Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- X (1948)
- Issue
- Edicion Especial (Junio de 1948)
- Date
- 1948-06-01
- Page
- Seite 26 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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26 BOLETIN INFORMATIVO HEBRAEISGHE KULTUR-ARBEIT IN AUER WELT Von Dr. Jakob Rosenthal, Jerusalem Wenige Haeuserzeilen von der Kreuzung der pulsierenden verkehrsstrotzenden Allenby Road, der Haupt-Verkehrsader von Tel - Aviv, und dem ruhigen und vornehmen Rothschild Boulevard befindet sich das Gebaeude der ehemaligen Belgischen Bank. Ein modernes, mehrstoeckiges Gesehaeftshaus, beherbergt es heute ausser der Palaestina Corporation Bank Limited noch eine Reihe von verschiedenen Geschaeftsuntemehmungen, wie Versicherungsfirmen, die Zentrale der Citrus-Gessellschaft, einige Diamanten-Handelsfirmen und eine Anzahl von Anwaltskanzleien. Ein jedes Stockwerk dieses Hauses hat so sein eigenes “Gesicht”, wenn auch alle irgendwie miteinander — wenn man so sagen darf — “seelisch” verbunden sind. Hier versichert man gegen Unfall, dort werden Orangen und Grapefruits exportiert; hier handelt man mit Roh-Steinen der lokalen Diamanten-Industrie und dort beraten tuechtige Anwaelte ihre Klienten — ein typisches grossstaedtisches Gesehaeftshaus, das sich im Grunde genommen durch gar nichts von den uebrigen Geschaeftshaeusern seiner Umgebung unterscheiden wuerde, wenn nicht, ja, wenn nicht sein oberstes Stockwerk von einem “Unternehmen” besetzt waere, das zwar, was seine Bueroausmasse betrifft, viel bescheidener aussieht, doch im Radius seiner Wirksamkeit einen unvergleichlich extensiveren ‘'Auslandshandel” und eine viel verzweigtere “Export” Taetigkeit entfaltet, als so manches der grossen Export-Handelshaeuser dieser Stadt... liehe Weite juedischen Lebeps in der Zerstreung. Willst du den Pulsschlag des kulturellen Regens und Webens, ja, des Lebens juedischer Massen in den verschiedenen Aeusserungen und Veranstaltungen, in den verschiedenen geographischen Gebieten des Globus kennenlernen — hier, im Zentral-Buero des “Brit Ivrit damit”, im obersten Stockwerk eines Tel - Aviv - Geschaeftshauses, erungeheure Aufschwung, den das hebraeische Kulturschaffen innerhalb der letzten 25 Jahre in Palaestina genommen hat, allmaehlich nun auch in juedischen Gemeinschaften ausserhalb Palaestinas sein schoepferisches Echo zu finden beginnt. Hier, in der Bibliothek des “Brit Ivrit”, sehen wir den geistigen Niederschlag, den die hebraeische Wiederbelebungsidee ueber Kriegsmauern und Kanonendonner hinweg in den verschiedenen Teilen des Erdenrundes ueberall dort, wo juedisches Sein und Leben und Schaffen mehr oder weniger sich frei bewegen und entwickeln konnte, Ein bescheidenes Taefelchen, auf dem einfach die drei hebraeischen Worte “Brit Ivrit Olamit” geschrieben sind, das an der Tuer des aus zwei mittelgrossen Raeumen bestehenden Bueros im obersten Stockwerke dieses Hauses angebracht ist, verraet dem Besucher sofort, dass innerhalb dieser Raeume etwas ganz anderes, als etwa eine Lebens-Versicherungsfirma am Werke ist. Hier hat die “Hebraeische Welt- Union” wie “Brit Ivrit Olamit” zu deutsch heisst, ihre Zentrale; von diesen bescheidenen zwei Bueroraeumen aus spinnen sich die Faeden zu den Organisationen, Institutionen, Vereinen und Kultur- und Erziehungsanstalten in sage und schreibe 45 Laendern ueber dem ganzen Erdenrund; von diesen so kleinen Bueros aus werden tagaus tagein hunderte von Briefen versandt, zehntausende von Buechern und Broschueren in alle Richtungen der Erde bis in die entlegensten Winkel verladen, kurz, ueberall dorthin verschickt, wo das juedische Wort noch Schall und Klang hat. Von dem Zimmer aus, in welchem der Leiter des “Brit”, Dr. Alexander Rosenfeld, den Besucher empfaengt, bietet sich einer der herrlichsten Ausblicke auf das unvergleichlich schoene Panorama von Tel - Aviv. Unser Blick schweift ueber dem flachen Dachgewirr der jungen bluehenden Stadt hinweg