Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XI (1949)
- Issue
- 10 (Octubre, 1949)
- Date
- 1949-10-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 11 * DIE AELTESTEN BIBEL - MANUSKRIPTE Die vor etwa 2 Jahren durch Zufall in einer Hoehle bei Jericho entdeckten Manuskriptrollen biblischer Texte stehen in den. letzten Wochen im Scheinwerferlicht der Weltoeffentlichkeit. Die Rollen werden photographiert, um die Texte moeglichst vielen Forschern zugaenglich zu machen. Der nachstehende Artikel stammt von Dr. Lawrence Griswold vom amerikanischen Institut fuer Archaeologie und der Geographischen Gesell, schaft, einem prominenten Archaeologen und Forscher. Zwei Jahre lang war die groesste Entdeckung, die in der jetzt lebenden Generation in Bezug auf die Geschichte der westlichen Kultur gemacht wurde, ein Opfer des Krieges, des Vandalismus und der Berufs—Eifersucht gewesen, und selbst heute noch — nach dem Ende des Krieges in Palaestina — ist noch immer nicht die ganze Geschichte dieses Fundes enthuellt, des Fundes der unschaetzbar wertvollen Bibelmanuskript-Rollen von Jericho, Es handelt sich hierbei um alttestamentarische Schriften, die um elf Jahrhunderte aelter sind als jedes andere uns bekannte Manuskript del Bibel. Einige der Antworten auf die Fragen, die dieser Fund aufwirft, sind in der Geschichte der Antike gegraben, andere werden vielleicht eines Tages in einem Kaffehaus in Kairo oder einem Antiquitaeten - Geschaeft in New York aufltauchen, wiederfandere werden als die sorgsam gehueteten Geheimnisse von Gelehrten ans Tageslicht kommen, sobald das Monopol an diesen Schriften sein Ende gefunden haben wird. Der erste ausfuehrliche Bericht ueber die Entdeckung wurde erst vor zwei Wochen von dem Chef des transjordanischen Altertums - Departments, G. Lakester Harding, erstattet, Dr. Harding erklaert, er habe diesen Bericht wegen der leidigen Geheimniskraemerei um den Fund erst volle zwei Jahre nach der Entdeckung niederschreiben koennen. Hinter dieser Bemerkung steckt ein ganzes trauriges Kapitel der akademischen Forschung. lieh. Nach gruendlichem Studium der fragmentarischen Berichte, die in der juedischen Presse erschienen waren, ruestete er im Februar 1949 eine Expedition aus, um die Hoehle wiederzufinden Die Expedition, die aus ihm selbst und Père de Vaux von der Ecole Biblique Archéologique Française in Jerusalem bestand, wurde von der Arabischen Legion eskortiert. Die Hoehle wurde wirklich wieder gefunden. Rund um den Hoehleneingang lagen Scherben von Tontoepfen und Manuskript-Fetzen. Der Hoehlenboden war mit uraltem Leinen bedeckt in das die Rollen eingehuellt gewesen waren, und auch hier lagen Manuskript-Fetzen herum, die manchmal hur ein paar Quadratzentimeter gross waren, manchmal sogar ein Drittel ganzer Pergament-Rollen darstellen. Ausser dem ersten Raubzug des arabischen Schafhirten waren offenbar noch weitere Ausgrabungen in der Hoehle vorgenommen worden. Obwohl Dr. Harding nichts davon erwaehnt, wird in Jerusalem erzaehlt, dass eine Expedition zweier dortiger akademischer Koerperschaften einige Monate zuvor die Hoehle aufgesucht hatte, und die Expedition hatte offenbar wenig Ahnüng von archaeologischer Technik, da ein betraechtlicher Teil der noch in der Hoehle vorhandenen Schriftrollen durch Sorglosigkeit gelitten hatten. DAS BUCH JESAJA UND FUENF BTIECHER DER APOKRIPHEN alle diese Werke gibt es nunmehr Manuskripte, die auf das Jahr 200 vor der gewoehnlichen Zeitrechnung zurueckgehen und wahrscheinlich noch aelter sind. Harding nimmt an, das» die Toepfe, in denen die Rollen steckten, am Ende der