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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-09-01 · 9 (Edicion Especial) · p. Seite 16

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
9 (Edicion Especial)
Date
1950-09-01
Page
Seite 16 (sequence 18)
Language
German
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16 BOLETIN INFORMATIVO ln 45 Minuten Autofahrt von Haifa faehrt man auf guten Landstrassen in die Berge Efraim, um dann die letzten 1.1 ¡2 Kilometer ueber einen entsetzlich holprigen Seitenweg, nach Kamot Menashe zu gelangen. Wenn jemand von uns diesen Weg faehrt, so werden die kleinen Unannehmlichkeiten wettgemacht durch zwei Dinge. Erstens durch die aufkeimende Liebe zu dem Flecken des Landes, der durch unseren Aufbau urbar gemacht wird, in den wir all unsere Kraft und unser Koennen invertieren, um unser Ideal eines schoenen Kibbutzes zu verwirklichen. Zweitens aber fahren wir in der Illusion, schon auf dem neuen Kwisch (Landstrasse) zu fahren, deren Bau uns versprochen ist, und nur immer leider auf “mañana” verschoben wird. So in Gedanken und Illusion versenkt, bemerkt man gar nicht das froschhafte Gehopse unserer Dodgecamioneta. Die erste Frage, die Besucher bei uns stellen ist im allgemeinen: Welcher Kibbuz ist denn da auf dem Huegel gegenueber, und dabei denken sie sich: viel schoener als der hier, aber wahrscheinlich aelter usw. Und auf die Antwort, das ist Ramot Menasche, werden wir sehr erstaunt angeguckt. Nanu? Und was ist das hier? Auch Ramot Menashe! Aber damit niemand glaubt, dass wir ihn foppen wollen, erklaeren wir gleich dazu, dass das hier der provisorische Punkt ist, von dem aus wir den definitiven bauen. Dieses Leben und Arbeiten an zwei Plaetzen bringt zwar viel Umstaende mit sich, verhindert aber, dass der Kibbutz das Gepraege seiner Anfangsnotwendigkeiten bekommt, das heisst: verbaut wird. So haben auch wir vor 3 Monaten mit dem definitiven Aufbau begonnen und haben die Absicht, in den Monaten September, Oktober und November ueberzusiedeln. LAGE l'NO KLIMA Die Umgegend ist huegelig, noerdlich blickt man auf den Karmel, der etwas hoeher liegt als die Hare Efraim und suedwestltch sieht man von weitem das Meer bei Hedera. Nur mit “Zukunftsaugen” kann man sagen, dass die Gegend echoen ist, denn das leichte “auf und ab” der Huegelketten ist zwar angenehm, aber vorlaeufig ist fast alles kahl. Unsere beiden Nachbarkibbuzim Dalia und Ain Haahofet sieht man; Klbbutzlm von 8 und 13 Jahren, deren Waelder der Gegend, ein freundliches Aussehen geben. Ueberhaupt sind es ausser bebauten Feldern grade die Waelder, die dem “Zukunftsauge” den Ausdruck “echoen” gestatten. Bau-Projekt des K.K.L. ist es, alles sonst unbebaute Land der Hare Efraim mit Waeldorn zu ueberziehen und es sind schon mehrere1 H00.000 Baeumchen gepflanzt. Auch unsere Chawerim von Ramot Menasihe haben letzten Winter den Anfang zu unserem Wald gemacht und 50.000 Baeumchen gesetzt. Das jetzt schon angenehme Klima — ein fast konstanter Wind vom Meer macht die Hitze ertraeglich— wird durch das Wachsen der Waelder noch verbessert werden, und so besteht die Absicht aus unserer jetzt noch so kahlen, wasserarmen, nur an Steinen reichen Gegend, das Erholungszentrum Israels zu machen. Wir werden zufrieden sein, wenn unser Kibbutz ein starkes Symbol unserer Arbeit und Ideale wird, in dem wir und unsere Kinder ein glueckliches Leben fuehren koennen. DIE SOZIALE KOMPOSITION Der Schuppen muss vor der Regenzeit fertig werden. Ein Haus entsteht in ■Unser Kibbutz zaehlt heute 100 Chawetai und 12 Kinder. Dazu kommen bis Ente des Jahres noch 30 unserer chilenischiruguayisohen Chawerim, die noch Hachchara in Sarid bekommen und sechs Ba- >ys ohne Hachschara. 