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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1949-10-01 · 10 (Octubre, 1949) · p. Seite 10

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XI (1949)
Issue
10 (Octubre, 1949)
Date
1949-10-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 BOLETIN INFORMATIVO DIE "BETONKANONE" AM WERK i Bis heute befinden sich noch um gefaehr 70.000 Olim in Laegern, die nicht den Anspruch machen koennen, den Menschen eine lebenswuerdige Unterkunft zu geben. Nur ein kleiner Teil dieser Olim wird an Arbeitsplaetzen absorbiert, an denen gleichzeitig eine Unterbringungs moeglichkeit fuer sie geschaffen wird. Zwar hat sich das Tempo der Alijah etwas verlangsamt, aber immer noch kommen Woche fuer Woche Tausende neuer Menschen ins Land, die untergebracht werden muessen. Unterbringung (Schikun) von Olim ist eines der wesentlichsten Probleme, vor dem der ganze Jischuw steht. Um das Problem einer Loesung nahezubringen, wurde am 14. Januar 1949 durch Initiative der Sochnuth die “Israel National Housing Corporation for Immigrants Ltd. Amidar” gegruendet, die vieler Schwierigkeiten wegen ihre Arbeit erst mit unvorhergesehener Verspaetung aufnehmen konnte, heute jedoch schon auf eine Leistung zurueckblicken kann, die in der Baubewegung im Lande einzigartig ist. Der Plan fuer das Jahr 1949 sieht den Bau von 11.300 Wohneinheiten aus Beton und Stein an 36 Plaetzen in den Staedten und Moschawoth vor, ferner den Bau von 1.000 Einheiten in landwirtschaftlichen Siedlungen, ausserdem die Errichtung von 6.000 Wohneinheiten aus Holzhaeusern an 44 verschiedenen Punkten; davon werden in Haifa und der Umgebung 2.700 Einheiten an 10 verschiedenen Plaetzen aufgestellt. Bei einem Arbeitsgang von 1.100.000 Arbeitstagen werden gegenwaertig bereits 4.500 Arbeiter beschaeftigt, von denen nur 30% Facharbeiter sind. 800 Handwerker aller Art (Tischler, Schlosser etc.) und ca. 800 Arbeiter zur Herstellung von fabrikmaessigen Grundmaterialien werden ebenfalls beschaeftigt. Die Investitionen von “Amidar” betragen ca. IL 2 ü2 Millionen. Fuer J die von der Sochnuth der Firma “Amidar” zur Verfuegung gestellten Holzhaeuser muessen ca. IL 2 Millionen aufgebracht werden. Die Bauten werden ausschliesslich auf KKL-Boeden errichtet. Mit. Beendigung der ersten Phase, die mit Jahresschluss ihr Ende findet, wird sofort mit der zweiten Phase begonnen, die fuer das Jahr 1950 den Bau von 20.000 Wohneinheiten vorsieht. DIE BETONKANONE Bei diesem gewaltigen Programm ist es nicht angaengig, nach der ueberlieferten Weise zu bauen, weil damit der Bauprozess zu sehr in die Laenge gezogen wuerde. Es sind daher neue Maschinen aus Amerika enigefuehrt worden, mit deren Hilfe der “Betonkanone” und dem entsprechenden Zubehoer bis 6 Doppelhaeuser pro Tag, nach einem anderen Prinzip 2 Betonhaeuser mit je 4 Wohneinheiten pro Tag fertiggestelit wurden. Nach diesem System werden bereits Haeuser aufgestellt, deren Besichtigung die Fuehrung von “Amidar” diente. In “Parbarim”, in der Naehe von Bath Jam in der Haifa Bai, wurde die Betonkanone, die H a e u s e r “schiesst”, im Betrieb gezeigt. Auf ein Auto1 von unvorstellbaren Dimensionen ist das