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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-05-26 · 14 (26.5.1838) · p. Seite 55

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
14 (26.5.1838)
Date
1838-05-26
Page
Seite 55 (sequence 3)
Language
German
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5S fluß gewonnen (Hartmann Beschr. v. Egypt. S. 182. 613.) Dort wahrscheinlich lernten die Hebräer nicht nur den Flachs und die Baumwolle, also das Materiale, kennen, sondern sie hatten hier auch die trefflichste Gelegenheit, sich von den einzelnen zur Verarbeitung dieser nützlichen Naturerzeugniffe erforderlichen Vorrichtungen, und von den köstlichen Webereien, die egyptischer Fleiß und Geschicklichkeit schufen, durch den Augenschein genau zu unterrichten (Hartmann, die Hebräerin am Putztische und als Braut, I, 60 ff). Im Morgenlands erreicht der Flachs eine Höhe von mehr als drei Fuß und die Dicke des Rohrs (Hasselquist). Schon vor dem Einzuge der -Israeliten in Palästina erfahren wir (Jos. 2, 6), wie die Gastwirthin Rahab die Kundschafter auf dem Dache unter den Flachsstengeln, welche sie daselbst ausgelegt hatte, verbirgt. Wir erfahren also hier, daß der Flachs unter freiem Himmel auf platten Dächern damals geröstet wurde, späterhin geschah dies in Oefen. ist a. a. O. daher nicht von Baumwolle zu verstehen, wie Gesenius meint, sondern es bedeutet Stengelflachs livoy.alo.uri LXX. (Hartmann a. a. O. S. 116). Aber welcher Mittel und Werkzeuge man sich bedient habe, um durch Brechen die äußeren Fasern desselben zum Spinnen zu erhalten, wenn sich die zerbrochenen Stengel von der Rinde abgesondert hatten, und durch Hecheln (pTtf) nach dem Schwingen denselben völlig zu reinigen und vom Werg OTW Nicht. 16, 9. Ies. 1, 31) zu säubern, um die zum Spinnen tauglichen Fäden zu erhalten, darüber hat uns nicht der leiseste Wink Aufschluß gegeben (Hartmann a. a. £>.). Wir finden indeß im Talmud (Cholin 00, 1) des Flachsbrechens auf offener Straße, wie es noch in unfern Dörfern geschieht, erwähnt, der rohe Flachs wird hier genannt, der gekämmte Flachs mit ppniE (Sabbath 50^ 1. Beresch. rabb. 5, 77) bezeichnet. Das Linnen wurde von den Hebräern zu Kleidern (Levit. 13, 47; 2 Sam. 6, 14; Ezech. 44, 17), Gürteln (Ier. 13, 1), Seilen (Ezech. 40, 3. Nicht. 15,13.), Dochten (Ies. 42, 3; 43, 17) verarbeitet. Zu Kleidern wählten Vornehme das feinste Linnen 12 ddvvrj aus, welches hauptsächlich aus Egypten gezogen wurde. So der Oberpriester (Jom. Mischn. 3 , 7.) : „Am Morgen (des Versöhnungstages) kleidete er sich in pelusische Kleider t>c$ Nachmittags in indische (^1131)*" vergl. Levit. 16, 4. 23. David hatte einen linnenen Obermantel an (1' Chr. 15, 27). Auch himmlische Gestalten erschienen mit weißen Linnen bekleidet (Ezech. 9, 2. 3; Dan. 12, *) lieber Flachsbereitung finden wir noch Spuren Mischn. Bara Bathr. II. 10, Bara Mezia VII, 7. Schabbas I, 6. vergl. MaimooideS Chalim XIII, 8. 6). Arme trugen Kittel aus rohem Flachs (u^ioXivov) Sir. 40, 4. Wie sehr die sorgsame Hausfrau auf den Erwerb von Linnen bedacht war, sehen wir aus Sprchw. 31, 13, so wie die Buhlerinnen solche von ihren Liebhabern -erhielten (Hos. 2, 7). (Fortsetzung folgt). Literarische Correspondenz. Papa in Ungarn, März. Ein Rabbinen-Concilium im Jahre 1650. —. Ich übersende Ihnen heute ein ganzeigenes Document, welches einer Zeitschrift, die im vorigen Jahrhunderte in ungarischer Sprache erschien, entlehnt ist, und das der Herr von Berzerody, ein Mann von hohem Charakter und großem, verdientem Ansehen, 'der sich sehr für die Allg. Zeit. d. Jud. intereffirt, genau zu übersetzen die Güte hatte. Ich wünsche nehmlich, daß die darin geschilderte Zusammenkunft von Rabbinen, deren sonst Niemand Erwähnung thut, an Ort und Stelle in ihrer geschichtlichen Wahrheit näher erforscht werde, wozu diese Zeitung die paffendste Gelegenheit darbietet. Denn obgleich diese Zeitschrift, welche das Concilium beschreibtdurchaus keine kritische Autorität besitzt, und auch Herr v. Berzerody vergebens in den ihm zu Gebote stehenden Geschichtsquellen nach einer Bestätigung suchte, so besteht doch in der Gegend, wo das Concilium gehalten wurde, eine feste Tradition bei dem Volke selbst, so.daß an irgend einer wirklichen Grundlage nicht zu zweifeln ist. Ich fordere also Jedermann, der einige bestimmte Beweise und Details heranbringen kann, hiermit auf, dieselben an die Redaction dieser Zeitung gelangen zu lassen. — Uebrigens habe ich an der folgenden wortgetreuen Ueberrragung nichts geändert, und enthielt mich auch aller Bemerkungen, die zu machen, Gelegenheit genug dargeboten war. vr. mecl. Pserhofer. „Urania (Zeitschrift), Ir Jahrgang, 2r Bd. Seite 282. (herausgegeben zu) Waihen 1794. Das jüdische Volk wurde oft durch Betrieger getäuscht, die sich für den Messias ausgaben, wie dies namentlich im 12. Jahrhundert der Fall war, welches 9 solcher falscher Propheten aufzuweisen hat. Die größte Aufmerksamkeit aber erregte jener Betrieger, der unter dem Namen Sabbatai Zevi *'Nn21ü) bekannt, 1638 in Syrien sich als den König der Könige in Israel ausrufen ließ, untz als solcher eine Unzahl von Anhängern selbst unter den Gelehrten der jüdischen Nation erwarb, und endlich, aus Furcht gespießt zu werden, zu Konstantinopel den muhamedanischen Glauben annahm, nichts destowenige'r aber bald hernach auf Befehl des türkischen Kaisers enthauptet wurde. — Aus der Leichtgläubigkeit, mit welcher die Juden geneigt sind, jedem Betrieger der Art Glauben zu schenken, erhellt, daß sie sich noch immer mit großer Hoffnung baldiger Erlösung tragen; und obschon jeder ähnliche Versuch eines falschen Messias immer mit Verfolgung gegen sie endigte, entstand doch immer eine neueGährung unter ihnen, sobald ein solcher Verführer auf dem Schauplatz erschien. Die oftmalige Täuschung durch ohnmächtige Betrüger der Art, erregte endlich bei dem einsichtsvollen Theile der Nation vernünftige Zweifel, so daß eS unumgänglich nothwendig erschien, die Prophezeiungen (vermuthlich nur die den Messias betreffenden! einer genauen Untersuchung zu unterwerfen und durch die berühmtesten (Schrift-) Gelehrten feststellen zu lassen „ob der Messias bereits gekommen, oder dessen Ankunft erst zu erwarten

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