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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-07-21 · 20 (21.7.1838) · p. Seite 77

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
20 (21.7.1838)
Date
1838-07-21
Page
Seite 77 (sequence 1)
Language
German
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L. Jahrgang. Literarisches No. s« homiletisches Beiblatt. Leipzig, den 21. Juli 1838. H o m i l t t i f ♦ Neueste homiletische Schriften. (Fortsetzung auS No. 19.) 10) Die Einsegnung des Neumondstages. Rede, gehalten an den beiden Sabbathen vordem Gedächtnißtage der Zerstörung Jerusalems des Jahres 5597 (5. August 1837) in der Synagoge zu Frankfurt an der Oder und herausgegeben von Samuel Holdheim, Rabbiner. Frankfurt a. d. O. In Comm. bei F. I. Tempel. 1837. 8. S. 22. Herr Samuel Holdheim, der in feiner noch kurzen praktischen Laufbahn schon so wesentlich sich ausgezeichnet, hat in den vorliegenden Reden so ziemlich sich seinen Gang vorgezeichnet. Ein jeder junge Mann, sobald er einen bestimmten Standpunkt in der Gesellschaft einnimmt, muß sich durch das Allgemeine in das Spezielle hineinarbeiten; er muß sich seine Stellung, als Mittelpunkt concentrischer Kreise, begründen. Und wenn nun diese Operation auch mehr innerlich vor sich geht, als sie, selbst durch das Wort, in die Erscheinung treten kann, so giebt sie sich doch dem aufmerksamen Beschauer, und sei es selbst bruchstückweise, kund. Auch die vorliegenden Reden sind Bruchstücke dieser Operation, und können als solche bezeichnet werden. Neben dieser Operation mit sich selbst, pflegt auch eine gewisse Widersetzlichkeit zwischen Inhalt und Form einherzugehen, und sich zu gleicher Zeit auszufechten. Es ist dies eigentlich identisch. Denn das Einnehmen einer bestimmten Stellung ist dasselbe, als der Guß seines geistigen Inhalts in eine bestimmte Form. Daher haben auch die vorliegenden Reden, wenigstens die beiden ersten, keine Form, und der Vers, ersucht selbst, davon zu abstrahiren. Daher streitet der Verf. in dem Vorwort der ersten Rede noch gegen die Nothwendigkeit des Charakters des Judenthums für die jüdische Predigt, (—nie und nimmer hat der Schreiber Dieses behauptet, eine jede einzelne Predigt eines jüdischen Predigers müsse diesen Charakter ausprägen, sondern stets hat ec nur von dem Ausdrucke des jüdischen Predigers in seinem ganzen Umfange, in seiner Totalität gesprochen — bei derartigen Beurtheilungen legt er daher nie diesen Maßstab an jede einzelne Predigt, sondern nur an die allgemeine Beschaffenheit einer Sammlung —) und hat in seinen letzten diesen Charakter schon selbst aufgefaßt und ausgeprägt^ Verfolgen wir dies noch weiter, so begründet sich der Verf. in der ersten Rede die menschliche Gesellschaft überhaupt, aber durchaus noch nicht die Existenz Israels als Gemeinde; dieses Letztere und demnächst seine Stellung in der Gemeinde führt der Verf. in der zweiten Rede durch; in der dritten ist er schon zur Spezialität gekommen. In der ersten spricht der Verf. über die Nothwendigkeit der Gesellschaft für den Menschen — Text: 1B. M. 1, 26. — und kommt zu dem Principe: „daß ein jeder sein Recht und seine Freiheit so weit einschränken soll, daß sein Mitbruder neben ihm als Gleichwürdiger und Gleichberechtigter bestehen, und sein erhabenes Ziel, die Vollendung seines unsterblichen Geistes verfolgen und erreichen können möge." Aus diesem geht die Nothwendigkeit der Einheit und Einigkeit hervor, die sich in der Wirklichkeit als Gemeingeist offenbart. Hieran knüpfen sich nun Klagen über Mangel an Gemeingeist in den Gemeinden Israels, die, so wahr sie in sich sind/ doch nur als Beiwerk der Rede erscheinen. Diese Rede ist durchaus in ruhiger, aber durchdringender Sprache abgefaßt, philosophisch und raisonnirend gehalten, wol schwerlich für das Volk geschrieben, aber an sich vortrefflich. Die zweite Rede findet den Verf. schon in seinem Amte. Sie ist nur „thbilweise" gehalten, also für den Druck weiter ausgeführt, wie sich dies schon dem Umfange nach voraussetzen ließe. Das Thema derselben ist schon in der Ueberschrift gegeben. Zuerst giebt der Verf. ein Bild der frühern Einheit, Glaubensfülle und Gleichgesinntheit in Israel; stellt diesem das Gemälde der mannigfachen Zerfalle»

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