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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1948-06-01 · Edicion Especial (Junio de 1948) · p. Seite 23

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
X (1948)
Issue
Edicion Especial (Junio de 1948)
Date
1948-06-01
Page
Seite 23 (sequence 25)
Language
German
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Trotz dieses gewichtigen Gesichtspunktes, von dem man annehmen moechjre, dass er die Theater - Besucher fibschrecke, uebertrifft das Habimah-Theater jedes andere Theater hinsichtlich des Kassenerfolges. In Tel-Aviv, dem Unterhaltungs-Zentrum des Landes, tun sich 75.000 Goenner jaehrlich zusammen, um eine einzige erfolgreiche Darstellung zu sehen. Die Gesamtbevoelkerung von Tel-Aviv betraegt weniger als 200.000 wenn also New York in Wettbewerb mit diesem Rekord treten sollte, so muessten im Verhaeltnis etwa 3 Millionen New Yorker jaehrlich eine Theaterauffuehrung besuchen. Dies ist nicht die einzige Form, in der die Bevoelkerung Palaestinas ihre Wertschaetzung fuer die Habimah-SchausDieler bekundet. Das praechtige 1200 Personen fassende Theater, in welchem in Tel-Aviv gespielt wird, ist aus Spenden von Juden in Palaestina und der ganzen Welt erbaut worden. Der Marmor fuer die Saeulen und den Fussboden des Foyers wurde aus Belgien von christlichen Goennern geschickt. Das Parkett fuer den Fussboden im Zuschauerraum ist eine Spende rumaenischer Juden. Erstauffuehrungen sind nationale Ereignisse. Waehrend die Schauspieler vor einem zwanglos gekleideten Publikum in Tel-Aviv ueber die Bretter stolzieren, marschieren die Farmer der entferntesten Bauerndoerfer von Ein-Charod in der Ebene Jesreel in Scharen aus, bewaffnet mit Picken und Schaufeln, und bewegen sich zu den Obstgaerten am Ostrande. Dort pflanzen sie Baeume in gleicher Anzahl wie Teilnehmer an der Auffuehrung vorhanden waren. Der “Habimah - Wald” wurde vor zwei Jahren von den Farmern anzupflanzen begonnen als ein Zeichen der Bewunderung, nachdem das Habimah-Theater in ihrem Dorfe eine Auffuehrung gegeben hatte. Seitdem ist diese schoene Gepflogenheit beibehalten worden. Der Ruhm de* Habimah-Theater:: hat sich weit ueber die Grenzen des Heiligen Landes verbreitet. Bei Tournées, die 1926 durch Europa und die Vereinigten Staaten unternommen wurden, begruesste man die fllll m- Buehnenmitglieder als die “Schauspieler der Schauspieler”. Jack Benny, der Tel-Aviv waehrend des Krieges auf einer Reise beruehrte, erzaehlt, dass Charles Laughton ihm den Rat gegeben habe, nur ja die Habimah-Schauspleler in Palaestina anzusehen. “Ich nahm immer an, ich sei ein guter Schauspieler, bis ich das Habimah-Theater sah”, hatte Laughton Benny erzaehlt. Luise Rainer hielt einmal in Kairo auf der Strasse ein paar Sodaten an, die die Blitze der juedischen Brigade trugen und sagte: “Kommt ihr aus Palaestina, Jungens? Gruesst mir die Habimah-Spieler”. Eine Menge anderer Buehnen - Persoenlichkeiten der ganzen Welt bezeichnen sich als Bewunderer der Habimah. Alle hebraeischen Theater Palaestinas sind auf kooperativer Basis aufgebaut. Diese einzigartige Einrichtung fuehrt zu merkwuerdigen Situationen. Der Dirigent einer musikalischen Auffuehrung bezieht dasselbe Gehalt wie sein Klavierbegleiter. Dis Gehaltstuete der palästinensischen Khatharina Cornell ist nicht dicker als die des Traegers einer kleinen Rolle innerhalb "der gleichen Truppe. Dies ist noch besonders bemerkenswert, weil einige Darsteller tatsaechlich hervorragend sind und trotzdem gutwillig auf Vorrechte verzichten, die sie leicht erlangen koennten. Jedes Theater hat seine besonderen Stuetzen. Hanna Rovina vom Habima-Theater ist die unumstrittene Koenigin der hebraeischen Buehne. Einmal besuchte ein dunkler Sohn des Islam das Theater, um sie in dem Stueck “Der Ewige Jude” zu sehen. Es ist dies eine Tragoedie ueber die Zerstoerung des juedischen Tempels zu Jerusalem. Rovina brachte den Araber sehr bald zu Traenen. Ein anderes Mal sah ein englischer Aristokrat sie spielen. In der ersten Pause fragte der stark beeindruckte Brite, ob er nach der Auffuehrung der Schauspielerin vorgestellt werden koenne. Als aber der letzte Vorhang fiel, weigerte er sich, hinter die Buehne zu gehen. “Nein, nicht jetzt”, bat er:. “Ich fuehle mich jetzt zu gering”. Shimon Finkei, Abraham Meskin, gleichfalls vom Habimah-Theater, sind die Spitzen-Darsteller der hebraeischen Buehne. Die Hamletdarstellung, die von Finkei im letzten Jahre gegeben wurde, soll nach Ansicht britischer Palaestina-Besucher besser gewesen sein als die von John Gielgud, waehrend einige Amerikaner sagen, dass man in gewissen Momenten Finkei guenstig mit Maurice Evans vergleichen konnte. An Meskin erinnern sich aeltere New Yorker noch immer wegen seiner “Golem”-Darstellung. Ein anderes Theater, das Ohel, zaehlt den fuehrenden hebraeischen Komoedienspieler Moshe Margalith zu seinen Mitgliedern. Sein Falstaff machte die Auffuehrung “Die Lustigen Weiber von Windsor” in sei- 23 wmmxm mm mm wmm mm iS: ÈÈÈÊËÉÊ Üi-I wmm mm mm um mm « }< ■■ . -VC. Í* sw. ifl imm ÉIIÉË ÜH WWW IPIflli émm illltl ÜHPW mm l«f¡É ÉHI iüf warn. mm lÉlt IÜÜ » mm WM wmm mm m-m m Üiiii HANNA ROVINA in ihrer beruehmtesten Rolle als Lea im “Dybuk” von Anski. OIE HEBRAEISCHE BUEHNE nem Theater zu einer hervorragenden Darbietung des vergangenen Jahres. Er ist eine der Hauptstuetzen des “Ohel”. Das neue Kammer- Theater hat verschiedene vielversprechende junge Schauspieler, aber Abraham Ben-Josef hat sich schnell zum Komoedienspieler von Rang entfaltet und bildet jetzt die Hauptanziehungskraft seines Theaters. Die Li-La-Lo-Schau besitzt eine dunkelaeugige Schoenheit Shoshana Damari aus dem Yemen, die zur populaersten Saengerin der hebraeischen Buehne geworden ist. Jede dieser Persoenlichkeiten ist eine todsichere Kassen-Attraktion. Jeder dieser Namen auf einem Plakat oder in einer Zeitung bedeutet Bareinnahme der Theaterkasse. Aber das Theater lehnt die persoenliche Popularitaet ab, weil es sie fuer einen Bruch mit dem kooperativen Geiste haelt. Kein Name erscheint auf dem Theaterzettel, waehrend auf dem Theaterprogramm alle Namen in Buchstaben gleicher Groesse erscheinen. Theaterstuecke juedischen Gehaltes bringen der Kasse am meisten ein. Trotzdem faehrt man aber fort, das Publikum mit hebraeischen Uebersetzungen klassischer und moderner Englaender, Russen, Franzosen, Griechen, Spanier, Tschechen, Deutscher und Norweger zu fuettern. Das Habimah-Theater betrachtet sich als kultureller Arzt, sieht ueber die Vorliebe des Publikums hinweg, schreibt ihm das vor was es ihm fuer noetig erachtet und gibt ihm nicht das, was es will. M. Brillant. ' ' Cf,.. mmm Spitzen-Darsteller der Habima in ihren Rollen.;rgen-Bels#

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