Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- X (1948)
- Issue
- Edicion Especial (Junio de 1948)
- Date
- 1948-06-01
- Page
- Seite 33 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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2! Kommen , dass kein /armwasser .bracht w«. rn. Rab Saiderung, -wie das weiss Kleider, reinschickti eckter Tisc] I Kaese. ö sprach m,; BOLETIN INFORMATIVO 38 PROBLEME DER GEMEINDEBILDUNG Rabbiner E. LOEWENSTEIN 10 Jahre besteht nun unsere “B’ne Jisroel”. 10 Jahre lang hat unsere Gemeinde versucht {ortzusetzen, was unserem Volke seit Jahrtausenden heilig ist. 10 Jahre sind ein kurzer Zeitraum im Leben eines Volkes. Auch in der Entwicklung einer Institution bedeuten sie wenig. Aber diese vergangenen Jahre waren fuer iins und unser Volk von bestimmender Bedeutung. Kommende Generationen werden zu entscheiden haben, ob das juedische Volk den ungeheuren Aufgaben, die ihm in diesen 10 Jahren gestellt wurden, gewachsen war. Wir unsererseits haben uns nach besten Kraeften in tagtaeglicher Arbeit bemueht, in unserer Gemeinde die Grundlagen fuer die Zukunft eines kleinen Teiles des juedischen Volkes zu legen. Die Maenner, denen in dieser Zeit die Gemeindefuehrung oblag, haben in dauerndem Bemuehen danach gestrebt, den Aufgaben gerecht zu werden, die ihnen der historische Moment auferlegte. Dabei war es nicht immer leicht. Wir konnten nicht einfach fortsetzen, was unsere Vaeter begonnen. Wir mussten unter vollkommen neuartigen Bedingungen an die Arbeit herangehen. Probleme, die eine juedische Gemeinde frueher nicht gekannt, mussten geloest werden. Das entscheidende Problem, vor. welches alle Gemeinden auf diesem Kontinent gestellt werden, ist voellige Trennung zwischen Staat und Kirche. Daraus ergibt sich, dass die Gemeinden nicht mehr die staatliche Unterstuetzung geniessen und auf der Freiwilligkeit der Mitglieder aufgebaut sind. Fuer die Gemeinde besteht voellige Autonomie, das heisst die Gemeinden . regeln innerhalb der allgemeinen Gesetze ohne Mitwirkung des Staates ihre Angelegenheiten. Fuer uns, die wir gewohnt waren, dass dem Staat ein Aufsichtsrecht zukommt und er die Steuerangelegenheiten, wie auch das Problem der Zugehoerigkeit zu einer Gemeinde regelt, ist dies eine neue Situation. Es ist oft die Frage gestellt worden, welche der beiden Loesungen vorzuziehen sei. Die Gemeinde, die durch oeffentliches Recht anerkannt ist und deren Verhaeltnisse staatlich geregelt werden oder die Gemeinde, der absolute Autonomie zukommt. Fuer beide Gemeindeformen finden sich Beispiele in unserer Geschichte. Und die Anhaenger der Gemeindeautonomie erblicken in der staatlichen Regelung der Gemeindeverhaeltnisse— wie es die Geschichte der juedischen Gemeinde nur zu oft zeigt—ein Hindernis fuer die freie Entwicklung der Gemeinden, waehrend die Gegner der Autonomie befuerchten, dass ohne staatlichen Zwang die Steuerkraft leidet und damit die Gemeinde lebenswichtige Aufgaben nicht erfuellen kann. Ohne Zweifel ist die Anerkennung durch das oeffentliche Recht nicht immer zum Segen fuer die Gemeinden gewesen. Auch wenn diese die Macht der Gemeindefuehrerschaft staerkte und ihr die Moeglichkeit gab die staatlichen Machtmittel zur Disposition der Gemeinde zu stellen, wirkte sie sich doch nur all zu oft zu Gunsten einer dominierenden Schicht aus und fuehrte manches mal zu Klassenkaempfen innerhalb der Gemeinde. Wo, wie in den modernen Gemeinden die Anhaenglichkeit seine rui®j der Mitglieder nicht mehr so ausgepraegt war, dem Wein-1 wurde die oeffentliche Anerkennung oft als seine St" staatlicher Zwang angesehen. Die Gemeinden it! Streich« brachte di .. Die Mild aerme. Sein, sah vollkouhauen Hose ragen. Bei« . fragte dam 1 noch einet hrak, als oi m vertreibe ¡nnte hierir; n. Wir sb te Mann de und ich we n den Fuess ■auten Gen: r mit seine a wedeln. 