50 der Chawerim nmmen aus Polen und haben so ziem- .ch alles mitgemacht, was an Schfeeklihem in den letzten 10-12 Jahren mcegich war. K.Z. Die Ghetti von Warschau md Lodz. Dann Lager in Frankreich und fallen, um auf Alija zu warten. Illegale ,lija. Viele waren in Zypern. Andere bei ler endlosen Fahrt des Exodus, Menschen, Ile jahrelang gelitten haben. Mann sollte reinen, dass sie nur langsam, schlecht der nie darueber wegkommen wuerden. ind doch hat die Realitaet des Landes ind die Erziehung .unserer Tnua ihnen en Lebenswillen wiedergegeben, so dass ie sich in Willen, Kraft und Jugendlichelt, die zum Aufbau unerlaesslich sind, i nichts von andern unterscheiden. Nur ass ihr Wille zur Schaffung und Durchuehrung einer gerechten Gesellsohaftsirm noch staerker ist. Dann gibt es noch 0 Bulgaren, denen es Vergnuegen macht, ilt uns ln ihrem Alt-Spanisch zu reden nd der Rest der Chawerim sind unsere eute aus Chile und Uruguay. Die Verei- Lgung der verschiedenen Teile geht sehr ihnen vonstatten, da die gemeinsame ufgabe die Konzentrierung aller Kraefte irdert. In der Arbeit sind unsere Chaertm von Anfang an ln saemtltohe Zweii des Mescheks gekommen und nehmen l einigen Zweigen wie Tischlerei. Sch’os-;rei und im Bau leitende Posten ein uch in den verschiedenen administraven, organisatorischen und kulturellen istitutionen des Klbbuzes sind unsere hawerim verantwortlich. So ist Raot Menashe trotz der kurzen Zeit, die ir auf Hitjashvut sind, schon im Land e erster chilenisch-uruguayischer Schoer-Kibbuz bekannt. DER OEKONOMISCHE AUFBAU Der Aufbau eines Kibbuzes geht heute bedeutend rascher vonstatten, als im An- Der Wasserturm reckt sich empor fang der chailuzischen Kolonisation, da Jewish Agency und Regierung dauernd interessiert sind, die Kolonisationspunkte so bald wie moeglioh in jeder Hinsicht zu festigen. So bekommt jeder junge Kibbutz waehrend der ersten 2 Jahre seines Bestehens ein ziemlich bedeutendes Budget von £.1. 45,000.— bis 60.000,—, um damit einen Teil der produktiven Wirtschaftszweige aufzubauen, sodass sie einen sicheren Anfang darstellen. Diese unzweifelhafte Verbesserung des Hltjashvutsystems bringt zwar ein viel schnelleres Fortkommen mit sich, bedeutet aber gleichzeitig sehr vielseitige Arbeit und Verantwortung fuer die Chevra. So ist die Verwirklichung der Aufgabe im Verhältnis zu frueher eher schwerer, wenn wir die sehr erweiterte Verantwortlichkeits- Zone und die relative Unerfahrenheit ln Betracht nehmen. Die aeusseren Umstaende Ramot Memashes ergeben die Notwendigkeit eines organischen Wirtschaftsaufbaus, in dem jeder Zweig den anderen bedingt und ermoegllcht. So ist der Getreideanbau (Falcha) und Heu die Vorbedingung fuer die Existenz des Stalles. Dieser wiederum ermoegllcht durch die Quantitaeten seines Mistes die Unterhai- “U NSERE” KIBBUTZ “SAAB” IM NEGEV Saad gehoert zu den Kibbuzim, welche im Juni des Jahres 1947 innerhalb einer Nacht aus dem