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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1948-06-01 · Edicion Especial (Junio de 1948) · p. Seite 32

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
X (1948)
Issue
Edicion Especial (Junio de 1948)
Date
1948-06-01
Page
Seite 32 (sequence 34)
Language
German
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32 BOLETIN INFORMATIVO Schmutz all der europaeischen Laender, durch welche sie eben gewandert, war herausgegangen. Erst als Berek aufstand und sie nach einem Orte Umschau hielten, auf den sie zagehen konnten, verlor der alte Mann etwas von seinem Selbstvertrauen. “Wo gehen wir jetzt hin? An welches Fenster sollen wir klopfen? Werden sie uns einlassen?” Eine ganze Zeit lang prueften sie ihre Umgebung. Weit weg auf dem Wasser schwangen die Lichter des Schiffes. Die Lichter der Stadt waren ueber den Berg gestreut, der an der Bucht des Karmelbeiges ragte. In der entgegengesetzten. Richtung flackerte ein Feuer auf den Feldern. Nach dieser Richtung hin machten sie sich auf. Wieder tappten sie durch die Felder und Buesche umher. In dem dichten Unterholz tauchte in ihnen die Erinnerung an jene Naechte auf, die sie in den Suempfen verbracht hatten, die Erinnerung an Heuschober in fremden Feldern und an Hoehlen im verschneiten Wald. Damals, als sie an dem Wachmann des Todeswagens vorbeigeschluepft waren, hatte sich der alte Mann sofort entschlossen, sich in die Suempfe zu retten. Dort war es am sichersten. Im Sumpf waren nur wenige Bauernhaeuser. Der Teufel selbst haette sich dort nicht zurechtfinden koennen. Tagsueber versteckten sie sich in Mulden zwischen den dichten Bueschen. Nachts tasteten sie sich wie Schatten voran. Am vierten Abend kamen sie an ihrem Ziele an. Reb Samuel klopfte an das Fenster des “weissen Hutes”. “Kto tarn? (Wer ist da?)” “Ich bin es, Samuel der Rybnik (Fischer).” “Wer? Schmulek?” Der Schatten am Fenster trat erschreckt zurueck und bekreuzigte sich, als ob er ein Gespenst gesehen habe. Es dauerte einige Zeit, ehe er sich wieder fasste. “Lebst du? Sie erzaehlten, dass man euch alle weggeschafft habe. Bist du allein?” “Mein Sohn Berek ist bei mir”. Warte Bäuer war in der ganzen Gegend als ein habgieriger Schlaukopf bekannt. Auch den weissen Hut, nach dem er benannt war, hatte er irgendwo aufgelesen, oder vielleicht hatte er ihn auch einfach im ersten Weltkriege einem toten Kosaken vom Kopf gezogen. Er wusste bereits, was in der Stadt geschehen war, und hatte auch schon flink ein paar Sachen, “Rueckbleibsel” aus juedischen IJaeusern, die die Deutschen fuer (Jen polnischen Abschaum gelassen hatten, aufgelesen. Aber der “weisse Hut” wuerde sein Leben fuer Reb Samuel hingegeben haben. Schmulek, der Fischer, hatte ihn bei zwei Gelegenheiten gerettet: einmal, als sein geflicktes Boot mitten auf dem Fluss gekentert war, und ein zweites Mal, als der polnische Adlige inn geschlagen hatte, weil er im Herrenrevier gewildert hatte. Er war beinahe verblutet. Reb Samuel hatte ihn mit seinem Waegelchen weggeholt, ihn zum Arzt gebracht und ihm Medizin aus seiner eigenen Tasche bezahlt... Eine Woche lang blieben sie dort. Nachts brachte ihnen der Bauer Wasser und ein Stueck Brot, schuettelte ihnen frisches Heu auf, damit sie sich warm halten konnten, ohne von einem fremden