Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- X (1948)
- Issue
- Edicion Especial (Junio de 1948)
- Date
- 1948-06-01
- Page
- Seite 30 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/8553624-8553682-9191083--0050-8553714- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 2× ep/1047930
OCR text
30 BOLETIN INFORMATIVO ganze Reihe von Autobussen, die zu unserem Abtransport ins Beth-Olim (Einwanderer-Haus) bestimmt waren. Also, wir stiegen alle Schomrim in einen dieser Autobusse und gondelten los. Der Weg ging zunaecnst durch die Hafenkontrolle, die ein grosses eisernes Tor ist, wo ' eine englische Wache von jedem, der in den Hafen will, die Papiere verlangt. Danach, ja, was danach kam ist schwer zu beschreiben. Die sie sehr beschaeftigt die strategischen Positionen der Stadt und des Hafens auszubauen. Wer weiss, ob ihr angekuendigter Rueckzug nicht ein neuer Schachzug in ihrer anti-juedischen Politik ist? Eine Woche blieben wir so in Haifa, bis sich eine Moeglichkeit zur Weiterfahrt bot. Bis Tel- Aviv ging alles glatt, aber dort begannen die “Makkes”. Und wir uebertreiben nicht, wenn wir sagen, dass die letzten 50 oder 40 Kilometer "mm® jS&Ägi; Iil§|«I| S gSygjg lllilpl ÊBi Mm mm mm WM wmm mm ■v. ■ : * i-víSS *. Í %; ÊmMMMmÊm , ■; ■mm WM A / w.w.*’. 5« 5«;iSÄ! Blick vom Karmel auf Haifa und die Akko-Bucht. Haeuser glichen denen einer bombardierten Stadt. Hier hatten sich nur wenige Tage vorher die Kaempfe um Haifa abgespielt. Es ist naemlich das arabische Geschaeftsviertel. Die Strassen wie ausgestorben, nur hier und dort eine Patrouille der Haganä, die mit umgehaengten Maschinenpistolen Wache stehen. Dazwischen alle 30-40 Meter Strassensperren, bestehend aus Stacheldraht und grossen Faessern. Mittendrin ein enormer Panzerwagen der Hagana oder ein Wall aus Sandsaecken, mit Loechern dazwischen zum Schiessen. Vor fast jedem Haus eine Barrikade aus Steinen oder Sandsaecken. Die Haeuser selbst sind furchtbar zugerichtet. Zum Teil halb ausgebrannt oder zusammengestuerzt, weisen alle Bauten enorm viele Kugeleinschlaege auf. Alles in allem ein uebles Bild der Zerstoerung. Ploetzlich werden wir von einer Hagana- Streife angehalten. Auf die aergerliche Frage unseres Chauffeurs, warum man ihn Zeit verlieren laesst, antworteten ihm die Soldaten, sie wollten nur die neuen Olim begruessen. Dieses machte einen enormen Eindruck auf uns, ist es doch das erste Mal. dass man uns in unserer Eigenschaft als Olim begruesst, und nicht dass wir uns als Touristen oder anders verkleiden muessen. Das erste Zeichen, dass wir zu Hause sind. Das Terrain, aehnlich wie in Valparaiso, beginnt nach wenigen cuadras anzusteigen, und je hoeher wir kamen, wurde die Gegend anders. Die Zerstoerung hoerte auf, und man sah wieder mehr Menschen. Wenn es auch im Verhaeltnis zu einer Gressstadt Wenige waren, lag es nicht daran, dass j alle geflohen sind, sondern dass die Geschaefte j wegen Erew-Schabbat geschlossen waren. Die i Militaerwagen, die wir jetzt sahen, gehoerten alle schon der Hagana. j Das Beth-Olim befindet sich auf der hoech-! sten Spitze des Karmels, und man hat von dort j eine wundervolle Aussicht ueber die Bucht von j Akko. Wir wohnten dort, bis die Moeglichkeit i zur Weiterfahrt nach Negba bestand. Es ist eine Art Hotel, wo statt Zimmern Schlafzimmer immer fuer 10-12 Personen sind. Den naechsten Tag machten wir einige Bej suche in Haifa. Die Stimmung aller derer, mit denen wir sprachen, war weder optimistisch , noch pessimistisch, sie war realistisch und nicht j hoffnungslos. Man beisst halt die Zaehne zuj sammeu. Auf der Strasse merkte man nicht viel vom Krieg, ausser den Panzerwagen, die