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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1949-09-01 · 9 (Septiembre, 1949) · p. Seite 10

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XI (1949)
Issue
9 (Septiembre, 1949)
Date
1949-09-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 BOLETIN INFORMATIVO ft«—■.. —»... ... .. , ....... - „ ....... , . — Verwirrung in Die Unabhaengigkeitsfeiern sind nun vorueber, die Erinnerung an die Heldenzeit des Jischuw und seine Siege sind verrauscht. Bei uns herrscht der graue Alltag, und dieser ist durch die Sorge um Olim, um Wohnungsbau u. die Staatsfinanzen gekennzeichnet. Momente nationaler Aufrichtung spielen keine Rolle mehr, und wir sind zumeist voller Kinne gegen unsere Regierung, ouwohl an ihrer Spitze die gleichen Maenner stehen, die uns zum militaerischen Siege und zum politischen Erfolg durch den Eintritt in die UN fuehrten. Wir leben in einer Zeit grosser Ernuechterung, und diese hat auch in der Judenheit der Gola. Platz gegriffen, wenn sie dort auch andere Formen annimmt und auf andere Gruende zurueckzufuehren ist. Im Jahre 1948 nach der Staatsgruendung und in den Monaten des Kamp, fes gingen die Wogen der Begeisterung in der Diaspora hoch. DIE WIRKUNG DER SIEGE Alle waren auf die Heldentaten der Hagana und der Armee stolz. Hoben doch die Siege der juedischen Truppen auch die Stellung der Juden in der Gola. Bewiesen doch diese Erfolge, dass die Juden nicht nur furchtsame unterwuerfige Haendlernaturen, sondern dass sie, wenn man ihnen nur die Moeglichkeit dazu gab, ihren Mann stehen und sieben arabische Staaten in die Flucht jagen konnten. Unbeeinflusste und unparteiische Beobachter mussten zugeben, dass die Siege der Armee Israel in uer Welt mehr zugunsten der Juden gewirkt hatten als saemtliche Vereine gegen Antisemitismus, alle juedisch. christlichen Aufklaerungsgesellschaften und Kulturleistungen juedischer Gelehrter und Kuenstler in anderen Voelkern. Im Kampf gegen den Antisemitismus war das Jahr 1948 ein Wendepunkt. Der Antisemitismus war zu einem grossen Teil aus Respektlosigkeit gegenueber den Juden erwachsen, und jetzt hatten sie verstanden, sich Respekt zu verschaffen. / VERWIRRUNG FOLGTE Aber die Begeisterung des Jahres 1948 hielt nicht Stand, und heute herrscht Verwirrung und Unklarheit in der Judenheit der Gola. Diese ist bei den juedischen Gruppen verschiedener Art und ist auf voellig von einander differierende Motive z urueckzuf uehr en. Da sind zunaechst die DPs, die Fluechtlinge in Deutschland, Oesterreich und Italien. Seit 1945 erklaerten sie jeder Untersuchungskommission und allen internationalen Instanzen, dass es ihr Ziel sei, ihre Wanderung in der Welt endlich aufzugeben und sich eine Heimat im Nationalheim des juedischen Volkes in Erez Israel zu suchen. Fuer sie kaempfte die zionistische Bewegung mit Nachdruck. Die beruehmten 100.000 Zertifikate, um die wir in den Jahren 1945 und 1946 rangen, waren fuer diese DPs. bestimmt. Immer mutloser wurden damals die D.P.s, denn die Stunde der Erloesung, auf die sie gewartet hatten, wollte nicht schlagen. Sie suchten schon andere Auswanderungslaender. Manche machten sich schon mit dem Gedanken vertraut, in Deutschland zu bleiben. Und da geschah ploetzlich das Wunder. Die zionistischen Delegierten, die sie drei Jahre lang mit “Hoffnungen und Schlagworten gefuettert” hatten, behielten ploetzlich Recht. Die Tore Palaestinas wurden wirklich weit geoeffnet. UMSCHAU der Diaspor a Von YACHIN KIBBUZ AN DER GRENZE Von O. S. Nach verhaeltnismaessig kurzer Zeit konnte man ziemlich gefahrlos nach Israel uebersiedeln, die grosse Stunde war gekommen. Viele machten sich auf, Tausende packten ihre Koffer und reisten nach Israel ab. Die meisten Fuehrer und Funktionaere gingen zur Alija. Eine Zeitung und Zeitschrift nach der anderen ging ein, und die Redaktion verabschiedete sich mit dem Bemerken von den Lesern: “Wir siedeln nach Israel ueber”. Der allgemeine Aufbruch hatte begonnen... und jetzt stockt er. Von den