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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1948-06-01 · Edicion Especial (Junio de 1948) · p. Seite 29

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
X (1948)
Issue
Edicion Especial (Junio de 1948)
Date
1948-06-01
Page
Seite 29 (sequence 31)
Language
German
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1 Brillit m^mWá •••'viv...'- :\*£f'v ';*5 $\ *$ >r s}4 &i*SS3 HfeÿSji icon Richard «l kultivier-, 1 zu bauen' u und zweckiz zu bauen,! Volk durch Mittel bei-. Aufgabe hat pielhaft und; wird gezeigt, uehrung ne-[ r zeigen na-j sere Bild -j die Totalan-i .ein Flugzeus1 tellung wirij ich das Leinzelnen gej : dem Flug- ■igkeiten de-j legt werdet; der Ansied-i nichts vot| Geburt, det id leichteij ¡n; wir hoe-[ rzbrechendeii .ner Siedlung - erspart der klein! Df nicht' lie ersteij andes, die d Angrit a word® so ist ds [ptisch nicb Graft nd wir freudet ilaessei il-der s Rekorf ir nicht entstanier Voeuedischt Iten Br Wie Ihr inzwischen erfahren haben werdet sind wir am letzten Freitag von Marseille auf die 'letzte Tour gegangen, die uns noch fehlte. Ganz ueberraschend erreichte uns die Nachricht, dass wir uns einschiffen muessten, um unsere Ueberfahrt nach Erez anzutreten. Obwohl es schon spaet Abend war, mussten wir in aller Eile die Koffer packen, da wir uns am anderen Morgen um 6 Uhr am Sammelplatz einzufinden hatten. Nach knappen vier Stunden Schlaf also, begaben wir uns zu dem allgemeinen Esszimmer, das in Faellen von Abfahrten auch als Sammelplatz dient, wo wir viele verschlafene Gestalten antrafen, die sich nach und nach einfanden, um die erste Gepaeckkontrolle zu passieren. Es sollte naemlich vermieden werden, dass die franzoesischen oder englischen Behoerden verdaechtige Sachen, die auf langen Aufenthalt deuten, finden und darum wird das Gepaeck zuerst von Juden selbst durchsehen. Inzwischen hatten sich ueber 200 “Touristen” wie wir, eingefunden und es wurden beim Fruehstueck die genauen Instruktiotionen fuer die Reise gegeben. Dann wurden nochmals alle Paesse durchgesehen, was bei den vielen Menschen eine ganze Zeit in Anspruch nahm, und man kaum fertig war, als um 3 Uhr die Autobusse kamen, um uns alle zum Hafen zu fahren. Unsere Verabschiedung von den vorlaeufig zurueckbleibenden Ballo, Hanne und Meck war kurz und herzlich; es wird ja hoffentlich nicht auf lange sein. So fuhren wir also sieben Autobusse voll, geschlossen zum Hafen. Die Kontrolle war gleich null, nicht ein Koffer wurde geoeffnet. Und als wir schliesslich zum Dock kamen, kamen wir aus der Bewunderung nicht raus, als wir das juedische Schiff “Kedmah” sahen, mit dem wir fahren sollten. Schon von Weitem fiel der Dampfer durch seine modernen und eleganten Linien auf und besonders die ganzen hebraeischen Inschriften, sogar der Schiffsname, machten auf uns grossen Eindruck. Am Bug wehte die juedische Fahne und an Bord erwartete uns das 100 o'o juedische Personal, sowie ca. 200 andere Passagiere, alles natuerlich Juden, die auch ihre grosse Reise antreten wollten. Beim Besteigen des Schiffes war noch eine fluechtige Passkontrolle, aber es machte den Anschein, als ob die lieben Franzosen nicht boese waren, dass wir sie alle verlassen wollen. Das Schiff von innen gefiel uns auch ausgezeichnet. Alle sprachen nur hebraeisch, die Besatzung, die Komandos, die Kellner, was sogar auf die Passagiere ansteckend wdrkte. Auch die Anschriften am schwarzen Brett und die Bekanntmachungen durch das Schiffsradio sind in hebraeisch . Die Unterbringung selbst war nicht gerade sehr bequem, da das Schiff nicht fuer so viele Passagiere gerechnet ist, aber alle nahmen das gerne in Kauf. Die “Kedma” hat naemlich einen Kontrakt mit der Jewish Agency zweimal monatlich diese Anzahl Olim zu befoerdern und aus diesem Grunde mussten viele Jungens in Lagerraeumen und viele andere