Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XII (1950)
- Issue
- 9 (Edicion Especial)
- Date
- 1950-09-01
- Page
- Seite 2 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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2 BOLETIN INFORMATIVO Rundging durch Synagoge und Gemeindehaus Von FERNANDO O. FRIEDMANN GESTALTUNG, AUSSTATTUNG UND FINANZIERUNG Die Mitglieder der Sociedad Cultural Israelita “B’ne Jisroel” von Santiago stellen der juedisch-chilenischen Oeffentlichkeit eine neue Synagoge und ein neues Gemeinde, haus zur Verfuegung. Welch eine unbeschreibliche Summe von Strebsamkeit und Arbeit, von Sorge und Muehe steckt hinter dieser einfachen Feststellung! Rechtfertigt das heute sichtbare Ergebnis die jahrelange Belastung, welche Vor. stand, Repraesentanz und vor allem die Mitglieder auf sich genommen haben? Ausfuehrliche Antwort kann nur ein tatsaechlicher Besuch des geschaffenen Baues und der Einblick in das bereits heute in ihm pulsierende tagtaegliche Leben sein. Nicht alle, die ein berechtigtes Interesse an der Beantwortung der ge. stellten Frage haben, koennen sich einen konkreten Ueber. blick verschaffen, und deshalb soll in diesen Linien kurz aufgezeigt werden, wie das Gemeindehaus sich heute dem Besucher darstellt. PLANUNG DES BAUES Bevor wir jedoch mit unseren Lesern zusammen das neue Haus besuchen, wollen wir mit wenigen Worten auf Planung und Gestaltung der Arbeit, hinweisen, welche in den Haenden unseres Architekten JOSE DVOREDSKY lag. Die gemeinsame Arbeit war nicht leicht, die zu loesenden Probleme keinesfalls einfach. Dennoch ist es uns ein wirkliches Beduerfnis, auch an dieser Stelle dem Architekten Dvoredsky zum Ausdruck zu bringen, wie ueberaus dankbar wir ihm sind fuer seinen Rat und seine tat. kraeftige Unterstuetzung, vor allem in der Etappe der Plan- Entwuerfe und der Bauvollendung. Die technische Durchführung der Architekturplaene lag in den Haenden des Ingenieurs RICARDO SPITZ, der uns von den ersten Tagen der Ausschachtung an unterstuetzt hat und der waehrend der ganzen Arbeit eine sorg. faeltige und gewissenhafte Aufsicht gefuehrt hat, auf die wir uns in jedem Augenblick voll verlassen konnten. In unseren Anweisungen an den Architekten hiess es woertlich: “Die Gestaltung des Baues und die Lage der Raeume zueinander haben uebersichtlich, bescheiden und klar zu sein, und sollen vor allem dem doppelten Charakter als 1. Synagoge und 2. Gemeindeheim Rechnung tragen. Es wird kein Wert gelegt auf kostspielige Ausfuehrung und grossartige Komposition, wohl aber auf bequemes Ineinandergleiten der Saele und Zimmer und auf einfache Linienfuehrung”. Dass diese Vorschrift in der Wirklichkeit ganz genau beobereits aus dem Anblick der aeusseren FASSADE, die zwei voellig getrennte Eingaenge fuer Synagogen — und Gemeindehausteil vorsieht und damit eine reibungslose Abwicklung des Verkehrs im Hause selbst gewaehrleistet. Man betritt das Gemeindehaus von der Avenida Portugal aus, durch ein grossartig angelegtes dreitoriges Portal, gekroent von drei Strebboe. gen, in der Hoehe des ganzen Hauses, welche dem Ganzen bereits durch sich allein einen besonderen Charakter modernen sachlichen Einschlages gewaehren. Den gleichen Eindruck ruft der Stuck hervor, der die gesamte Fassade in grosse Flaechen von orangebrauner und weisser Farbe aufteilt. Die EINGANGSHALLE, in grosszuegigen Maassen angelegt, fuehrt geradeaus in den Gemeindesaal. Der Fussboden der Halle ist nach eigenen Entwuerfen unseres Architekten vom einem riesigen Mosaik aus Marmorbruch ausgefuellt, das in der Mitte einen grossen Davidsstern zeigt. Das Mosaik wird umrahmt von 12 Nachbildungen der Symbole der einzelnen juedischen Staemme. Ueber der Tuerreihe, welche in den Saal fuehrt, ist der alte traditionelle Spruch angebracht: “Gesegnet seist Du bei Deinem Eingang, und gesegnet seist Du bei Deinem Ausgang”. Rechts und links vom Haupteingang sind zwei Gedenktafeln angebracht, welche mit entsprechenden Zitaten aus den Psalmen an die juedischen Opfer der Neziverfolgung in Europa und an die Helden, welche im Freiheitskampf um Israel gefallen sind, erinnern. Links von dieser Eingangshalle liegt der offizielle Empfangsraum, welcher vom der bachtet wurde, ergibt sich! S.C.I. B’ne Jisroel zur Be. <$sm Das Empfangszimmer, dem Andenken Bernhard Pincus gewidmet Haupt-Eingang, Front Avda. Portugal gruessung, auslaen discher Gaeste, zu besonderen Festlichkeiten, Hochzeiten usw. verwandt wird. Er ist dem Andenken von BERNARDO PIN. CUS gewidmet, wurde von dessen Freunden wuerdig und geschmackvoll ausgest a 11 e t und dient somit in aeusserst ansprechender Weise zur Erinnerung an