Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-12-01 · 12 (Diciembre, 1950) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
12 (Diciembre, 1950)
Date
1950-12-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/8553624-8553958-9192712--0559-8554197
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

BOLETIN INFORMATIVO 11 DAS JUBELJAHR DES K. K. L. Am 19. Tewet (28. Dezember) tritt der Keren Kajemeth Lejisrael in sein 50. Jahr ein. Aus diesem Anlass wird diese nationale Institution; deren Geschichte mit der Geschichte der Zionistischen Bewegung selbst aufs innigste verflochten ist, sich an das gesamte juedische Volk wenden, um ihm zwei Pespektiven ueber sein Werden zu eroeffnen: eine Bilanz und ein Programm. Die stolze Bilanz wird darauf hinweisen koennen, welch ungeheure Arbeit der Juedische Nationalfond geleistet hat, um 2.000.000 Dunam in unseren Besitz zu bringen, um die Wueste bluehen zu lassen, oede Berge mit Baeumen zu bepflanzen und damit die Grundlage zur Erneuerung des juedischen Menschen auf seinem eigenen Boden zu schaffen. Das ehrgeizige Programm wird die Strategie der grossen Schlacht zu entwerfen haben, die “Kibbuz Galujot” heisst und deren Ziel das Ende der Zerstreuung des juedischen Volkes ist. Der Gedanke, die Erde Erez Israels mit volkstuemlichen j Mitteln und als Eigentum des! Volkes zu erwerben, kam bereits vor Entstehung des po-j litischen Zionismus auf. Als Vater der Idee wird jedoch der Professor Hermann Schapira (1840-1898) angesehen, der sie im Jahre 1897 dem Ersten Zionisten-Kongress vortrug. Der Beginn der praktischen Taetigkeit der Zionistischen Organisation hatte ein zunehmendes Verstaendnis fuer die Idee des Bodenerwerbs zur Folge und am 19. Tewet 5662 (29. Dezember 1901) nahm der 5. Kongress zu Basel den Beschluss zur Gruendung des Keren Kajemeth Lejisrael (Ewiger Fond Israels, gen. Juedischer Nationalfond) an. Dieser und spaetere Kongresse ratifizierten sodann folgende entscheidende Grundsaetze fuer die Taetigkeit der neuen Institution: 1) Es ist Aufgabe des K.K.L., mit dem Produkt freiwilliger Beitraege des juedischen Volkes Boden in Erez Israel zu erwerben. 2) Land, das er erworben hat, darf der Fond nicht mehr verkaufen, belehnen oder ver. aeussern. 3) Es ist vielmehr seine Funktion, dieses Land zur Erbpacht an Juden zu vergeben, die es bearbeiten und bebauen wollen. 4) Er muss dem mittellosen Siedler seine Niederlassung erleichtern. 5) Er muss die juedische Arbeit sichern und darf keine Ausbeutung fremder Arbeitskraefte dulden. 6) Er muss die eigene Arbeit sichern und darf daher Lohnarbeit in keiner ihrer Formen dulden. 7) Es gehoert zu seinen vor. nehmsten Aufgaben, die Aus- Wertung des Bodens zu kon. trollieren und zu foerdem. 8) Seine Finanzpolitik muss als wirksame Waffe gegen die Bodenspekulation gehandhabt werden. rechtigkeit; Ausschaltung jeder Bodenspekulation, Verhinderung der Bildung von Grossgrundbesitz, Bestimmungsrecht der Gemeinschaft ueber die Bodenverteilung und —Verwertung, Heimfall der Grundrente an die Allgemeinheit, dies sind Folgen des Gemeineigentums an Boden und sie sind Bürgschaften dafuer, dass in laendlicher und staedtischer Siedlung all die sozialen Misstaende und Schaeden von vornherein un. moeglich gemacht werden, die, wie die Geschichte bis auf den NATIONALE