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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1949-09-01 · 9 (Septiembre, 1949) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XI (1949)
Issue
9 (Septiembre, 1949)
Date
1949-09-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 11 Der Staat hat; gesiegt - wird der Zionismus siegen? Der Staat Israel hat die Arabische Liga im Felde geschlagen und die Verhandlungen mit unseren Gegnern werden frueher oder spaeter zu einem Frieden fuehren. Das Fundament des Staates steht. Es ist aber noch keineswegs klar, ob auch der Zionismus schon gesiegt hat. Die oeffentliche Meinung in Israel und in der Golah steht unter dem Eindruck der militaerischen, politischen und diplomatischen Siege des Staates Israel, und auch die Haltung der leitenden Instanzen erweckt oft den Eindruck, dass sie, von diesen Siegen gefesselt, nicht die Realitaeten und Schwierigkeiten, in denen sich die Zionistische Bewegung in Israel befindet, richtig bewerten. Paraden . , und festliche Sitzungen. Volksversammlungen und historische Ereignisse wechseln ab. Die Zeitungen bringen Schlagzeilen ueber neue Siege und neue Errungenschaften. Der Traum von gestern ist heute Wirklichkeit, und das Volk trinkt diese Wirklichkeit wie einen berauschenden Wein. “Die Geschichte liegt auf der Strasse”, aber eines schoenen Tages werden die Festlichkeiten aufhoeren. Auch die grossen Siege, die die Schaffung des Staates ermoeglicht haben, werden dem Frieden weichen und der graue Alltag wird an ihre Stelle treten. Dann werden wir mit einem Male sehen, dass nicht nur Geschichte sich auf den Strassen unserer Staedte und Doerfer befindet, sondern dass da auch Maenner, Frauen und Kinder, neue Einwanderer sind, vielleicht auch entlassene Soldaten, die kein Heim und keine Arbeit gefunden haben. An diesem grauen Alltag werden die wahren Aufgaben der Zionistischen Bewegung vor unseren Augen und den Augen der Welt nackt und bloss dastehen. DER JISCHUW UND DIE NEUE ALIJAH An diesem Tage werden wir vielleicht betroffen vor der Tatsache stehen, dass es im Lande zwei Voelker gibt, den Jischuw und die neue Alijah, die nicht absorbiert worden ist, und ich meine damit nicht einen physischen, praktischen Vorgang. Gerade auf diesem Gebiete ist unter schwersten Verhaeltnissen Enormes geleistet worden. Viele Tausende wurden bereits provisorisch oder endgueltig eingeordnet. Aber der Mangel ist auf einem ganz anderen Gebiete fuehlbar. Wir, der alte Jischuw, haben es nicht verstanden, den Abgrund zwischen uns und dem “anderen Volke”, den neuen Menschen, zu ueberbruecken. Der Geist des juedischen Erez Israel ist nicht in die Strassen und Gassen von Ludd und Jabeliah vorgedrungen. Die neuen Olim leben unter sich in einer Atmosphaere, die ganz gefaehrlich an die Lager in Europa und Cypern erinnert. Nicht wegen der aeusseren Verhaeltnisse, sondern weil diese Menschen wieder einmal allein unter sich sind mit ihren Gedanken, ihren Sprachen — in einer Atmosphaere, die sie selbst “Golah in Erez Israel” nennen. Der Jischuw und die Juden der anderen Laender haben grosse Opfer fuer die Aufnahme der neuen Olim gebracht. Aber wir muessen uns gestehen. dass es noch nicht genug ist. Die Golah zeigt schon eine gewisse Muedigkeit. Menschen, die gern ihre Gelder fuer Israel gespendet haben, solange das juedische Blut floss, sind viel weniger enthusiastisch, ihr Geld fuer konstruktive Zwecke herzugeben. Es gibt die grosse Gefahr, dass gerade jetzt, wo der Staat Israel und die Zionistische Bewegung noch viel groessere Summen fuer das Aufbauwerk in Israel benoetigen, in diesem Moment die Spendefreudigkeit des Judentums in der Golah versagt. GOLAH UND ISRAEL Die Lage kann nur gerettet werden, wenn wir uns zu den Problemen der Golah neu