Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 8 (24.3.1838)
- Date
- 1838-03-24
- Page
- Seite 29 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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I. Jahrgang. No. 8 Literarisch es homiletisches Beiblatt. Leipzig, den 24. Mär? 1833. Archäologie. / Ueber die Laudwirthschaft der Hebräer von Br. med. P. Philippson. (Fortsetzung.) Indeß ist es aus dem Talmud klar, daß die Juden auch noch andere Bohnenarten bauten, die wir hier anführen wollen: a) 'TS, weiße Bohne, ist unsere Zwergbohne, Phaseolus nanus L. Sie stammt ursprünglich aus Indien, und wurde, wie man vermuthet, den Griechen durch den Zug Alexanders nach diesem Lande, bekannt, .indem schon Theophrast sie kennt. - b) Schmjnkbohne, Phaseolus vulgaris L. Bei den Griechen öoltyog. Auch ihr Vaterland ist Ostindien, sie war noch im 16. Jahrhundert in Deutschland eine Seltenheit, so daß man sie blöß an Gartenhäusern, des Schattens und der Zierde wegen, anlegte/ Der Talmud erklärt sie mit der vorigen für nicht heterogen (Kilajim 1, 1). Im hierosolymitanischen Talmud nsird sie mit NnS'oa erklärt, also Phaseole. i c) Sra, egyptische Bohne, QV.xtctf.iog atyvnnog. Dies war aber (Link's Urwelt I, 224 ff.) nicht eine eigentliche Bohne, sondern die Beeren der Lotuspflanze Neluuibium speciosum (CI. XI(I.) und gehört zu den Monocotyledonen. Sie ist eins der schönsten und kn historischer Hinsicht interessantesten Gewächse. In Ostindien wächst sie häufig in Teichen, und nach Theophrast auch in Egypten (Theophr. plant. 4, 9). „Sie wird (Sprengel, Gesch. der Botanik!, 27) von den Brachmanen, Tibetanern und Nepaletn .für heilig gehalten. Lakschmk, die Göttin des Ueberstusses, die Tochter des Dceans und der Nacht, segelt in einer Serischa-Blume (der indische Name der Pflanze) auf dem Meer. Sie ist die, Blume der Nacht; der Mond öffnet ihre Wohlgerüche. Gerade so wie die griechischen Egyptier ihren Harpokrates, haben die Tibetaner eine kindliche Gottheit, Pocio, deren Tbron eine herrliche Plume des Nelumbium ist. Brahma schwimmt, wie Osiris, auf dem Blatte der Pflanze. Isis wurde mit derselben gekrönt abgebildet." Auf den alten egyptischen Monunienten und, Müttzen ist die Pflanze öfters abgebildet. Der Same diente den Egyptiern zu? Speise, ihren-Priestern war sie verboten, so wie sie auch Pythagoras seinen Schülem verbot. Die Chinesen kochen aus dem noch nicht völlig reifen Samen, nachdem sie selbige geschält haben, mit Wasser und Zucker einen Brei, den sie als eine sehr erquickende und kühlende Speise Entkräfteten reichen (Linne's Pflanzensystem von Höuttuyn 7, 215). 'Auch der Talmud bringt sie keineswegs unter die Leguuiinosa, sondern mit PilH, welches die Ausleger für siliqua dulcis halten, zusammen. Die egypt. Bohnen erforderten, ihrer Natur nach, viel Wasser (s. Schebiit 2, 9). d) Hier führen wir denn auch die Feigbohnen an, und zwar gr. Sigfiog, Lupinus albus, und D^p^S, Lupinps pilosus oder angustifolius, denn beide wachsen wild, und ein solcher Lupinus sylvestris ist Kilajim 1, 3 gemeint, und dem Torinos angererhet. Lupinus albus, eist Sommergewächs, dessen Vaterland der Orient ist, und das bei uns nur als Zierpflanze in Gärten vorkommt, mit einem 1-2 Fuß hohen Stengel, der sich in verschiedene Zweige theilt, mit ,weißer Blüthe und einem blaugrünen Schiffchen, (Mösler's Handb. d. Gewächsk. II, 1068; Wredar's Gartenfreund 533) wird in Südeuropa angebaut. Der weiße Samen ist äußerst bitter, man muß ihn daher vor dem Gebrauch einige Tage im Wasser einweichen, was schon Diphilus aus Siphnos berichtete, und womit der Talmud (Beza fol 25, 2) übereinstimmt: 2M? yP'vü iniN rrrwc P13p3 inW pSpiJSl „die Lupine, welche man sieben Mal kochet und zum Nachtisch ißt", (vgl. Beresch. rabb. sect. II, 41, Midrasch Ruth c. 1). Zeno von Citium, der berühmte Stifter der stoischen Schule, ein Mann, von mürrischem Charakter, aber freundlich und sanft, sobald er etwas mehr Wein getrunken hatte, verglich sichffekbst mit den Lupinen, welche ihre Bitterkeit verlieren, wenn sie in eine Feuchtigkeit getaucht werden. Ein ähnlicher Vergleich zwischen Israel und der Feigbohne findet sich a. a. Orte der Gemara. — Die wilden Feigbohnen O^boSs blühen meistens blau und werden von den heutigen Griechen Ivnovvi genannt.