Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- X (1948)
- Issue
- Edicion Especial (Junio de 1948)
- Date
- 1948-06-01
- Page
- Seite 21 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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21 BOLETIN INFORMATIVO «gil W8& plfíÉflp >jcv.sv<y>2 5 :Ä;.$ MM ty0%$r ’MÉM mm WH&M < ÍÜÍÉi wWtiiS /¡s ' >! . ^. Hü 0iM fe:*» :«Sfe &M9 ÿs® itfp SííyV*/ Der Stuhl des Eliahu Torarollen der Joachanaan Ben-Sakkai- Synagoge Almemor der Eliahu-Synagogc Nach der Zerstoerung der Altneuschul duerften diese Synagogen der Altstadt Jerusalems die aeltesten Synagogen der Welt sein, in denen heute noch Gottesdienst gehalten wird. Wie die Altneuschul sind auch sie von einer Atmosphaere der Sagen und Legenden erfuellt. Hier zwischen Ruinen und in der ueber - und ineinander geschachtelten Synagogen wohnen ebenso wunderliche Sagengestalten wie zwischen den Grabsteinen des Prager Judenfriedhofes, aber ihre Geschichten hoert man hin und wieder aus dem Mund eines Bettlers, eines alten Fremdenfuehrers. Was fuer Prag der grosse Rabbi Loew bedeutet, das ist fuer Jerusalem der saeispielgenumwobene Kolonymus, der um 1720 Vorsteher im, Inder Aschkenasim war. Waehrend eines vollen hygie-Jahrhunderts warf jeder Voruebergehende einen ¡kircbeStein auf sein Grab, wie Kolonymus verordnet hatte, zur Busse dafuer, dass er am Sabbat berungeine magische Formel geschrieben hatte, um die be denGemeinde durch Erweckung eines Toten vor Heiligfeiner Ritualmordbeschuldigung zu retten. Die ier, alßagengestalt des Ghettos von Jerusalem, sein i I26(unsichtbarer Schutzgeist, ist der Prophet Elias, ae beiden auch die orientalischen Christen scheu; spae^erehren. Den Mohammedanern ist Elias “El ir zweChadr — der Gruene — der Unsterbliche”, der an. Rieden Freitag in den fuenf heiligen Moscheen isalembetet, eine Inkarnation jenes “Zwoelften Imams”, es Sulder unsichtbar bleibt, bis der Letzte aller Tage >en diherannaht. wiesen Im Kuppelraum der “Synagoge des Propheten nagogElias” gibt es zwei Thoraschreine, und eine ln eiiMauerinschrift erinnert daran, dass der Prophet;t noc'einst den Schammes bei Nacht in die Synagoge it. rief, wo man den Kaddisch - Wein gegen einen JynagoBecher mit Blut vertauscht hatte. Seitdem ist von deler entweihte Thoraschrein verschlossen, und Prageier Wein darf nicht mehr ueber Nacht in der StrassSynagoge bleiben. Der Stuhl, auf den sich der b. DäProphet niedergelassen hat, als er erschien, um ndertem den Tagen der Verfolgung als zehnter Teilfriedenehmer das Gemeindegebet zu ermoeglichen, ¡agt devird in einer dunklen Katakombe gezeigt. Die “Synagoge des Propheten Elias”, die ‘Stambulisynagogc” und die “Kleine Synagoge” die dazwischen liegt, sind eindrucksvolle schlichte Kuppelbauten, deren Mitte die “Bima”, die Tribuene des Vorbeters, einnimmt. Die Wand, welche dem Tempelplatz zugekehrt ist, beherrscht der Thoraschrein. In der Stambuiisynagoge und der Kleinen Synagoge sind die Thoraschreine reichgeschmueckte Portalbauten aus Holz. Ihr ornamentaler Schmuck ist Spaetbarock. Sie sind hervorragende Beispiele jenes “Tuerkischen Rokoko”, das Konstantinopel seinen Stempel aufgedrueckt hat. Die ewigen Lampen haengen an reichziselierten Messinghaenden, die vor dem boesen Blick schuetzen. Segenssprueche in beziehungsreicher kabbalistischer Anordnung, ornamentale Inschriften und merkwuerdige Malereien an den Tribuenen machen diese Bethaeuser der Sepharden malerisch