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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1948-06-01 · Edicion Especial (Junio de 1948) · p. Seite 31

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
X (1948)
Issue
Edicion Especial (Junio de 1948)
Date
1948-06-01
Page
Seite 31 (sequence 33)
Language
German
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B 0 L E TIN 1NE0RMATIVÖ 31 ivoy nicht : in der. Kilomett: ¡n Weg mit Natuerlich Umstaenn dem Ott ., um bei en. Diese: dort seht 1 alles fug terkommei ibbuz, sott 3oden. Vli l, womoeguessen, da nur seltei 2 Stunde: r angeneh lach Neg! paeck neb ennen, wa:, eh wenige: Also hineltl rmonatigetfi 3. Die Chalkunit vetganz ueberhatte um frueher zu ssehen un: eitet. Haet is auch der n koenner. in des Kit der Konvo; ttaeuschuni igen erwar surueckkam schung um eise reingt as persoennen von de m Triump! e Rede un lien uns wi und heut als ob wi den Kibbtu sehr schoe EINE GESCHICHTE ZWEI “ILLEGALER” Von J. AJALTI Eine lange Zeit schoben sich die beiden heimlich durch dunkle Gaenge und Korridore. Vorsichtig arbeiteten sie sich vorwaerts. Leute lagen ueberall herum, eng zusammengepfercht wie Sardinen — Maenner, Frauen und Kinder. Ein alter Jude lag auf den obersten Stufen ausgestreckt, sein Bart reckte sich himmelwaerts, und er schnarchte tief. Ein Paerchen kuesste sich in einer verschatteten Ecke, einander eng umschlungen haltend. In einer abseits liegenden Kabine schrie ein Kind. Der aeltliche breitschultrige Mann ging zuerst. Auf dem unteren Deck blickte er sorgfaeltig um sich, ehe er ein Tau ueber die Seite hinabwarf. Sie liessen sich an dem Tau hinab und hingen einen Moment in der freien Luft. Das Schiff wiegte sich vorwaerts und rueckwaerts. Dicht unter ihren Fuessen erschien die See tief schwarz. “Vorsichtig Berek... langsam...” sagte der aeltere Mann. “Ja ” “Und bleibe dicht bei mir!” “Ja, Vater”. “Dann also gut! Gott —” Er sprang. Das Wasser rauschte auf. Sein Koerper sank, und bald erschien ein weisser Kopf an der Oberflaeche. Ein zweiter Sprung. Die Wellen, die gegen die Bordwand schlugen, verschlangen das Geraeusch. Ein Schlachtschiff schaukelte nahe vorbei wie ein gigantischer Schatten mit gesprenkeltem Turm, durchbrochenen Leitern und gluehenden Kanonenmuendungen. Irgendwo verborgen in den dunstigen Bergen gluehte ein Scheinwerferlicht auf, tastete die See ab mit einem glaenzenden Auge, blickend, blickend... Sie liessen das Schiff hinter sich und kaempften sich entschlossen vorwaerts. ‘Ist es schwer, Vater?” Er antwortete nicht. Der Sohn wiederholte mit erschoepfter Stimme: ‘‘Wirst du... es machen... koennen?” “Mach dir keine Sorgen um mich. Ich habe schon...” Sie blieben dicht beieinander, als fuerchteten 3 einander in der Dunkelheit zu verlieren, wieviele Jahre hatten sie einander festgehalten uurch die stuermischen Meere? Zuerst in den uempfen, wo sie sich in den Staellen der tho11 vei'bargen, in den Waeldern zwischen len lebteUnd Russlancl> wo sie wie Tiere in HoehwnoViu dann der lange Zug durch das aufge- F!„iilEur°Pa in Ruinen, durch ein Chaos von ger , jmgen und Soldaten, inmitten von Hun- Vnoiu Mangel, ueber Grenzen unter fremden “P,e.rn und fremden Zungen — Samuel der Fischer hat schon vorher daf,h('v°uimen — und durch kaelteres Wasser!” “Vioi AeRere bei sich selbst, nahe 16 ™ale babe ich gedacht, mein Ende sei unri ''' Waermte mich mit einem Schnaps auf VieÜ neiier SinS es!” Geiste n funken und Bilder standen in seinem sie von h und zerflossen rasch wieder, als seien pers ,pr .er Physischen Spannung seines Koerte einem3611' Ueber das Wasser herueber winkge]egen. ach’ terrassenfoermig in einem Berge Aber m ¥h sie fremd und unvertraut aus. r, mamFRI1; Tage m8, war bereits zu Hause! Am