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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1949-09-01 · 9 (Septiembre, 1949) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XI (1949)
Issue
9 (Septiembre, 1949)
Date
1949-09-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 9 VON D^.R “HORA HEBREA WIR SEHEN» HORREN, LESEN Ein grosser Teil unserer Leser verfolgt s'cher mit Interesse am Sonntag um die Mittagszeit am Radio die “Juedische Stunde”. Dagegen scheint weniger bekannt zu sein, dass allwoechentlich am Sonnabend —um 10.30 Uhr nachts— die sogenannte “Hora Hebrea” geboten wird, die sfch zur Aufgabe gemacht hat. die Bedeutung des Judentums fuer die Kultur der Menschheit in ein helleres L'eVit. stellen. Im Mittelpunkt der Darbietungen steht jeweils einHoersn’el. das teilweise schildernd, teilweise dramatisierend, eine jued’sche Persoenlichkeit um. reisst. So war z. B. ein Abend pioo-rnnvirj Ffeud gewidmet, ein anderer Lassalle, ein weiterer Lombroso. Das Hoersoiel ueher Disfa°H habe ich leider nmht gehoert. Es kann mit Genugtuung konstatiert werden, dass diese Foe~sniele. trotz ihres hohen Niveaus, spannend und durcha u s allgemeinverstaendlich waren und zweifellos auch das Interesse der chilenischen Umwelt finden. Es drarngen sich nun folgende Fragen auf: Warum werden unsere Kultur-Veranstaltungen in der Juedischen Stunde nicht an gezeigt? Warum veroeffentlicht die “Hora Hebrea” nicht —auf einen Monat hinaus— ihf Pforamm in unserem “Boletin Informativo”? Warum findet keine gegenseitige Propaganda zwischen Radio und Zeitung statt? U.A.w.g. Teil ü« FHTTT.T AN GEGENLIEBE Zu den beiden letzteren Fragen, die unser Mitarbeiter Teh in Bezug auf eine gewisse A^st-auseiaarheit zwischen unserem “Boletín Informativo” und der “Hora Hebrea” stellt, ist die Redaktion in der Lage zu antworten. Und zwar haben wir grade in der letzten Zeit uns bemueht, eine solche In't’ative irgendwie in Gang H-inrren. sind ah°r bis jetzt leider an einem Mangel von Intense auf der Gegenseite geschieitert. Jedenfalls haben wir nicht vor, uns dadurch entmutigen zu lassen, da wir mit, T°n glauben dass ein ver. nuenftiger “modus operandi” nur von Vorteil fuer beide Seiten sein kann. Red. EIN MT«ffi!RABLES MACHWERK Ohne sich durch den Reinfa.11 'hoiFrort ZU l^SSe^ '*öv* Auffn°hrnng des “Theater. Tyo<ai<rp;fl “Fnhr’ft. steliers” Ivo Pelay, genannt “Jndio”. vor einieon Tahrgn bedeutete, hat es der Komoedia-ot T.ucho Cördnva fertig gebracht, das Stueck von Neuem auf d’e Buehoe des T°at.ro Imperio zu bringen. Es handelt sich um die G°- sohiohi'e eines Wucherers mit. einer langen Nase und einem Part, der arm in die Stadt kommt iSm ersten Akt) und i m sehnlichst erwarteten letzten Akt dank seiner oonulaeren Taetigkeit reich ist. We’ter hat das Kunstwerk keine Komplikationen. Was man Autoren von solchen und aehnliehen Schundwerken ja auch im allgemeinen nicht weiter uebel nimmt. “CHILE AL DIA“ Die von Armando Rojas Castro ausgezeichnet geleitete nationale Wochenschau brachte in ihrer Ausgabe Nummer 141 einem ebenso ausführlichen wie gelungenen Filmbericht ueber den Aufenthalt des Aluf Saltiel in Santiago und besonders, die Kranznieaeriegung am Denkmal