Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 31 (20.10.1838)
- Date
- 1838-10-20
- Page
- Seite 125 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Homer 1× ep/1025156
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125 centuation in vielfacher Verbindung stehende) Normsystem und den metrischen Gebrauch, festzustellen suchten, ihre Beistimmung geben. Mit großem Vergnügen sehen wir gleichfalls, daß auch Delitzsch (Geschichte der jüdischen Poesie S. 129.) sich unsrer Ansicht von der nicht - accentuellen Betonung zuwendet. Haben wir nun allgemein sprachliche Gründe, von der hergebrachten Meinung über die Accente abzugehen, so können wir wol zuletzt noch den bereits angeführten' Umstand geltend machen, daß man zu den Zeiten des Josephus und des Hieronymus noch nicht nach der durch die Grammati» ker eingesührte Weise betont haben kann, weil diese Männer dann, aus ebenfalls angegebenen Gründen, unmöglich von einem hexametrischen Rhythmus sprechen konnten. Und haben die hebräischen Dichter selbst wirklich in diesem Rhythmus geschrieben, (da die Aussagen jener Schriftsteller sich überall auf sie anwenden lassen) so kann auch bei ihnen keine Betonung der letzten Silben gegolten haben. Uebrigens kommt diese ganze Streitfrage, in Bezug wenigstens auf poetische Rhythmik, so ziemlich mit der über die griechischen Accente überein. Auch hier soll, nach den Grammatikern, durch die Accente die Tonsilbe bezeichnet werden, und so wie die spanischen Juden im Hebräischen, so sprechen auch die heutigen Griechen in ihrer Sprache diejenige Silbe in jedem Worte als Tonsilbe, welcher das Äccentzeichen beigeschrieben ist. Und doch haben, wie wol gewiß bei den Hebräern, so auch bei den Griechen, die alten Dichter nach der Accentstellung nicht betont, wie man sich aus ihren Versen leicht überzeugen kann. Und so wie es einerseits interessant ist, daß auch bei den Griechen der hexametrische Rhythmus der früheste gewesen zu sein scheint (da schon Homer, um die Zeit Salomo's, so vollendete Verse schrieb), so würde man bei der Leseart eines heutigen Griechen eben so wenig die homerischen Hexameter heraushören, als man den wahren Rhythmus der hebräischen Verse annehmen konnte, so lange man in der Betonungsweise Alles umkehrte *). Was sich bei der Form der hebräischen Poesie an die Rhythmik und das Gleichmaß der Reihen zunächst anschließt, #) Man lese z. B., um sich von dem Gesagten zu überzeugen, folgende Verse der Ilias; ä£o[it.voi Aibg vibv £xr]ßoiov 'AnoXlüjva '■AnoXlm'i ctvaxTi, rov rfuxoitog t(/.e ArjToj %(o6ii£vog, or aQiürov ’Ayttuav ovötv IjiGag XilQt re [uv VMTiqt&v, inog r srpecT, ex r ovopagsv noXXäxi yaQ ato nuTqog fieyctqoiGiv uxovaru. II. k. 21. 38. 244. 361. 396. und man wird mit leichter Mühe finden, daß hier von einer Betonung nach Accenten gar keine Rede sei. ist eine Art Strophenbau, welcher sich auf verschiedene Weise ankündigt. Wenn bei alphabetischen Gedichten mehre (masoretische) Reihen einen gleichen Buchstaben an der Spitze haben, wie je zwei bei Ps. 9 u. 10. u. 37, je drei bei Klagel. 3. u. je acht bei Ps. 119., so entstehen gewissermaßen Strophen von 2, 3 oder 8 Versen. Eine andere Erscheinung ist die Wiederkehr gleicher oder ähnlicher Schlu߬ oder Anfangs-Verse, wodurch manches poetische Stück in mehre, mitunter gleiche, Theile zerfällt. So Ps. 39. V. 6 und 12: tnjrbs bärr ‘jn, jedesmal am Ende von 6 (masoretischen) Versen. Ps. 42. u. 43, die zusammen ein Ganzes ausmachen, werden durch die gleichlautenden V. 6. 12 u., 5 (u. and. Ps.) in 3 gleiche Stücke getheilt. Vergl. ferner Ps. 49. V. 13 u. 21. Ps. 57. V. 6 u. 12 am Schlüsse gleicher Stücke. Ps. 59. V. 10 u. 18. Ps. 107. V. 8—9. 15—16. 21 — 22. 31 — 32. Vergl. auch Jes. 9, 11. 16. 20 u. 10, 4. Gleiche Anfangsverse sind bei Ps. 72. V. 2 u. 6. Ps. 66, 4 u. 6. Vergl. Amos 1, 3. 6. 9. 10. 13. u..2, 1. 4. 6. wo ein sehr ähnlicher Anfang 8 Mal wiederkehrt. Eine andere Art von Strophen-Abtheilung scheint sich dadurch anzukündigen, daß manche Stücke dem Inhalte nach in gleiche Theile zerfallen und dies' durch die Beisetzung von Nbv noch deutlicher hervortritt, auf dessen oft regelmäßige Setzung man, so viel wir wissen, noch nicht aufmerksam geworden ist. Ps. 3. zerfallt (ohne Uebecschrift) durch Selah in 2 gleiche Theile zu 4 (masoretischen) Versen, deren erste wieder in 2 Theile und eben so auch, durch den Inhalt, die letzten: V. 6 u. 7. (Vertrauen), V. 8. 9. (wirkliche Anrede an Gott). Ps. 9. V. 17 u. 21. steht Selah zwei Mal am Ende von je 4 Versen, die durch den Inhalt vom Vorigen sich absondern. Ps. 24. V. 1 — 3: Frage, V. 4—6: Antwort und nb2, dann je zwei Verse mit gleichem Schluß. Ps. 39. schließt sich Selah an die gleichlautenden Schlußworte an, die zwei gleiche Strophen je zu 6 Versen bilden, dasselbe findet bei den auf gleiche Weise regelmäßig getheilten Ps. 42 u. 43. Statt. Ps. 46 zerfallt durch Selah in 3 gleiche Stücke zu 4 Versen, Ps. 61 (ohne Ueberschrift) in zwei St. 'zu 4 V., Ps. 62 in 3 St. zu 4 Versen (wovon die ersten beiden auch gleich anfangen, s. ob.). Ps. 76 (ohne Ueberschr.) zerfällt nach Inhalt und Selah bei V. 4. 7. (deren Schluß auf analoge Weise von dem. durch Gottes Macht unbrauchbar gemachten Kriegswerkzeugen spricht) V. 10 u. 13 in vier gleichen Strophen zu 3 Versen. Ps. 77. zerfallen V. 2—16 durch Inhalt, ähnliche Schlüsse und Selah in 5 Strophen von je drei Versen bei V. 4. 7. 10. 13 u. 16. Ps. 84. zerfallt durch Selah in 3 Theile zu 4 Versen, Ps. 87. in