Auge gesehen zu werden. Aber die Deutschen waren schlimmer als der Teufel: sie spuerten sie auf. Schliesslich erklaerte der “weisse Hut” Samuel, dass er ihn einfach nicht laenger dabehalten koenne. Sein Herz brach darueber, aber... in einem nahegelegenen Dorfe hatten sie eine ganze Familie aufgehaengt, weil man einen Juden im Stall fand. In den darauffolgenden Jahren hatten sie wm Tiere in Hoehlen gelebt. Sie versteckten sich im Buschwerk bei den Suempfen und wanderten durch die Waelder. Nachts gingen sie heimlich hinaus, um Kartoffeln auf den Feldern zu stehlen. Sie zitterten bei jedem Geraeusch und scheuten sich, an ein Fenster zu klopfen, um ein Stueck Brot zu fordern, aus Furcht, der Feind koennte ihnen dort auflauern oder sonst jemand, der sie verraten koennte. Waehrend der langen Wanderung fand Reb Samuel zu sich zurueck. Das Herumziehen ueber viele Grenzen und Laender, die harten Betten und das ueberfuellte Schiff hatten ihm nichts anhaben koennen. Das machte nichts. Er wuerde es doch noch erleben. Enkelkinder um sich zu haben. Es musste doch auch ein paar respektable Fische in Palaestina geben. Aber trotzdem erschreckte ihn die fremdartige Umgebung. Sie kamen in ein Dorf und schritten eine Strasse dahin. Kleine Haeuser mit Gaerten und Hoefen. Der alte Mann blickte argwoehnisch umher: “Wo klopfen wir an?” “Das ist ganz gleich... Hier oder dort...” “Glaubst du, dass hier Juden wohnen?” “Ja, ich glaube es”. Diesmal klopfte Berek an das Fenster. Hier fuehlte er sich mehr zu Hause, hier fuehlte er sich sicherer. Von drinnen rief eine junge Stimme irgend etwas. Ein Hund sprang mit Gebell auf den Lattenzaun zu.’ Bald danach erschien ein Licht am Fenster. Ein Mann oeffnete die Tuere halb und blieb auf der Schwelle stehen, wobei er einen Rock, den er ueber seinen Schlafanzug geworfen hatte, zuknoepfte. “Mi seh? (wer ist da?)” “Anachnu — ... aniah ... jam (wir ... Schiff ... Meer)”, stammelte Berek und vergass in der Aufregung sein Hebraeisch. ' Der Fremde verstand nichts, “Mah (was?) I Wer seid ihr?” “Juden! Juden! Achenu b’nei Jisroel” sagte Reb Samuel halb in jiddisch und halb in der heiligen Sprache. Die Augen des Fremden gewoehnten sich inzwischen an die Dunkelheit. Er bemerkte ihre Kleidung und begriff ploetzlich die Bedeutung der Worte des halbnackten Burschen. “O kommt herein!” Er eilte rasch hinaus und neffnete die Hoftuer. Ein plumper, zottiger Hund sprang bellend an ihnen hoch. Der Hausherrtrieb ihn fort. Ein Junge kam aus dem Hause gerannt und erwischte den Hund am Halsband. “Pfui, Goering!” “Du Usi, du gehst schlafen!” sagte der Vater energisch zu dem Jungen. “Ja gleich, Vater. Ich will nur gerade ‘Goering’ an die Kette legen”. Als sie ueber die Schwelle gingen, laechelte der Hausherr zu Berek hinueber. “Goering sehu hakelew... schemo Goering” (Goering ist der Hund... sein Name ist Goering)”. LAND! IRMA SINGER Land! Land! Verheissungsvolle, schwarze, Stumme Scholle! So rang ich jahrelang mit Dir. Und wenn des Sommers Gluehend Peitschenhieb Auf meine Stirne volle Tropfen trieb. Mein Koerper muede und gebrochen schier, Toent es in mir! Ich hab Dich lieb! Land! Land! Verheissungsvolle, Schwarze, stumme Scholle! Zehn Jahre geh’ ich Hinter’m Pfluge hier, Senke den Samen in das brache Feld, Bau eine neue, eine Zukunftswelt, Und Jahre wurden