1 rn tappten aber Reb remd. Jeiffl zusammen ikelheit rii nehr fueril itroemte sei .efrigkeit, v zu sein n Jahre loa Dahinschrei! rn. Bald wai er sehr viel kurzen Hm;rek wie ein r eine Schaß en nichts z en eingela* ¡che Wein b var es her, i n hatte? itwein, von ch” hat! W raeren, haeb ren ergattert Synagoge zui schluepfte chen, die H, blieben üH er Fischet* r StinuFi; altvert» Ein r iott singet n unsere hat Ul?^ das auch uns schon beschaeftigt iu} Frage, welchen Charakter die Gesoll sie eine Religionsge- ~ellt haben'soll: verloren an vitaler Kraft und sanken fuer die Bettuecher, 1 Masse der Gemeindemitglieder zu reinen Steuer-;nd zu Haust. Organisationen herab. Religioese Indifferenz i koennen. ■ verstaerkt durch den modernen Zug zum Indien zum Fi51“1, ndualismus und wissenschaftlichem Rationalisr koennte > mus trug wesentlich dazu bei, die Gemeinde te doch irge» zu schwaechen. Andererseits traegt die Zugee in den “ noerigkeit zur Gemeinde, dort wo die oeffenti der Leviatf liehe Anerkennung fehlt, einen absolut freiiernaehe nejj willigen Charakter wie z. B. in Amerika. Auch essias voru«j wenn etwa die Haelfte der Juden in den Verei- { ^"en Staaten an keiner juedischen Gemeinde itanden auhj aktiv teilnimmt, ja ueberhaupt nicht organisiert uel muehte| “t muss doch die zunehmende Kraft der juedi-;u erfassen} s.,GemeindebildUng, die auf Freiwilligkeit wie er sie "“¡bebaut ist, festgestellt werden. Autoritative hatte, kla«l amen erzaehlen uns, dass die juedische Beähaus in. st| , “kerung in den Vereinigten Staaten in den seinem inI1f d.nren 1928-1937 um 13 o',o zugenommen hat, ibbatmengäj “ e ¿ahl der juedischen Congregationen sich in die bedeute»! ^selben Zeitraum sich jedoch um 19 o|o vertwand niw' Auch die zunehmenden amerikanischen Tischen W Up(®eu?hen, zeugen von vermehrter Dynamik. So am Get,et{ «wiegt heute unter den Beobachtern die Aiitn nz derer, die fuer die Gemeinden absolute forde°mie unc* Uhabhaengigkeit vom Staate anderes Problem, das die juedische Welt ®*lnde sein oder eine Volksgemeinde? Der mittelalterliche Jude kannte dieses Problem nicht. Fuer ihn war die Gemeinde das s ibstvor.:' liehe Zentrum seines juedischen Lebens. Sie war die Institution durch die allein er sein Leben als Jude formen konnte. Sie war das Mittel, durch das er sich mit der Tora identifizierte. Erst durch den Einbruch der Emanzipation begann die Gemeinde als Problem zu entstehen. Die Umformung juedischen Lebens fuehrte in weiten Kreisen im Osten zu voelliger Saekularisierung der Auffassungen ueber die juedische Gemeinde, im Westen dagegen zur Entseelung, zur Spiritualisierung durch die reine Kultusgemeinde, deren einziges Aufgabengebiet beinahe die Synagoge und einige charitative Einrichtungen waren. Solche Volksgemeinden, wie sie Im Osten vor allem in rein nationalen und sozialistischen Kreisen gefordert wurden, sollten weltliche Organisationen von national orientierten Juden sein. Einige wenige Sprecher gingen soweit zu fordern, dass auch Menschen, die sich einem anderen Glauben zugewandt hatten aber sich zur juedischen Nationalitaet bekannten, in die Volksgemeinde aufzunehmen seien. Ganz extreme Stroemungen forderten sogar die Schaffung eines Volksparlament fuer die nationalen Minderheiten — dem die Gesetzgebung fuer das oeffentliche und kulturelle Leben der Minderheiten uebertragen werden sollte. Diese ideologischen