wird, die auch heute noch die einzige Garantie fuer den Aufbau unseres Staates auf ei. ner gesunden, fortschrittlichen Basis bietet, nur dann koennen durch eine Mobilisierung aller arbeitenden, chalu- < zischen Kraefte der Nation j alle Moeglichkeiten unseres Landes zum Kibbuz Galujoth t und zu seiner Entwicklung ( vollauf ausgenuetzt werden. < Ebenfalls muss die Hista. i druth einen Kampf zur Er. < neuerung der Moral der Ari beit fuehren. Das tiefe Ge. r fuehl, das einstmals in Erez t Israel bestand, dass die Arbeit t nicht nur mit Rechten, soni dern auch mit Pflichten ver. s bunden ist; die Erkenntnis, ( In diesem Gebaeude in Tel Verwaltung der “Histadruth H Arbeiters eine historische Aufgabe ist und dass die Wirtschaft ein Lebenswert fuer uns, unseren Wiederaufbau und unsere Erloesung ist, ist verloren gegangen. An ihre ( Stelle trat der Drang nach k Reichtum und .Karriere ohne grosse Bemuehüng, der opportunistische Weg der Anpassung an private Interessen. Nur der Weg zurueck zum chaluzischen Charakter aer , juedischen Arbeit, wie er heuj te noch in reiner Form in den Kibbuzim anzutreffen ist, j die Idee der zionistischen unu , sozialen Befreiung im Mittelpunkt allen Wirkens . stent, und nicht guenstige objektive Bedingungen; nur dieser Weg im Geiste der Chaluziuth