in den geschlossenen Decks auf Matratzen auf der Erde schlafen. Gegessen wurde in drei Schichten in zwei verschiedenen Speisesaelen und auch die Wasserversorgung war knapp. Aber was bedeutet das alles, wenn man endlich das Ziel seiner langen Reise vor sich hat? Und was sind schliesslich schon sechs Tage? Puenktlich um sieben Uhr verliess das Schiff den Hafen von Marseille. Obwohl es vorher noch geregnet hat, kam gegen Abend die Sonne raus und wir hatten eine schoene Aussicht auf die Stadt. Auf dem obersten Deck araengelten sich alle Passagiere und man konnte dabei gut beobachten, aus wieviel verschiedenen Typen sich doch unser Volk zusammensetzt. Erst waren da die ganz Frommen, min langen Baerten und ebensolchen Pajes. Einer, ®ganz junger Kerl, war auf dem Kopf voellig ¿ahlrasiert,. hatte aber Pajes bis ueber die Ohren, die wie mit der Brennschere gedreht aussahen, richtige “Korkenzieher”. Dazu einen ^art und ein “ewiges Kaeppchen”, es fehlte nur °er Kaftan, von dem er aber die Schnur ueber aen Anzug trug. Dann sah man gut ausgehende amen und Herren, die bestimmt keine leere wpri s:'le trugen, und in Erez nicht betteln Kirrt11' Anciere waren Familien mit kleinen dritt 111' schIecht aussehende Frauen, die das Qimt °der vierte Kind erwarteten und zu der iU. . derer gehoeren, die endlich aus Deutsch- /auskommen koennen. Der groesste Teil land dle^u War Tugend, Leute zwischen 17 und 30, Laspv durch mehr oder weniger schlimme benJ't11”6 runtergekommen waren. Ihre Legenhu Verleugnete auch nicht ihre Verganzwisch Und es war docl1 ein grosser Unterschied ten zGn den verschiedenen Gruppen und Leuder « spUeren- Um so groesser ist das Wununt’er raan in Erez es versteht, alle Juden SchonT Each und Fach zu bringen, seree ange vor Pessach war natuerlich unmoesste Sorge, wie wir die Feiertage moeg- BOLETIN INFORMATIVO 29 BRIEFE DER CHILENISCHEN OLIM Von Marseille nach Negba EIN REISEBERICHT VON MANFRED UND SUSI FLATOW liehst rituell begehen koennen, aber das juedische Schiff hat uns dieser Sorge behoben. Die erste Mahlzeit war zugleich der erste Pessachabend, vielleicht ein Symbol, dass wir an diesem “Fest der Befreiung” die Galuth verlassen, und damit den Weg in die Freiheit angetreten haben. Wegen Raumschwierigkeiten w'ar es unmoeglich einen gemeinsamen Seder zu organisieren, ausserdem wollte natuerlich jeder seinen eigenen Seder mit den besten Freunden abhalten, so dass nur das Essen gemeinsam eingenommen wurde. Als erstes hat ein ehemaliger Kuenstler aus Muenchen einen grossen Kiddusch vom Stapel gelassen, bei dem sich die Kellner alle die Servietten auf den Kopf legten : und gemeinsam “Omen” sangen. Dann gab es ein sehr gutes Essen, mit Mazzekloessen, etc. und man versicherte uns, dass alles 200 ojo “koscher schel Pessach” ist. Dadurch war natuerlich die Verpflegung waehrend der Ueberfahrt schwer und nicht sehr reichlich und nach einem Mazzefruehstueck hatte man bald wieder Hunger, aber Pessach ist eben Pessach, und so leicht ist der Weg der Befreiung nicht. Am naechsten Morgen kamen wir bereits in Genua an, wo wir von 10 Uhr frueh bis 8 Uhr abends lagen. Es war schoenes Wetter und die Einfahrt war sehr interessant, denn viele Schiffe, u. a. der “Sebastián Caboto”, lagen dort verankert. Die Stadt zieht sich sehr weit raus, zu beiden Seiten des Hafens, wie auch auf den Huegeln im Hintergrund. Leider konnten wir jedoch das Schiff nicht verlassen und konnten also von der Stadt selbst nichts sehen. Von Genua fuhren wir bis Messina, wo wir uns ein paar Stunden aufhielten, um Wasser und Lebensmittel zu laden. Messina ist eine typische sueditalianische Stadt mit der typischen Bevoelkerung, die wir “Chilenen” sehr gut kennen. Das Schiff legte an einem Kai an, hinter dem die Strasse ging, auf der direkt das , Rathaus liegt, also sozusagen stand das Schiff | auf der “Plaza de Armas”. Sofort fand sich