gewaltige Rohr dieser Kanone montiert. An einem besonderen Platz laedt die Kanone das Rohmaterial fuer den Beton, rotiert und mischt es dabei und faehrt dann zu dem Platz auf dem die innere Form des Hauses, mit anmontierter Installation fuer Wasser und Licht, aufgestellt ist, um die ein aeusserer Von H. J, S. Stahlmantel,gelegt wird, sodass ein Zwischenraum bieibt, in den die in Betrieb gesetzte Kanone ihren Beton hineinschiesst. Ein Vibrator, der Luft in den gegossenen Beton presst, sorgt fuer die so feine Verteilung des Betons, dass bei beendetem Guss die Waende so glatt herauskommen, dass eine weitere Bearbeitung zur Glaettung der Waende ueberfluessig wird. Kurze Zeit nach dem Guss kommt die ueberdimensional scheinende Maschine d,es Tournlaeers, ein Auto, dessen Raeder allein hoeher sind als ein gewoehnliches Privatauto, mit zwei ueber die Breite des Hauses sich dehnenden Fangarmen, die das Haus mit seinem aeusseren Stahlmantel (die innere Form bleibt am Platz) in die Hoehe heben mittels einer hydraulischen Maschinerie; das so ueber Dachhoehe gehobene Haus wird in dieser Hoehe transportiert an den Platz, wo ein Betonguertel im Ausmass der Waende auf dem Beiden ausgestrichen ist, auf den das Haus dann langsafti niedergelassen wird. Steht es einmal auf seinem Platz, so wird die aeussere Stahlschale geloest, wieder in die Hoehe gehoben und zuruecktransportiert, waehrend das Haus bis auf Innenwaende, Bodenfliesen und Installation fertig am Platz stehen bleibt. Die im Innern des Hauses noetigen Installationen sind vorher festiggestellt und koennen in kurzer Zeit ein- und anmontiert werden. Ein solches Haus besteht aus zwei Wohneinheiten, die je ein Zimmer, Kueche, Toilette und Duschraum enthalten, d. h. also aus 2 Zimmern, die durch die gegossene Mittelwand voneinander getrennt sind. Die Wohnungen sind so gebaut, dass sowohl angebaut wie aufgestockt werden kann. Nicht weit von “Parbarim” in Kurdani, werden nach einem aehnlichen Prinzip am Platz (also nicht transportabel), in eine immer wieder aufgestellte Holzverschalung die Betonmassen gegossen, die den sogen. Solei Boneh Standard Typ darstellen. Jedes dieser Haeuser enthalt 8 Wohneinheiten. Am Tage koennen 2 Haeuser gegossen, d. h. 16 Wohneinheiten im Rohbau fertiggestellt werden. Wenn das Tempo der Alijah anhaelt, so werden diese Bauten zwar nicht die endgueltige Loesung fuer die Schaffung von Behausungen bringen, zumal sie gewissen Forderungen geraeumigen Wohnens nicht genuegen koennen. Sie werden aber fraglich eines der dringendsten Probleme so meistern, dass die Entlastung im ganzen Jischuw spuerbar sein muss. Sie sind eine Vorbedingung zur Durchfuehrung des Staatsprogramms, dem alle Parteien zustimmen, des “Kibbuz Galujoth”. (“Jedioth Chadaschoth”) Was gehoeri dem KKL? Von einem juedischen Totalbesitz von 1.850.000 Dunam bis Ende 5708 bereits 1.022.663 Dunam. Auf KKL-Boeden wurden bis Ende Oktober 1948 zirka 270 Siedlungen von einer'Gesamtzahl von 365 juedischen Kolonien errichtet. Von einer Bevoelkerungszahl von 720.000 Juden lebten auf KKL- Boden (lt. Statistik von Ende 1948) 130.000 Einwohner in Doerfern und Staedten. JUGEND BEZWINGT DIE WUESTE “Nachal” (“Noar Chaluzi