wie vorsintflutliche Ungeheuer aussehen und den bewaffneten Hagana-Soldaten. Die Kaffees sind voll, man tanzt usw. In den juedischen Gegenden sieht man auch viel Englaender, aber auf jedem Fahrzeug steht mindestens einer mit geladener Waffe. Sie werden jedoch von den Juden voellig ignoriert. Auch von sich aus sind sie sehr zurueckhaltend. Das ist aber nur aeusserllch. Dahinter naemlich sind unserer Reise die schwierigsten waren. Ihr wisst, dass Negba in einer Gegend liegt, die heutzutage nur von Geleitzuegen befahren wird, d. h. eine grosse Gruppe gepanzerter Lastwagen unter Hagana-Bedeckung. Diese Konvoys versammeln sich in Rechowoth, von wo die Reise nach dem Negev losgeht. Wir mussten also zuerst sehen, wie nach Rechowoth kommen? In Tel- Aviv, im Buero der Negev-Kibuzim sagte man uns, dass es am 6. oder spaetestens am 7. Mai frueh einen Konvoy ab Rechowoth geben wird. Frisch vergnuegt zogen wir also am 6. nach Rechowoth und kamen auch richtig gegen fuenf Uhr dort an. Vor jedem juedischen Ort sind Strassensperren, an weichen Leute der juedischen Militarpolizei stehen, jedes Fahrzeug, das in den Ort hineinwill, untersuchen, und die verdaechtig aussehenden Leute nach ihren Dokumenten fragen. Manfred z. B. verlangte man auf dieser Fahrt nicht weniger als 3 Mal die Dokumente ab. Nicht etwa, weil er wie ein arabischer Terrorist ausgesehen haette, sondern weil er in “Zivil” war, d. h. er hatte seinen grauen Anzug an, waehrend alle andern Leute in seinem Alter bereits das Khakizeug der Hagana tragen. Nach einer kurzen Erklaerung, dass er erstens neu im Lande sei, zweitens in einen Kibbuz fahre, klaerten sich die Zweifel auch immer auf. Vor den Kinos in Tel Aviv stehen auch Leute der Polizei, die nach Drueckebergern fahnden, die noch nicht ihre Gestellungskarte haben. Wir kamen also in Rechowoth an, wo wir auch das Buero fanden, dass die Geleitzuege organisiert. Aber Pustekuchen! Der Konvoy, auf den wir gerechnet hatten, und der am naechsten Morgen gehen sollte, war bereits einige Stunden weg. Es blieb uns also nichts anderes uebrig. als unsere Sachen zu nehmen und in ein Hotel zu wandern. Nach dem Abendbrot im Restaurant der Histadrut, machten wir uns auf die Suche nach Weiterfahrtsmoeglichkeiten. Es gelang uns dann auch festzustellen, dass am naechsten Morgen gegen 4 Uhr frueh ein grosser Konvoy nach dem Negev fahren wuerde, zwar nicht direkt nach Negba, aber doch ziemlich in der Naehe daran vorbei. Wir fanden uns also puenktlich am Sammelplatz ein, wo wir nach kurzen Verhandlungen mit dem Kommandanten des Konvoys erreichen konnten, uns mitzunehmen, Langsam setzte sich also die lange Karawane von fast 100 Wagen in Bewegung. Die Fahrt ging vorbei an Pardessim, wo noch die letzten Aofelsinen an den Baeumen hingen, vorbei an verlassenen englischen Militaerlagern des. letzten Krieges, die die Englaender vorgezogen haben zu zerstoeren anstatt sie den Juden zu uebergeben, vorbei ah arabischen Doerfern, die entweder von ihren Bewohnern verlassen oder von der Hagana besetzt sind. An der Strasse selbst sah man eine Unmenge Stellungen der Hagana, die den Weg sichern. Schliesslich kamen wir also an unser provisorisches Reiseziel. Wie gesagt, fuhr der Konvoy nicht direkt in Negba vorbei, sondern nur in dei Naehe. Negba liegt naemlich etwa 2 Kilomete von der Hauptstrasse entfernt, welchen Weg wj> haetten zu Fuss machen muessen. Natuerlict war das unter den augenblicklichen Umstaenden unmoeglich. So stiegen wir also in dem Ort aus, der Negba am naechsten liegt, um bei naechster Gelegenheit weiterzukommen. Diese; Ort war Kfar Warburg. Wir wurden dort seit gut aufgenommen, und man versprach alles fus