Boden schossen. Es war damals nicht anders moeglich, da die Englaender einerseits keine Erlaubnis zur Errichtung neuer Kibbuzim gaben, andererseits sich aber an das Landesgesetz halten mussten ( nach welchem kein Haus oder Zelt, welches einmal gebaut war, ohne Einwilligung des Besitzers wieder abgerissen werden durften). Es war eine kleine Gruppe Chawerim des Kibbuz “Alumim”, welcher bis Pessach 1950 in Herzlia Weiterbestand, die anfingen, Saad aufzubauen. Sie bekamen einen Platz, 100 km. suedlich von Tel-Aviv an der Westseite der Strasse nach Beer-Sheva; einige Kilometer oestlich von “Aza” (oder “Gaza”). Dort konnten sie ein Jahr fast ungestoert arbeiten, bis am 15. Mai 1948 die ersten aegyptischen Bomben in der Naehe von Saad fielen. Der Befreiungskrieg war ausgebrochen, und Saad war vom ersten Tage an —durch seine Lage— den aegyptischen Bomben und Kanonen aus. gesetzt. So dauerte es nicht lange, bis der junge Kibbuz dem Erdboden gleichgemacht war, und die —in dieser Beziehung— unerfahrenen Chawerim, bauten sich Unterstaende und Luftschutzkeller, in welchen sie 6 Monate lang leben mussten. Heute zeigt man den Touristen diese “Bunkerim” und keiner geht fort, ohne ergriffen zu sein und on. ne sich zu fragen, wie es moeglich war, in diesen Loechern zu leben. Doch es ist nicht noetig, viel darueber zu schreiben, obwohl eigentlich nie genug darueber berichtet werden kann; die Verteidigung und Erhaltung von Saad gehoert zu den vielen Kapiteln juedischer Tapferkeit, die bestimmt in die Geschichte eingehen werden. In August 1949 begann man zum dritten Male, Saad aufzubauen; jetzt aber auf seinem definitiven Platz; an der gegenüberliegenden —oestiichen— Seite der Strasse nach Beer- Sheva. Heute —noch kein Jahr, nachdem die ersten Saeuberungs— und Vermessungsarbeiten vorgenommen wurden— steht hier eine blue. hende Siedlung. Ca. 4.000 Dunam Boden werden schon bearbeitet; davon ein, nicht geringer Teil intensiv bewaessert. 2.000 Baeume sind gepflanzt, welche innerhalb zwei Jahren den —heute noch fehlenden— Schatten spenden werden und ein grosser Weinberg ist angelegt. Der aufs modernste eingerichtete Kuh. stall umfasst ueber 50 Tiere, von denen ein Teil vor einem halben Jahr aus Nordamerika importiert wurde. Fuer die Landarbeiten stehen den Chawerim 4 Traktoren, 2 “Combines” und ein “Machbesh” zur Verlegung, waehrend die Produkte von 2 Lastwagen und einem “Jeep-Truck” in die verschiedensten Teile des-Landes befoerdert werden (Teile dieser Maschinen sind Geschenke aus Nordamerika). Ein riesiger Generator versorgt den Kibbuz mit 220 V Wechselstrom und durch ihn koennen die Eisschraenke, Waschmaschi. nen, Scheinwerfer und kleinere Maschinen in der Garage arbeiten. Von den 180 Chawerim (einschl. Jugendgruppen, welche voruebergehend hier sind) leben die meisten in den —hier sehr populaeren— “Tzrifim” (Holzhaeuser); welche zum Teil aus Schweden als “casas prefabricadas” importiert sind, und zum Teil im Lande hergestellt werden. Die Zimmer in diesen Haeuschen sind sehr gemuetlich und raeumlich; allerdings reichen sie heutzutage . noch nicht aus, um alle Chawerim unterzubringen; weshalb ein kleiner Teil noch in Zelten leben muss. Die Kwuza selbst setzt sich aus Chawerim “Mearbá Kanfot Haaretz” zusammen, und es gibt kaum ein Land, welches nicht seinen Vertreter in Saad