Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XII (1950)
- Issue
- 1 (Enero, 1950)
- Date
- 1950-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 ♦ BOLETIN INFORMATIVO BRIEF AUS LAKE SUCCESS sie ihre Oellinien quer durch friedliche Gebiete und nach neuralgischen Punkten der Weltstrategie ziehen koennten, was selbstverstaendlich die vollkommen antagonische Haltung der Russen zur Folge hat. Diese Elemente nicht aus dem Blickfeld zu verlieren, hilft die Haltung der verschiedenen Laender in den Debatten und Abstimmungen zu verstehen. Was die Gruppe der arabischen Staaten anbetrifft, die diesmal als entschiedenster Verteidiger der vollstaendigen Internationalisierung Je- (Von Seite 1) rusalems auftrat, gestuetzt auf die Heiligkeit und Unabaenderlichkeit des Beschlusses vom 29. November 1947, den gleichen, den sie hitzig bekaempften, als er gefasst wurde, den sie nicht anzuerkennen erklaerten, nachdem er gefaellt war und den sie offen mit den Waffen herausforderten, waehrend er durchgefuehrt wurde, so suchten sie nicht die Befriedigung hoeherer Interessen, sondern die billige Genugtuung, Israel auf dem Terrain der Vereinigten Nationen zu schlagen, angesichts der Tatsache, dass sie es auf dem WEG DES MUTES" schraenkte Wassermenge aus der temporaeren Jerusalemer Wasserleitung erhalten, aber die Kosten sind sehr hoch und verbieten eine grosszuegige Irrigation der Felder. Das Klima im “Korridor” ist verschieden und im allgemeinen in jeder Siedlung ein wenig anders, es erreicht im Sommer hohe Temperaturen mit kuehlen und angenehmen Naechten und weist im Winter Perioden stuermischer Tage und Naechte auf, in denen Schnee an den hoeher gelegenen Punkten keine Seltenheit ist. Jahrhunderte einer fast voelligen Vernachlaessigung, sehr starke Re- (Von Seite 9) in verschiedenen Teilen des Landes bedecken wird unä von dem schor Teile zur Anpflanzung gelangt sind. Diese lebenden Denkmaeler sind dem Andenken an die im Kampfe gegen den Feind gefallenen Soldaten Israels gewidmet. Fast alle arabischen Doerfer im Koridor sind von ihren Bewohnern verlassen und zum grossen Teil in den wilden Kaempfen, die in diesem Gebiet vor sich gingen, zerstoert worden. Es blieben ausgedehnte Obstpflanzungen auf den Huegeln zurueck, die die neuen juedischen Siedlungen jetzt kultivieren muessen. Das wird keine leichte Aufgabe W: ■g: ,V*3^2 #ïiïllClSs! ». genguesse und daraus folgende Bodenerosion haben ihren Teil beigetragen, um den “Korridor” in seinen jetzigen Zustand zu bringen. Wandernde Beduinen mit ihren schwarzen Ziegenherden, den Erzfeinden der Baeume, haben unsere jungen Setzlinge systematisch zerstoert, die ihre Existenz aus den kleinen Bodenstuecken in und zwischen den Felsen zu saugen suchten. Dennoch ist bereits praktisch demonstriert worden, wie der “Korridor” aussehen koennte und welche enormen Moeglichkeiten in diesem brachliegenden Landesteil schlummern. Da sind, zum Beispiel, die Zwillingssiedlungen Kirith Anawim und Maaleh Hachamischa, ein paar Kilometer westlich von Jerusalem, fast unmittelbar am Wege Jerusalem-Tel Aviv gelegen, der ehemals an Latrun vorbeifuehrte. Diese beiden Orte sind praktisch aus dem oeden Gebirgsboden erwachsen und heute bluehende, sich selbst erhaltende Siedlungen. Die Aufgaben, die auf die Regierung und den KKL in diesem Gebiete warten, sind gewaltig. Zu den wichtigsten gehoeren Urbarmachung des Bodens, Anlage von Terrassen, Vorbeugungsarbeiten gegen Bodenerosion. Das wirksamste Mittel diese zu verhindern, ist Terrassieren der Abhaenge und Aufforstung. Dazu gehoert auch das Projekt des “Waldes der Verteidiger”, der Bodenstrecken von einigen 30.000 Dunam sein, da diese Obstgaerten planlos angelegt wurden; sie werden aber andererseits keine geringe Hilfe fuer die Ueberwindung der^ finanziellen Schwierigkeiten bedeuten, mit denen die Siedlungen in den ersten Jahren zu ringen haben werden. Diese Siedlungen werden ausserdem selber neue Obstpflanzungen auf den dafuer besonders gut geeigneten