so wie Tage mir. So hab’ ich Dich, Du neue Heimat lieb. Dich Land, Verheissungsvolle, Schwarze, stumme Scholle. Reb Samuel spitzte die Ohren schon die ganze Zeit ueber. Jetzt begann er zu sprechen. “Sicherlich, Goering ist ein Hund! Und was fuer ein Hund!” “Nein, wir sprechen ueber den Hund. Goering ist der Name, den sie ihm geben”. “Der Hund? Das ist unmenschlich gegen das Tier, bei meinem Wort...” “Das ist wegen des Krieges”, entschuldigte sich der junge Mann. “Wirklich es ist eine Schande. Er ist ein guter treuer Hund”. Er oeffnete die Tuer zu einem inneren Raume und sagte schnell etwas. Von drinnen antwortete die Stimme einer Frau. Bald danach erschien eine junge Frau auf der Schwelle. Sie warf einen Blick auf die Gaeste und senkte den Blick. “Aaron, warum stehen sie an der Tuer? Sie muessen doch etwas zu essen haben... Ich will gehen und mich darum bekuemmern”. “Sie brauchen nicht... machen Sie sich keine Muehe”, murmelte Berek. “Sind Sie so heruebergeschwommen?” fragte die Frau und wendete sich an den alten Mann. Er nickte. “Ich werde Ihnen ein paar Kleider holen”. Es klangen Traenen in ihrer Stimme. “Vielleicht moechten die Leute gerne ein Bad, Aaron?” Samuel und Berek standen an der Schwelle, als fuerchteten sie, den Fussboden schmutzig zu machen. Sie befanden sich in einem geraeumigen Zimmer mit gekalkten Waenden und selbstgestrichenem Mobiliar aus weissem Holz. Ein paar Buecher blickten von dem steinernen Bord herab. Usi sprang herum und machte ihnen Mut. su de; S “Kommen Sie mit in die Brause! Komma Sie!” Der Hausherr entschuldigle sich, dass keir heisses Wasser da waere. Der Warmwasser- Behaelter koennte zwar in Gang gebracht werden, aber es wuerde zu lange dauern. Rab Samuel betrachtete alles mit Verwunderung, betaeubt: die schaeumende Seife, das weisj Handtuch, die Waesche und die Kleider, ihnen die junge Frau durch Usi hereinschick:; Im Esszimmer erwartete sie ein gedeckter Tisci mit warmer Milch, Butter, Brot und Kaese. ffi, junge Frau stand bei ihnen und sprach zitternder Stimme zu ihnen. “Essen Sie, genieren Sie sich nicht! Streiche Sie etwas Butter aufs Brot!” Reb Samuels Kinn zitterte. Er brachte dt Glas nur mit Muehe zum Mund. Die Mild erfuellte alle seine Glieder mit Waerme. Sein? Augen blinzelten im Lichte. Berek sah vollkc® men anders aus in seinen kurzen blauen Hose: und weisser Bluse mit offenem Kragen. Berei beriet sich mit dem Gastgeber und fragte dam seinen Vater: “Koenntest du wohl noch eine: kleinen Gang machen?” “Wohin?" Der alte MannS erschrak, als o| jemand ihn aus dem Garten Eden vertreibe) wolle. j “In ein anderes Dorf. Man koennte hiert* kommen, um nach uns zu suchen. Wir dicht an der Kueste..." “Wird er auch mitgehen?” Der alte Mann tete auf Aaron. “Ja”. “Ich auch!” Usi huepfte umher. “Du gehst ins Bett!” “Nimm mich mit, Papi! Goering und ich den fuer euch auf passen..." Im Hofe schnueffelte der Hund an den Fuea der Fremden und als er den vertrauten Gera ihrer Kleider merkte, begann er mit sein! buschigen Schweife freundlich zu wedeln, und er gingen voraus. Wiederum tappten durch Waelder und Buschwerk, aber Reb muel fuehlte sich nicht mehr fremd. Jemai fuehrte ihn. Die verschatteten Huegel, die zusammen duckten Baeume und die Dunkelheit rii umher hatten keinen Schrecken mehr fuer Die genossene Nahrung durchstroemte