einstellen. Statt blosser Propaganda ist Aufklaerung noetig, und darueber hinaus sogar Erziehung. Der Jischuw hat im zweiten Weltkrieg sein intellektuelles Hinterland in Europa verloren. Dieses Hinterland muss in Amerika und in anderen Laendern neu geschaffen werden. Der Zionismus kann nicht verwirklicht werden, solange es unter fuenf Millionen amerikanischer Juden nur 1500 Mitglieder des Hbchaluz gibt, von denen nur 200 auf Hachschara sind! Diese Zahlen beweisen, dass unter 25.000 amerikanischen Juden nur ein einziger daran denkt, ein Pionierleben in Israel zu fuehren. Dies ist ein Warnungssignal fuer die ganze Zionistische Bewegung. Aber warum Fehler im amerikanischen oder einem anderen auslaendischen Judentum suchen? Auch unser eigenes Haus Israel ist nicht in Ordnung. Wochenlang beschaeftigt sich unsere oeffentliche Meinung und letzthin sogar auch die Knesseth mit der Frage des Einreisevisums fuer Sidney Stanley. Ist diese Frage wichtiger als die vielen Probleme der Alijah? Warum wird so viel ueber die zweifelhaften Rechte dieses Herrn geredet und geschrieben, und warum kuemmert sich keiner um den ueber 60 Jahre alten Neueinwanderer, dessen einziger Sohn im Kampf um die Altstadt Jerusalems gefallen ist und der jetzt ohne Einkommen, ohne Wohnung und auch ohne Hoffnung ln den Strassen herumirrt? Und dies ist kein einzelner Fall. Es ist vielleicht kein so sehr prinzipieller Fall, vielleicht auch weniger sensationell als der Fall Sidney Stanley. Aber er ist viel wichtiger und praktischer fuer uns. Denn das Problem ist nicht die Einwanderungserlaubnis. Wichtig allein ist, ob wir eine praktische Antwort auf die Frage geben koennen: Kann jeder Jude, der nach Israel kommt, hier ein Heim und eine Existenz finden? Dies ist das Problem, vor dem die Zionistische Bewegung in den naechsten Jahren stehen wird. Wir muessen weniger fuer Stanley und andere Juden, die keine Alternative haben und sich mangels anderer Moeglichkeiten nach Israel begeben wollen, sorgen, sondern fuer die Millionen, die die freie Wahl treffen koennen: einwandern oder nicht einwandern. Diese Millionen muessen von uns neu erzogen werden und um diese Millionen erziehen zu koennen, muessen wir zuerst uns selbst erziehen. (“Hakidmah”, Tel-Avlr) KIBBUZ AN DER GRENZE... waehrend einiger banger Stunden, als Mischmar Hajarden nach heroischem Widerstand fiel, die Augen des Jischuw richteten! Es scheint, als seien die Kaempfe, die Luftangriffe und die Kanonenbombardements spurlos hier voruebergegangen. Ploetzlich stockt Dein Fuss: Vor Dir laeuft ein tiefer Graben quer ueber den Hof und hier ist noch einer und an seinem Ende gaehnt ein schwarzes viereckiges Loch, der Eingang in einen Bunker. Das Auge wird aufmerksam und jetzt sieht der Besucher fast ueberall, neben den Haeusern, hinter dem Stall, vor dem Kinderhaus, die Graeben, die wie ein dunkles Netz den staubigen Hof durchziehen. Die Haeuser weisen fast keine Spuren auf, doch unter der braunen Camouflagefarbe der Aussenwaende sind noch hie und da die Zeichen einer oberflaechlich ausgebesserten Mauerwunde sichtbar. Die Daecher sehen so neu aus, als waeren sie alle erst vor kurzem aufgesetzt worden... KRIEGSERLEBNISSE Es wird Abend. Aus den Feldern und den Werkstaetten kommen die Arbeiter heim. Laerm erfuellt den Hof, die Zimmer, das Speisehaus. Nach einer halben Stunde hat sich der alltaegliche Wechsel eines Kibbuz vom Werktag zu Feierabend vollzogen. In reinen Kleidern gehen die Eltern ins Kinderhaus, holen sich ihre Sproesslinge und das Geklirr von Geschirr und Besteck klingt aus Kueche und Chadar Ochel. Drinnen wird ueber all das gesprochen, was es in einem Kibbuz zu besprechen gibt: Erlebnisse bei der Arbeit, die Einteilung fuer den naechsten Tag, die Kinder und die politische Lage. Dann zerteilt