Differenzen zwischen der Religionsgemeinde des Westens und der Volksgemeinde des Ostens spiegeln den Prozess der Auf. loesung der mit mehr oder weniger freiwilliger Autoritaet ausgestatteten mittelalterlichen Gemeinde durch Emanzipation und Aufklaerung wieder. Zwischen den Extremen des Nationalismus und der Reform bewegten sich die juedischen Massen, die ob orthodox oder nicht, jedoch traditionell gestimmt waren. Diese wegen des geringen zur Verfuegung stehenden Raumes mehr als oberflaechliche Skizzierung zweier wichtiger Probleme der modernen Gemeinde, zeigen Schwierigkeiten auf, die grundsaetzlicher Natur sind und die im Laufe der Geschichtsentwicklung ihre Loesung finden werden. Auf die Loesung dieser Probleme wird die neue Situation, die mit der Gruendung des juedischen Staates “Israel” geschaffen wurde, entscheidenden Einfluss haben. Vor allem wird die Gemeinde darum ringen muessen, sich ihre zentrale Position im juedischen Leben, die ihr von anderen Organisationen streitig gemacht wird, zu bewahren. Sie muss, wenn das juedische Leben in der Welt keinen Umbruch erleiden soll und seinen einmaligen Charakter unter den Voelkern der Welt sich erhalten will, die Zelle sein, durch die “Israel” zu allen Juden in der Welt spricht. Sie soll das Spiegelbild des juedischen Volkes bleiben in seiner historischen Einmaligkeit. Alles findet in ihr seinen Platz. Seine religioese Kultur als der Ausdruck seiner historischen Erfahrung, die Interessen des Volkes mit ihren Gegenwartsproblemen. Sowie im Judentum das religioese vom nationalen untrennbar ist, so soll die Gemeinde zur Pflanzstaette des ganzen juedischen Lebens werden und alles ln ihr seinen Platz finden. Nicht Ideologien formen Sinn und Zweck einer juedischen Gemeinde, sondern die aus Geschichte und Gegenwart sich ergebenden Notwendigkeiten zur Gestaltung unserer juedischen Zukunft. In diesem Sinne hoffen wir Weiterarbeiten zu koennen in und mit der Gemeinde “B’NE JIS¬ ROEL” zum Segen fuer die Menschen, die diese Gemeinde bilden, im Dienste der segensreichen Zukunft unseres Volkes, dessen Zentrum “Israel” ist. WERKTAGSPREDIGT (Aus dem Nachlass von Erich Hirschberg) Liebe Freunde! Ihr, die Ihr die Festtage mit uns in Gebet und Besinnung verlebt habt, seid zu Eurer werktaeglichen Arbeit zurueckgekehrt. Die grosse Sorge um das Ganze und die schwere Frage an das Geschick hat wieder den kleinen Sorgen des Alltags und den vielen Fragen der persoenlichen Noete den Vortritt gelassen, und nur in ein paar ruhigen Minuten zwischen Arbeit und Arbeit schweift der Gedanke zurueck zu jenen Stunden der Andacht in den Raeumendes Gottesdienstes und zu den Stunden friedlicher Geselligkeit im feiertaeglichen Hause. Dann mag wohl ein Gefuehl der Dankbarkeit wach werden dafuer, dass wir diese Tage begehen durften in einem Lande, in dem $ir freie Menschen sind und in dem keine Fliegerbomben unsere Feiertagsruhe bei Tag und bei Nacht stoeren. Auch ich wende heute meinen Blick zurueck, und weil dies eine Werktagspredigt ist, so lenke ich ihn ueber die Feiertage hinaus zurueck bis zum Ruesttage, dem Erew Rausch haschonoh, und treffe dort auf ein seltsam-heiteres Bild, das sich mir eingepraegt hat und an dem ich Euch teilnehmen lassen will. Ich war an jenem Ruesttage stark beschaeftigt, — an Ruesttagen ist man immer stark beschaeftigt, — und der Weg fuehrte mich in den Vormittagsstunden in die Strassen San Francisco und Tarapacä. Waehrend ich mit Bekannten in einem jener Laeden stand, in die man sozusagen mit der Tuer hineinfaellt, die sie gar nicht haben, sah ich folgendes: ein Knabe ohne Kopfbedeckung schlenderte