hat. Die urspruengliche Grup. pe besteht aus einigen Chawerim, die mit der Jugendalija aus Deutschland kamen, und welche sich mit einer Gruppe des “Bney Akiba" von Erez Israel zusammentaten, um vor 12 Jahren den ersten Kibbuz des “Bney Akiba” —“ALUMIM”— zu gruenden. Die suedamerikanischen Chawerim, die vor fast 1.1 ¡2 Jahren von Chile abfuhren, bilden heutzutage einen nicht unbedeutenden Faktor der Kwuza, da sie ja ihren Aufbau von Anfang an mitgemacht haben; und die 2. Gruppe des “Bney Akiba” aus Suedamerika, welche En. de Augist hier ankommen wird, wird —ausser beim weiteren Aufbau— noch dazu beitragen, dass man taeg. lieh mehr spanisch sprechen hoert. Der wichtigste Teil der Kvuza sind die 35 Kinderchen im Alter von einem Monat bis zu 7 Jahren, und es gibt nichts, was man nicht fuer die Kinder tun wuerde. Es fehlt ihnen absolut nichts, und vom “Zena” — Rationierungs - Plan, welcher das Land beherrscht, haben sie bis heute noch nichts gemerkt. Ein Teil der Kinder ist in dem modernen —aus Beton gebauten— Kinderhaus untergebracht, waehrend fuer die Babys ein grosses Haus im Bau ist. (Ausser den Kindern leben bis jetzt nur Eltern von Chawerim in Betonhaeusern; doch werden innerhalb eines Monats 3 weitere Haeuser fuer Chawerim fertiggestellt werden). Die schulpflichtigen Kinder lernen bei einer Chawera, welche als Lehrerin studiert hat, da es in der ganzen Umgebung noch keine Schule gibt. Wenn —mit G’ttes Hilfe— Frieden bleiben wird, hat Saad berechtigte Aussichten, sich in kurzer Zeit zur groessten und schoensten Siedlung dieses ganzen Bezirkes zu entwikkeln, und dann werden Chawerim des “Hapoel Hamizrachi” einen neuen Beweis erbracht haben, dass bei strenger Befolgung der religioe. sen Gesetze und der juedischen Tradition das Land aufgebaut werden kann, und dass die Idee von “TORA VAAVODA” fuer welche wir kaemp. fen nicht nur in der Theorie besteht, sondern tagtaeglich —sogar im Ne. g'ew— verwirklicht wird. Ernst Schloss tung des Gemuesegartens und der Obstplantagen. Die sehr reichliche natürliche Weide ermoeglioht die Unterhaltung unserer 350 Kopf grossen Schafherde, die hier kn Lande hauptsaechlioh um ihrer Milch wegen gehalten werden. Uhl nun aiber unser Getreide anzubauen muessen wir zuerst monatelang die Felder von Steinen reinigen, die in unglaublichen Mengen die Erde bedecken. So arbeiten jedes Jahr 20 Javerim waehrend 5 Monaten, um 500-600 Dunam zur Bearbeitung vorzubereiten. Da uns deshalb die boeden rund um den Kibbuz nicht ausrelchen, haben wir provisorisch 1.500 Dunam in Eme-k Israel zur Bearbeitung zugeteilt bekommen. Die “Falcha” ist unser maechinisierter Wirtschaftszweig und zaelhlt mit 5 Traktoren und einer Ausstattung modernster Maschinen, die zur Bearbeitung bis zu 3.000 Dunam ausreichen. Unser Stall zaehlt mit 14 Mlicfokudhen guter Rasse und 25 Kaelbern. Wir sind im Bau eines Stalles fuer sechzig Kuehe begriffen und hoffen, dass er ton Jahre 1951 stehen wlrd_. Gemuesegaxten und Gruenfutter-lAmbau sind' vorlaeutfig sehr Ibesöhraenkt, und auch erst erwelterungsfaehig, wenn wir neue Wasserquellen finden weiden. lim Moment haben wir ungefaehr 5-7 puh. stuendliclh zur Vertfuegung, die mit Mudhe und Not auarelehen, um 20 Dunam zu bewaessem. Unser« Plaene fuer diese» Jahr »lei»* auf eine

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