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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-03-24 · 8 (24.3.1838) · p. Seite 30

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
8 (24.3.1838)
Date
1838-03-24
Page
Seite 30 (sequence 2)
Language
German
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30 2) Linsen gr. (paxog, Ervum lens L. Cicer lens W. (CI. XVII, 3)1 ' Diese bekannte Hülsenfrucht wurde in Palästina häufig auf Feldern angebaut. So schlägt Schamma die Philistäer auf einem Linsenfeld (2 Sam. 23, 11). Bekannt ist's, wie schon Esau seine Erstgeburt für ein Gericht Linsen verkauft (Gen. 25, 29); auch David wurden nach Machanajim Linsen gebracht (2 Sam. 17, 28) und Ezechiel verbackt sie in seinen Pumpernikel (Ez. 4, 9). Diese Speise war daher nicht unbeliebt, wie auch aus Aristoph. Plut. 1005 erhellt. Bei den Griechen hieß ein Gericht Linsen (poivixidiov (phönizisch). Im Talmud werden besonders die egyptischen Linsen Maaser. 5, 8 erwähnt. Man kochte die Frucht mit den braunrothen Schoten “'EP17p THSJJ QiqhJJ Mischn. Schabb. 7, ^/weswegen es um so eher ein rothes Gericht CHN (Gen. a. a. O.) heißen kann. In Egypten ist noch jetzt Linsenbrod *) bei großer Theurung ein gewöhnliches Nahrungsmittel, auch macht Reis und Linsen mit Butter ein gewöhnliches Abendbrod der Araber aus (Burkhardt Arab. Spr. 51)'. Linsenbrühe wurde häufig bei den Griechen als Arzneimittel gebraucht (Hippecr. de worb. 2, 475). (Fortsetzung folgt.) Lebensumrisse. Proben aus dem Dizionario storico von De- Rossi, übersetzt von Dr. K. Hamberger. Aben Ezra. (Mitgetheilt von vr. Fürst.) Abraham Aben Ezra hebräisch -pN in«» p divon geboren 1119 zu Toledo in Spanien, war einer der glücklichsten und seltensten Geister. Ein ausgezeichneter Schriftsteller, der berühmteste sein-es Volkes, und sowol Juden als Christen huldigen seiner Gelehrsamkeit, indem sie in ihm seine höchst ausgebreiteten Einsichten in'' allen Wissenschaften bewundern. Ec war ein gediegener Gesetzausleger, Theolog, Mediziner, Philosoph, Mathematiker, Astronom, Grammatiker, Dichter, Philolog; er war gelehrt in der hebräischen, chaldäischen, arabischen Sprache und in andern Sprachen, und so gründlich in allen Zweigen, daß er in einem jeden sehr geschätzte Werke lieferte. Die Seinigen nennen ihn xctf l'&yrp *) uqws (pccxivog Athen. 4, 158. den Weisen, und der große Maimuni, der sein Zeitgenosse war, der mit so vieler Sachkenntniß über sein Verdienst urtheilen konnte, verehrte ihn und seine Werke so sehr, daß er in einem belehrenden Briefe an seinen Sohn, demselben empfahl, Aben-Ezra's Werke fortwährend, und keine andere, zu studiren, weil sie vortrefflich, nützlich, elegant, gelehrt, äußerst scharfsinnig und besser als andere wären. Richard Simon, der Hermeneutiker des A. T., behauptet, daß keiner unter den Juden so gelehrt, so wissenschaftlich die heilige Schrift erklärt habe, als unser Autor. Seine grammatischen Werke stehen in großem Ansehen, und sind seit Jahrhunderten in den Händen der Gelehrten; seine Gedichte sind schätzbar, und Charizi, welcher ebenfalls ein sehr berühmter Dichter war, so wie mehre andere ausgezeichnete Männer, machen davon eine große Lobeserhebung. In der Sternkunde hält man ihn für den Erfinder des Verfahrens, den Himmelskreis des Aequators in zwei gleiche Theile zu scheiden, und Basnage bemerkt im 9. Band seiner Histoire des Juifs, pag.259, er habe in dieser Wissenschaft so glückliche Entdeckungen gemacht, daß die gescheitesten Mathematiker sich kein Gewissen daraus machten, sich diese zuzueignen. Obgleich man diese so ausgezeichneten Fortschritte der natürlichen Anlage seines Geistes, seinem scharfen Verstände, seinen unablässigen Studien und Bemühungen zuschreiben muß, so ist doch nicht zu zweifeln, daß auch die großen Reisen, die er mit dem Vorsatze, den größten Männern seiner Zeit nachzuahmen, unternommen hatte, so. wie die Gelehrsamkeit und Berühmtheit seiner ausgewählten Lehrer, einen großen Anthejl daran hatten. Unter den Letztem befindet sich merkwürdiger Weise ein K a r a i t e, aber auch einer der berühmtesten Lehrer (S. I afet Levita; Trigland in seiner Abhandlung über die Karäer 151; die Anmerkungen Wolfs zu dem Werke Mordcchai’s, die Karäer betreffend S, 110). Man findet bei diesen die beste Gelegenheit, ihre Meinung in Schriften kennen zu lertten und, zu vergleichen. Hinsichtlich Aben Ezra's Reisen finden wir das darüber Gesagte in seinen eigenen Werken und Nachschriften bestätigt, denn sie sind nach den Unterschriften bald in dieser, bald in jener Stadt Europa's beendigt worden. So war er 1145 in Mantua, 1156 auf Rhodus, 1159 in England, 1167 in Rom. Diese verschiedenen Städte ' und Zeiten sind jede durch Herausgabe oder vielmehr Anfertigung irgend eines Buches nachgewiesen. Zwei andere Werke verfaßte er in Lucca, noch andere in verschiedenen anderen Städten. Auf seinen Reisen wurde er von allen Gemeinden, die er berührte, bewundert, empfing von ihnen die einem Manne von so hoher Gelehrsamkeit und Würde gebührende 'Ehre, und der rednerische Jedaj a Peniyi bezeugt in dem an SalomoBenAderet gerichteten Briefe, die Erinnerung und

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