bis zu den grau-gruenen Sandduenen, auf denen einst dieser juedische Fruehlings-Huegel — dies ist die deutsche Uebersetzung fuer “Tel - Aviv” — begonnen wurde, und das Auge umfasst die ganze unendliche Weite des Meeres, das diese Stadt umspuelt. Dieser Ausblick auf die unendliche Weite des Meeres, den man von dem bescheidenden Zimmer des “Brit Ivrit Olamit” gewinnt, jst geradezu von symbolischer Bedeutung. Denn auch hier, innerhalb dieser Raeume fuehlst du die ganze Weite einer Welt, erlebst du, ueber Meere und Berge hinweg, die ganze unend- 1 Der Leiter der “Hebraeischen Welt-Union, Dr. A. Rosenfeld (rechts) mit dem Schreiber dieses Artikels vor der Bibliothek des “Brit Ivrit Olamit” in Tel Aviv. fuehlst du ihn. Hier erfaehrst du alles Wissenswerte ueber den gegenwaertigen Stand des hebraeischen und juedischen Kulturschaffens, ueber das Streben und ueber das Sehnen nach dem juedischen, nach dem hebraeischen Wort naher und ferner Gemeinschaften des juedischen Volkes in seiner Zerstreuung ueber dem ganzen Erdenrund. Hebraeische Buecher, Standard-Werke, in Original oder in Uebersetzungen klassischer Werke aus der Weltliteratur, seltene Neu-Ausgaben der Gedichte von Jehuda Halevy — hier findest du sie. Hier eine Neu-Ausgabe seines beruehmten Buches ueber die Kuzaren in Hebraeisch und Spanisch, herausgebracht vor einigen Jahren in Buenos Aires, und dort eine klassische hebraeische Uebersetzung von Shakespeare’s “Hamlet”, eine Produktion des sehr ruehrigen “Anker” - Verlages in New York unter der Aegide der ueberaus aktiven Hebraeischen Organisation Amerikas, der amerikanischen Filiale des “Brit Ivrit Olamit”. Ferner finden wir hier auch eine Sammlung “Ausgewaehlter Liturgischer Gedichtswerke” von Jehuda Halevy, ebenfalls im ‘‘Ogen” (Anker) Verlag erschienen. Wenn wir diese hohen Buecher- Regale der Bibliohtek des “Brit Ivrit” betrachten, sind es nicht so die einzelnen, wenn auch noch so interessanten, lesenswerten, bisweilen auch Seltenheitswert besitzenden literarischen Werke, die unser besonderes Interesse hervorrufen; was den Besucher hier besonders bewegt, ist vielmehr die Erkenntnis der grossen, schoepferischen Idee, die hinter jedem einzelnen dieser Buecher "und Buechlein und Broschueren steht: die Idee der Renaissance des neuhebrasischen Schrifttums. Wir erfahren ploetzlich, dass der auch im Laufe der Kriegsjahre gefunden hat. Was wir in den Buecherkaesten des “Brit Ivrit” zu sehen bekommen, ist dennoch mehr als bloss interessante Werke, gediegene literarische Erzeugnisse oder sonst lesenswerte Lektuere — all diese Buecher sind , mehr als bloss — Buecher. Verschiedene Epochen juedischer Geschichte, weitzurueckliegende oder in unsere unmittelbare Vergangenheit fallende, schildernd — sind diese Buecher hier doch alle ein Produkt i zeitgenoessischen Schaffens, inspiriert und umweht vom Geiste und I erfuellt von der Seele der neuhe-! braeischen und juedischen Erneue- | rung, deren historischen Zeugen wir im tag-taeglichen Leben hier in Palaestina sind. Sie vermitteln einen Querschnitt vom modernen hebraeischen Schaffen und der hebraeischen Kultur-Arbeit in aller Welt — von den hebraeischen Gedichten, herausgegeben in Stenzein durch die zionistischen Jugendverbaende in den D. P.’s - Lagern in Deutschland und Oesterreich, bis zu den gediegenen Gedichtbaenden in feinem Einband und sorgfältigem Druck, herausgegeben von den reichen juedischen Verlagen und Kultur - Organisationen in Nordamerika und in den Latein-Amerikanischen Staaten; in der Bibliothek des “Brit Ivrit” findest du ihre Exemplare — sie alle zeugen von dem unaufhaltsamen Fortschritt des hebraeischen Schaffens, moegen die Bedingungen und Voraussetzungen hierfuer noch so verschieden, noch so hart und schwierig sein. Die Bibliothek des “Brit Ivrit” ist nicht etwa als ein besonderer “Taetigkeitszweig” dieser segensreichen Institution zu betrachten, wohl aber als eine der glueckliohsten Saat, die da ueberall dort aufzugehen beginnt, wohin