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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1948-06-01 · Edicion Especial (Junio de 1948) · p. Seite 27

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
X (1948)
Issue
Edicion Especial (Junio de 1948)
Date
1948-06-01
Page
Seite 27 (sequence 29)
Language
German
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! 3* BOLETIN INFORMATIVO ifT-'--: ..'■ ■ - ... ' ■ --— ■ ■ 27 juedischen ¡n Buches den “Brlt legt wurde i. So wunin dieses i Buechem den. deren wahrhafte ikarte darfuer viele barung hei, dass heroschueren chweiz, in g, ja sogar >s Balkans r in Port® tuerlich in ndern, in „ in Brasi- Argentinien Suedafrika erscheinen, zahlreichen und Textre in den Ostens, in d Marokko, egypten, in nserer unift, in Sy- , publiziert id es Jahrler, Woerchiedensten Literaturen Poesie, die , teils abet len ersehet igliscih, He- ■aeisch-Poich nur mit de des heen sind, der issende lnin der bere gibt. reichhaltig leinschaften endern ver ruechte der dort in der;n systema- •ziehungsar eten. 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Es sind die Lasten menschlichen Kampfes um Leben und Tod, Buerden der Natur und leidenschaftlicher Traeume, die alle schoepferischen Geister angehen. Jacob Fichman gehoert zu einer Dichter-Generation, die man als “Klassiker” bezeichnet. Jedoch der Strom derzeit, der staendig die Schoepfungen anderer Dichter der Nach-Bialikschule fortspuelt, schreitet dahin, ohne Fichman etwas anzuhaben. Jacob Fichman ist einer der feinsten und glaenzendsten lyrischen Dichter Palaestinas, und er hat sich mit den Jahren immer fester verankert. Das subtile Koennen seiner literarischen Kuenstlerschaft, seine Nuancen gemuetvoller Staerke und seine bezaubernden sanften Gedichte sind wahrhaft wunderbar. Aber bei der Beherrschung der dichterischen Mittel stempelt Jacob Fichman wie alle wirklich genialen Dichter jede Seite, die er schreibt, mit dem Merkmal einer Vision des Lebens, eines Lebens als ein “schwankendes Gleichgewicht”, des Lehens ln all seinen Wandlungen. Fichman scheint niemals in die neble Gewohnheit einiger ungeduldiger Verseschmlede zu verfallen, schwere schwülstige Worte zu gebrauchen, die eine intellektuelle Bedeutung tragen, aber den Satz verderben und die Musik verfaelschen. Bas erreicht er aber nicht durch Herabsetzung des intellektuellen Gehalts. Seine Gedichte sind voller Gedanken und voll echter Gefuehle. Trotzdem aber sind sie in ihrem Wertanspruch begrenzt und, wie ich glaube, sie sind es bewusst. Er verraet Weisheit, wenn er nichts versucht, was ausserhalb des Naehrbouens liegt den er kennt und meistert. Fichman fuehlt sich vollkommen , inmitten der Atmosphaere nwbstlichen Dunstes des 19. Jahrunüerts, der Erinnerungen und Reurm 0ilen’ des destillierten Hauches Tanrf , tes der palaestinensischen nüschaft und seiner Erzaehlergaa,:„irotz der Individualitaet seines ^drucks und trotz seiner strikten «J^heidung und Praezlsierung .mangelt Fichman zeitweise des nnischen Geschicks, der Brillanz, Eleganz und Virtuositaet der juengeren Dichter-Generation, der alle Hilfsmittel und Varianten der modernen Sprache zu Gebote stehen und deren Freude am Wortspiel deutlich fuehlbar ist. Andererseits ist Fichman sich bewusst, dass nach Eliot, nach Rilke und nach Alexander Block niemand in der alten bezaubernden Einfalt eines Tennyson zu schreiben vermag. Es wuerde altfraenkisch sein, archaisch und unauthentisch. Fichman’s Einfalt ist neuartigbewusst, schwierig, verfeinert und niemals trivial. Fichman versucht zumindest nicht, das zu wiederholen, was im Hebraeischen von Bialik und Tchernikowski bereits entdeckt wurde. Er verfaelli nicht, wie so viele andere, in eine