hoeher gelegenen Teilen des “Korridors” anlegen. Ferner gibt es weite, fuer Getreidebau geeignete Strecken Landes im Wadi Sarar, einer Flaeche, die parallel zum Korridor und einige Kilometer suedlich desselben verlaeuft. Im ganzen sind die Siedlungen geplant in zwei von Osten nach Westen parallel verlaufenden Reihen, so einen doppelten Schutzwall gegen jede kuenftige Bedrohung der Lebensader von Jerusalem bildend. Eine Anzahl andere Siedlungen wird die hie und da vorhandenen Luecken ausfuellen, waehrend weitere Gruppen Strecken suedlich des “Korridors” in jetzt fast voellig unbewohnten Gegenden besetzen sollen. So wird ein neuer landwirtschaftlicher Guertel von Siedlungen die Gewaehr bieten, dass die Geschichte sich nicht wiederholt und dass Jerusalem, das geistige Zentrum der Weltjudenheit, nicht wieder vom uebrigen Israel abgeschnitten sein wird. > (“Das Neue Israel”, Zuerich) Schlachtfeld nicht tun konnte. Gleichzeitig lag ihnen daran, Transjordanien —eins der eigensinnigsten Elemente ihrer Arabischen Liga— etwas zu bremsen. Es scheint ueberfluessig —da er klar zu Tage liegt—, sich bei dem Einfluss das Vatikan auf die Stellung einiger suedamerikanischen Laender aufzuhalten. Die Annahme des Prinzips der Internationalisierung, wenn es auch nur im Rahmen eines undurchfuehrbaren Beschlusses enthalten ist, staerkt ausserordentlich die Position der Katholischen Kirche in den Verhandlungen, die sie frueher oder spaeter mit den interessierten Staaten wird fuehren muessen, um ihre Interessen in Jerusalem zu sichern. Und endlich, das Umstandbedingte und Zufaellige. Es ist eine ganze Skala, bei der es sehr schwer aufzuzeigen ist, was am unvorhergesehensten und entscheidendsten war. Niemand kann mit Sicherheit feststellen, im welchem Masse der Umstand Einfluss hatte, dass das Thema Jerusalem vom Politischen Comité an das Politische Spezial-Comité geleitet wurde, das unter der Praesidentschaft des Iran und Vizepraesidentschaft von El Salvador stand, so dass aufgrund unbedeutender protokollarischer Bestimmungen der Delegierte des letzteren Landes zum Vorsitzenden des Unter- Comités ernannt wurde, dessen Aufgabe es war, die verschiedenen vorgebrachten Formeln zu studieren. Aber es ist eine Tatsache, dass die Art, in der der Vertreter von El Salvador, Dr. Castro, die Debatte im Unterausschuss leitete, Einfluss auf das Endresultat hatte. Und so kann man, ohne damit Entschuldigungen a posteriori anfuehren zu wollen, eine Unzahl von zufaelligen Umstaenden aufzaehlen, die einen mehr oder weniger grossen Einfluss auf den Ausgang hatten. Aber einer dieser Umstaende verdient Beachtung, da er zweifellos entscheidend war; das Auftreten von Australien. Wie bekannt, stand Australien vor allgemeinen Wahlen, die fuer den 10. dieses Monats Dezember anberaumt waren. Die Labour-Partei, die lange Jahre die Macht ausgeuebt hatte, aber das dann erfolgte Wahlresultat voraussah, studierte alle Moeglichkeiten und griff zu allen Mitteln, um den Sieg an ihre Fahnen zu heften. Unter diesen Mitteln war auch, dass sie die Sympathien des katholischen Elements dieses Landes suchte und aus diesem Grund spielte sie die Rolle eines Vorkaempfers der Internationalisierung Jerusalems. Diese durch innenpolitische Betrachtungen bestimmte Haltung schuf in der Generalversammlung der Vereinigten Nationen die Moeglichkeit, das rund um dieses neutrale Element Australien sich all die verschiedenartigen und widerspruchsvollen Kraefte scharten, welche die heterogene Masse bildeten, die schliesslich den Beschluss vom 9. Dezember annahm. Ohne diesen Umstand haette keine Moeglichkeit bestanden, dass der Sowjet-Block sich mit den katholischen und anti-kommunistischen Laendern Suedamerikas treffe und ohne diese 13 Stimmen waere die notwendige Mehrheit fuer die Annahme des Beschlusses nicht zustandegekommen. Die Araber, in Anbetracht ihrer Beweggruende waeren gleichwie in jeder Allianz mitgegangen. Welche Bedeutung wohnt dem gefassten Beschluss inne? Ein