der Samen des juedischen Wortes, des hebraeischen Buches und Buechleins durch den “Brit Ivrit” in nah und fern gelegt wurde und immerfort gelegt wird. So wundern wir uns gar nicht, in dieser Bibliothek eine Fuelle von Buechern und Broschueren zu finden, deren Erscheinungsorte eine wahrhafte lebendige und bunte Landkarte darstellen, wenn dies auch fuer viele von uns eine wahre Offenbarung bedeuten wird, zu erfahren, dass hebraeische Buecher und Broschueren zum Beispiel in der Schweiz, ¡j Frankreich, in Luxemburg, ja sogar in manchen Laendern des Balkans, wie in Rumaenien, ferner in Portugal und Spanien und natuerlich in zahlreichen Ueberseelaendern, in Nord - und Suedamerika, in Brasilien und Australien, in Argentinien und Neuseeland und in Suedafrika gedruckt werden und erscheinen, Nicht zu vergessen die zahlreichen hebraeischen Buechlein und Textbuecher, die insbesondere in den Laendern des Nahen Ostens, ln Nordafrika, in Algier und Marokko, in der Tuerkel und Aegypten, in Tripolis und sogar in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, in Syrien und dem Libanon, publiziert werden. Vornehmlich sind es Jahrbuecher und Lehrbuecher, Woerterbuecher in den verschiedensten Ausgaben, aber auch Literaturerzeugnisse in Prosa und Poesie, die teils nur in Hebraeisch, teils aber auch in mehreren Sprachen erscheinen, so in Hebraeisch-Englisch, Hebraeisch-Spanisch, Hebraeisch-Portugiesisch usw, oder auch nur mit einem Anhang am Ende des hebraeischen Textes versehen sind, der eine kurze zusammenfassende Inhaltsangabe des Werkes in der betreffenden Landessprache gibt. Besonders stark und reichhaltig sind die juedischen Gemeinschaftei in den orientalischen Laendern vertreten, in denen die Fruechte der vom “Brit Ivrit Olamit” dort in der letzten Jahren geleisteten systematischen hebraeischen Erziehungsarbeit sichtbar zu Tage treten. Rech! zahlreich sind die dort erschienenen -hebraeischen Anthologien, graphische Lehrbuecher in Hebraeisct und eine bunte Fuelle von hebraeischen Textbuechern fuer Anfaenge: und Fortgeschrittene. Die Themen der meisten Buecher die wir hier finden, sind hauptsaeclilieh Fragen der “Jugend”, “Pressewesen”, “Kunst” und “Kultur” sowie “Erziehung”, “Universltaetswesen” ‘Zionistische Bewegung” gewidmet Ferner gibt es eine recht grosse Zali von verschiedenen Juedischen Jahr bueohern, in Hebraeisch und Englisch und manche auch noch ir Jiddisch, sowie auch seltene unc vom drucktechnischen Standpunkt* aus interessante Buchausgaben. Hebraeische Woerterbuecher, deren Erscheinungsort von den Ufers der Weichsel bis zu den Ufern des Stillen Ozeans reichen, herausgegeben in Litauen und Ungarn, Luxemburg und Rumaenien, Algier, Yemea Iran und Abessinien, sowie ei® ebenso interessante wie selten* Ausgabe eines alten Talmudischei Druckes-, auf dessen Frontseite t drei Sprachen, naemlich in Hebraeisch, Jiddisch und Englisch dis talmudischen Worte im Bilde dargestellt sind: “Gevillim nisra® w’otioth por-chot...”, “The Parchment burned but the Letters soa: upwards... ”, “Der Parmet brentf un die osijos flien aroif..." (“Das Pergament brennt, doch die Buchstaben fliegen zum Himmel auf’ waerts...”) herausgegeben vom & wish Book Council of Amer® (sponsored by the National Jewist Welfare Board, New York) ergaenzen die interessante, mit viel Flfisr und Wissen und Eifer zusammen gestellte Bibliothek des “Brit Ivu- Olamit” in der Allenby Road in Tel' Aviv. Im JA* Ueber * ben, ohne s zu demonsi schwierigste heisst Spra der Spracht von Babel s teilt gewei Zungen zu Unterschied Dichter viele sind die Kampfes um den der Nal eher Traeurr. sehen Geiste: man gehoert neration, die bezeichnet. . Zeit, der stae anderer Diel schule forts] ohne Fichma Jacob Fich: sten und gl Dichter Palae mit den Jahr kert. Das si literarischen Nuancen gen seine bezaube te sind wahr bei der Behe sehen Mittel «entreln all Fich ueble diger schwer braucl derbe: Das halts, danki Trotz Blau] raet such dens stert Fit wohl um Lar be. 1