ur.d sehenswert. Am interessantesten aber ist die vierte und groesste Synagoge dieses Komplexes, die dem Andenken des grossen Lehrers Johanaan ben Sakkai geweiht ist. Sie stammt in ihrer heutigen Form aus dem Jahre 1589 und bildet eine langgestreckte Halle, deren Nordwand der Thoraschrein einnimmt. Dieser Schrein, der den Raum beherrscht, ist nichts anderes als ein grosser gotischer Doppelbogen mit prachtvollem Masswerk. Trotz derber Bemalung ist die Verwandtschaft mit dem Kreuzgang des Kreuzfahrerklosters zu Bethlehem unverkennbar. Schraenke sind eingebaut, welche die aeltesten und schoensten Thorarollen Palaestinas bergen. Die alten Rollen stecken in hohen Gehaeusen die mit Brokat bezogen und reich mit Silber beschlagen sind. Sie sehen wie die Tuerme einer Maerchenstadt aus. Die Ostwand der Synagoge hat sechs kleine Fenster, zwischen denen Saeulchen stehen. Die merkwuerdigen geschnoerkelten Bogen der Fenster entsprechen denen der Thoraschreine. Hoch oben in einer Nische der Fensterwand liegt ein Schofar, der erst am Juengsten Tage geblasen werden darf. Daneben steht ein Gefaess, das heiliges Oel aus dem Tempel birgt. Johanaan ben Sakkai legte es vor der Zerstoerung hier nieder, wie die Sage berichtet. Diese Nische darf niemals beruehrt werden, und das ist zu bedauern. Wuerde man naemlich den dicken Moertelbelag dieser Langwand entfernen, dann wuerde sich wahrscheinlich etwas Ueberraschendes herausstellen: Hier duerften gotische Arkaden verbegen sein, die genau der Architektur des Thoraschreines entsprechen. Nur die sechs kleinen Fenster sind sichtbar, das prunkvolle flamboyante Masswerk ist einst vermauert worden, wohl um den ThoiasthiSiin markanter hervor treten zu lassen. Es spricht dafuer, dass diese Synagoge Johanaan ben Sakkais, die ungefaehr als Kathedrale des sephardischen “Cacham Bashi” von Palaestina zu bezeichnen ist, dem Kreuzgang eines mittelalterlichen Klosters eingebaut wurde. Tatsaechlich stand im zwoelften Jahrhundert genau an dieser Stelle das Hospiz “Sta. Maria Teutonicorum” an der Strasse der Deutschen. Es ist schade, dass man nicht in die Katakombe hinunter steigen kann, welche die winzige Synagoge der Karaiten enthaelt. Diese Sekte ist nach einer Sage vor Jahrhunderten erfolgreich verflucht worden, niemals ein komplettes Minjan in Jerusalem zusammenzubrigen, weil sie eine Handschrift des Maimonides unter der Synagogenstiege vergraben hatte, um sie regelmaessig mit Fuessen treten zu koennen Nun ist ein neues Pech ueber die Karaiten gekommen. Die wenigen Familienvaeter dieses Clans juediseher “Noneonformisten” haben sich derart untereinander verzankt, dass die Schluessel der Synagoge und die schoenen, alten Geraete bei Gericht deponiert wurden. Daher ist ein unterirdischer Raum unzugaenglich geworden, der bezwingend malerisch war, wenn aus der kleinen Kuppel ein Sonnenstrahl das Altgold der Leuchter und das Tiefblau der zerschlissenen Vorhaenge aufleuchten liess. Aber es ist reichliche Entschaedigung, zur Kuppelgalerie der benachbarten grossen Synagoge der Aschkenasim hinaufzusteigen und von dort ueber die Tuerme und Dome, die verfallenden Palaeste und Moscheen dieses wundervollen Jerusalem zu schauen, das der ganzen Welt gehoert, so wenig es diese Welt auch wahr haben will. l&Äiüi jgSSÄ vMX'x-ife- •A*!;:’:*: mmm ÜÉt -,iv.y,y.,vV. -- mmm mm ÜÉ1 mm •/s *>:•*- mm ¿WèllÉIII agoge Schrein der Churva Portal der Churva Synagoge Ampeln in der kleinen Synagoge