selben p MA*r f ge, als er Haifa erblickt hatte! Und der Berg? egba i jet besof Muel t hi t get. an® otf “Karmel-Wein”, ja... Derselbe Karmel! Lichter blitzten ueber das Hochplateau, sie strahlten aus Haeusern und Strassen. Ein Auto-Scheinwerfer wand seinen Kurvenweg ueber die Serpentinen der Hoehe. Sie schwammen nicht in dieser Richtung. Die Polizei bewachte die Kueste, Polizisten wie alle Polizisten, von denen sie waehrend der letzten 8 Jahre bedroht worden waren: polnische, deutsche, ukrainische, litauische... Und jetzt — englische! In den fruehen Abendstunden hatte Berek die Landverhaeltnisse studiert, und zwar hatte ihm ein Mann aus Palaestina dabei geholfen und ihm auch noch Nahrungsmittel zugesteckt. Dieser Berek beherrschte sogar die Heilige Sprache. Er hatte sie vor dem Kriege gelernt, als er mit dieser Bande von Kurzhosen, den Chalutzim, herümlief. Auf der linken Seite, sagte er, laege ein juedisches Dorf, und nicht weit davon ein arabisches. In dieser Richtung schwammen sie. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Er hatte sich eingebildet, dass sein aeiterer Sohn Israel herbeikommen und ihn, seinen Vater, willkommen heissen und ihn dazu am Dock erwarten wuerde. Dieser Israel hatte schon eine ziemlich lauge Zeit in Palaestina gelebt. Waehrend des Krieges war er Palaestina-Soldat gewesen und hatte den Davidstern auf seinem Aermel getragen, wie alle, die jetzt in den “Lagern” herumreisten, Vortraege fuer die Jungen hielten und ihnen ueber die Grenzen halfen. Vielleicht wuerde er mit einer Musikkapelle auftauchen, dieser Israel ... Mit der Feuerwehr-Kapelle zum Beispiel ... Sie wuerden irgendetwas Munteres spielen. Israel wuerde fragen: “Und wo ist die Mutter? Und wo sind Chana und die Kinder?” Alle drei wuerden sie gemeinsam weinen. Und das Orchester wuerde weiter seine lustigen Weisen spielen. Insgeheim hatte er sich im Wachtraum waehrend seiner langen Irrfahrt durch das grosse Armenhaus Europa diese Szene ausgemalt. Nun aber kam es ganz anders. Sie hatten sich heimlich an einem Tau herabgelassen, so wie Diebe aus dem Gefaengnis fliehen, und hier schwammen sie nun, praktisch nackt: er, Reb Samuel der Fischer, in ein paar alten Unterhosen, in welchen der Schmutz von einem Dutzend Laendern hing, und Berek in einem amerikanischen Badeanzug, den irgend ein juedisches Komitee in Wien ihm zufaellig gegeben hatte. Mit einem Male fuehlte Samuel, dass er alleine schwamm. Er wandte sich um und suchte das Wasser ab. Weit rueckwaerts bewegte sich etwas. Berek blieb zurueck!... Ein Schauer rann ihm durch die Glieder. Er war ein blosses Kind — wie nun, wenn er nicht durchhalten koennte? Das einzige Kind, was er von — dort drueben hatte retten koenen... Chana und ihre Kinder waren verbrannt... Nein, Berek durfte nicht sterben... Sollte dem Kind irgend etwas passieren, so wuerde er, der Vater, die Schuld tragen. Er war derjenige, der den Plan ausgesonnen hatte — Als das englische Schiff sie in die seichten Gewaesser gewiesen hatte, hatten sie geglaubt, dass man sie in ein paar Tagen an Land gehen lassen wuerde. Bald aber hatte sich die Nachricht verbreitet, dass dies nicht der Fall sein wuerde. Alle waren gespannt, “Werden sie uns zurueckschicken?” “Nach Deutschland?” Am naechsten Morgen fing Reb Samuel ein neues Wort auf: “Zypern”. Die ganze Fahrt ueber hatte er sich abgemueht, seinen alten Wortschatz der Heiligen Sprache aufzufrischen. Er fragte Berek, “cyprus — das ist doch ein Vogel, nicnt wahr?” “Zypor ist ein Vogel”, erwiderte der Sohn und wenaete die moderne Aussprache an.