Makkabaerzeit in die Hoehle gebracht wurden, aber manche dieser Rollen waren vielleicht schon damals historische Schaetze UNGELOESTE RAETSEL Ungeklaert ist bis jetzt, warum die Schriften dort versteckt wurden. Das Versteck war entweder eine Genisa, d.h. ein Ablegeplatz fuer beschaedigte Ritual-Schriften, oder es war ein Asyl fuer Heilige Schriften, die in Gefahrenzeiten noch rasch versteckt wurden. Waere die Hoehle eine Genisa gewesen, so haette sie wahrschein- | lieh Nischen enthalten, in denen grosse Mengen von Manuskripten ueber lange Zeitraeume hinweg aufgestapelt werden konnten. Die runden Toepfe scheinen aber alle aus der gleichen Zeit zu stammen, ausserdem deutet alles darauf hin, dass die Rollen in grosser Eile in der Hoehle niedergestellt wurden und der Eingang nur rasch mit Steinen und Geroell verstopft wurde. Ein Raetsel bleibt es, warum die Rollen nicht wieder von den gleichen Leuten abgeholt wurden, die sie dorthin gebracht hatten. Im Hinblick auf die staendigen Kriege, die schon vor der Roemerzeit in Israel tobten, ist vielleicht die Vermutung richtig, dass die Priester oder Schreiber, die die Rollen so sorgfaeltig versteckt hatten, umgekommen oder gestorben sind, bevor sie zu dem Versteck zurueckkehren konnten. Dr. Harding erwaehnt uebrigens Anzeichen dafuer, dass das Versteck waehrend der Roemerzeit geoeffnet worden ist. In der Hoehle fanden sich Bruchstuecke einer roemischen Lampe. Der Kirchenvater Origenes, der in der Regierungszeit des roemischen Kaisers Caracalla schrieb, erwaehnt die Entdeckung hebraeischer Manuskripte in einer Hoehle bei Jericho. Die Roemer scheinen jedoch entweder bessere oder weniger eifrige Forscher gewesen zu sein, als ihre modernen Nachfolger, da sie nur sehr wenig Toepfe zerbrachen, jedenfalls weniger im Vergleich zu den Verwuestungen, die die letzten Entdecker der Hoehle hinterlassen haben. Das groesste Raetsel ist, wo sich der Grossteil der Rollen befindet, welche ueberhaupt vorhanden sind. Dr. Harding schaetzt, dass die Hoehle 40 Toepfe enthielt, der jeder 5 Rollen Inhalt hatte. Es sind aber nur knapp 10% dieser Zahl von Rollen gefunden worden. Angeblich sind viele Rollen von Haendlern ausser Landes verkauft worden. Die vier Rollen, die das syrische Kloster vom Heiligen Markus in Jerusalem erworben hat, haben im Laufe der Zeit ihren Weg nach Amerika gefunden”, wie Dr. Harding hoeflich bemerkt; in Wirklichkeit wurden sie vom syrischen Erzbischof in Jerusalem nach Amerika gebracht. Der einzige Mensch, der die noch ungeloesten Fragen dieses Forschungsdramas loesen kann, ist der arabische Schafhirt, der sich fuer seinen Fund bezahlen liess und seitdem verschwunden ist. Wenn er gefunden werden kann und einen genauen Bericht gibt, dann kann die Suche nach den Schaetzen beginnen, die er vor zwei Jahren nach Jerusalem brachte .und die seitdem verschwunden sind. (“Jedioth Chadaschoth”) EIN SCHAFHIRT ENTDECKT EINE HOEHLE Im Fruehherbst des Jahres 1947 eroeffnete ein arabischer Schafhirt, der seine Herde auf den Felsenhuegeln ueber den Nordost-Ende des Toten Meeres — etwa 300 m unter dem Meeresspiegel — weidete, das Drama. Wahrscheinlich gehoerte er zum Tamirch-Stamm, der gewoehn- Uch in dieser Gegend seine Herden weidet. Die Hoehlenoeffnung, die er entdeckte, war vordem nicht vorhanden gewesen. Ein Erdrutsch hatte sie freigelegt. In der Hoehle fanden sich Reihen von Tontoepfen, die mit Pech versiegelt waren. Der Hirt wusste natuerlich nicht, dass diese Toepfe biblische Manuskripte enthielten, die in phoenizischer Sprache und in klassischem Hebraeisch abgefasst sind Aber er wusste, dass es in