auf dem Buergersteig vorbei, vielleicht 10 Jahre alt, ein kraeftiger Bursche mit huebschem, sorglosem Gesicht, der im Strassenbild nicht weiter aufgefallen waere, wenn er nicht eine eigenartige Last getragen haette. Diese Last, die ihn aber offensichtlich gar nicht drueckte, die er eher mit einer gewissen Gleichgueltigkeit einhertrug, war ein Mögen Dowid. ein Davidsschild. Es .war ein Gegenstand von fast der Groesse des Knaben, sauber aus Holz ausgesaegt und die beiden hoelzernen Dreiecke in der ueblichen Weise ineinander verschlungen. Die Zwischenraeume hatte der Knabe dazu benutzt, um Kopf und Arm hindurehzustecken, sodass der Schild auf der einen Schulter ruhte, waehrend die entgegengesetzte Spitze an der anderen Koerperseite herunterhing. Sicherlich war dies die praktischste Art, jenes alt juedische Enbleme zu transportieren, und als der Knabe unter uns einen Bekannten entdeckte, gruesste er unbefangen und heiter und ging weiter seines Wegs. Ich weiss unterdessen, dass es sich bei jenem Transport darum handelte, eine der provisorischen Gebetsstaetten auszuschmuecken, und man koennte das Bild deshalb wieder zum Anlass nehmen, an die vielen Vorarbeiten zu denken, die zum Gelingen des Werks beitrugen. Aber es sind noch weitere Gedanken, die sich bei solchem Bild aufdraengen. Man steile sich einmal vor, in Europa —man hat fast nur noch England auszunehmen, — haette der Knabe einen Davidsschild durch die Strassen getragen! Wie weit waere er wohl damit gekommen? Und selbst wenn man es ihm erlaubt haette, wenn die Gelegenheit zur Verwendung solch Schmuckes sich noch boete, so waere sicherlich ein riesiges Paket daraus geworden, das nichts vom Inhalt erkennen Hess. Vor allem aber — mit welchen Gefuehlen haette der Knabe seine Last getragen! Doch noch andere Gedanken erweckt der schildtragende Knabe. So, wie er den Schild umgehaengt hat, ist es kein Schild, keine Deckung gegen den feindlichen Wurf oder Schlag. Es ist die Last, die man auf die Schulter nimmt, das Joch, das im Nacken ruht. Hat der Knabe unbewusst ausgesprochen, dass der Davidsschild aus einem Schutz zur Last geworden ist? Hat er ihn auf die Schulter genommen, wie vor zwei Jahrtausenden ein Jude ein anderes Holz auf die Schulter nahm, von roemischen Soldaten getrieben auf dem Wege zu seinem Untergang? Aber nein! Dieser Knabe trug seine Last nicht als Last, nicht einmal als Unbequemlichkeit. Er trug sie freilich, wie man Lasten traegt, aber nicht wie eine von fremder Hand aufgebuerdete, nicht muerrisch, nicht seufzen«! und klagend, sondern wie eine Last, die man frei auf sich genommen hat, auferlegt zwar, aber bereitwillig und ohne viel Aufhebens. Ich glaube nicht einmal, dass er besonders stolz auf seine Last war, er schien kein Gefuehl fuer das eigentuemliche Bild zu haben, das er darbot, das Selbstverstaendliche waltete darin vor. Muessen wir wirklich stets und ueberall so stolz sein auf “unser” Judentum, wir Traeger des Davidsschildes, die wir allesamt an jenem juedischen Erbe, das Stolz erlaubt, so wenig Verdienst haben? Oder ziemt uns nicht vielmehr die Selbstverstaendlichkeit, das zu tragen, was uns auferlegt ist, willentlich und voller Verantwortung fuer das Werk? Und nun wenden wir uns wieder unserem Alltag zu, unserer Arbeit, dem Werk unserer Haende, das Gott segnen moege! Er gebe uns die Kraft, das, was uns auferlegt ist, mit Selbstverstaendlichkeit, mit ruhiger Sicherheit zu tragen, ohne zu gruebeln und ohne in falschem Stolz zu prahlen, bis der Tag kommt, da ein junger David wieder zur Schleuder greift und den neuen GoUath zu Boden streckt —bimhero, bejomenu!