“Cyprus ist eine Insei, wo sie uns hinschicken wollen”. “Warum?” “In ein Konzentrationslager...” Der Vater stellte keine weiteren Fragen. Wenn es ein Konzentrationslager war, dann hatte es keinen Zweck, weiter darueber zu sprecnen! Man steut keine Fragen ueber Konzentrationslager... inzwischen kamen die “guten Nachrichten” knueppeidick und verwirrten mehr und mehr: die Jewisn Agency verhaftet, Staedte im Belagerungszustand, Doerfer zerstoert. Aber Reb Samuel lag nichts daran, davon zu reden, so sehr war er mit seinen eigenen Dingen beschaeftigt. Er pruefte die Kueste kitisch, stellte viele Fragen und hielt nach einem Tau Ausschau. Erst frueh am naechsten Morgen, als alle die Nahrung verweigerten, erfuhr er! die Entscheidung durch Berek. “Ein Hungerstreik!” “Das ist Fasten, nicht?” Der alte -Mann fasste es in seine eigenen Worte. Rasch und unbeobachtet legte er ein paar Nahrungsmittel zur Seite. Nachts allein in ihrem Winkel schob er ein Stueck Brot zu Berek hinueber. “Iss!” “Aber Vater?... Gott “bewahre!” “Iss, sage ich dir!” sagte der Aeltere mit vollgestopftem Munde. “Du musst deine Kraefte Zusammenhalten”. Er selbst kaute lange und still. Er hatte das Gefuehi, als stuende er inmitten der Gemeinde im Gebethaus am Jom - Kippur und kaue verstohlen unter seinem Gebetschal. Der Bissen steckte ihm in der Kehle. Er musste sich zwingen zu schlucken, Berek wollte keinen Bissen kosten. Und jetzt mussten Bereks Kraefte nachgelassen haben! Reb Samuel hatte beobachtet, dass sein Sohn kaum mit den Wellen kaempfte. Seine Angst wuchs. Die Schuld wuerde ueber sein Haupt kommen! Er hatte den Fiuchtplan ersonnen, wie auch damals ,als sie aus dem Ghettozuge geflohen waren, um in die Waelder zu gelangen. Damals war es gelungen. Damals war auch nichts zu verlieren gewesen. Aber jetzt vor der Kueste? Genau vor der Kueste? Er schwamm auf seinen Sohn zu, bald war er nahe bei ihm. Berek hob und senkte sich im Wasser. Sein Gewicht zog ihn auf den Grund nieder. Er spannte alle seine Kraefte an, um zu schwimmen. “Schwimme zum Ufer! Warte nicht, Vater!” Der Vater ergriff ihn unter dem Arm. Der Ruf des Burschen erfuellte ihn mit Schrecken. Er war wie ein Echo seiner gemordeten Tochter. Sie hatte wegen der beiden kleinen- Kinder am Schuerzenzipiel und des Saeuglings auf ihren Armen nicht mit der uebrigen Familie fliehen koennen. Sie hatte gefluestert: “Lauf weg, Mutter, rette dich! Und du auch, Berek!” Berek atmete muehsam. Der Vater fuehlte sich jetzt sicherer und staerker. “Gut Samuel der Fischer wird schon einen Ausweg finden”, sagte er ermutigend zu sich. “Er ist am Wasser gross geworden... wenn nur das Wasser nicht so salzig waere!” “Lass mich jetzt los, Vater! Ich will...” “Nur langsam... so... so... so musst dü’s machen. Bleib in meiner Naehe... dort ist das Ufer!” Er tauchte unter und kam wieder herauf, verschiedene Male hintereinander. Berek kaempfte mit seinem letzten bisschen Kraft. Samuel tauchte wieder unter, und diesmal blieb er auf seinen Fuessen stehen, bis zum Hals im Wasser. “Grund, Berek, Grund, Berek... ich habe Grund! komm hierher, Berele! Wir sind gerettet!” Er nahm seinen Sohn am Arm und -zog ihn zu sich heran. “Vorsichtig... Es koennen Loecher da sein!” Sie schritten Seite an Seite und tasteten sich mit ihren Fuessen vorwaerts. Bald standen sie auf einem kahlen sandigen Ufer. Berek sank zu Boden. Sein Vater beugte sich ueber ihn. . “Nun?” “Nur ein bisschen Atem holen!” “Siehst du, da sind wir!” In seinem Innern stellte der alte Mann die Betrachtung ap, dass dieser Junge von heute sich nicht mit den Leuten aus der alten Zeit messen konnte. In seiner Jugend konnte er ein Viertel Schnapsin einem Zuge herunterstuerzen, ohne auch nur das Gesicht zu verziehen. Das salzige Seewasser tropfte aus seinem weissen Barte. Auf jeden Fall waren die Unterhosen einmal tuechtig durchgespuelt worden — der

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