VERANTWORTUNG ( Diesen Prinzipien gemaess, hat der K.K.L. ein Aufgabengebiet erobert, dass mit der Zeit alle wichtigen Funktionen einer grossangelegten nationalen Bodenpolitik erfasst hat und ausser den aufgezaehlten Punkten einschliesst: Vorbereitung des Bodens durch Trocknen von Suempfen, Entsteinung und Nivelie. rung, Anpflanzung von Waeldern, Suche von Wasserquellen, Kanalisierung und Bewaesserung, Meliorations — und Antierosionsarbeit im weitesten Sinne; sodann finanzielle und technische Hilfe in Kolonisationsunternehmen, Zuteilung von Boden fuer “Hebe doch deine Augen bist nordwaerts, suedwaerts, alles Land das du siehst, dir auf Weltzeit.” lisierte Soldaten, Mitwirkung an der Staedteplanung und Schaffung von Randsiedlungen. Das nationale Verantwortungsbewusstsein, von dem diese gesamte Arbeit getragen wird, laesst sich am leichtesten an deren politischen Konsequenzen messen: sind doch die von den U.N. anerkannten Grenzen des Juedischen Staates im Grunde genommen die Grenzen der vom K.K.L. organisierten juedischen Ansiedlung. Und so hat auch konsequent nach Einstellung der Feindseligkeiten der Keren Kajemeth seine Neuerwerbungen an den Grenzen des Staates entlang konzentriert, um diese gegen alle kuenftigen Angriffe zu festigen. SOZIALE GERECHTIGKEIT Dass trotz dieser nach nationalen Gesichtspunkten ausgerichteten Taetigkeit ein Werk erwachsen konnte, das den Grundsaetzen. sozialer Gerechtigkeit nicht nur rhetorisch, sondern auch praktisch entspricht, mag von manchen als Widerspruch oder bestenfalls als Ueberraschung hingenommen worden, ist aber in Wirklichkeit das logische Ergebnis eines Unternehmens, das vom gesamten juedischen Volke verwirklicht wurde und wird. “Gemeineigentum an Boden, schon von Moses geboten —Mein ist das Land, spricht der Herr— ist die grundle. gendste aller Sicherungen fuer und sieh von dem Ort wo du ostwaerts, westwaerts: denn geb ich es und deinem Samen heutigen Tag lehrt, das Privateigentum an Grund und Boden als Monopolbesitz im Gefolge hat”. (Adolf Boehm: Die Zionistische Bewegung, 1. B., S. 228). DIE ERSTEN SCHRITTE Der erste Direktor des Fonds, Ing. Johan Kremenez. ky, dessen Zentralbuero in Wien funktionierte, bemuehte sich vornehmlich um die Schaffung des organisatorischen Apparats und der ersten Sammelinstrumente: die “Blaue Buechse”, die K. K. L. Marke und das “Goldene Buch”. 1907 wandert das Buero mit dem der Z.W.O. nach Koeln und an die Spitze tritt (1907-1914) Dr. Max Bodenheimer. In diesen Jahren verwandelt er sich bereits in das bedeutendste Finanzinstrument der Organisation und beginnt auch, ueber das von Dr. Ruppin geleitete Palaestina-Amt in Jaffa seine praktis sehe Taetigkeit. 16.000 Dunam im Emek Hajarden (Degania), Judaea, Emek Jesreel (Mer. chavia) und dem Unteren Galil bilden den Bestand vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs. Im Zuge der Neutralitaetspolitik, welche die Zionistische Organisation befolgt, uebernimmt der hollaendische Jude Nehemiss de Liema (1914- 1922) die Leitung des K.K. und das Buero wird nach den Neueinwanderer oder demobi-die Prinzipien der sozialen Ge.Haag verlegt, FESTIGUNG i Die ungeheuren Aufgaben, die sich nach Ende des Krieges und hauptsaechlich durch die Balfour-Erklaerung dem Zionismus eroeffnen, bringen die Teilung der Funktionen mit sich: