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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-01-20 · 2 (20.1.1838) · p. Seite 6

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
2 (20.1.1838)
Date
1838-01-20
Page
Seite 6 (sequence 2)
Language
German
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6 Varrlöre umgeben, über deren Breite und Art Erub. a. a. O. gestritten wird. Das Klima Palästinas ist für den Ackerbau höchst günstig. Die Witterung ist, besonders im Innern, wcnsger unbeständig als bei uns. ' Die mittlere Temperatur ist ungefähr 21 Grad R. Es gibt eigentlich nur zwei Jahreszeiten. Der Winter dauert vom October bis Anfang April und charakteristrt sich durch anhaltende Regengüsse. Die Beständigkeit dieses Phänomens ist wesentliche Bedingung der Fruchtbarkeit. Deut. 11, 14: „So will ich eurem Lande Regen geben Hur rechten Zeit, Frühregen und Spätregen, damit du Getreide, Most und Oel einsammelst." Ierem. 5, 24.: „sie denken nicht in ihrem Herzen, wir wollen doch fürchten den Herrn, unfern Gott, der Regen gibt. Früh- und Spatregen zur rechten Zeit, und die bestimmten Wochen der Ernte stets bewahrt." Der Frühregen (iTT^) strömt von der letzten Hälfte des Octobers bis in die erste desDecembers, der Spätregen (tfjipSo) im März und April vor der Ernte. Der Regen fällt in großen Tropfen als Platzregen nieder, der oft in einen Wolkenbruch ausartet. Gewöhnlich ist er von Donner und Blitz, oft auch von starkem Hagel begleitet (Jos. 10, 11.). Der Sommer ist bei immer heiterm Himmel fast ohne Regen, uur des Nachts fällt ein außerordentlich starkerThau; vom Juni bis September ist die Hitze ungemein groß, daß die Erde ausspringt, Gras und Früchte verdorren, wenn nicht Wasser in der Nähe fließt. ■ ' Nur einige Landstriche ausgenommen, ist Palästina äußerst fruchtbar und so wird es schon in den biblischen Büchern geschildert. .So heißt es Deut. 8, 7. ff.: „Denn der Herr dein Gott bringt dich in ein gutes Land mit Wasserstrpmen, Quellen und Fluchen, die im Thal und Gebirge entspringen, ein Land mit Weizen, Gerste, Wein, Feigen, Granatapfel, ein Land mit Oliven-Oel und Honig *), ein Land, in welchem du nicht in Kümmerniß Brod essen wirst, in welchem nichts fehlt, ein Land, dessen Steine Eisen sind und aus dessen Gebirge du Erz schlagen kannst." (vgl. Exod. 3, 8). Nehem. 9, 25: „Also eroberten , sie feste Städte, ein fettes Erdreich und nahmen Städte in Besitz voll des Guten, ausgehauene Cisternen, Weinberge, Oel und Obstbäume in Menge (vgl. das. 9,35.). Die Propheten Jeremia (3, 19), Ezechiel (20, 6. 15.), Daniel (11, 16. 41) nennen es Hiermit stimmen auch Profanschriftsteller überein. Josephus (jüd. ') Diese sieben Products werden im Talmud vorzugsweise die sieben Arten I genannt. BilmvMisn. 1,3. Krieg 3, 3. 2) schildert Galiläa als fruchtbar, weidenreich und mit zahlreichen Bäumen besetzt, so daß die Behaglichkeit fast arbeitsscheu macht, Judäa und Samaria, beide bergig, doch für den Landbau leicht und fruchtbar, mit Bäumen besetzt und voll von wilden und gezogenen Gewächsen*). Ta citus (inst. 5,6) nennt den Boden fruchtbar, die Früchte vergleicht er mit den italischen * 2), der Körper der Juden aber sei gesund und zu harter Arbeit abgehärtet. Eben das. Zeugniß gibt Ammianus Marcellinus 3) und selbst neuere Reisebeschreiber stimmen trotz der jetzigen Oede des Landes hiermit überein. - Unverwerflich sinddie Nachrichten von fünfzig und hundertfältigen Ernten. So gewinnt Isaak schon hundertfältig (Gen. 26, 12.)y so erwähnt das neue Testament (Mth. 13, 8 ff.) dreißig-, fünfzig- und hundertfacher 'Ernten, (Fortsetzung folgt.) Joel Jacoby. (Fortsetzung.) Meine Leser mögen aus der in unten stehender Note gegebenen Schilderung ersehen, daß diese Charakterisirung des I. I. 4ie richtige, die vorurtheilskoseste ist. *) ‘) TctXiJ.cUu 7iüi)V TrücSa xal fvßorog xal öivÖQEGi navxioioiq xaracfVTog, wg vnb xfjg evnadtiag TiQOGxaktactG&ai xal tqv r[xiaxa yfjg (filonovov etc. 2) Uber soliim, fruges nostrum ad morem praeterque eas balsamum et palmetis proceritas et decor. 3) Ultima Syriaram est Palaestina per int'ervalla magna protenta, cultis abundans terris et nitidis et civitates habens quasdam egregias. *) Im Mitternachtsblatt No. 199. S. 1174. gibt ein Bekannter von I. I. folgende Notizen. Es werden dort der genußreichen Stunden gedacht, die der Abfasser an einem öffentlichen Orte Berlins, in Gesellschaft von Gans, Laube, Fischer, Krüger.rc.j verlebt; dann heißt es weiter: „Auch mit I. I. gingen wir damals noch um, nicht^mit Judas Jschariot, sondern mit Joel Jacoby, dem Juden, der jetzt mit unachtem Christ e n t h u m und verfälschtem Judenthum schachert. Vor einem Jahre hatte er sich noch nicht in puris naturalibus gezeigt; er gab Stoff zum Lachen, und war daher gern.gesehen; seine Trivralit-at gab uns.fortwährend Terminologieen" rc. „Wenn er auch zuweilen ernst in unfern speculativen Gesprächen seinen Senf auskramte, ich Habesselten oder niemals mehr gehört, als was Karl Müchler auch hätte sagen können. Komisch war unS damals an ihm nur seine Unreinlichkeit und seine Zerstreutheit" -c. „An ihm ist Nichts wahr, Nichts ächt, als daß er durch und. durch unwahr und unächt ist. Er lebt alle Tage in einem andern Wahne, der komischste ist der, daß er sich für einen gelehrten Menschen hält, (oder ausgibt,) der eifrige Studien getrieben, welche er jedem jungen Schriftsteller empfiehlt. Als ich dies in seiner „Erklärung" im Hamburger Correspondenten las, mußte ich hell auflachen. Denn wahrlich, Joel Jacoby hat nicht nur gar kein Wissen, sondern auch das Leben mit seiner Weisheit ist ihm verschlossen geblieben, th-eils fehlt es ihm hiezu an Geist, theils an äußeren Mitteln, zu denen ich

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