uns zu tun, damit wir schnell weiterkommet koennten. Der Ort selbst ist kein Kibbuz, sondern eine Privatsiedlung auf KKL-Boden. Wt hatten uns schon damit abgefunden, womoej lieh einige Tage dort bleiben zu muessen, man uns sagte, dass die Geleitzuege nur seltei gehen. Jedoch schon nach knapp 2 Stundet kam der Waechter angerannt mit der angenehmen Nachricht, ein kleiner Konvoy nach Negl sei gesichtet worden. Also unser Gepaeck neh-v men, die 200 Meter zum Weg runterrennen eine Sache! Wirklich kam schon nach wenige! Minuten die Autokette angerollt. Also hinei und ab nach Negba. Endlich, am Ziel unserer viermonatigeif^ Reise. Dort tat sich natuerlich etwas. Die Chawerim waren schon von unserer Ankunft verstaendigt worden. Gerne waeren wir ganz ueberraschend angekommen, aber leider hatte im ein Chawer des Kibbuz, der schon frueher zurueckgekehrt war, in Rechowoth gesehen um die Leute auf unser Kommen vorbereitet. Haetten wir das gewusst, haetten wir uns auch der Aufenthalt in Kfar Warburg sparen koennei denn man schickte den Panzerwagen des Kib buzes bis runter an den Weg, als der Konvc; in Sicht kam. Natuerlich war die Enttaeuschunj der Chawerim, die alle den Panzerwagen erwar teten, gross, als er leer wieder zurueckkan Nachher war natuerlich die Ueberraschung umso groesser, als wir unverhoffterweise relnge schneit kamen. Man empfing uns wie den Messias persoenlieh. Alle chilenischen Chawerim kamen von de' ///, Eine la: lieh durc sichtig 8 lagen uel wie Sardi Ein alter gestreckt, und er s Arbeit gerannt und schleppten uns im Triumpll sich jn e . . __ _ h . _ _ _ _ IlWflrtVvlll v\ in den Kibbuz, wo wir endlos lange Rede un' Antwort stehen mussten. Alles erschien uns wi Kÿine sc frueher, alle Gesichter die alten und heute nach 2 Tagen kommt es uns vor, als ob wi niemals getrennt gewesen waeren. Nun noch ein paar Worte ueber den Kibbui bie In normalen Zeiten ist er bestimmt sehr schoe i™??.11 e. Schiff wi Dicht unt schwarz. “Vorsicl aeltere M II T0 >t “Und bl “Ja, Va “Dann; Er sprr Koerper s Kopf an Die Welle verschlang schaukelte Schatten brochener •auendung stigen Ber | tastete die ( blickend, ] i . Sie liess ' ton sich e “Ist es c Er äntwi . ««ohoepft gewesen. Ich sage “gewesen”, weil naemlich jeu koennen?” kreuz und quer durch den Kibbuz Laufgraete “Mach umschlun Der aei Auf dem um sich, Die Kinderhaeuser von Negba gezogen sind, wobei eine grosse Zahl der Raset schon...” ilaechen dran glauben musste. Das ist beste sie blieb ders schade, da man sehr viel Arbeit und Miiet. sie, einam in diese Verschoenerungsarbeiten gesteckt hi Wieviele j; te. Aber was kann man tun, die Sicherheit g$ durch die eben ueber alles! Und die Befestigung von Negb- Suempfen, ist wirklich ausgezeichnet gemacht. Rund ( Bauern ve den Kibbuz sind 15 Stellungen, in denen un* «tauen un terbrochsn gewacht wird. Fuer die Kinder st; klebten, Unterstaende gebaut, fuer die man enorm vj Und dar Geld ausgegeben hat. Vor den aeussersten Ha^?uehlte Ei sern sind entweder Erdwaelle aufgeworfen, w ^mechtling Mauern aus Stein gebaut, je nachdem. Sof 8er-und M alles sehr gut vorbereitet und zum weite# Völkern u Schutz ist hier auch noch eine ganze Grulf Gut! S; von der Hagana stationiert. Hoffentlich bjej' Lu“w°mn es weiter so ruhig wie bisher, denn bis ik „"te der ist Negba einer der wenigen Punkte, wo ni nahe le nicht ein einziges Mal angegriffen wurde. J u *“••• w; Wir koennten noch viel, viel mehr schreim wei aber der Brief muss gleich weg, daher ei$ G . “le Get weilen also Schluss. Wir hoffen, dass druet sie Jauf alles in Ordnung ist und wir bald Post von # dei i'»6»- i Si,?ä SUSI UND MAN FR® Tage, aisree. Herzliche Gruesse