aufmerksames Examen seiner Bestimmungen zeigt ganz klar, dass die Beweggruende ihrer Urheber nichts mit wirklichem Interesse an einer Loesung, wohl aber mit der Befriedigung ihrer eigenen Interessen zu tun hat. Tatsaechlich enthaelt er nicht eine einzige Bestimmung, die auf die wirkliche Ausfuehrung des gefassten Plans ziele. Mehr als das, nichtanerkennt er die in den Vereinigten Nationen bestehende Realitaet. Der Treuhaenderschafts-Verwaltungsrat ist, der Charter und seiner eigenen Organisation gemaess, ein beratendes und ueberwachendes Organ und entbehrt jeglichen exekutiven Charakters. Wie, mit welchen Elementen, mit welchem Personal wird er die Funktionen der Verwaltungsbehoerde der Internationalen Zone, die ihm der Beschluss aufgiebt, ausfuehren koennen? Der ganze Beschluss geht von der Voraussetzung der Ausschaltung jeglicher Kontrolle und Autoritaet Israels in dieser Zone aus und trotzdem laedt er es ein, seine dortigen Handlungen im Einklang mit seinen Verpflichtungen als Mitgliedstaat zu lenken. In welcher Form kann es das tun? Das Haschemitische Jordanreich besetzt und verwaltet die Mauerstadt, Bethlehem und andere Teile der Zone, die man internationalisieren will. Es ist kein Mitgliedstaat der Vereinigten Nationen. Wie wird man die im zweiten Teil der Resolution enthaltene Einladung auf es ausdehnen? Die Bevoelkerung Jerusalems hat ihre entschiedene Opposition gegen den angenommenen Plan kundgegeben. Fuer den Fall, dass man ihn anzuwenden versuchen wuerde, wie wird der Treuhaenderschafts-Vervaltungsrat dem passiven Widerstand der Bevoelkerung begegnen? Wer wird die Abgaben und Steuern eintreiben, die niemand wird zahlen wollen? Welches wird die Funktion der Gerichte sein, die man einrichten wird, ohne dass jemand ihre Gerichtsbarkeit anerkennt? Fuer wen wird der Post- und Telegrafendienst der internationalen Zone sein, wenn die Bevoelkerung ihn nicht benutzen wird? Keine dieser noch der tausend anderen Fragen, welche die Delegation von Israel im Laufe der Debatte klar formulierte, fand eine Antwort. Und dennoch stand die Resolution zur Abstimmung. Unter diesen Bedingungen braucht man kein Wahrsager zu sein, um zu behaupten, dass der Beschluss keine andere Folge haben wird als die Verlaengerung des politischen Kampfes um Jerusalem, bis ein gangbarer Weg erreicht sein wird, der nur einer auf der Zustimmung der Bevoelkerung gebauter sein kann. Diese unabaenderliche Schlussfolgerung erklaert und. rechtfertigt die Entscheidung der Regierung Israels, den Prozess der Rehabilitierung der Stadt fortzufuehren, der ihr den eigenen Glanz der Ewigen Hauptstadt Israels und des Juedischen Volkes wiederverleihen wird. Das Leben nimmt seinen Fortgang und die Zeit verrinnt. Keine Resolution und komme sie auch von der hoechsten Instanz der internationalen Gemeinschaft, kann sie aufhalten. Die Zukunft Jerusalems wird von der heute in der Stadt herrschenden Situation bestimmt. Und diese ist nicht das Produkt von Beschluessen einer Generalversammlung. Sie wurde geschaffen aus der tausendjaehrigen Sehnsucht unseres Volkes, aus den stillen Opfern von siebzig Jahren schoepferischer Arbeit, aus dem blutigen Ruhm der waehrend der Belagerung der Stadt Gefallenen; sie wurde befreit durch Israel angesichts der Traegheit und Machtlosigkeit der Vereinigten Nationen, die durch den Beschluss von 1947 berufen waren, die Verantwortung fuer die Stadt und ihre Bewohner zu tragen. Demgegenüber: welches ist das Recht der Generalversammlung, Loesungen aufzuzwingen, die dem Willen des Volkes zuwiderlaufen, das Jerusalem gebaut, verteidigt und befreit hat? Jerusalem wird sein naturgemaesses Schicksal weiterleben, solange der Wille und die Entschlusskraft unseres Volkes unerschütterlich bleiben. Solange wird_ nichts und niemand das unausloeschliche und fortdauernde Wahrzeichen unserer Ewigen Stadt abaendern koennen, denn es ist das Wahrzeichen unseres nationalen Willens. Lake Success, 20. Dezember 1949. ■ (Uebersetz/ von H. K.)