Jerusalem Haendler gab, die gute Preise fuer Antiquitaeten zahien Darum lud er einige Toepfe auf einen Esel, zog damit nach Jerusalem und verschwand auf nimmer Wiedersehen. Bis zum Fruehjahr 1948 hoerte man nichts von dem Fund. Aber damals erschienen in der juedischen Presse Israels vorsichtig gehaltene Meldungen, die sehr rasch erkennen Hessen, dass eine Art archaeologischer Entdeckung allerersten Ranges gemacht worden war. DIE FORSCHUNGS-EXPEDITION Nach dem Ende des Mandats, am 15. Mai 1948, und nachdem die Arabische Leaion Teile des Westjordans- Landes okkupiert hatte, wurde ctie Hoehle Gebiet unter transjordanischer Verwaltung, womit auch der Schutz und das Studium der gefundenen Schriftrollen dem transjordanischen Altertums - Department oblag. Der Chef dieses Departments, Dr. Harding, liess ganz Palaestina nach dem arabischen Schafhirten durchsuchen, der die Hoehle entdeckt hatte, aber vergeb¬ Die von Dr. Harding gefundenen Fragmente genuegten jedoch, um mehrere wichtige Entdeckungen zu identifizieren. Dazu kamen nun noch die Geruechte ueber fruehere Funde. Die wichtigste Entdeckung scheint das Buch Jesaja, ferner fuenf Buecher der Apokriphen zu sein, ein Handbuch von Rechten und Pflichten und ein episches Werk, in dem zweimal die Hymnen Vorkommen. Erst im Juni ds J. gab der Archaeologe der Hebraeischen Universitaet Prof. Sukenik bekannt, dass das Jesaja-Manuskript bis einschliesslich Kapitel 66 reicht. Die Bibelgelehrten aller Welt warten nun auf die Veroeffentlichung der Jesaja-Schriftrolle. Ein Sachverstaendiger von der in Jerusalem domizilierenden American School of Oriental Research, der die Schriftrollen in der Hebraeischen Universitaet gesehen hat, haelt sie fuer eine revolutionaere Entdekkung. Das bisher bekannte aelteste Jesaja-Manuskript ist der Codex Petropolitanus, der aus dem neunten Jahrhundert der gewoehnlichen Zeitrechnung stammt. Die Text-Unterschiede, die aus einem Vergleich mit dem masoretischen Text hervörgehen werden, muessen im Hinblick auf den oeffentlichen Streit, der seit der Reformation ueber die Gueltigkeit der hebraeisehen Texte und der Sent.uaginta tobt, weitreichende Rückwirkungen auf die Bibelforschung haben. Prof. Sukenik hat erklaert, dass — obwohl die Schriftrollen noch nicht vervollstaendigt und einige Teile unleserlich sind — die erste Pruefung bereits ergeben hat, dass die Texte fast identisch sind mit dem masoretischen Bibeltext. Vielleicht noch wichtiger ist die Entdeckung der fuenf Buecher der Apokriphen, deren Bewertung als mithentisch haeufig mehr auf doktrinaerer Ueberzeugung als auf historischer Forschung beruht. Fuer llfiPp^ .••■•■•.•ssws®*«'* ¡fifí tSáíá'í HEIMKEHR VON DER WEIDE . . . Auf der Feier des Befreiungstages von Nahctrici Bezirksstadt Westgalilaea wurde vorgeschlagen, , Naharia zur Bezirksstadt dieses Landesteiles zu machen. Es ist geplant, Naharia zu einer Stadt von 15-20.000 Einwohnern zu entwickeln; heute gehoeren bereits 23 Siedlungen zu diesem Bezirk. Es ist ein sehr fruchtbarer Landstrich, und man wird die Zahl der Niederlassungen hier leicht vergroessern koennen. . Ein neues “Notstandshaus”, zwei Woh- Biihge Notwohnungen nungen enthaltend, die eine 16 qm, die andere 20 qm gross, zu einem Kostenpreis von IL 189 bzw. 220, wurde in Abu Kebir, dem besetzten arabischen Dorf an der Strecke Jerusalem-Tel Aviv, zur Schau gestellt. Die Waende sind 20 cm dick und so gebaut, dass das Haus erweiterungsfaehig ist. Mitglieder der Regierung kamen, um dieses Haeuschen, das von einem Privatunternehmer in Zusammenarbeit mit dem Regierungsarchitekten errichtet wurde, zu besichtigen_