Bernardo O’Higgins. Der Kurzfilm beginnt mit dem Moment, in dem David Saltiel das Hotel Carrera verlaesst und beschreibt meisterhaft die verschiedenen Phasen seiner Ankunft am Fusse des Monuments, den Moment der Blumenspende, die Ehrenbezeugungen der chilenischen und israelischen Fahnen, die Delegationen der chilenischen Streitkraefte, die zugegen waren, Vertreter unserer Kollekvitaet und schliesslich, die Ehrenwache. Diese Wochenschau wurde m mehr als 12 grossen Kino- Saelen der Hauptstadt —abesehen von der Provinz— gezeigt. Nimmt man ferner de auffallend starke Publizitaet in Betracht, die der Aufenthalt Saltiels von Seiten ler chilenischen Presse spontan erfahren hat, so kann •nan nur mit der groessten Befriedigung die positive Bi- ’anz gegenueber vergangener Seiten ziehen, in der das Zustandebringen einer, auch nrn maessig besuchten Pressekonferenz anlaesslich der Besuchs unserer Gaeste wenn nicht -ranz unmoeglich, sodoch zumindest eine Titanenarbeit war. AUFSTELLUNG GERDA ANGRESS Vor wenigen Wochen ver. anstaltete die in Viña del Mar wohnhafte Kuenstlerin Gerda \ngress eine Ausstellung im Lokal der “Federación de Estudiantes” der Hauptstadt, die allgemeinen Anklang fand. Besonderen Beifall fand die originelle Aquarell-Technik ’er sich diese Malerin bedient Leider ist es uns aus Raummangel in dieser Nummer oicht moeglich, Auszuege aus den Pressestimmen zu bringen, die s'eh damit befassten, ’edoch hoffen wir, dies in unserer naechsten Nummer oo^hholen zu koennen. Frau Angress ist Mitglied unserer Schwestergeme i n d e “Habonim” Valparaiso. -RTTECKKFHR T)E*5 "HERRN LEISSEWITZ > Wie wir erfahren, ist der ehern a’ige Erste Sekretaer md ehemalige Presse-Attaché ■’er ehemaligen Deutschen Botschaft in Santiago, Herr Georg Leissew’tz, nach Chile uu-uppkgekehrt. D’eser ehrenwerte Herr war praktisch der Chef der gesamten Nazi.P ropaganda wehrend der ersten Kriegsiahre. Na ch dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen -uvis-h°u Cb”“ und D°utsf>hland ging er “heim ins Reich” um jetzt —mit dem V’sto Bueno der Alliierten Besatzungsbehoerden— zurueckzukommen. M’t ihm sollen auch andere prominente “ex”-Nazis ins Land gekommen sein, doch sind wir noch nicht in der Lage, ihre Namen und Position zu erfahren. CHILENISCH. ISRAELISCHE HANDELSBEZIEHUNGEN Der Dampfer “Bernieres” der “French Line”, der vor wenigen Tagen aus Valparaiso auslief, um eine grosse Ladung Gerste nach Haifa zu bringen, diente als Anlass fuer Kommentare und Nachrichten in der gesamten chilenischen Presse. In diesen wurden die chilenisch-israelisehen Handelsbeziehungen und insbesonders deren'weite Perspektiven auf das Waerm. ste begruesst und unterstri chen, dass der Staat Israel ein ganz bedeutender Kunde fuer chilenische landwirtschaftliche Produkte werden kann und damit wesentlich zum Ausgleich der hiesigen Aus senhandelsbilanz beit ragen wuerde. Beachtung verdient in diesen Kommentaren auch die Tatsache, dass die Route vieler aus chilenischen Haefen auslaufenden Schiffe sich nunmehr bis in das oestliche Mittelmeer erstrecken wird, was bisher nur sporadisch der Fall war. AUFSTELLUNG MICHAEL BRY Waehrend des vergangenen Monats fand in dem Lokal ‘Dédalo” die