Glieder, mit einer suessen Schlaefrigkeit Instinkt braucht nicht mehr wach zu sein — staendige Unrast der vergangenen Jahre lo« sich. Nach und nach begann er im Dahinschreit zu traeumen und dahin zu stolpern. Bald war sie in einem anderen Dorf unter sehr viel jungen Leuten. In seinen blauen kurzen Hos und dem weissen Hemd war Berek wie ein der zu ihnen gehoerte. Es war nur eine Schau dass er, Samuel, von ihren Reden nichts fl stand! Wieder wurden sie zum Essen eingelai Irgend jemand stellte eine Flasche Wein I Das war zuviel! Wieviele Jahre war es her,s er den letzten Schnaps getrunken hatte? Und jetzt war es Wein — Rotwein, von Sorte, wie man sie zum “Kiddusch” hat! W Chana’s Kinder hier gewesen waeren, haeti sie wohl heimlich ein Schlueckchen ergattert, wie sie es bei “Hawdala” in der Synagoge zu pflegten... Zwei Traenen rollten ueber seine runzlii Wangen und mischten sich mit dem Wein, junges Maedchen zeigte ihm seine Stu Schlaefrig entkleidete er sich und schluepfteu® die Bettdecke: duftende weisse Bettuecher,i _^ irisches Hemd, wie am Freitagabend zu Hause^ organisatio Vielleicht wuerde er hierbleiben koennen?^ verstaerkt und seine beiden Soehne wuerden zum Fis® vidualisnau.' gehen. Gut, Samuel der Fischer koennte s* mus trug ■ noch nuetzlich machen. Es musste doch irg® zu schwäec welche ganz respektable Fische in den » hoerigkeit waessern Palaestinas geben, denn der LeviatJ liehe Aner! selbst jagte irgendwo in der Ufernaehe hei Willigen qj- und wartete darauf, dass der Messias voruel wenn etwa kaeme... hlgten Star Der Morgen daemmerte. Alle standen auf, aktiv teilnij an die Arbeit zu gehen. Reb Samuel muehte! ist, niuss ab, die Bedeutung ihrer Worte zu erfassen, sehen Gern bete in der Heiligen Sprache, so wie er sie st aufgebaut seit Jahren nicht mehr gehoert hatte, kla» ihm in den Ohren. Das Gebetshaus in se ■ it se 10 Ja 10 Jahr fortzuse senden raum in wickluni rüg. Abe uns unc tung. Ki scheiden geheurei gestellt seits ha taegliche die Grui Teiles de ner, den oblag, h: gestrebt, ihnen de war es i einfach : Wir mus dingunge die eine kannt, n Das ei Gemeind den, ist Kirche. I nicht mi messen i der aufg voellige . regeln in Mitwirku Fuer uns Staat eir Steuerani der Zuge ist dies e: gestellt v vorzuzieh fentliches haeltnisse Gemeinde Fuer beic spiele in i der Gerne liehen R wie es die nur zu o Entwicklu aer der A; liehen Zw die Gerne erfuellen nung durc sum Segei wenn dii sehaft sta die staatli Gemeinde zu oft zu ans und f kaempfen den modei der Mitglif wurde die staatlicher verloren a: M&sse der Zahlen erz: ï?elkerung kleinen Heimatstadt erstand vor seinem inn* | Jahren 192; Je Zahl de: dnden, Auge: brennende Kerzen, die Sabbatmenge, gerade vom Bade zurueckkehrte, die bedeute»!' „CI1 i Gemeindemitglieder an der Ostwand und mehrte. Aue einfachen Handwerker an den Tischen ® .Gerne: der Plattform. Der Vorsaenger am! Gebet begruesste den Sabbat. Die jungen Maenner und Maedchen, die 1»? Essraum und zur Arbeit eilten, blieben i® stehen und lauschten. Samuel der Fischer* mit heiserer, etwas unsicherer Stimme ÜebwWiegt Sabbat-Abend-Melodie mit den altverW hat Worten: “Kommet her, lasset uns zu Gott singe®, Freude empfinden an dem Felsen unsere V tung •Nenz dei »bomie fordern, ®n ander «ein

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