der Keren Hajessod wird 1920 geschaffen und der Keren Kajemeth seinerseits bestaetigt als ausfuehrendes Organ der Agrarpolitik. Die dritte Ali ja kommt ins Land und das Zentrum der juedischen Kolonisation erwaechst: das Emek Jesreel, gruenend “mi Beth Alfa ad Nahalal”. Die Leistungen des K.K.L. in dieser wunderbaren Pionierepoche werden fuer immer mit dem Namen Jehoschua Jankin, dem “Erloeser des Tals” verbunden bleiben. DER EISERNE MAN i Mit der Berufung Menachem Mendel Ussischkins an die leitende Stelle des Fonds beginnt fuer diesen ein neues Kapitel. Der “Eiserne Mann des Zionismus” steuert den Fond fast zwanzig Jahre lang —bis zu seinem Tod— und unter seiner Fuehrung waechst der Bodenbesitz von 25.000 auf 561.000 Dunam und die jaehrlichen Einkuenfte erhoehen sich von £ 70.000 auf £ 600.000. Sein mystischer Glaube an die Bedeutung des Bodens in der Epoche, in der der K.K.L. Sied, lungsflaechen im ganzen Lande besitzt. Der Beginn der 5. Alijah, d. h. der Emigration aus Hitler-Deutschland, traegt eine grosse Welle mittelstaendischer Auswanderer zum juedischen Boden, ein neues und in seiner Bedeutung nicht zu unterschaetzendes Phaeno. men in der juedischen Geschichte unserer Zeit. JAHRE DES KAMPFES i Die Geschichte der Jahre 1936 bis 1947 ist fuer die Zionistische Bewegung eine Geschichte des Kampfes um das Lebensrecht des juedischen Volkes; sie ist es in ebensolchem Masse fuer den Keren Kajemeth. Waehrend im Hintergrund der grausigste Massenmord der Geschichte an den Juden Europas veruebt wird, sieht sich der Jischuw vor immer neue Probleme gestellt: Arabische Unruhen brechen aus, der Weltkrieg beginnt, das Weissbuch wird dekretiert, der Bodenkauf durch Juden in weiten Teilen des Landes untersagt... Doch ebenso wie der Jischuw den arabischen Angriffen durch Selbstbeherrschung und Selbstverteidigung antwortet, so erwidert der K.K.L. die Brandstiftung zahlloser junger Waelder durch die Anpflanzung neuer Setzlinge: er daemmt das “rote Fuer juedischen Boden und juedischen Staat Menajem Mendel Ussischkin Erloesung des juedischen Volkes haucht dem Keren Kajemeth Leisrael einen ihm bisher fremden geistigen Inhalt ein. Er praegt das Wort von der “Erloesung des Bodens”. Auf die Eroberung des Emek Jesreel folgt die Entsumpfung des Emek Chefer im Oberen Scharon und das Eindringen in die Haifaer Bucht durch das Emek Sebulon, als Vorhut einer grossangelegten industriellen Entwicklung. Das Projekt der Malaria-Bekaempfung im Gebiet der Huleh- Suempfe faellt bereits in eine Feuer mit gruenem Feuer” ein. Und ebenso wie der Jischuw die nunmehr “illegale” Alijah in grossem Masstab geheim und unterirdisch organisiert, so verwandelt der Keren Kajemeth den Bodenkauf in ein durch tausend Finten getarntes Mannoever. Der Siedlungstyp “Turm und Mauer” schiesst pilzartig Nacht um Nacht an allen Ecken des Landes empor und festigt das Netz der Kolonien und damit die Ernaehrung und Verteidigung des Jischuw. (Schluss auf Seite 19) DIE SAMMELINSTRUMENTE Zu den wichtigsten Sammelinstrumenten des J.N.F. gehoeren: Blaue Buechse, Baumspende, Goldenes Buch, Bar Mizwa*Buch, Kinder-Buch, Lebensrente, Legate, Marken, Glueckwunsch-Tele* gramme, Tisehri—, Chanukka— und Purim-Aktion, Jiskor, Abzeichen und Festlichkeits-Sammlungen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.