Lochern” — kaempfende Pionier-Jugend) ist der Name dr Jugendgruppen von 17jaehrigen Jungen und Maedchen, die in der Verteidigungsarmee Israels eingegliedert sind, aber nicht nur Militaerdienst tun, sondern gleichzeitig fuer Pionieraufgaben, vor allem fuer den Aufbau neuer Siedlungen, ausgebildet werden. In der Wueste Juda, auf einem steilen Berg in der Naehe des Toten Meeres, erhebt sich die Ruine der alten juedischen Festung Massada, wo vor 1876 Jahren die letzte Gruppe juedischer Krieger den roemischen Eroberern Widerstand leistete und wo 960 Ueberlebende unter Pinchas ben Jair es vorzogen, sich selbst das Leben zu nehmen, als in die Haende der Roemer zu fallen. Um dieses bisher wegelose Gebiet zu erschliessen, sollte eine Strasse vom naechsten juedischen Siedlungspunkt, Sdom, am Suedende des Toten Meeres, gebaut werden. Ingenieure, die das Projekt prueften, schaetzten die Kosten auf IL. 50.000. Sie glaubten jedoch nicht, dass staedtische Arbeiter in genuegender Anzahl bereit sein wuerden, diesen Bau durch die wasserlosen Felsen in subtropischen Klima durchzufuehren. Kenner des Gebendes hielten das Vorhaben ueberhaupt fuer undurchfuehrbar. Der Kommandant der “Nachal”- Gruppen erliess den nachstehenden Tagesbefehl: “Unsere Gruppen werden in die Wueste gehen, um dort einen Weg zu bahnen. Die' Felsen, die wir zertruemmern, die Steine, die wir zur Seite raeumen werden, sollen eine Strasse fuer die juedische Jugnd, die diesen verlassenen Boden in Besitz nehmen wird, freimachen. Die Jugend wird die Wueste zum Leben erwecken und ihre einstmalige Fruchtbarkeit wiederherstellen. Lasst die “NachaF’-Gruppen die Hoehe von Massada erklimmen. Die Geschichte dieser Festung, ein Beispiel von Standhaftigkeit, Opfermut und nationalem Stolz, ruft uns zum Nacheifern auf”.’ Hunderte von Jungen und Maedchen folgten dem Befehl, und 14 Gruppen aus allen Teilen des Landes zogen in die Wueste. Das Lager der Strassenbauer befand sich auf einem Huegel oberhalb des Toten Meeres, auf dem vor vielen Jahrhunderten, vielleicht zur Zeit der Belagerung von Massada, ein roemisches Soldatenlager stand, dessen Reste noch heute zu sehen sind. Ein System von Kanaelen und Zisternen fuer die Wasserversorgung durchzieht die Anhoehe. Das Lagerhaus und die Kueche der “Nachal”-Gruppen wurden in zwei sol- , chen Zisternen eingerichtet. Zum Schlafen wurden Zelte aufgestellt, und als Mahlzeiten wurden Armeerationen verteilt. Die beteiligten Jugendlichen entstammten den verschiedenen Jugendorganisatioen: Religioese und Freidenker, aus Stadt und Dorf, aus Kibbuz (Kollektiv - Siedlung) , und Moschaw (Kooperativ - Siedlung). Acht Gruppen bestanden aus jungen Einwanderern und sechs Gruppen aus “Sabres” (im Lande Geborenen). Zu ihnen gesellten sich zwei Erwachsene: Rebekka Weinstein aus dem Kibbuz Tel-Josef, die die Jungen wie eine Mutter betreute, und Ingenieur Gros aus Haifa, der den Plan fuer die Strasse ausgearbeitet hatte. Nach dreitaegiger Arbeit war die Strasse fertig. An Stelle einer Ausgabe von IL. 50.000 waren nur IL. 2000 benoetigt worden. Ingenieur Gros meinte: “Wenn ich nicht selbst dabei gewesen waere, haette ich es nicht fuer moeglich gehalten. Diese Kinder