Juden der amerikanischen Zone in Deutschland sind nur noch 15.000 zur Alija registriert, und unter ihnen gibt es heute viele, die zoegern... Es kommen Briefe aus Israel, die von den Leiden in Olim-Laegern, von der Wohnungsnot u. den Arbeitsschwierigkeiten sprechen, und diese Briefe wirken negativ. Man ist an sich entschlossen,, den Weg nach Israel zu gehen. Aber man schreckt vor den Schwierigkeiten des Augenblicks zurueck. In Deutschland lebt man in bequemen Wohnungen, und auch die Laeger sind im Verhaeltnis zu den Olim-Laegern der Sochnut fuerstlich ausgestattet. Man verdient im Handel und im Schwarzhandel, und wenn man nicht genug verdient, hilft der Joint. Israel hat dagegen wirtschaftlich ein viel rauheres Klima. Man muss arbeiten, hart arbeiten und män muss erneut mit eigener Kraft sich den Boden unter den Fuessen sichern. Das ist eine schwere Aufgabe, und deswegen zoegern viele. Die Krise, die wir heute hier im Lande mit erleben, strahlt in die Gola aus und vergroessert noch die Schwierigkeiten. Die Entwicklung dort zeigt erneut, welch grosse Bedeutung allen Bemuehungen um Wohnungsbau und um Senkung der Preise im Lande zukommt. Juristisch und politisch gesehen sind heute die Tore des Landes offen, aber die Wirtschaftsschwierigkeiten, die Wohnungsnot und die Teuerung drohen sie de facto zu Verschlüssen, ohne dass es Gesetze gibt, die die Einwanderung beschraenken. Was das bedeutet, muss nicht besonders ausgefuehrt werden. Diese Entwicklung unterstreicht nur noch mehr die Dringlichkeit aller der Massnahmen zur wirtschaftlichen Gesundung. ZIONISTEN NACH DER STAATSGRUENDUNG Nicht nur die D.P.S, die unmittelbaren Alijakandidaten sind in Verwirrung. Auch andere juedische Kreise, Zionisten wie Nichtzionisten sind heute von Verwirrung ergriffen und wissen ihren Weg nicht zu bestimmen. Bisher konnte man in der Gola ruhig leben und dabei mit allem Eifer Zionist sein u. fuer die nationalen Belange des juedischen Volkes eintreten. Die Frage der persoenlichen Verwirklichung und der eigenen Ahja tauchte fuer die meisten deswegen in keinerlei innere Konflikte, da die Zahl der Zertifikate nie ausreichte. Die Zertifikate, die es gab, mussten ja zuerst “fuer die uneluecklichen Fluechtlinge“ benutzt werden. Aber jetzt haben wir eine andere Situation vor uns. Der Staat Israel ist Tatsache, die Tore des Landes sind geoeffnet, die “armen Fluechtlinge” haben keinen Vorrang mehr. Jeder Zionist, der seit Jahrzehnten vom eigenen Staat und der Heimat traeumt, hat die Moeglichkeit, seinen Traum ohne Hindernis und ohne Zertifikat zu verwirklichen. Heute sehen sich viele Zionisten auf die Probe gestellt, und sie wissen noch INS GALIL Die Chaussée wendet sich von Rösch Pina ostwaerts, senkt sich gegen das Jorctantal, sreigt dann wieder, nach Norden weichend, zum Oberen Galil hinauf. An der Biegung, etwa 4 km. hinter Rosch Pina, zweigt eine Chaussée nach Nordosten ab; an der Kreuzung steht ein Pfahl mit drei Strassenaufschriften: Die eine weist nach Norden und traegt den Namen Metulla, die zweite zeigt nach Suedwesten nach Rosch Pina zurueck und die dritte nach Nordosten: Nach Mischmar Hajarden. Die alte kleine Kolonie an den Ufern des Jordan war lange Monate hindurch—trotz aller militaerischer und politischer Bemuehungen — in keinen rechten Ausweg aus der Situation. In England finden sich Kreise, die eine Antwort auf die Frage suchen. Sie wollen in England bleiben und nicht nach Israel gehen. Ihr Sprecher Prof. Samson Wright, Vorsitzender des KKL in England ist der Meinung, die zionistische Bewegung habe ihre Rolle in der Diaspora ausgespielt. Die Juden, die zu Zion stehen, sollen Vereine der “Freunde Israels” gruenden und Israel finanziell unterstuetzen. Das ist sein ganzes Programm. Das offizielle Blatt der Zionistischen Foederation Englands “Zionist Review” lehnte seine Ideen ab, aber es bekam Dutzende von Zuschriften von Lesern, die Wright zustimmten und als “Freunde Israels” in England bleiben wollen. Die Zionisten Amerikas sehen das Problem anders. Auch