diesjaehrige Ausstellungdes jungen Kuenstlers Michael Bry statt. Bry ist einer der bildenden Kuenstler, die sich dem reativ neuen und unerforschten Gebiet der Photographie widmen. Photographie als Kunst wird von einem grossen Teil der Kritiker immer noch als ein Stiefkind der Malerei betrachtet, obwohl man sagen kann, dass sie ihre Unabhaengigkeit nun immerhin seit einigen Jahrzehnten behauptet. Die “Kunst” der Photographie kann man —im grossen Rahmen— in zwei Gebiete einteilen. Einerseits die dynamische —das Objekt befindet sich in Bewegung und wird von dem aufnehmenden Photographen in all seinen Phasen dargestellt—; der groesste Gestalter auf diesem Gebiet duerfte wohl Eisenstein gewesen sein. Andererseits die statische Photographie, welche versucht, das Objekt in einem bestimmten Moment seines Wechsellaufs festzuhalten. Diesem Teil der Photographie ist es, welchem Bry sich insbesonders widmet. Eine seiner besonderen Richtlinien innerhalb seiner Auffassung der Photographie als Kunst ist die subjektive Praegung all seiner Bilder. Fuer hn gibt es keine “getreue”, kopieartige Wiedergabe der Aussenwelt, sondern-nur eine ’nstinktive Darlegung und Betonung der Nuancen, die ihn am staerksten ansprechen. Seine Technik ist einwandfrei: der groesste Teil seines Interesses ist auf die Natur und Komposition gerichtet. Letztere gelangt stellen v^eise auf eine symbolhafte Hoehe, w’e etwa in dem Bild eines Mannes —Prototyp fies Mannes schlechthin— im Kampf mit den Naturkraeften des nassen Elements, wobei sich eine klare Technik i mit einer unleugbar tiefen künstlerischen Vision vereinigt. C. P. “SIEGREICH WOLLEN! SIE...“ In “Ereilla” vom 16. August] lasen wir eine Zuschrift des Herrn P. Hesslein, in der er ] darauf aufmerksam machte,! dass die Firma “Max Freese, S. A.” allsonntaeglich im Sen-1 der CB 57 (Radio Sociedadj Nacional de Agricultural ein deutsches Programm zum Be-, sten gebe und das am Sonntag, den_17. Juli unter ande-| ren deutschen Soldaten, und Matrosenliedern geschmack. ] vollerweise ausgerechnet “Siegreich wollen wir Frankreich schlagen...” den Aether invadierte. Nun, am 21. August versuchten wir, uns selbst von den Vorzuegen dieser “S. A.”- Sendung z u ueberzeugen. Doch wer beschreibt unsere Enttaeuschung, als wir ein ganz harmloses Konzert “grosser Pianisten” von den Wellen zugetragen bekommen und an deren erster Stelle... Arthur Rubinstein! Bravo. “Erc’lla”! ABSCHIED DR. SOKALS Am Abend des 4. August] fand im Círculo Israelita eine Abschiedskundgebung fuer den Delegierten des “Juedischen Welt-Kongress”, Dr. Sokal statt, der einige Zeit, in unserer Mitte weilte. Vertreter der beiden einladenden Organisationen —Comité Re-I oresentativo und Federación; Sionista—, sowie solche im Auftrag der verschiedensten Sektoren der Kollektivitaet brachten ihr Bedauern zum Ausdruck, mit dem sie Dr. Sokal scheiden sahen. ¡ Dieser antwortete mit Worten des Dankes. Am Freitag, den 5. August, verliess er Chi-, le, um sich nach den Vereinigten Staaten zu begeben. BERUFUNG ABRAHAM DRAPKINS Aus gut informierten Kreisen wird uns bereits heute unsere Unterstellung bestae-. tigt, die wir anlaesslich der vor wen’gen Monaten stattgefundenen Alija des