raeumten die schwaeren Steine in ein paar Stunden fast einen Kilometer weit zur Seite.” Die Jungen und Maedchen der . “Nachal”-Gruppen zogen direkt von der Schulbank in den Krieg. Man mus diese Siebzehnjaehrigen bei einer solchen Arbeit gesehen haben, um die ungeheure Veraenderung zu erfassen, die sich dieser Generation vollzogen hat. Der Gedanke an diesen Wegbau ist spontan entstanden. Zuerst planten die “NachaP’-Gruppen nur eine Wanderung zur Festung Massada. Ploetzlich wurde die Idee wach, den Marsch mit dem Bau einer Strase zu verbinden. Der Ingenieur legte seinen Plan den zustaendigen Behoerden vor. Die Ingenieurabteilung der Armee unterstuetzte das Vorhaben und so wurde aus der beabsichtigten Wanderung ein wichtiges Konstruktionsprojekt. Der schoepferische Enthusiasmus der Jugend brachte zustande, was Fachleute fuer undurchfuehrbar gehalten haben. Diese Tat wird wichtige Folgen haben. Es hat sich wieder erwiesen, mit welcher Wucht sich unsere Jugend fuer ihr Land einzusetzen vermag — das moderne Gegenstueck zur chassidischen Begeisterung. In Zukunft wird man von den Altersgruppen der “NachaF’-Formationen die Durchfuehrung weiterer Arbeitsprojekte von nationaler Bedeutung, die gleichzeitig erzieherischen Wert haben, erwarten. Zweifellos hat das Erlebnis, diesen Weg durch die Wueste zu bauen, die Jugend bereichert, sah sie sich doch den Problemen des Aufbaus unseres Landes gegenuebergestellt. Diese Jugend ist eine wichtige Quelle schoepferischer Energie, deren Israel mit seinen grossen Beduerfnissen und seinen verhaeltensmaessig geringen Arbeitskraeften dringend bedarf. Kinder von 16, 17 und 18 Jahren werden in der Lage sein, Bau— und Pflanzungsarbeiten durchzufuehren, und sicherlich wird ein freundschaftlicher Wettstreit entstehen: “Auch wir wollen einen Weg bauen”, oder: “Auch wir wollen einen Wald pflanzen! ” Die Strasse, die die “Nachal”- Gruppen mitten durch die Wueste gebaut haben, bildet fuer den Jischuw ein bedeutsames Ereignis. (“Das Neue Israel”, Zuerich) ... , , Ein plan> den Herr Joseph Weitz (Lei- Wasser Tuer den Negew ter den Bodenabteilung des KKL) und Wasserbau-Ingenieure gemeinsam ausgearbeitet haben, sieht die Belieferung des Negew mit Wasser aus dem Jarkon Vor. Danach wird es im kommenden Jahre moeglich sein, 15 Millionen Kubikmeter, Ende 1952 schon 50 Millionen nach dem Negew zu liefern. Es muss dazu ein Netz von 16 inches weiten Rohren gelegt werden, und das Wasser ist vom Jarkon her, aus der Gegend der alten Festung des Antipatres, nach dem Sueden zu leiten. Durch diese grossen Bewaesserungsmoeglichkeiten wird man 120 neue Siedlungen im noerdlichen Teil des Negew aufbauen koennen und eine oede Flaeche von einer Million Dunam zu fruchtbarer Erde umgestalten. Jeder Punkt wird 9.000 Dunam fuer extensive Getreidewirtschaft, sowie eine bewaesserbare Bodenflaeche von etwa 1.000 Dunam zur Anlage von Gemuesegaerten erhalten. Man befindet sich bereits im ersten Stadium der Durchfuehrung; zu beiden Seiten der Strasse kann .man die mit der Verlegung der Rohre beschaeftigten Arbeiter beobachten, und mit der Errichtung der ersten Siedlungen wurde schon begonnen.

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