jener leichten Publizisten-Stilarten seiner Zeit. Im Gegenteil, Fichman ist begierig Schulter an Schulter mit den Zeitgenossen zu bleiben und desgleichen auch mit der gewandelten Zuhoererschaft. In dieser Hinsicht sind seine schoepferischen Gaben aehnlich dem konstanten Wachstum des Geistes von Yeats. Fichman hat niemals vergessen, dass die Kunst ein Wachstumsprozess ist und nicht aus Spruengen auf Geratewohl besteht oder aus dem ewigen farbig schimmernden Lichtschein des Parnassus. Fichman’s Dichtung zu lesen, ist wie ein Gang durch immergruenen Wald, in dem es so still ist, dass man vermeint, die Baeume weinen zu hoeren. Obgleich der Kern seiner Dichtung die Stille ist, liegen unter ihrer ruhigen Oberflaeche reiche Schaetze verborgen Wenn sich auch Fichman’s konzentrierte Brennpunkte etwa auf den herbstlichen Kalender, auf die Symphonie der Alltaeglichkeit Palaestina’s oder auf die Katastrophe der europaeischen Juden richten moegen, so bewegt er sich doch niemals in Gemeinplaetzen. Fichman hat niemals versucht, mehr als seinen eigenen Durst zu loeschen, und vielleicht gerade deshalb ist der 62jaehrige Dichter in seinen zarten Toenen noch genau so kraftvoll wie vor Jahren, und er wird noch immer in grossem Kreise gelesen.?fc.. : YEOCHEVED BATH - MIRIAM Inmitten der Konstellation hebraeischer Dichter, die auf dem schwankenden Grunde unseres Jahrhunderts geboren sind, erstrahlte mm ■tiM -witó'.VÁ'.'.'&.V ÄÜ '_! mm .v.SK-KS s&ä&s® HÜ Yeodheved Bath Miriam’s Stern von Anbeginn mit innerer Leuchtkraft. Ihre Gestalt als Dichterin tiefer und weiter Bereiche ist von Jahr zu Jahr emporgewachsen. Jedes ihrer neuen Buecher ist nicht einfach nur ein Ausschnitt des Lebens, der Freude und des Schinerzes, sondern mehr wie eine Kolumbus-Reise laengs erschütterter Gestade, eine Entdeckung ohne Orientierung, die den blinden Zeitablauf erforscht und neue Gefilde der Bildhaftigkeit, des Ausdrucks, der Empfindung und Gedanken entdeckt. Bath-Miriam hat in einer Zeitspanne von Jahren das Verlangen gezeigt, neue Horizonte zu entdecken, und wie viele Entdecker bringt sip nicht immer Schaetze zurueck: doch in ihren Gedichten, die in hoechster Bewusstheit geschrieben sind, immer dann, wenn sie besessen ist von der warmen und menschlichen Zauberkraft der Bildhaftigkeit,, ist keine Stimme, die dichterischer ist, keine, die mit groesserer Treue an Palaestina, an ihrem Volke, an der Menschheit haengt. Bath-Miriam kann versichert sein, einen ihr gemaessen Platz nicht nur in der Anthologie, sondern ebenso im Pantheon des schoepferischen Geistes in Palaestina einzunehmen. Ihr geistiges Dulden, Sire empfindsame Art von zarten Toenen und Empfindungen erinnert an Virginis Woolf und Elionore Wylle. LEAH GOLDBERG “Ein Gedicht sollte nicht bedeuten, sondern sein” — dies ist der Ausspruch Archibald MacLeish’s. Leah Goldberg, die juengste unter den begabteren palaestinensischen iüiil t.X-X-VX » i mm mp Igggpp mm HP#!! tnrt Dichtern, fuehrt den Lese; in ihren kaleidoskopartigen und kaprizioesen Zeichnungen in eine sehr besondere Welt, die nicht etwas bedeutet, sondern einfach existiert. Leah Goldberg wurde von dem Honigseim moderner Dichtung und der Milch des europaeischen Literatur-Paradieses genaehrt. Daher misstraut sie der festen Wortpraegung und versucht -mit Wortgewandtheit einen Wald singender Blaetter und Voegel zu schaffen, die sich im Sonnenlicht dehnen. Emportauchend aus einer Welt, die zerrissen und aus ihren Angeln gehoben ist, sucht Leah Goldberg eine neue Ausdrucksform im Strom des Schmerzes, der der Ziehbrunnen mancher Kunst ist. In ihrem Schmerz huellt sie sich in die bluehende und spruehende Metapher, die das Licht sammelt und zersprueht. Zeitweise spornt Leah