Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 20 (21.7.1838)
- Date
- 1838-07-21
- Page
- Seite 79 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/8366961-8376900-8367079--094-8367082- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
79 auf die leichteste Art, antworte ich; wenn nur die Herren Lehrer, die mit Erfolg die hebr. Grammatik ihren Schülern vvrtragen, einen kleinen Rückblick auf die ungarische Sprache thäten, sie würden dann leicht erfahren, daß.sie alle Eigenlhümlichkeiten mit der Hebräischen gemein hat °). Ohne mich auf eine Declinations-, Conjugations- und Constructionsform von der Gemeinschaftlichkeit dieser beiden Sprachen einzulassen, will ich nur einige Beispiele, und zwar solche, die am Meisten in die Augen fallen, hierher zu setzen, mich begnügen. 1) Hat die ungarische Sprache, so wie die Hbr. Suffixe, welche'bei den Hauptwörtern die Stelle der Pronomina possessiva, und bei den Zeitwörtern die der V'UD D^WSTTl vertreten; mein Fuß ladöm liäzaitoh, hütete dich, oriztetelek. ‘ -T 2) Sie kann ihre Verb« in und^gn' ^22' Sp setzen; er hütete ö'riztett, ‘'PPlpilP o'riztettem, "T'P.H^ er stellte ällitatt, hDNIj essen lassen etetni, ’npn'pN orizkedem, ich werde mich hüten.' 3) Die Verhältnißbuchstaben 2, 2, 2 an den hebr. Hauptwörtern, und am Jnfinitivum der Verba ersetzt sie ebenfalls durch Suffixe/ 3'^iO die Wohnung, lakäs, D2,n3'£jiDp lakasaitokbol, zu retten, menteni; ebenso hängt sie Suffixe an ganze Präpositions-Wörter, als Pronomina; nälom, alattunk, unter uns, ppp totem, von mir. 4) Ihre Verba kann sie ebenfalls wie der'Hebräer fast auS allen Redetheilen bilden; UjSpJJ sie (werden) nisten, keszktöänek; eltavaztottam, von ut der Wetz, titaztam ich reiste. 5) Die besondere Eigenheit des Hebräers, das Jnfinitivum vor den Zeitwörtern der vergangenen und künftigen Zeit zu setzen, um der Wirkung mehr Nachdruck zu geben, beobachtet auch der Ungar; P]iD23 vägyva vägyottam, ich sehnte mich. 6) In fragenden Sätzen setzt der Hebr. daö Subject vor das Prädikat, und antwortet gemeiniglich nur mit dem Prädikate bejahend, oder verneinend;!'pDN? ElVl nSpNH N* *7/ eben dieses beobachtet auch der Ungar; Kttkle ma kenjaret? ottem! nem ettem! Man stehet hieraus, daß beide Sprachen keinen Ausdruck für das Nebenwort Ja haben; beide gebrauchen dafür die synonymen Wörtchen sk)", igen, igenis. — 7) Subjekt, Prädikat und Copula, werden wie obige Beispiele in den mit Suffixen versehenen Verbis zeigen, verstanden, daher beobachten auch beide Sprachen einerlei Regel mit ihrem Verbum, Substantivum, TTn lenni, zwar nicht in der Flection, wol aber im Gebrauche. Ich würde noch Vieles von -den übrigen Redetheilen, besonders von der Wortfolge undderen Construction zu sagen haben, wenn ich das Maaß hiermit nicht schon überschritten hätte. Man wird aber auch aus diesem Wenigen einsehen könnenwie vieles diese beiden Sprachen mit einander gemein haben. Mögen geringe; und, wird der beste Ungar unter ihnen in irgend einer Wissenschaft in dieser Sprache, gleich seinen deutschen, englischen, italiänischen Brüdern in den ihrigen, je schriftlich auftretm können? Corr. *) Ich bin zwar der finnischen Sprache unkundig, die nach einer lit. Notiz, im lit. Beiblatte I. Jahrg. No. 2. „viele Eigenthümlichkeiten mit der hebräischen gemein" haben soll; aber unmöglich kann ihre Gemeinschaftlichkeit auffallender sein, alö die der ungarischen Sprache mit der hebräischen. Eorr. die Herren Lehrer und hebr. Linguistiker unsers Landes, deren wir zum Theil große und bedeutende haben, diesem Winke ihre Aufmerksamkeit schenken, und ihren grammatisch gebildeten Schülern die Gemeinschaftlichkeit dieser beiden orientalischen Schwester- Sprachen, vor Augen legen, und sie würden (wie mehrjährige Erfahrung mich gelehrt) vieles dabei gewinnen. Möge es ihnen aufbehalten sein, ihrem heiligen Berufe folgend, uns dem edeln, auch durch Sprachähnlichkeit uns so nahe verwandten Ungar,' näher zu bringen, und die so lange auf uns haftende, drohende Verheißung, "UDN ''P von uns abzuwelzen suchen. ' ' S. B. Reichels. . München, 15. Mai. Bibliographische Notizen über die hebräischen Manuskripte der königlichen Bibliothek zu München, von L i l i e n t h a l. (Fortsetzung.) p 58) pp^ p jNVtn von Abubekr (Avi Jaafar) Jbn Tophail aus Andalusien, commentirt von Moses Josua ben David aus Narbonne. Letzterer verfertigte zu Barcelona, aufgefordert von seinen gelehrten Freunden zu Perpignan, diesen Commentar, zu genanntem Werke, das er in zwei Hauptabschnitte, und diese wieder in acht Abtheilungen bringt. Die erste, arabische und lateinische Ausgabe besorgte Eduart Pokok, unter dem Titel „der durch Selbstunterricht gewordene Philosoph," und bezeichnet mit den Worten „eine Abhandlung, in der gezeigt wird, wie der menschliche Geist aus der Betrachtung der irdischen Dinge zur Kenntniß der Geisierwelt sich emporschwingen könne. Der Autor nämlich führt den Ebn Joktan, als ein von der Mutter ausgesetztes Kind vor, das durch daS Meer an fremde Küsten verschlagen und dort von einer Ziege ernährt wurde, und in heranreifendem Alter durch fortgesetzte Denkübungen so weit gekommen sei, daß es nicht nur der Natur alle ihre Geheimnisse abgelauert habe, sondern auch tief in die Mysterien des Uebersinnlichen eingedrungen sei. Den Namen Jechiel ben Uri'rl, wegen dessen Wolf den R. Schabbatai, der nicht genauen Kenntniß genannten Werkes anklagt, legt dem Buche der Commentator als Uebersetzung des Chajim ben Joktan bei. Die Abschrift ist zu Venedig 5312 (1552) verfertigt. 2) iin von R. Abraham Abulaphia für seine Freunde R. Abraham und R. Nathan, bei denen er sich einige Zeit aushielt, und die ihn um die Verfassung genannter Abhandlung baten, verfertigt. Eine Abhandlung über den Namen Gottes und seine Wunderkraft. Von Jacob, ben Chajim abgeschrieben. — 3) mvao iiv, ohne Angabe des Verfassers, der auch schwer zu ermitteln wäre, da die Werke mit diesem Titel unzählig find. MasiuS schreibt eine so kurze Abhandlung, wie die vorliegende, dem R. Tedacum halevi zu; allein Wolf bemerkt schon die Unsicherheit solcher Conjecturen. — 4) 2iv üty von R. Abraham aus Cöln, eine kurze kabbalistische Abhandlung über daS Tetragrammaton, von dem obigen R. Jacob abgeschrieben. — 5) lyma