sie haben nicht die Absicht, selbst in grosser Zahl nach Israel zu uebersiedeln aber sie glauben, dass die zionistische Bewegung noch grosse Aufgaben in der Gola zu erfuellen hat. Sie soll die Judenheit national erziehen und sie soll sie wirtschaftlich mit Israel verbinden. Die Zionistische Organisation der USA, die jetzt ihre Konferenz abhielt, will* eigene wirtschaftliche Aktionen im Lande unternehmen u. sie ruft allen Zionisten und Juden in den USA zu, dass sie Geld in Israel investieren u. sich an wirtschaftlichen Unternehmungen des Landes beteiligen sollen. LETHARGIE UND GEDANKENLOSIGKEIT Das sind die Ansichten von Kreisen, die noch versuchen in allem Ernst eine Antwort auf die Frage zu finden, welche Stellung sie heute in der Diasüora zu Israel einzunehmen haben. Aber die grosse Masse denkt viel weniger ueber die Probleme nach und sie ist nach einer gewissen Aufruettelung nach dem Kriege und im vorigen Jahre lethargisch, interessen- und gedankenlos und geht nur ihren Geschaeften nach. Waehrend Prof. Wright seine Antwort auf die Frage syrischen Haenden. Und der letzte juedische Punkt an der Chaussée nach Damaskus war daher Machanaim. Man faehrt durch eine Allee von Eukalyptusbaeumen und biegt nach rechts in den Kibbuz, Der erste Eindruck: Ein Kibbuz wie alle anderen. Ein grosser Hof, auf der einen Seite die Wohnhaeuser, der Kindergarten, das Chadar Oehel; jenseits die Wirtschaft, der neue Kuhstall, der Maschinenhof, die Schafherde, die Werkstaetten. Im Kibbuz herrscht lebhaftes Treiben, Kinder und Erwachsene in Arbeitskleidung eilen umher, aus dem Kuechenschornstein steigt Rauch, im Kindergarten wird gesungen... Man blickt erstaunt umher: Das ist der beruehmte Ort, auf den sich der Stellung zu Israel zu finden versucht, sind die zionistischen Versammlungen in England halbleer, die Einnahmen fuer die Vereinigte Sammlungsaktion gehen rapid zurueck, und die Vertreter der offenen Assimilation erheben offen das Haupt im Board of Deputies, dem juedischen Gemeindebund. Aehnliche Bilder sehen wir in Holland. Belgien und Frankreich vor uns, wo Juden an der Nachkriegskonjuktur gut verdienten und angesichts der wirtschaftlichen Stabilisierung nicht ernsthaft ueber Israel und Auswanderung nachdenken. Ihr Interesse fuer Israel spiegelt sich in Feiern und Kostuemfesten mit Wahlen von Schoenheitskoeniginnen a la “Miss Hatikwa” wider. Eine grosse Verwirrung herrscht, an der die Regierung, die zionistische Fuehrung und wir alle wahrscheinlich nicht unschuldig sind. Vielleicht haben die recht, die der Meinung sind, die Krise sei darauf zurueckzufuehren, dass wir die Gola immer nur als Geldquelle ansehen. Aber das Land hat riesige Beduerfnisse und wir koennen nicht sagen, dass die Regierung nicht den Jischuw entsprechend heranzieht. Und wenn wir schon nicht allein mit Geldforderungen kommen werden, sondern Verwirklichung, Uebersiedlung der Zionisten, auch wenn sie keine Fluechtlinge sind, nach Israel verlangen werden, wird es uns dann schon leichter sein? Gerade das wird die grosse Aufgabe der Zukunft sein. Israel, der Staat und die zionistische Bewegung koennen sich mit Fluechtlingen als Olim nicht begnuegen. Der Ruf zur Alija wird auch zu den in sicherer Position lebenden Juden des Westens und insbesondere ihren Kindern dringen muessen. Werden wir ihre Herzen, werden wir sie als Menschen gewinnen, dann wird auch das Problem der Kapitalinvestition geioest werden, von dem wir heute so viel sprechen und auf das wir keine Antwort wissen. (“Jedioth Hajom”) DIE WAELDER UNSERES LANDES Andere Laender sind von Natur mit vielen Waeldem gesegnet — der juedische Jischuw pflanzt jeden einzelnen Baum mit vieler Muehe und Liebe. Jeder neue Baum, der Schatten spendet, bedeutet ein wertvolles Kleinod fuer unser Land. Der Keren Kayemet Leisrael ist der Vorkaempfer der Pflanzung von Baeumen und Waeldern auf dem Boden des Landes. 72 WAELDER MIT EINEM BAUMBESTAND VON 5.280.000 BAEUMEN STELLEN DAS WERK DES KKL DAR. *

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