einen viel vermissten, wertvollen Mitarbeiter, wie auch als ein schoener Rahmen fuer unsere besonderen Veranstaltungen. DER GEMEINDESAAL I Nunmehr verlassen wir die Eingangshalle und betreten den grossen Saal. Wohl keiner unserer Mitglieder und Freunde, die an der Gestaltung dieses Baues aeusseren oder inneren Anteil nehmen, wird sich dem wahrhaft gewaltigen Eindruck entziehen koennen, den das erste Betreten im Beschauer hervorruft. Ausmass in Tiefe und Breite, gewaltige Hoehe, mit zwei Balkons, die praktisch angelegte Fensterreihe im Halbkreis an der Kopfseite des Saales, das schoene Parkett rufen einen angenehmen und besonders aesthetischen Eindruck hervor. Spaeter erst bemerkt man die Vorteile einer geschickt verteilten Beleuchtung und die ganz besonders gepflegte Akustik. Der hintere Teil des Saales, zum Teil bedeckt vom ersten Balkon, zum groesseren Teil jedoch frei bis zur ganzen Hoehe des Hauses, dient als Gemeindesaal, der von der weiter hinten liegenden Synagoge durch eine grosse entfernbare Wand äbgeteilt werden kann. Dieser Saal wird in seiner Gesamtheit eine Fassung von etwa 600 Personen haben. Der vom Balkon bedeckte Teil wird ausserdem besonders abgetrennt werden koennen und ergibt somit eine praechtige Gelegenheit fuer besondere Festlichkeiten oder Sitzungen, an denen eine nicht so grosse Personenanzahl teilnimmt. DIE SYNAGOGE i i Der vordere Teil des grossen Saales ist die eigentliche Synagoge mit einem Fassungsvermoegen von nahezu zweihundert Plaetzen. Die Maenner sitzen in der Mitte, die Damen rechts und links auf besonders abgeteilten Emporen, die mit Marmor verkleidet werden. Auf Marmorstufen schreitet man auf den Thoraschrank zu, welcher wiederum nach besonderen Anweisungen unseres Architekten eingerichtet ist, Platz zur Aufbewahrung von drei Reihen von Thorarollen gibt und auf dessen geschmackvolle Ausfuehrung wie auch praktische Sicherheit wir besonderen Wert gelegt haben. Auch ein besonderer Eiserner Vorhang ist vorgesehen. Der Thorahschrank wird von grossen scharzen Onixplatten umgeben, die ebenso wie saemtlicher verwandter Mar¬ Familie einen Dauerplatz in den ersten Reihen zu sichern. Synagoge und Gemeindesaal koennen anlaesslich grosser Festlichkeiten zusammen verwandt werden, und das zur Verfuegung stehende Fas. sungsvermoegen scheint sich gemaess allen Berechnungen durchaus den Anspruechen unserer Gemeinschaft anzupassen. DAS GEMEINDEHAUS Verlassen wir nunmehr die beiden Saele, und machen wir einen Gang durch den Verwaltungsteil, welcher, voellig abgetrennt, im 2. Stock angelegt. Dort ist zunaechst der Korridor als Warteraum eingerichtet, von dem aus man in das Gemeindesekretariat eintritt. Dort liegt der grosse Bueroraum, mit abgeteiltem Kassenraum und Zimmer fuer die Buero-Leitung. Darin an schliesst sich ein grosser Sitzungssaal, der fuer Verhandlungen, an denen mehrere Kommissionen teil nehmen, oder fuer oeffentliche Sitzungen der Repraesentanz verwandt wird. Weiterhin folgt der Sitzungssaal fuer den Vorstand, und schliesslich ein Zimmer, in welchem der Praesident der S.C.I. arbeitet, emp. faengt und in dem besonders wichtige kleinere Sitzungen abgehalten werden. Der 3. Stock endlich ist auf besonderen Gemeindebe. schluss hin BEFREUNDETEN ORGANISATIONEN zur Verfuegung gestellt. Einer der dort befindlichen Saele, der Sitzungszimmer der Repraesentanz und der Kommissionen mit Blick auf das Sitzungszimmer des Vorstands. mor von Mauricio Hochschild gestiftet worden sind. Rechts und links vom Thorahschrank, wo vorlaeufig noch Stoff gespannt ist, werden sich spaeter zwei grosse Fenster befinden, in die grosse Loewen eingelassen sind, welche mit ihren Tatzen den Thoraschrank gewissermas. sen stuetzen. Die Synagogenplaetze sind nach besonders studierten Massen eingerichtet worden, um ein angenehmes Verweilen auch bei laengerer Besuchszeit zu gewaehrleisten. Diese Plaetze werden bekanntlich als Erbbesitz verkauft, und es hat sich bereits erwiesen, dass viele unserer Mitglieder Wert darauf legen, sich und ihrer groesste, ist fest an das “Forum de la Juventud Israelita Haboneh” vermietet worden. Der mittlere grosse Saal dient fuer Sitzungen der verschie. denen Organisationen, je nach deren Anforderungen, die gewiss von der Union Sio. nista, der Wizo, der Liga de Damas Israelitas Caridad, der A.T.I. u.s.w. ausgehen werden. Der dritte grosse Saal ist fest an die “B’ne Brith” vermietet worden, und die Lage der drei Saele zueinander gestattet es, dass der mittlere nicht vermietete Saal sowohl nach links wie nach rechts, den je. w e i 1 i g e n Anspruechen gemaess, mit verwendbar ist, sodass die Platzzahl der vermieteten Raeume hierdurch