Goldberg ihren Pegasus allzu sehr, um in blendende Tiefen zu tauchen. Dann erscheinen ihre Gedichte wie Waisenkinder im Schnee, aber auch dann spricht sie mit ihnen, wie dei Toepfer mit seinen Vasen spricht. Leah Goldberg hat aber auch die Grenzen ihres Gedankens in einem experimentierenden Buche “We’ Hu Ha’ Or” gestreift. Viele ihrer feinsinnigen Aufsaetze spiegeln das Leben unserer Tage. Palaestina - Institut fuer Folklore und Ethnologie Die Kinder des alten Volkes Israel kehren jetzt aus den vier Enden der Welt nach Palaestina zurueck. Heute umfasst der Jisehuv mit semer juedischen Bevoelkerung von ueber 600.000 etwa 50 verschiedene ethnologische Gruppen, deren jede ihre eigene Vergangenheit, ihre eigene Geschichte und Tradition besitzt. Die neuen juedischen Siedler haben eine Lebensweise mitgebracht, die generationenlang die ihnen eigentümliche im Lande der Diaspora war. Aber die Kinder, die hier in Palaestina auf wachsen, finden in ihrem Leben jetzt nur wenig Raum fuer Traditionen, die unter anderen Himmelsstrichen entwickelt worden sind. Die jungen Menschen empfinden, dass ihnen das Erbe ihrer Vaeter entgleitet, aber es scheint keine MoegUchkeit zu geben, es zu bewahren. Doch ist es gerade dieses Erbe zweier Jahrtausende, das das Volk Israel zu dem gemacht hat, was es heute ist. Es hat den juedischen Charakter und das juedische Gedankengut geformt, und auch das neue Leben in Palaestina muss sich auf der Grundlage der Vergangenheit aufbauen. Nichtsdestoweniger schreitet die Verwischung der alten Lebensweise fort. Das gilt fuer ausserhalb Palaestinas wie auch fuer den Bereich innerhalb seiner Grenzen. Juedische Lebensgemeinschaften sind in Europa weitgehend verschwunden. Der “unwandelbare Osten” wandelt sich, und indem er sich wandelt, laesst er alte Ueberlieferungen hinter sich. Nach ein oder zwei Generationen werden diese wertvollen Kapitel menschlicher Kultur und menschlichen Lebens in Vergessenheit gesunken sein. Juedische Lebensgemeinschaften, die heute noch das Charakteristikum ihrer eigenen Art und Kultur in den Laendern des Westens tragen, werden dann nur noch verwischt ihre einst so reiche und farbige Vergangenheit spiegeln. Sich ueber dieses Bild des schnell dahinschwindenden Schauspiels juedischen Lebens Rechenschaft ¡abzulegen, es einzufangen und einzuordnen, ist eine Aufgabe, die jetzt getan werden muss, sonst mag es vielleicht einmal zu spaet sein. Diese Aufgabe ist von dem Palaestina- Institut fuer Folklore und Ethnologie angefasst worden. 1944 gegründet, begann es, die muendlichen und dokumentarischen Ueberlieferungen ueber Tradition und Volksleben der weltweiten juedischen Gemeinschaften, die in Palaestina und besonders in Jerusalem vertreten sind, zu sammeln. 1945 gab das Institut zuerst seine Zeitschrift heraus. Das Blatt “Edoth” (Ethnologische Gruppen) ist eine Vierteljahres-Zeitschrift ueber Folklore und Ethnologie. Bis jetzt sind acht Nummern unter der vereinten Schriftleitung von Dr. Raphael Patai und Dr. Josef J. Rivlin erschienen. 1.946 wurde eine Buecherreihe unter dem allgemeinen Gesichtspunkte von “Studien ueber Folklore und Ethnologie” veroeffentlicht, in welcher ausführlichere Studien dargeboten wurden. Das Institut hat damit begonnen, eine ethnologische Sammlung und Bibliothek aufzubauen. Die meisten grossen amerikanischen und europaeischen ethnologischen und anthropologischen Institute, wie auch die einschlaegigen Universataets- Fachinstitute tauschen Veroeffentlichungen mit dem Institut aus. Als Ergebnis besitzt das- Institut bereits eine Sammlung, die nicht nur in Palaestina, sondern im gesamten mittleren Osten einzigartig ist. Dr. R. Patai.

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