zionistischen Aktivisten Abraham D r a p k i n veroeffentlichten und derzufolge dieser in Israel zu wichtigen Aufgaben herangezogen wird. Tatsaechlich sind wir in der Lase, seine Berufung als Direktor der Lateinamerikanischen Abteilung des israelischen Aussenministeriums vor. auszusagen. Der bisherige Vorsteher dieser Abteilung, der in Buenos Aires gebuertige Dr. Moisés Toff, soll Mitglied der Delegation Israels bei der N. U. werden. K. IWRTTHKURBE des VAAD HAJINUJ Der Vaad Hajinuj veranstaltet Tages- und Abendkurse in Iwrith fuer Anfaenger und Fortgeschrittene, die zweimal woechentlich in sei-1 nen Schülraeumen stattfini den und an denen auch die] Mitglieder unserer Gemeinde teilnehmen koennen. | Interessenten werden gebe-! ten, sich wegen Einzelheiten mit dem Sekretariat des Vaad Hajinuj, Copiapö 744, Fono 35275, in Verbindung zu setzen. i EINE MERKWUERDIGE GESCHICHTE Es lebten einmal dre: Junggesellen zusammen in einem Apartment. Ein Arzt, ein Kaufmanr und einer Schauspieler. Den Haushalt besorgte ein Diener, ein altes Faktotum, das ihnen seit vielen Jahren treu und ehrlich diente, woraus man ersieht dass die Geschichte in dei alten Welt spielt und die drei Herren offensichtlich dem gehobenen Mittelstände angehoeren. Der Arzt arztete, der Schauspielei schauspielerte und der Kaufmann importierte (es;st ein Maerchen) — und so lebten sie noch heute gluecklich und zufrieden wenn nicht die dumm« Liebe dazwischen gekom men waere. Jeder hatte eine Frau kennen gelernt die er liebte — doch dre; verliebte Maenner und nur eine Wohnung, wie mag da? ausgehen? Ihre So rep moecht ich haben, werder Sie jetzt sagen. Aber wir haben Sorgen wenn auch anderer Art. Wir brauchen Mittel, um tas Kinderhe'm weiterzufuehren und wenn Sie und Thre Angehoerigen am 22. Oktober abends ins Theater Marconi gehen, dann koenuen Sie erfahren, wie die Geschichte ausgeht und ins gleichzeitig von unseren Sorgen befreien. “Margarit durch drei” heisst das Stueck, aufgefuehrt von der Theatertruppe, die Ihnen im Voriahre den “Dr. Hiob Praetorius” beschert hat. Um den kritischen Zeiten und der damit verbundenen “austerity” Rechnung zu tragen, werden die dfe’ Bcauenrnllen von einer einzigen Dame eesoielt — Brau Gerda Schoenaich— die in diesem Stuecke be- -eits in Europa grossen Kr- ‘’clohatte und sich den Anfofderungen, die Stueck und Partf °f an sie stellen.!n jeder Hinsicht gewach- 'en zeigt. Als Partner haben wir Dr. Tobias, mit einer zweiten Hauptrolle in knapp einem Jahre; ein ernsthaiter Anwaerter auf den “Schlemihl” (das juedische Gegenstueck zu Hollywoods Oskar) ferner den Reinhardt-Schueler Schanz und als dritten im Bunde haben wir uns aus Wien den bekannten Fritz Gruenberger verschrieben, der jahrelang gegenueber dem Burgtheater wohnte und im Schatten Moissis gross wurde. Als Diener hat man s'ch cegen eine namhafte Abstandssumme den Star des rr. id. p. CTCnhsrett des Forum) verschafft —German Schloss. Saemtliche Mitwirkende opfern seit Monaten drei Abende woechentlich. Opfern Sie, lieber Leser, wenigstens diesen einen Abend und Sie werden es nicht bereuen. Also, auf Wiedersehen am 22. Oktober im Teatro Marconi. AR.

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