sich langsam die Gruppe, die Gemeinschaft, und wird zu kleinen Einheiten zu Familien, Kreisen von Freunden und Liebespaaren. Ich trete bei einem Chaver ein und waehrend die Frau Tee bereitet, sprechen wir ueber den Kibbuz. Es dauert nur wenige Minuten... und schon ist die Unterhaltung bei den vergangenen Kaempfen angelangt. Da rollt vor meinen Angen das ganze Bild ab und der friedliche Kibbuz verwandelt sich in den Berichten der Erzaehler in einen fiebrigen, unter Kanonenschuessen zitternden, vor Fliegerangriffen Deckung suchenden Menschenhaufen. “Als wir die Ki n d e r evakuierten, erschienen ploetzlich feindliche Flieger ueber dem Ort. Die Kinder waren mitten auf der Strasse. Waehrend des Angriffes schafften wir die Kinder fort...” erzaehlt die Frau, “wir brachten sie zuerst nach Tiberias, dann nach Haifa”. “Und erinnerst Du Dich an die Maehmaschine, die brannte?” beginnt der Mann: “Eine Fliegerbombe traf die Maehmaschine, die im Hofe stand, angekoppelt an den Traktor. Die Maschine begann zu brennen. Wir wollten sie retten; kaum verliessen wir den Unterstand, um uns in den Hof zu begeben, erschien der feindliche, Flieger wieder und trieb uns mit Schuessen zurueck. So ging das eine ganze Weile. Schliesslich gaoen wir die Maschine auf. Einem von uns gelang es, den Traktor von ihr zu loesen und mit ihm, mitten im Kampf, ein Stueck weiter zu fahren. So retteten wir den Traktor...” Eine Chavera tritt ein: “Ich war gerade in der Kueche und hoerte nicht die Flieger. Ich kam heraus, mit einem Topf voll Milch, den ich den Kindern bringen wollte. Der Hof schien mir auffallend leer, doch ging ich weiter, ohne auf etwas zu achten. Dann fiel die erste Bombe und schleuderte mich zu Boden. Da liess ich alles stehen, Milch, Kueche und Kochen u. rannte in den Unterstand, wo ich, mehr tot als lebendig, ankam...” So gehen die Erzaehlungen weiter. Einmal begonnen, will der Faden der Erinnerungen nicht mehr abreissen und Gestalten und Erlebnisse tauchen aus den Geschehnissen des vergangenen Jahres auf. Es ist bei allen so, mit wem man auch spricht. Nach ein paar Minu. ten Alltagsgespraech kommtdie Unterhaltung unabaenderlich auf die Kriegserlebnisse zurueck. Die Menschen lassen es sich nicht anmerken: Doch in ihrem Innern zittern die Bomben und Granaten der Syrer und die eigene Furcht noch immer nach. AUF DER WACHT Wenn e's dunkel wir'’, konzentriert sich das Leben auf der Chaussée, der “Pr^meriarte”. wo die Chawerim im kuehlen Abendwind auf und ab gehen. Nach Osten ist der Weg be. schraenkt. Nur ein kleines Stueckehen ueber die Grenze des Kibbuz hinaus darf man gehen. Dann beginnt das Niemandsland. Dort ist die Bruecke. an der die Gefangenen ausgetauscht wurden; man sieht sie im fahlen Mondlicht. Es ist st’ll. auf dem fernen Hule -See liegt bleichei Nebel. Man hoert die Grillen u. Froesche, sonst nichts. Jenseits, im Osten, bewegen sich kleine Lichter, in einer Reihe hintereinander. Man erklaert mir, dass das syrische Militaerlastautos sind, die Proviant in die arabischen Stellungen bei Mischmar Hajarden bringen. Hinter uns auf der Chaussée kommt aus Richtung Roseh Pina Motôrènlaerm. Zwei grosse Militaeriastwagen naehern sich, ueberholen uns, setzen ihren Weg fort: Nach Osten, zu den juedischen Stellungen unweit von uns, denen sie Material und Mannschaft bringen. Der Motorenlaerm verklingt rasch. Die naechtüche Landschaft ist wieder friedlich. Im Geiste klingen noch die F"~eoV>i’’ngen der Chawerim aus den Kampfmonaten weiter. Und ln einer ganz kleinen Entfernung von uns stehen Soldaten, bewaffnet, und auf jedes Ereignis gefasst... (“Jedioth Chadascboth”) ISRAELISCHES GELD Dl? neue Jffinre Die alten Vorbilder Tr*ut>« mH Pcrlenrand ) Kran» au* ölrwvlge* all Umrahmung

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