eine j neugierige Menschenmenge ein, und es dauerte I nicht lange, da erschienen die bekannten Verj kaeufer, die alles moegliche und unmoegliche i anbrachten, von bunten Schals, Naehkaesten,! Kaemmen, Spangen, Ziehharmonikas, Apfelsij nen, Zitronen bis zu Eiern und Geigen! Und : diese ganze Herrlichkeit konnte man fuer amerikanische Zigaretten erstehen. Die Umgebung von Messina ist viel' schoener, als das Nest selbst, trotz seiner vielen Kirchtuerme. Das Interessanteste war natuerlich die Strasse, wo das Meer endlich ruhig war, und man die erste Mahlzeit richtig zu Ende essen konnte. Leider war es ueber Sizilien so bewoelkt, dass wir trotzt groesster Anstregung den Aetna nicht sehen konnten. Von Messina ging es direkt quer durchs Mittelmeer nach Haifa. Leider war es sehr stuermisch, sehr windig und dadurch natuerlich sehr wacklig. Aber es war auszuhalten. Endlich, am Donnerstag, den 29. April, gegen Mittag, erschien im Nebel am Horizont der Karmel. Das Essen wurde extra schon um 11 Uhr serviert, damit alle Passagiere auf Deck sein koennen bei der An— und Einfahrt in den Hafen. Es war wirklich ein so ergreifender Moment, dass keiner fehlte und selbst die Schwerkranken aus den Betten “krochen”, um alles mit anzusehen. Bald erkannte man die Haeuser auf und am Abhang des Berges und die Stadt unten am Fuss. Wie viele Olim haben schon dasselbe empfunden wie wir beide in diesem Moment und wieviele werden es noch empfinden koennen? Was uns beim Naeherkommen am meisten auffiel, war eine Unmenge von Schiffen an der Reede, weit mehr als ein Dutzend, alles ziemlich grosse Frachter, die auf Ladung warten. Wir konnten jedoch wegen des stuermischen Seeganges nicht gleich einfahren, und mussten etwa 2 Stunden auf den Lotsen warten, bis dieser endlich mit seinem Boot erschien. Es war lustig zu hoeren, wie die Offiziere unter sich sprachen, ob wohl heute der Lotse Rosenthal, Levy oder Abrahamsohn kommen wuerd.e. Wir glaubten alle diese Namen schon einmal gehoert zu haben,aber nicht gerade im Zusammenhang mit Lotsen... Schliesslich entpuppte sich also unser Lotse als Herr Rosenthal! Wir fuhren nun in den Hafen ein. Die erste Ueberraschung war, dort an der Mole etwa 25 Mapilim-Schiffe verankert zu finden, die sich im Laufe der Zeit dort angesammelt haben. Unter diesen befand sich auch der “Exodus 1947”. Es ist unglaublich, wie Menschen mit solchen Seelenverkaeufern aufs Meer gehen konnten. Rings um den Hafen sieht man die Oeltanks, die Zementfabrik “Nescher”, die Speiseoelfabrik “Schemen”, das Kraftwerk Ruthenberg usw. Die Stadt selbst erinnert von weitem viel an Valparaiso, da sie genau wie dieses auf einer Huegelkette liegt, und sich bis zur Spitze derselben erstreckt. Dann schliesslich kamen wir zum Anlegeplatz des Schiffes, wo schon die “Behoerden” auf uns warteten. Wenige hundert Meter vom Landeplatz entfernt, stand eine grosse Gruppe von Arabern, die mit ihrem Gepaeck sich vorbereiteten um aufs Schiff zu gehen (zur Evakuierung). Der ganze Kai wimmelte von englischen Soldaten, von denen jeder zweite oder noch mehr, zum Mindesten eine Maschinenpistole trug. An der Strasse am Kai entlang fuhren unentwegt Panzerwagen und Lastwagen mit Kriegsmaterial vorbei. Als Demonstration sangen alle Passagiere beim Anlegen die “Hatikva”, die von den englischen Soldaten teils gleichgueltig, teils mit Grinsen angehoert wurde. Schliesslich war das Schiff also fest, und die Landungsformalitaeten begannen. Diese gingen schnell vorbei und wir konnten an Land gehen. An der Zollhalle warteten schon eine limp MM Mllllll iS! lililí! lili! ma S WsSiig vom mmmm mmmm Illplpll Illliill mm lili mm Äülil IMP M SSÏSS lili MP mum ÍN-XvXÍÍ:: Ms mm mm mmm sills llllpl mmmm mm WS S * : llill: PP ils ¡IIP ill« Sill SM PM « mm *1 Das juedische Schiff “Kedma” im Hafen von Marseille.

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