Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 36 (27.12.1838)
- Date
- 1838-12-27
- Page
- Seite 165 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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165 Beweise, daß es eine der religionsgemäßesten Anstalten sei, schickte Reggio sogleich seinen Sohn Abraham in dieselbe, und Andere folgten dem Beispiele nach, und das künftige Geschlecht wird seinem Wohlthater Dank wissen. Das Verdienst, das er sich dadurch um Italien erworben, erhebt ihn mit Recht zum hohen Adel eines Jüngers Mendelssohns, der des erhabenen. Meisters würdig. Herr Reggio beabsichtigte freilich mehr, statt ein Jünger wollte er Nachfolger Mendelssohns werden, er schrieb sein „Tora und Philosophie" und ward erst eben recht das Erstere. In dieser Schrift, die er zur nähern Motivirung des genannten Projektes vor dessen Verwirklichung veröffentlichte, und an die seine spätere Arbeiten, wie der Commentar zu Bechinat ha-Dat von del Medigo und andre dergleichen sich reihen, düng und ihren Unterhalt selber, wie gewöhnlich. DaS Einzige, um das eS sich im Augenblick handelt, ist der Unterhalt der Professoren, und deren können für jetzt nur zwei angestellt werden. Man beliebt immer bei dieser Gelegenheit von einer Unzahl DiSciplinen zu sprechen, welche man gern öffentlich vorgetragen sehn möchte, aber man vergißt, baß all diese Disciplinen nur ideell existiren, d. h. der Stoff zu solchen wol in der Literatur zerstreut vorhanden, nicht aber zu einem Ganzen, zu einer Disciplin verarbeitet worden ist. So z. B. haben wir noch nicht einmal eine wissenschaftliche Geschichte der Juden; wir besitzen zwar Verzeichniffc mancher Thatsachen, welche in der Judenheit sich ereignet, so daß sie auf einem Orte zu Lausenden den Scheiterhaufen betraten, wahrend sie auf dem andern zu Hoffaktoren und General-Pachtern erhoben wurden; aber der Gedanke, der das wahre Motiv aller Erscheinungen im Judenthume, fehlt hier ganz. Selbst die Homiletik, von der man jetzt so viel Wesens macht, ist noch gar nicht vorhanden, nämlich die jüdische. Man hat schon mehrmals die Judenfeinde klagen hören, daß unsere jetzigen Predigten mit Hinzufügung des NamenS ihres Religionsstifters, in den christlichen Kirchen gehalten werden könnten, und, man muß eS gestehen, sie haben vollk»mmen Recht. Unsere jüdischeren Prediger fangen auch wirklich an, dagegen zu reagiren. Man sieht nun hieraus, daß die einzelnen Wissenschaften erst geschaffen werden muffen, man also keine Professoren für jede einzelne anstellen kann. Von' Fächern läßt sich'S wol sprechen, diese sind aber auf zwei zu reduciren, das ercgetische und das theologische, für welche es im paduaner Collegium auch nur zwei Professoren giebt. Sollten noch einige minder wichtige Gegenstände übrig bleiben, so werden, wie üblich, Privatdoccnten diese vertragen, um so eher, da ihnen dadurch die Aussicht sich darbietet, entweder bei Vergrößerung der Anstalt daselbst eine Anstellung zu bekommen, oder überhaupt in einer Gemeinde. Auf diese Weise nur kann. die wichtige Idee einer jüdisch-theologischen Fakultät in Realität übergeben, sonst auf keine. Der reflektircnde Norddeutsche kennt einmal keine Sprünge, er fängt immer' bei Kleinem an und endigt mit Großem; das bestätigt die Geschichte aller norddeutschen Institute. Lasset erst eine Fakultät da sein, die Reichen mit ihren beträchtlichen Dotationen und wohlthätigen Stiftungen für arme Studirende kommen bald hintennach. Bis ru der Summe von 20,006 Thalcr wird wol wenig mehr fehlen, denn es liegen bei der Redaktion wahrscheinlich noch manche unveröffentlichte Subscriptionslisten, welche in Kurzem sich ergänzen ließen, so daß zur Einfordcrung der Beiträge bald geschritten werden könnte. Alle, denen eS nicht um Neuerung zu thun ist, sondern die cs mit Gott und Religion wahrhaft meinen,' mögen den Vor» schlag berücksichtigen und die Schuld von sich abwälzen, daß sie von jungen Füchsen den Garten Gottes verheeren sehen und dazu thatlos schweigen. nimmt er auch auf manche Erscheinungen in Deutschland Rücksicht, und stellt sich hiemit auf den allgemeinen Standpunkt des Judenthums in dem er einen Fortschritt bewirken möchte, aber unwillkürlich sich im Kreise herumdrehet ohne von der Stelle zu können. Spekulation ist ihm nicht zu Theil worden, und die Versöhnung zwischen Tora und Philosophie, die natürlich nur als eine Ausgleichung seines subjektiven Zerwürfnisses zu betrachten ist, bleibt bloße Beschwichtigung. Sie bietet uns das erhabene Schauspiel eines starken muthigen Geistes dar, der im Kämpfe mit den höheren Mächten unverletzt davonkömmt, den aber die heilige Weihe eines jüdischen Religionsphilosophen noch nicht zur Ruhe eingefrkedkgt hat. Mendelssohn ist sein Glückstern, den er beim Ausgehen zur Begleitung mitnimmt, zu eben demselben führt ihn auch sein Weg unbewußt zurück. Er begriff seinen Meister nicht, aber zeigte auf ihn hin; wie ein wahrer Jünger hielt er des Meisters Wort für Wahrheit, wiewol unverstanden und unbegriffen * *). Zu diesem Zwecke war aber sein Streben nach Originalität nöthig **), und unsere historische Periode, sin der bei der ekngetretenen Ermüdung des Geistes, die schale Subjektivität mit ihrer eingebildeten Freiheit, die nichts anderes als zü- *) Daß Herr Reggio nur unter allen Schülern Mendelssohns den Namen Jünger verdient, bezeugt die Verehrung, die kein Einziger in so hohem Maaße auszudrücken wußte, wie er. Wie unübertrefflich sind die nefergreifenden Worte, mit welchen er im Jahre5589, als das hundertste Jahr seit der Geburt Mendelssohns, dessen Andenken feiert. Hier sind sie: 100212 , 0X7 SO 22“'2 xodsow 20212-12 O“212 o"oo"ii22 ob22»i20 120x0 07 12220 20212 *oox- 2^02 20120 ^220 222202 2212» 012X Vat 0020 012X 02220 12? X0 07 ,!t 020bi2 00202 i2xb Nt' ,070 üTfD “irriYiB&ij nT'Fii-ib ffb2 77 -pn 12b 0020 "pb ,rr-psr'b ü'co trab« 'Sri 02102 0222 — 120x0 oixbi2 02i2 /ü'Vpo'o 0210 ,0202 02 202222 22x12 rinn n2122 ,b"itT bioao -11220 00V10 0202 0212 0x12 12b 0212 ,2220 POX 2^2220 b2b 20 0212 ,22b X^O 112 0 2 p 1222 pso-o , 2ox; 22122» 02222 02x0b ö^stanb ) 20212 070 O22‘ioo bx 00x002 0p-' 202220 012X!0212 ^22212 02^00 0X70 02122 22^02212012 ''OO 0"'1BXO ,2202^2 -'O-'b^ *S X 012 02 2220 0222b 0020 12 0p x^20b 02002202 02l22»b 0202020 2^020^0 22^ 22"' 22^22^ pi2b 0L2» 220 12220! 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